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Berücksichtigung von Counterparty Value Adjustment (CVA), Debt Value Adjustment (DVA) und Funding Value Adjustment (FVA) bei der Bepreisung und Bewertung durch Banken

Title: Berücksichtigung von Counterparty Value Adjustment (CVA), Debt Value Adjustment (DVA) und Funding Value Adjustment (FVA) bei der Bepreisung und Bewertung durch Banken

Seminar Paper , 2012 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Chris Schaible (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Spätestens seit der aktuellen Finanzkrise, insbesondere seit dem Ausfall von Lehman Brothers, einem der größten Handelspartner für nicht standardisierte over-the-counter (OTC) Derivate, haben die Messung und das Management von Kontrahentenausfallrisiken enorm an Bedeutung gewonnen. Zuvor war eine Situation zwischen Banken, wie sie in den letzten Jahren stattgefunden hat, für Marktteilnehmer des Kapitalmarkts faktisch undenkbar. Entsprechend wurden Kontrahentenrisiken lediglich bei bilateralen Kontrakten mit Unternehmen der Industrie berücksichtigt. Dagegen wurden große Bankinstitute als „systemrelevant“ angesehen und profitierten von ihrem sogenannten „too-big-to-fail“-Status. So war es einerseits bereits vor der Finanzkrise bei der Bewertung von primären Finanzinstrumenten wie Anleihen üblich, das Kontrahentenausfallrisiko in Form eines Credit Spreads einzupreisen. Dagegen wurde dieses Risiko bei den marktüblichen Bewertungsmethoden für außerbörsliche Derivate regelmäßig vernachlässigt. Nachdem jedoch wichtige Finanzinstitute wie AIG, Lehman Brothers und Bear Sterns tatsächlich oder de-facto ausgefallen sind, rückte dieses Risiko auch bei der Bewertung von nicht standardisierten Derivaten in den Fokus der Banken.
Dieses sogenannte Kontrahentenausfallrisiko – auch als Counterparty Credit Risk (CCR) charakterisiert – ist eine spezifische Ausprägung des Kreditrisikos. Es bezeichnet die Gefahr, dass der jeweilige Vertragspartner einer OTC-Transaktion vor dem Laufzeitzeitende des Geschäfts ausfallen könnte und somit nicht mehr in der Lage wäre, seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Zu den Produkten die besonders dem CCR unterliegen, gehören neben allen Arten von außerbörslichen Derivaten auch weitere bilateral abgeschlossene Verträge wie beispielsweise Wertpapierfinanzierungsgeschäfte wie Repurchase Agreements (Repos) und Leihe-Geschäfte, bei denen ein Vermögensgegenstand eine Termingeldtransaktion besichert. Börsengehandelte Derivate entziehen sich der benannten Problematik dieser Geschäfte. Hier schaltet sich eine zentrale Clearingstelle als Zentrale Abwicklungseinheit zwischen die Handelspartner.
Im Gegensatz zu Darlehensverträgen, bei denen lediglich der Gläubiger einem Ausfallrisiko ausgesetzt ist, beinhaltet das CCR ein zweiseitiges Verlustrisiko. Diese Eigenschaft basiert auf dem bilateralen Charakter von Derivaten, wie beispielsweise Zins- oder Währungsswaps ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. CVA, DVA und FVA

2. 1 Credit Value Adjustment (CVA)

2. 2 Debt Value Adjustment (DVA)

2.2.1 Grundproblematik

2.2.2 Ausgewählte Probleme

2. 3 Funding Value Adjustment (FVA)

2.3.1 Grundproblematik

2.3.2 Ausgewählte Probleme

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und methodische Einbindung von Kredit- und Finanzierungsanpassungen (CVA, DVA und FVA) bei der Bewertung von außerbörslichen (OTC) Derivaten vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der jüngsten Finanzkrise.

  • Analyse des Kontrahentenausfallrisikos (Counterparty Credit Risk) und der Bedeutung des CVA.
  • Untersuchung der Bilateralität von Kreditrisiken und der Anwendung des Debt Valuation Adjustment (DVA).
  • Bewertung der Rolle von Finanzierungskosten (Funding Costs) und deren Integration durch das Funding Value Adjustment (FVA).
  • Diskussion regulatorischer Anforderungen (Basel III) und rechnungslegungsbezogener Vorgaben.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Ausgewählte Probleme

Die ökonomische Bedeutung des Debt Valuation Adjustments erscheint auf den ersten Blick etwas bizarr. DVA spiegelt die Tatsache wieder, dass eine Partei Gewinn erzielt, wenn der eigene Ausfall vor dem Kontrahenten stattfindet und das MtM zum Ausfallzeitpunkt negativ ist. Kritisch gesehen werden könnte der Zusammenhang zwischen einer sinkenden Bonität und dem damit einhergehenden Bewertungsgewinn. Doch wie bereits erläutert, kommt der Gewinn aufgrund der Tatsache zustande, dass im Fall des Ausfalls der bewertenden Partei, die Gegenpartei nur einen prozentualen Anteil des eigentlichen Werts des Nichtausfallszenarios schuldet. Allerdings halten Kritiker entgegen, dass diese Gewinne nicht realisiert bzw. erst bei einem tatsächlichen Default anfallen. Dennoch haben viele Banken im Jahr 2011 große DVA Gewinne verbucht. Allerdings birgt in diesem Kontext gerade das eigene Ausfallrisiko Gefahren. So würde die Minderung der eigenen Bonität Bewertungsgewinne in Verluste wandeln. Es sei denn, Banken würden ihren eigenen Credit-Spread und weitere dem Markt zugrundeliegenden Risikofaktoren, die das DVA bestimmen, hedgen.

Hierbei besteht jedoch das grundlegende Problem. Das unilaterale CVA lässt sich problemlos absichern. Dazu muss lediglich ein Credit Default Swap zum Schutz gegen den Ausfall des Kontrahenten gekauft werden. Jegliche CVA-induzierte Wertänderungen eines OTC-Kontrakts könnten somit, insbesondere durch den Kauf von sogenannten Contingent Credit Default Swaps (CCDS), abgesichert werden. Jedoch zum Hedgen des eigenen Credit-Spreads müsste eine Bank CDS-Schutz für sich selbst verkaufen. Logischerweise ist es faktisch unmöglich für dieses Geschäft Käufer zu finden. Niemand würde eine Absicherung kaufen, bei dem der Referenzschuldner bei eigenem Ausfall die Ausgleichszahlung leisten muss. Um dieses Problem zu umgehen schließen Banken approximative Absicherungsgeschäfte ab. Dazu ist es in der Praxis üblich CDS-Schutz für ein Portfolio von Banken, mit denen das Institut stark korreliert, zu verkaufen (Proxy Hedging). Einige Akteure sind der Ansicht, dass sie mit der Einnahme dieser CDS-Prämien das DVA monetarisieren und somit Gewinne realisieren können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Die Einleitung beleuchtet die historische Vernachlässigung des Kontrahentenausfallrisikos bei OTC-Derivaten und die Notwendigkeit einer Neubewertung nach den Erfahrungen der Finanzkrise.

2. CVA, DVA und FVA: Dieses Kapitel erläutert die mathematische Modellierung und ökonomische Logik hinter den Bewertungsanpassungen für Kreditrisiken (CVA/DVA) sowie die zunehmende Bedeutung von Finanzierungskosten (FVA).

2. 1 Credit Value Adjustment (CVA): Dieses Kapitel widmet sich der Quantifizierung des Counterparty Exposure und der Einpreisung des Ausfallrisikos des Kontrahenten in Derivate-Portfolios.

2. 2 Debt Value Adjustment (DVA): Hier wird die bilaterale Natur des Kreditrisikos diskutiert und hinterfragt, ob und wie Banken ihr eigenes Ausfallrisiko bei der Bewertung berücksichtigen sollten.

2.2.1 Grundproblematik: Analyse des "unilateralen" vs. "bilateralen" Kreditrisikos und der daraus resultierenden symmetrischen Bewertungsanpassungen.

2.2.2 Ausgewählte Probleme: Kritische Auseinandersetzung mit der ökonomischen Interpretation von DVA-Gewinnen und den Schwierigkeiten bei der praktischen Absicherung (Hedging) des eigenen Kreditrisikos.

2. 3 Funding Value Adjustment (FVA): Das Kapitel adressiert die Bedeutung von Finanzierungskosten bei nicht besicherten Trades und die Notwendigkeit, diese konsistent in die Bewertung einzubeziehen.

2.3.1 Grundproblematik: Beschreibung der Finanzierungsnotwendigkeiten bei OTC-Derivaten und der Abkehr vom risikoadäquaten LIBOR/EURIBOR-Diskontierungssatz.

2.3.2 Ausgewählte Probleme: Diskussion über die methodischen Herausforderungen bei der Integration von Liquiditätskosten und die Gefahr des "double countings" in bestehenden Modellen.

4. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont die Notwendigkeit von Bewertungsanpassungen im modernen Bankwesen unter Berücksichtigung regulatorischer Einschränkungen und praktischer Hedge-Risiken.

Schlüsselwörter

Kontrahentenausfallrisiko, Counterparty Credit Risk, CVA, DVA, FVA, OTC-Derivate, Finanzkrise, Kreditrisiko, Finanzierungskosten, Basel III, Liquiditätskosten, Bewertungsmethoden, Proxy Hedging, Bonitätsrisiko, Mark-to-Market.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie Banken bei der Bewertung von OTC-Derivaten neben dem Credit Value Adjustment (CVA) auch Debt Value Adjustments (DVA) und Funding Value Adjustments (FVA) einbeziehen sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die mathematische Modellierung von Bewertungsanpassungen, die Problematik der Absicherung des eigenen Kreditrisikos sowie die Auswirkungen von Liquiditätskosten auf die Derivatebewertung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der theoretischen Grundlagen und praktischen Herausforderungen zu klären, ob ein umfassenderer Bewertungsansatz (CVA, DVA und FVA) notwendig und konsistent anwendbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie eine mathematische Herleitung der Bewertungsmodelle für CVA, DVA und FVA unter Einbeziehung ökonomischer und regulatorischer Aspekte vorgenommen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe CVA, DVA und FVA definiert, ihre mathematische Herleitung erläutert und die spezifischen Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung und Absicherung dieser Anpassungen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kontrahentenausfallrisiko, CVA, DVA, FVA, OTC-Derivate, Bilateralität, Finanzierungskosten und Regulatorik (Basel III).

Was ist das zentrale Problem bei DVA?

DVA ist kontrovers, da eine Verschlechterung der eigenen Bonität bei einem Derivat-Portfolio zu einem buchhalterischen "Bewertungsgewinn" führen kann, was Anreize für risikofreudiges Verhalten schaffen könnte.

Warum ist das Hedging des eigenen Kreditrisikos (DVA) schwierig?

Während ein CVA durch den Kauf von CDS-Schutz gegen den Kontrahenten leicht absicherbar ist, müsste eine Bank für ein DVA-Hedging CDS-Schutz auf sich selbst verkaufen, wofür am Markt faktisch keine Käufer existieren.

Was ist "Proxy Hedging" und welche Risiken birgt es?

Proxy Hedging bedeutet, CDS-Schutz für ein Portfolio korrelierter Banken zu verkaufen, um das DVA zu monetarisieren. Das Risiko besteht in einem möglichen Mismatch zwischen der eigenen Bonitätsentwicklung und der des Portfolios.

Wie unterscheidet sich die DVA-Handhabung zwischen den Regionen?

US-Banken verzeichnen in der Praxis bereits verstärkt DVA-Gewinne und weisen eine höhere Erfahrung in der Anwendung auf als viele europäische Bankinstitute.

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Details

Title
Berücksichtigung von Counterparty Value Adjustment (CVA), Debt Value Adjustment (DVA) und Funding Value Adjustment (FVA) bei der Bepreisung und Bewertung durch Banken
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen)
Course
Banking and Finance
Grade
1,7
Author
Chris Schaible (Author)
Publication Year
2012
Pages
25
Catalog Number
V198087
ISBN (eBook)
9783656243144
ISBN (Book)
9783656766520
Language
German
Tags
CVA DVA FVA Basel III Credit Valuation Adjustment Debit Valuation Adjustment Funding Valuation Adjustment OIS Funding CCR Counterparty Credit Risk Valuation Kontrahentenrisiko Kontrahentenausfallrisiko Expected Exposure Negativ Expected Exposure Loss Given Default
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chris Schaible (Author), 2012, Berücksichtigung von Counterparty Value Adjustment (CVA), Debt Value Adjustment (DVA) und Funding Value Adjustment (FVA) bei der Bepreisung und Bewertung durch Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198087
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