Grüne Informationstechnologie (kurz Green IT) ist eine allgemeine Bezeichnung für die Bestrebung gesamte Informations- und Kommunikationstechnologie, über deren voll-ständigen Lebenszyklus, umweltfreundlicher, ressourcenschonender und energiespar-samer zu gestalten.
Die Einsatzgebiete der IT im Allgemeinen sind unbegrenzt, es ist kaum noch ein Bereich vorstellbar, der ohne IT Unterstützung auf dem Markt bestehen kann. Somit wird eine ausgeklügelte IT zu einem strategischen Vorteil in allen Industrie- und Dienstleistungsbereichen. Dieser Vorteil hat einen sehr hohen Preis, und die Ausmaße werden zuweilen erst aus der Umweltbilanz der IT ersichtlich. Dennoch muss dieser Preis von uns allen direkt oder indirekt schließlich gezahlt werden. Bei Green IT gibt es zwei wesentlicher Ansätze, um den Preis zu mindern; zum Einen gilt es den Energie-Verbrauch zu reduzieren und zum Anderen bei der Herstellung, dem Betrieb und der Entsorgung der Hardware entstandene Schadstoffmenge zu verringern.
Die Verbraucher reagieren äußerst positiv auf den grünen Trend, und gestalten somit die Angebotspalette der IT Anbieter mit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problembeschreibung - Warum Green IT?
2.1. Energiekosten der Rechenzentren
2.2. Klimaauswirkung
2.3. Entsorgung und Recycling
2.4. Verursachte Schäden für die Menschen
2.5. Gesetzliche Vorgaben
3. Lösungsansatz – Was bewirkt Green IT?
3.1. Private Haushalte
3.1.2. Einfluss des Konsumenten
3.1.2. Entsorgung
3.1.3. Wiederverwendung
3.1.4. Politischer Einfluss
3.2.Industrie
3.2.1. Konsolidierung
3.2.2. Virtualisierung
3.2.3. Einsatz von energiesparende Hardware
3.2.4. Einsatz effizienter Klimatechnik im Rechenzentrum
4. Hype oder Wirklichkeit
5 Kosten und Nutzen
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der Green IT, um zu klären, ob es sich dabei um einen nachhaltigen Ansatz zur Steigerung der ökologischen und ökonomischen Effizienz oder lediglich um eine Marketingstrategie handelt. Dabei wird insbesondere die Rolle von Unternehmen und privaten Haushalten beleuchtet.
- Analyse der ökologischen Auswirkungen der Informationstechnik.
- Untersuchung von Entsorgungs- und Recyclingproblematiken im IT-Bereich.
- Evaluation technischer Lösungsansätze wie Virtualisierung und Hardwarekonsolidierung.
- Betrachtung gesetzlicher Rahmenbedingungen und internationaler Richtlinien.
- Kosten-Nutzen-Analyse von IT-Optimierungen in Rechenzentren.
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Virtualisierung
Hinsichtlich der Energieeffizienz bietet ein virtualisiertes System ein sehr gutes Sparpotential. Durch die Skalierbarkeit können bei Bedarf oder bei zu geringer Auslastung virtuelle Maschinen einfach hinzu- oder abgeschaltet werden.
Die Auslastung der Maschinen liegt (im klassischen System) durchschnittlich bei 7 bis 15 Prozent 37. Eines der Hauptziele der Virtualisierung ist somit die Erhöhung der Auslastung der einzelnen Maschinen und somit die Reduzierung deren Gesamtanzahl.
Weitere Gründe für Virtualisierung im Allgemeinen können sein:
- „Reduzierung der Kosten für Hardware und Software
- Vereinfachung der gesamt Administration und somit Kostenreduktion
- Leichte, herstellerunabhängige Skalierbarkeit
- Optimierung vom Backup und Restore
- Einfachere Integration vorhandener Infrastruktur
- Erweiterung der Funktionalitäten“ 38
Interessant an der Stelle ist auch folgende Statistik. Auch, wenn Deutschland in Fragen Umweltschutz weltweit eine Vorreiterrolle hat, hängt es beim Thema Virtualisierung anderen Ländern leicht hinterher.
So wird die Anzahl der deutschen Unternehmen die bereits von dieser Technik Gebrauch machen auf 72% geschätzt. In den USA sind es dagegen bereits 85%, in Frankreich: 81 % und in Italien: 78%.39
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert Green IT als Bestrebung, den Lebenszyklus der Informations- und Kommunikationstechnologie nachhaltiger zu gestalten, und wirft die Frage nach der Realität hinter dem Trend auf.
2. Problembeschreibung - Warum Green IT?: Analysiert die steigenden Energiekosten in Rechenzentren, die Klimabelastung durch IT und die problematische Entsorgung von Elektroschrott weltweit.
3. Lösungsansatz – Was bewirkt Green IT?: Untersucht Maßnahmen für private Haushalte und industrielle Rechenzentren, insbesondere durch Konsolidierung, Virtualisierung und energieeffiziente Hardware sowie Klimatechnik.
4. Hype oder Wirklichkeit: Hinterfragt kritisch, ob hinter dem Green IT-Label echte Effizienzsteigerungen stehen oder lediglich eine Werbefassade, und betrachtet Initiativen wie Green Touch.
5 Kosten und Nutzen: Beleuchtet die finanzielle Rechtfertigung von Investitionen in effizientere IT-Systeme anhand von BITKOM-Studien und Szenario-Prognosen.
6. Schlusswort: Führt aus, dass Green IT ein notwendiger Anfang ist, um die Aufmerksamkeit auf ökologische Probleme zu lenken, und fordert strengere globale Richtlinien.
Schlüsselwörter
Green IT, Nachhaltigkeit, Rechenzentrum, Virtualisierung, Energiekosten, Elektroschrott, Umweltschutz, CO2-Emission, Hardwarekonsolidierung, Informationstechnik, Effizienz, Recycling, BITKOM, Klimaauswirkung, Ressourcenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept "Green IT" im Kontext von IT-Infrastrukturen, um dessen tatsächlichen Nutzen gegenüber dem Image als bloßer Marketing-Hype zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Energieverbrauch von Rechenzentren, der problematischen Entsorgung von IT-Altgeräten, gesetzlichen Umweltvorgaben und technischen Lösungen zur Effizienzsteigerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Mehrwert von Green-IT-Strategien sowohl unter ökologischen als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beleuchten und eine Einordnung in den aktuellen IT-Markt vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, unter Einbeziehung aktueller Studien von Organisationen wie BITKOM und Greenpeace sowie einer Auswertung technologischer Trends.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Problembeschreibung (Energieverbrauch, Klima, Entsorgung) und eine detaillierte Darstellung von Lösungsansätzen für Privathaushalte und die Industrie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Green IT, Virtualisierung, Rechenzentrumseffizienz, Energiekosten, Elektroschrott-Recycling und Nachhaltigkeit.
Warum ist Virtualisierung für Green IT so wichtig?
Virtualisierung erhöht die Auslastung physischer Serverkapazitäten signifikant und reduziert somit die Anzahl der benötigten Hardwaregeräte, was den Energiebedarf und die Wärmeentwicklung senkt.
Welche Rolle spielt die Politik bei Green IT?
Die Politik setzt durch internationale Richtlinien wie WEEE oder RoHS Rahmenbedingungen und fördert durch Wettbewerbe wie "IT2Green" die Entwicklung effizienter IT-Lösungen.
Wie steht es um die Recycling-Praxis in der IT?
Ein Großteil des Elektroschrotts wird informell und oft unter gefährlichen Bedingungen in Entwicklungsländern verarbeitet, obwohl EU-Regulierungen den Export von Elektronikschrott eigentlich verbieten.
Ist Green IT rein wirtschaftlich betrachtet rentabel?
Ja, durch Energieeinsparungen lassen sich Investitionen in moderne, effiziente IT-Infrastrukturen laut vorliegenden Prognosen meist innerhalb weniger Jahre amortisieren.
- Arbeit zitieren
- Johann Schäfer (Autor:in), 2010, Green IT. Was ist das? Nur ein Hype? Kosten und Nutzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198092