Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial

Gab es eine politische Grundsatzentscheidung Hitlers, alle Juden Europas zu ermorden?

Ausgewählte Thesen Christian Gerlachs in der Diskussion

Título: Gab es eine politische Grundsatzentscheidung Hitlers, alle Juden Europas zu ermorden?

Tesis (Bachelor) , 2012 , 84 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Thomas Kreuder (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Allgemeine anerkannte Gültigkeit scheint die These zu besitzen, dass Menschen interessiert daran sind, historische Ereignisse an bzw. ab einem bestimmten Zeitpunkt verorten zu können. Dieses, so wird angenommen, hilft in der Gegenwart sich mit den historischen Ereignissen, so negativ oder positiv sie auch waren, auseinanderzusetzen und dient dazu problematische Sachverhalte zu klären. Es entsteht somit ein Bedürfnis seitens der Bevölkerung nach diesen ‘bestimmten‘ Zeitpunkten. Historiker und Historikerinnen versuchen diese Bedürfnisse durch ihre Forschungen und die damit verbundenen Veröffentlichungen zu stillen. Unterschiedliche Ergebnisse von verschiedenen Forschern zu einer Forschungsfrage deuten auf ungleiche Herangehensweisen und Lesarten zu dem untersuchten Themenkomplex hin und können mitunter zu öffentlich ausgetragenen Kontroversen führen.
Die Frage nach einer politischen Grundsatzentscheidung alle europäischen Juden zu ermorden stellt mit eine der zentralen Herausforderungen der NS-Forschung dar. Da bis dato kein schriftlicher Befehl der NS-Obrigkeit, speziell von Adolf Hitler, gefunden wurde an dem sich der Zeitpunkt der politischen Grundsatzentscheidung ausmachen lassen könnte, versucht die Forschung anhand verschiedener Indizien diesen Punkt zu bestimmen. Des Weiteren findet sich neben den Verbrechen des NS-Regimes nichts Vergleichbares innerhalb der Globalgeschichte. Ihnen kann, zu Recht, der Status der Einzigartigkeit zugesprochen werden. Dieser Umstand erfordert es aufgeklärt zu werden, um von den Ergebnissen für die Gegenwart und Zukunft zu lernen, damit sich so etwas wie der Holocaust niemals wiederholt.
Ein weiteres Argument, warum die Frage nach einer Grundsatzentscheidung eine der zentralen Herausforderungen der NS-Forschung darstellt, ist die Art der Methodik, mithilfe derer versucht wird eine Antwort auf diese Frage zu geben. Durch diese unterschiedlichen Herangehensweisen unterliegt das gegenwärtige Bild auf die nationalsozialistische Diktatur ständigen Veränderungen.
Der Aufsatz von Christian Gerlach ist der Versuch einer Antwort auf die Frage, wann und ob Adolf Hitler eine politische Grundsatzentscheidung zum Völkermord bekannt gab. Aufgrund „neuer“ Quellen, die er verwendet, und der Verknüpfung der möglichen politischen Grundsatzentscheidung Hitlers mit belegbaren Daten aus dem Umfeld seiner Führungsgenossen gelingt ihm eine in sich logische Indizienkette, mit der er seine These zu belegen vermag.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Forschungsstandes und Annahmen zur Entschlussbildung zum Völkermord vor dem Aufsatz von Gerlach

2.1 Exkurs: Zur Begrifflichkeit der „Endlösung der Judenfrage“ – eine Bezeichnung mit mehreren Synonymen?

3. Christian Gerlachs Thesen im Aufsatz „Die Wannsee-Konferenz, das Schicksal der deutschen Juden und Hitlers politische Grundsatzentscheidung, alle Juden Europas zu ermorden“

3.1 Hitlers Grundsatzentscheidung zur Ermordung der europäischen Juden

4. Ablehnung vs. Akzeptanz – Die Thesendiskussion in den freien Medien und fachspezifischer Literatur

4.1 Die Jahre 1997-2004

4.2 Die Jahre 2005-2011

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thesen des Historikers Christian Gerlach hinsichtlich einer behaupteten politischen Grundsatzentscheidung Adolf Hitlers zur Ermordung aller europäischen Juden. Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte, die Gerlachs Aufsatz in der historischen Fachwelt und den Medien ausgelöst hat, kritisch nachzuzeichnen und die methodische Herangehensweise der Entscheidungsfindung im NS-Regime zu analysieren.

  • Analyse des Forschungsstandes zur nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.
  • Untersuchung der Begrifflichkeit und Interpretation der „Endlösung der Judenfrage“.
  • Kritische Würdigung der Indizienkette Christian Gerlachs für eine Entscheidung Hitlers am 12. Dezember 1941.
  • Darstellung der Kontroverse zwischen intentionalistischen und strukturalistischen Ansätzen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Wir sind beisammen, um uns die Ungeheuerlichkeit zu vergegenwärtigen, die sich unter deutschem Namen in diesem Haus zugetragen hat. Vor 40 Jahren wurde hier vorbereitet und beschlossen, was die Nationalsozialisten die „Endlösung [sic] der Judenfrage“ nannten [...]. Dazu sollte auf der Konferenz die Mitwirkung der Parteiämter und der Reichsbehörden sichergestellt werden [...].“

An diesem Textausschnitt des späteren Bundespräsidenten Richard v. Weizsäcker ist erkennbar, dass die Wannsee-Konferenz, einerseits, die verschiedenen nationalsozialistischen Institutionen, die sich mit jüdischen Angelegenheiten betraut sahen, in der Beantwortung der „Endlösung der Judenfrage“ parallel ausrichten sollte. Andererseits zeigt die Verwendung des Wortes „beschlossen“, welche noch weitverbreitete Annahme in der Öffentlichkeit über das Ziel der Konferenz vorherrschte. Überwiegend war bzw. ist teilweise heutzutage noch, die Meinung, dass auf der Konferenz die Ermordung der jüdischen Bevölkerung als das Hauptanliegen der Konferenz besprochen und beschlossen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Wannsee-Konferenz und die verbreitete Wahrnehmung der Konferenzziele im Kontrast zur historischen Realität.

2. Entwicklung des Forschungsstandes und Annahmen zur Entschlussbildung zum Völkermord vor dem Aufsatz von Gerlach: Detaillierte Betrachtung der historiographischen Debatte, unterteilt in die intentionalistische und strukturalistische Forschungsperspektive.

2.1 Exkurs: Zur Begrifflichkeit der „Endlösung der Judenfrage“ – eine Bezeichnung mit mehreren Synonymen?: Kritische Analyse des NS-Terminus „Endlösung“ und seiner variierenden Bedeutungsgehalte in der Forschung.

3. Christian Gerlachs Thesen im Aufsatz „Die Wannsee-Konferenz, das Schicksal der deutschen Juden und Hitlers politische Grundsatzentscheidung, alle Juden Europas zu ermorden“: Darstellung der Argumentation Gerlachs, der eine spezifische politische Grundsatzentscheidung Hitlers postuliert.

3.1 Hitlers Grundsatzentscheidung zur Ermordung der europäischen Juden: Untersuchung der von Gerlach angeführten Indizien, insbesondere der Rolle Heinrich Himmlers und Adolf Hitlers im Dezember 1941.

4. Ablehnung vs. Akzeptanz – Die Thesendiskussion in den freien Medien und fachspezifischer Literatur: Analyse der Reaktionen auf Gerlachs Thesen, gegliedert nach zeitlichen Phasen der Debatte.

4.1 Die Jahre 1997-2004: Darstellung der frühen, kontroversen Reaktionen auf die Veröffentlichung des Aufsatzes in der Fachwelt.

4.2 Die Jahre 2005-2011: Beobachtung der Entwicklung der Debatte im späteren Forschungsverlauf bis zum Zeitpunkt der Untersuchung.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftlichen Debatte und der Validität der Beweisführung bezüglich einer zentralen Entscheidung Hitlers.

Schlüsselwörter

Wannsee-Konferenz, Endlösung der Judenfrage, Christian Gerlach, Adolf Hitler, Holocaust, Völkermord, NS-Forschung, Nationalsozialismus, Intentionalismus, Strukturalismus, Entscheidungsprozess, Vernichtungspolitik, Historikerstreit, Indizienkette, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch die These von Christian Gerlach, dass es im Dezember 1941 eine zentrale, politisch verkündete Grundsatzentscheidung Adolf Hitlers zum Völkermord an den europäischen Juden gegeben habe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entscheidungsfindung im Nationalsozialismus, die methodische Einordnung der Wannsee-Konferenz und die historiographische Kontroverse zwischen den intentionalistischen und strukturalistischen Erklärungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, die von Gerlach vorgelegte Indizienkette auf ihre wissenschaftliche Belastbarkeit zu prüfen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche Forschungslager mit der mageren Quellenlage umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine historiographische Analyse durch, bei der er die Argumentationen führender Historiker, Tagebuchaufzeichnungen der NS-Führungsriege und aktuelle Quellenpublikationen vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung des Forschungsstandes, einer semantischen Analyse der Begriffe der NS-Vernichtungspolitik sowie der detaillierten Diskussion der von Gerlach benannten Quellen (Himmler-Dienstkalender, Goebbels-Tagebücher) und der fachspezifischen Kritik an seinen Thesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Wannsee-Konferenz“, „Endlösung“, „intentionaler/strukturalistischer Ansatz“, „Entscheidungsfindung“ und „Christian Gerlach“ charakterisiert.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Lösung" und "Endlösung" eine Rolle?

Sie ist zentral, da die historische Forschung aufzeigen konnte, dass diese Begriffe im NS-Sprachgebrauch zeitlich und inhaltlich verschiedene Eskalationsstufen der Judenverfolgung markierten.

Wie bewertet der Autor die Datierung auf den 12. Dezember 1941?

Der Autor erkennt Gerlachs Quellenarbeit als überzeugend an, betont jedoch, dass die Quellenlage zu dünn bleibt, um ein exaktes Datum für eine finale Grundsatzentscheidung Hitlers historisch zweifelsfrei zu belegen.

Final del extracto de 84 páginas  - subir

Detalles

Título
Gab es eine politische Grundsatzentscheidung Hitlers, alle Juden Europas zu ermorden?
Subtítulo
Ausgewählte Thesen Christian Gerlachs in der Diskussion
Universidad
Bielefeld University
Calificación
2,3
Autor
Thomas Kreuder (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
84
No. de catálogo
V197897
ISBN (Ebook)
9783656239475
Idioma
Alemán
Etiqueta
Holocaust Entscheidung Adolf Hitler NS Regime Juden Himmler Heydrich Goebbels Politik Grundsatzentscheidung Thesen Gerlach Beschluß Ermordung Tagebücher Shoah Völkermord Vergasung Wannseeprotokoll Russland Sowjetunion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Kreuder (Autor), 2012, Gab es eine politische Grundsatzentscheidung Hitlers, alle Juden Europas zu ermorden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197897
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  84  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint