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Untote in Pittsburgh. George A. Romeros "Night of the living Dead" als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorkinos

Titel: Untote in Pittsburgh. George A. Romeros "Night of the living Dead" als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorkinos

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Christoph Hurka (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit versucht die Sonderstellung von George A. Romeros erstem Spielfilm Night of the living Dead (1968) im Genre des amerikanischen Horrofilms zu betonen und ihn aus seinem kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Kontext heraus zu analysieren. Die Bedeutung von Romeros Machwerk, das bis zum heutigen Tag 5 Fortsetzungen (von Romero selbst) und etliche Remakes bzw. Variationen nach sich gezogen hat, ergibt sich sowohl aus seiner Stellung zum klassischen amerikanischen Horrorfilm der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als auch aufgrund seiner Innovationen im Genre des amerikanischen Horrorfilms Ende der 1960er Jahre, womit Romeros Film auch dem teilweise wilden und ungezügelten Kino des New Hollywood zugerechnet werden kann. So sind es nicht nur die scheinbar unmotivierten Gewaltexzesse auf der Leinwand, deren nihilistischer Terror bisher ungesehen war, sondern auch ästhetische und narrative Neuerungen innerhalb des Genres sowie die explizite Bezugnahme auf Politik und Gesellschaft der Zeit auf Bildebene, die Romeros ersten Spielfilm zu einem wegweißendem und bedeutendem Machwerk und schließlich zum Vorbild eines neu entstehenden Subgenres des Horrorfilms werden ließen. Bevor die verschiedenen relevanten Facetten in NIGHT analysiert werden, soll zunächst der klassische amerikanische Horrorfilm vorgestellt werden, der bereits 1932 im Film White Zombie (R: Victor Halperin) die Figur des Untoten bzw. Zombies verwendet, um anschließend Romeros Film in den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext der 1960er Jahre - mit Fokus auf die Vereinigten Staaten von Amerika und natürlich Hollywood – zu situieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Der klassische Horrorfilm und seine (literarischen) Wurzeln

1.2 Das Motiv des Untoten im klassischen amerikanischen Horrorfilm

2. Der amerikanische Spielfilm in den 1960er Jahren

2.1 Hitchcocks Psycho als Startpunkt des modernen Horrorfilms

3. George A. Romeros NIGHT als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorfilms

3.1 Night of the living Dead – Produktion, Rezeption, Distribution

3.2 Das Motiv des Untoten in Romeros NIGHT und seine Abgrenzung zum Untoten des klassischen Horrors

3.2.1 Ausstellung und Auflösung des menschlichen Körpers in NIGHT

3.3 Ästhetik und Narration in Romeros NIGHT

3.3.1 Ästhetik und Strategien der Authentifizierung in NIGHT

3.3.2 Narration in NIGHT

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sonderstellung von George A. Romeros erstem Spielfilm „Night of the living Dead“ (1968) innerhalb des amerikanischen Horrorkinos und analysiert ihn in seinem kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Kontext der 1960er Jahre, um ihn als wegweisenden Schwellenfilm zu etablieren.

  • Stellung von „Night of the living Dead“ im Vergleich zum klassischen amerikanischen Horrorfilm.
  • Analyse der ästhetischen und narrativen Neuerungen als Basis eines neuen Subgenres.
  • Bedeutung des sozio-politischen Kontexts der 1960er Jahre für die filmische Darstellung.
  • Untersuchung der filmischen Strategien zur Authentifizierung und des Bruchs mit tradierten Hollywood-Konventionen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Motiv des Untoten in Romeros NIGHT und seine Abgrenzung zum Untoten des klassischen Horrors

Romeros Untote unterscheiden sich stark vom Zombie klassischer Machart. Bei White Zombie (R: Victor Halperin, 1932) und auch bei I walked with a Zombie (R: Jaques Tourneur, (1943) ist der Untote ein gezielt wiedererwecktes Geschöpf, das vom Voodoo-Meister zu einem bestimmten Zweck - sei es aus ökonomischen oder amourösen Gründen – erweckt bzw. zombifiziert wird. Die klassischen Zombies sind also Produkte eines meist bösen Meisters, der zudem die Kontrolle über seine Untoten innehält und meist herrschaftlich auf einer exotischen Karibik-Insel residiert. Ein beunruhigendes Attribut der Untoten in NIGHT ist ihre Unscheinbarkeit: „Even the film’s newsreaders find themselves at a loss when trying to describe these ‚unidentified asssassins’ since they are so ordinary looking that ‚there is really no authentic way for us to say who or what to look for or guard yourself against’“.

Romeros Untote sind dennoch stark abweichend vom klassischen Zombie, der, vor allem wenn weiblich, eher wie ein ätherisches Wesen durch den Film schwebt. Romeros Untote sind unkontrollierte, des Sprechens nicht mächtige Auferstandene, teilweise von Verwesung gezeichnete, wankende Unmenschen mit einem unstillbaren Hunger auf (warmes) Menschenfleisch (also das Fleisch lebender Menschen, Zombiefleisch verschmähen sie konsequent), deren Zahl sich zudem durch Bisswunden epidemisch vergrößert und deren kannibalischer Hunger durch keinerlei moralische, ethische oder soziale Grenzen aufgehalten wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von George A. Romeros „Night of the living Dead“ als innovatives Werk ein, das den klassischen Horrorfilm überwindet und den Kontext des New Hollywoods einleitet.

1.1 Der klassische Horrorfilm und seine (literarischen) Wurzeln: Es werden die Ursprünge des Horrorfilms im Stummfilm und der literarischen Gothic Novel sowie die Etablierung durch das Hollywood-Starsystem und feste Genreregeln dargelegt.

1.2 Das Motiv des Untoten im klassischen amerikanischen Horrorfilm: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft der Zombie-Figur aus dem Voodoo-Kult und ihre initiale filmische Verwendung in „White Zombie“ als exotisches, willenloses Werkzeug.

2. Der amerikanische Spielfilm in den 1960er Jahren: Der kulturelle Kontext des Umbruchs im amerikanischen Kino durch eine neue Generation von Regisseuren wird skizziert.

2.1 Hitchcocks Psycho als Startpunkt des modernen Horrorfilms: Die Bedeutung von „Psycho“ als Bruch mit Konventionen und als Wegbereiter für einen neuen, realistischeren und schockierenderen Horrorfilm wird analysiert.

3. George A. Romeros NIGHT als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorfilms: Romero wird als Innovator vorgestellt, der das Genre radikal neu ausrichtet und vom Gothic-Erbe befreit.

3.1 Night of the living Dead – Produktion, Rezeption, Distribution: Die Entstehungsbedingungen unter geringem Budget und die ambivalente, teils schockierte Rezeption, die dem Film zum Kultstatus verhalf, werden behandelt.

3.2 Das Motiv des Untoten in Romeros NIGHT und seine Abgrenzung zum Untoten des klassischen Horrors: Die Neudefinition der Zombie-Figur als unkontrollierte, fleischfressende Gefahr ohne Voodoo-Meister steht hier im Zentrum.

3.2.1 Ausstellung und Auflösung des menschlichen Körpers in NIGHT: Die Inszenierung von Gewalt und der menschliche Körper als Projektionsfläche für soziale Ängste und physische Exzesse werden untersucht.

3.3 Ästhetik und Narration in Romeros NIGHT: Die ästhetische Gestaltung und narrativen Strategien als Mittel zur Kritik und zum Bruch mit dem klassischen Kino werden erläutert.

3.3.1 Ästhetik und Strategien der Authentifizierung in NIGHT: Die Verwendung von Nachrichtenästhetik und Schwarz-Weiß-Material zur Einbettung in die Realität der 1960er Jahre wird analysiert.

3.3.2 Narration in NIGHT: Der Bruch mit klassischer Charakterisierung und das Scheitern von Institutionen und Zusammenhalt innerhalb des Films bilden den inhaltlichen Schwerpunkt.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Würdigung von „Night of the living Dead“ als komplexen Meilenstein, der das Potential und die gesellschaftliche Relevanz des Horrorfilms aufzeigt.

Schlüsselwörter

George A. Romero, Night of the living Dead, moderner Horrorfilm, Zombie, Schwellenfilm, Gothic Novel, Psycho, New Hollywood, Authentifizierung, Splatterfilm, Gesellschaftskritik, Körperlichkeit, Genre-Innovation, 1960er Jahre, institutionelle Kritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert, wie George A. Romeros Film „Night of the living Dead“ das Genre des Horrorfilms Ende der 1960er Jahre grundlegend transformierte und sich von klassischen Konventionen löste.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Zombie-Figur, den Wandel des amerikanischen Horrorfilms im Kontext des New Hollywoods, die Ästhetik der Gewalt und die gesellschaftskritische Dimension des Films.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Sonderstellung von Romeros Film als wegweisenden „Schwellenfilm“ zu belegen, der den Übergang vom klassischen zum modernen, nihilistischen Horrorkino markiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die sowohl produktionstechnische Faktoren als auch ästhetische, narrative und sozio-kulturelle Aspekte des Films im Kontext seiner Zeit beleuchtet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Produktionsgeschichte, die Abgrenzung des Untoten-Motivs zum klassischen Horror, die Darstellung von Körperlichkeit und Gewalt sowie die narrativen und ästhetischen Neuerungen des Films.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Schwellenfilm, moderne Horrorästhetik, institutionelle Destabilisierung, Nachrichtenästhetik und sozio-politische Einbettung.

Wie unterscheidet sich Romeros Untoter vom klassischen Zombie?

Im Gegensatz zum klassischen Zombie, der als willenloses, exotisches Werkzeug eines Meisters fungiert, ist Romeros Untoter ein unkontrolliertes, kannibalisches Monster, dessen Bedrohung aus der Banalität des Alltags erwächst.

Warum wird „Night of the living Dead“ als Schwellenfilm bezeichnet?

Der Film markiert einen Bruch mit den Konventionen des klassischen Horrors, indem er das Grauen in die reale amerikanische Gegenwart verlagert und radikal neue narrative und ästhetische Regelsätze für das Genre aufstellt.

Welche Rolle spielt die Nachrichtenästhetik im Film?

Die Nachrichtenästhetik dient als Authentifizierungsstrategie, um den Zuschauer direkt mit der gewalttätigen Realität der 1960er Jahre zu konfrontieren und die traditionelle Distanzierung des klassischen Horrorfilms aufzuheben.

Was ist die Bedeutung des „Anti-Happyends“ im Film?

Das „Anti-Happyend“, in dem der einzige potenzielle Sympathieträger durch die Miliz exekutiert wird, unterstreicht den nihilistischen Blick des Films auf die Institutionen und die Gesellschaft seiner Zeit.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Untote in Pittsburgh. George A. Romeros "Night of the living Dead" als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorkinos
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Monster- und Hybridkultur im Film
Note
2,0
Autor
Bachelor of Arts Christoph Hurka (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V198000
ISBN (eBook)
9783656241003
ISBN (Buch)
9783656240808
Sprache
Deutsch
Schlagworte
untote pittsburgh george romeros night dead schwellenfilm horrorkinos
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Christoph Hurka (Autor:in), 2011, Untote in Pittsburgh. George A. Romeros "Night of the living Dead" als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorkinos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198000
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Leseprobe aus  24  Seiten
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