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Massnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern unter besonderer Berücksichtigung von Rotationsregeln

Title: Massnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern unter besonderer Berücksichtigung von Rotationsregeln

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 28 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Mark Lönnies (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Die Diskussion über die Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern ist so alt wie der Beruf des Wirtschaftschaftsprüfers selber. Der Gesetzgeber sah weiteren Handlungsbedarf und verabschiedete im April 1998 das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Die Ziele des KonTraG können folgendermaßen zusammengefasst werden: Die Transparenz der Unternehmensführung sollte erhöht und die Kontrolle durch den Aufsichtsrat und die Hauptversammlung verstärkt werden. Weiterhin soll die Qualität der Abschlussprüfung und die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer verbessert werden, mit dem Ziel, eine kritische Entwicklung im Unternehmen frühzeitig erkennen zu können. Um die sog. Erwartungslücke zu verringern, sollen die Informationsinteressen von Gesellschaftern, Anlegern und Gläubigern stärker berücksichtigt werden. Die erhoffte Steigerung der Qualität der Abschlussprüfung beinhaltet auch die Stärkung der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers. Der zentrale Punkt der Untersuchung war die Forderung nach einer obligatorischen Rotation des Wirtschaftsprüfers. Die obligatorische Rotation des Wirtschaftsprüfers beschreibt die Verpflichtung der zu prüfenden Gesellschaft nach einem bestimmten Zeitraum die Bestellung eines anderen Abschlussprüfers vorzunehmen. Diese Pflichtrotation soll einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers leisten. Ergebnis der Untersuchung war, dass eine Pflichtrotation in kurzen Abständen zu keiner Unabhängigkeitsstärkung, dafür aber zu einer Verringerung der Prüfungsqualität führt. Lediglich eine eingeschränkte Form der Pflichtrotation konnte die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers fördern. Diese eingeschränkte Rotation ist jedoch in fast identischer Weise durch das KonTraG verwirklicht worden. Demzufolge leistet das KonTraG die beabsichtigte Steigerung der Transparenz und Kontrolle im Unternehmensbereich.

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Inhaltsverzeichnis

A. Einleitender Teil

I. Begriffsabgrenzungen

II. Problemstellung

B. Gestaltung einer optimalen Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers

I. Die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers aus traditioneller Sicht

II. Ziele einer Stärkung der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers

1. Aus der Sicht der Jahresabschlußadressaten

2. Aus der Sicht des Abschlußprüfers

3. Im Zusammenhang des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)

C. Die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers in der Realität

I. Die bisherige Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers

1. Die innere Unabhängigkeit

2. Die äußere Unabhängigkeit

II. Die Veränderung der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers durch die Einwirkung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)

III. Mißstände bezüglich der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers

IV. Die obligatorische Rotation des Wirtschaftsprüfers zur Verbesserung der Unabhängigkeit

1. Im Zusammenhang der klassischen Erwartungslücke

a. Entstehung der Forderung nach einer Pflichtrotation

b. Auswirkungen einer obligatorischen Rotation des Wirtschaftsprüfers auf die Prüfungsqualität und –intensität

c. Weitere Auswirkungen einer obligatorischen Rotation des Wirtschaftsprüfers

d. Die eingeschränkte Pflichtrotation als Alternative

2. Im Zusammenhang der Principal-Agent-Theorie

D. Schlußteil

I. Zusammenfassung

II. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Maßnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers unter besonderer Berücksichtigung von Rotationsregeln, um einen optimalen Zustand der Unabhängigkeit zu konstruieren und diesen mit der Realität abzugleichen. Dabei wird analysiert, wie sich das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) auf die Unabhängigkeit auswirkt und ob eine obligatorische Rotation dieses Ziel fördern kann.

  • Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers (innere vs. äußere)
  • Einfluss des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
  • Obligatorische Rotation des Wirtschaftsprüfers und deren Auswirkungen
  • Analyse der sogenannten Erwartungslücke
  • Anwendung der Principal-Agent-Theorie im Prüfungswesen

Auszug aus dem Buch

Die bisherige Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers

Der Status quo ante bzgl. der Unabhängigkeit des WP´s läßt sich mit Hilfe einer Untergliederung in zwei Begriffe, nämlich der inneren und äußeren Unabhängigkeit, genauer darstellen.

Mit der inneren Unabhängigkeit wird die charakterliche Haltung des Prüfers beschrieben. Sie stellt die Fähigkeit dar, die Prüfung ohne Sympathie oder Antipathie völlig neutral durchzuführen. Allerdings gehen die Meinungen auseinander, wenn Methoden zur Sicherung bzw. Stärkung dieser inneren Unabhängigkeit diskutiert werden. Um den Ursachen der Befangenheit entgegenzutreten, wird einerseits gefordert sie vermehrt gesetzlich zu normieren. Bisher sah sich der Gesetzgeber allerdings lediglich dazu veranlaßt, dies mit Hilfe berufsrechtlicher Normen zu regeln. Weiterführend existieren die „Richtlinien für die Berufsausübung der Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer“, die durch die WPK erlassen wurden. Die hier festgelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Wirtschaftsprüfung stellen ein Normensystem dar, daß die Vertrauenswürdigkeit von Urteilsprozessen im wirtschaftlichen Prüfungswesen sichern soll. Laut dieser Richtlinien muß der WP bei seinen Feststellungen, Beurteilungen und Entscheidungen frei von Einflüssen, Bindungen und Rücksichten sein, die seine Unbefangenheit und Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten. Dieses Regelwerk ist den Kritikern jedoch nicht ausreichend.

Weiterhin wird angeführt, daß man Charaktereigenschaften nicht durch institutionelle Regelungen beeinflussen kann. Gem. § 43 I WPO hat der WP seinen Beruf unabhängig, gewissenhaft, verschwiegen und eigenverantwortlich auszuüben. Desweiteren hat er sich insbesondere bei der Erstattung von Prüfungsberichten und Gutachten unparteiisch zu verhalten. Diese persönlichen Eigenschaften lassen sich nicht durch gesetzliche Regelungen verbessern oder gar sicherstellen. Die innere Unabhängigkeit läßt sich ausschließlich durch einen hohen Ausbildungs- und Qualitätsstandard verbessern. Es werden so sachliche Beurteilungsmaßstäbe gesetzt, die die Beeinflußbarkeit durch subjektive Elemente stark zurückdrängen. Es macht also keinen Sinn weitere formelle Vorschriften über die Unabhängigkeit zu erlassen. Das objektive, vom AP verlangte Urteil, stellt ein Qualitätserfordernis seiner Tätigkeit dar, das nicht durch einzelne Vorschriften festgelegt werden kann. Es besteht demzufolge nur die Möglichkeit, die Risiken und Versuchungen für den AP einzuschränken, und zwar durch Schaffung einer äußeren Unabhängigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitender Teil: In diesem Kapitel werden die für die Arbeit essenziellen Begriffe wie Wirtschaftsprüfer, Unabhängigkeit und Rotation definiert und die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit erläutert.

B. Gestaltung einer optimalen Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers: Dieses Kapitel behandelt das Verständnis der Unabhängigkeit aus traditioneller Sicht sowie deren Ziele aus der Perspektive verschiedener Interessengruppen im Rahmen des KonTraG.

C. Die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers in der Realität: Hier wird der Ist-Zustand der inneren und äußeren Unabhängigkeit analysiert, die Auswirkungen des KonTraG bewertet, bestehende Missstände untersucht und die obligatorische Rotation sowie die Principal-Agent-Theorie kritisch diskutiert.

D. Schlußteil: Dieser Abschnitt fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen kurzen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen hinsichtlich der Qualitätskontrolle im Prüfungswesen.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsprüfer, Unabhängigkeit, Rotation, KonTraG, Prüfung, Abschlussprüfung, Erwartungslücke, Principal-Agent-Theorie, Prüfungsqualität, Abschlussprüfer, Unbefangenheit, Aufsichtsrat, Transparenz, Kontrolle, Mandatswechsel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers und untersucht, wie diese gestärkt werden kann, insbesondere durch den Einsatz von Rotationsregeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die gesetzlichen und berufsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers, die Auswirkungen des KonTraG, die Debatte um die Pflichtrotation und die Anwendung ökonomischer Theorien wie die Principal-Agent-Theorie auf das Prüfungswesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, einen Optimalzustand der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers zu konstruieren, diesen mit den tatsächlichen Verhältnissen zu vergleichen und die vom Gesetzgeber eingeführten Maßnahmen, speziell in Bezug auf Rotationspflichten, kritisch zu beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der gesetzlichen Bestimmungen (insbesondere HGB, AktG, WPO), berufsrechtlicher Richtlinien sowie eine Auswertung von Fachliteratur und empirischen Erkenntnissen zur Wirkung von Prüferrotationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Unabhängigkeit und deren Ziele erläutert. Anschließend wird der Ist-Zustand unter Einbeziehung des KonTraG analysiert und kritisch hinterfragt, ob eine obligatorische Rotation oder alternative Modelle (wie die eingeschränkte Rotation) tatsächlich zur Verbesserung der Prüfungsqualität und Unabhängigkeit beitragen können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wirtschaftsprüfer-Unabhängigkeit, KonTraG, Pflichtrotation, Erwartungslücke, Prüfungsqualität und Principal-Agent-Theorie charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit den Einfluss des KonTraG auf die Unabhängigkeit?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Regelungen des KonTraG insgesamt einen positiven Beitrag zur Stärkung der Unabhängigkeit leisten, indem sie beispielsweise die Umsatzabhängigkeit begrenzen und die Distanz des Abschlussprüfers zum Vorstand durch die direkte Berichterstattung an den Aufsichtsrat erhöhen.

Warum kritisiert der Autor eine obligatorische Pflichtrotation in kurzen Abständen?

Der Autor argumentiert, dass eine obligatorische Rotation in kurzen Abständen kontraproduktiv ist, da sie zu einem Verlust an unternehmensspezifischem Wissen führt, die Einarbeitungskosten erhöht, die langfristige Prüfungsplanung erschwert und damit letztlich die Prüfungsqualität eher mindert statt fördert.

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Details

Title
Massnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern unter besonderer Berücksichtigung von Rotationsregeln
College
University of Duisburg-Essen  (Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfungswesen)
Course
Wirtschaftsprüfung im Spannungsfeld von Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
Grade
2,3
Author
Mark Lönnies (Author)
Publication Year
2000
Pages
28
Catalog Number
V19791
ISBN (eBook)
9783638238359
ISBN (Book)
9783638646314
Language
German
Tags
Massnahmen Stärkung Unabhängigkeit Wirtschaftsprüfern Berücksichtigung Rotationsregeln Wirtschaftsprüfung Spannungsfeld Kontrolle Transparenz Unternehmensbereich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mark Lönnies (Author), 2000, Massnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern unter besonderer Berücksichtigung von Rotationsregeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19791
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