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Seltsame Tage als Leihkörper

Christiane Voss‘ Modell von Leiblichkeit im Kino und Bigelows STRANGE DAYS

Título: Seltsame Tage als Leihkörper

Trabajo de Seminario , 2012 , 31 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: B.A. Danny Gronmaier (Autor)

Filmología
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Der 1995 in die Kinos gekommene Science-Fiction-Thriller STRANGE DAYS ist seinem Selbstverständnis nach ein postmoderner Film: Es geht um Krisen der Identität und der Vorrangigkeit von ökonomischen Massenmedien gegenüber einer wie auch immer gearteten (menschlichen) ‚Natur‘. Damit steht er keinesfalls alleine da, sondern ist Teil eines sehr ausführlich bearbeiteten Feldes des Kinos der 80er und 90 er Jahre. Was ihn jedoch aus dieser Masse herausstechen lässt, ist seine spezifische Verquickung dieser Thematik mit Fragen nach filmischer Rezeption und damit verbundener Identifikation. Inszenatorisch vielleicht am nächsten in einer Linie zu Robert Montgomerys experimentellem Film Noir THE LADY IN THE LAKE (1947) stehend, kann der Film vor allem auch durch eine seiner zentralen Szenen als Antwort auf Michael Powells PEEPING TOM von 1960 gelesen werden. Das in der kinotheoretischen Geschichte einer langen (feministischen) Traditionslinie folgende Paradigma des herrschaftlichen (An-)Blickens scheint hier die eindeutige Verbindungslinie zu sein und STRANGE DAYS bietet für solch eine Analyse auch zahlreiche Anknüpfungspunkte. Die folgende Arbeit möchte ihr Augenmerk jedoch nicht so sehr auf dieses doch sehr offensichtliche Angebot richten. Vielmehr soll die Analyse sich einer mehr somatischeren Lesart zuwenden und so den spezifischen Modus der verkörperten Rezeption im Film aufzeigen. Dafür bieten die Theorie des Leihkörpers von Christiane Voss und die ihrem Ansatz äußerst verwandten Überlegungen von Maurice Merleau-Ponty und Vivian Sobchack den nötigen methodischen Hintergrund. Die zahlreichen Facetten der Frage nach der Leiblichkeit bei der Rezeption von Massenmedien, die bis heute nicht nur in der Filmtheorie, sondern auch in vielen weiteren Disziplinen hochaktuell ist, sollen so als Basis für weitere kultur- und soziotheoretische Überlegungen, die hier gegen Ende nur angerissen werden können, fruchtbar gemacht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Modell Leihkörper

2.1 Rückbezug 1: Der Leib zwischen Wahrnehmung und Erfahrung (Merleau-Ponty)

2.2 Rückbezug 2: Der Körper des Films (Sobchack)

2.3 Immersion und Illusion bei Voss

2.4 Der Kinozuschauer als Resonanzkörper

3. Die Methode Leihkörper: STRANGE DAYS

3.1 „An extreme taste of reality“

3.2 „Do you wanna watch or are you gonna do?”

3.3 Verdoppelte Erlebnis-Struktur

3.4 Die SQUID-Sequenzen

4. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Science-Fiction-Thriller STRANGE DAYS (1995) von Kathryn Bigelow unter einer phänomenologischen Perspektive. Dabei steht die theoretische Einordnung des „Leihkörpers“ nach Christiane Voss im Zentrum, um den spezifischen Modus der verkörperten Wahrnehmung und Identifikation bei der Filmrezeption zu analysieren.

  • Phänomenologische Filmanalyse und Leihkörper-Theorie
  • Wahrnehmung von Immersion und Illusion im Kino
  • Die SQUID-Technologie als fiktive Schnittstelle medialer Erfahrung
  • Verhältnis von Körper, Geist und filmischer Narration
  • Reflexion über die „Emotions-Gesellschaft“ der 1990er Jahre

Auszug aus dem Buch

2.4 Der Kinozuschauer als Resonanzkörper

Die oben erörterte, ausbalancierende Verstrickung macht es für Voss unmöglich, Film und Zuschauer getrennt voneinander zu denken. Vielmehr kommt dem (Leib des) Zuschauer(s) als Subjekt der Filmwahrnehmung eine konstitutive Rolle bei der Verlebendigung filmischer Realität zu. „Der Betrachter eines Films trägt durch seine eigene, primär leiblich fundierte Welterfahrung […] wichtige Informationen aus seiner Lebenswelt und Realität projektiv in den Kosmos des Fiktiven ein.“ Diese Verstrickung des Zuschauers in das Filmgeschehen hat somit also einen grundsätzlich leiblich-affektiven und nicht einen rein kognitiv-reflexiven Charakter. Zuschauer und Leinwand gehen dabei ein reziprok-permeables Verhältnis ein, das den Zuschauer bzw. dessen Leib eben auch als Objekt der Filmwahrnehmung einfasst – neben der Projektion kommt es also auch zu einer fiktiv-narrativen Strukturierung der Wahrnehmung des Zuschauers durch das Leinwandgeschehen.

Die offensichtlichste und für Voss gleichzeitig auch wohl die wichtigste projizierende Verlebendigung des Zuschauers im Verlauf seiner Wahrnehmung des Kinoerlebnisses ist das ‚Annehmen‘ und Modifizieren der generellen Zweidimensionalität des Leinwandgeschehens. Diese Modifikation ist eine konkret somatische, der Zuschauer leiht sozusagen der Leinwand mithilfe seines Leibes die dritte Dimension. Voss‘ These demzufolge ist, dass es der Zuschauerkörper in seiner geistigen und sensorisch-affektiven Resonanz auf das Filmgeschehen ist, welcher der Leinwand allererst einen dreidimensionalen Körper verleiht und somit die zweite Dimension des Filmgeschehens buchstäblich in die dritte Dimension seines spürbaren Körpers ‚kippt‘. Der Betrachter wird somit zum temporären ‚Leihkörper‘ der Leinwand und ist damit seinerseits konstitutiver Bestandteil der filmischen Apparatur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Films STRANGE DAYS als postmoderner Science-Fiction-Thriller, der durch seine spezifische somatische Lesart und die Theorie des Leihkörpers eine neue Perspektive auf die Filmrezeption ermöglicht.

2. Das Modell Leihkörper: Theoretische Herleitung des Leihkörper-Begriffs anhand von Merleau-Ponty (leibgebundene Wahrnehmung) und Sobchack (Körper des Films), ergänzt durch die Analyse von Immersion und Illusion bei Voss.

3. Die Methode Leihkörper: STRANGE DAYS: Praktische Anwendung der theoretischen Konzepte auf Bigelows Film, wobei die SQUID-Technologie als filmisches Mittel zur Erzeugung einer verdoppelten Erlebnis-Struktur analysiert wird.

4. Schlussfolgerungen: Synthese der Analyseergebnisse, die den Film als intellektuelle Untersuchung der somatischen Filmrezeption und als kritische Reflexion über die Medialisierung emotionaler Erfahrungen bestätigt.

Schlüsselwörter

Leihkörper, Phänomenologie, STRANGE DAYS, Filmrezeption, Christiane Voss, Vivian Sobchack, SQUID-Technologie, Immersion, Illusion, verkörperte Wahrnehmung, somatische Filmerfahrung, Point-of-View, Identifikation, Medientheorie, Postmoderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Film STRANGE DAYS die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung und der filmischen Identifikation durch seine fiktive Technologie (SQUID) auf phänomenologischer Ebene verhandelt.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind die Leiblichkeit des Zuschauers, die Theorie des Leihkörpers, die Konstruktion von Illusion im Kino und die gesellschaftliche Kritik an einer ökonomisch durchdrungenen Emotions-Welt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Film als einen Reflexionsraum für eine somatische Filmrezeption zu erschließen und die Theorie des „Leihkörpers“ auf die spezifische Erzählweise und Technik von STRANGE DAYS anzuwenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medientheoretisch fundierte Filmanalyse, die maßgeblich auf phänomenologischen Ansätzen von Merleau-Ponty, Vivian Sobchack und Christiane Voss aufbaut.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Szenenanalyse, die den Übergang zwischen der Filmrealität und der SQUID-Welt sowie die dabei entstehenden affektiven Prozesse des Zuschauers untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Leihkörper, Phänomenologie, SQUID-Technologie, Immersion, verkörperte Wahrnehmung und Filmrezeption.

Welche Rolle spielt die SQUID-Technologie im Film laut dem Autor?

Sie fungiert als Medium der „totalen Erfahrungsimplementierung“, die es ermöglicht, das Erleben anderer Personen somatisch nachzuempfinden, was den Zuschauer gleichzeitig zum „Leihkörper“ der Leinwand macht.

Warum wird Lenny Nero als „Wandler zwischen den Welten“ bezeichnet?

Weil er im Gegensatz zu anderen Figuren besser in der Lage ist, zwischen der SQUID-Erfahrung und der alltäglichen Realität kognitiv und körperlich zu wechseln, während er dennoch von seiner SQUID-Abhängigkeit gezeichnet ist.

Final del extracto de 31 páginas  - subir

Detalles

Título
Seltsame Tage als Leihkörper
Subtítulo
Christiane Voss‘ Modell von Leiblichkeit im Kino und Bigelows STRANGE DAYS
Universidad
Free University of Berlin  (Theaterwissenschaften - Seminar Filmwissenschaft)
Curso
Übung Methoden: „Zeigen, Auslassen, Abschweifen, Erzählen…“
Calificación
1,7
Autor
B.A. Danny Gronmaier (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
31
No. de catálogo
V198094
ISBN (Ebook)
9783656241348
ISBN (Libro)
9783656242512
Idioma
Alemán
Etiqueta
Maurice Merleau-Ponty Vivian Sobchack Christiane Voss Leihkörper somatische Filmtheorie embodiment Körperlichkeit im Film Strange Days Kathryn Bigelow Immersion Kinozuschauer Bergson
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
B.A. Danny Gronmaier (Autor), 2012, Seltsame Tage als Leihkörper, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198094
Leer eBook
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