Aktuelle Studien über das Internationalisierungsverhalten von KMU zeigen, dass die Mehrheit der Unternehmen ihre Internationalisierungsstrategien nicht nur auf den klassischen Weg der Exporte beschränkt, sondern auch die Vorteile anderer
Internationalisierungsformen nutzt. Der ausländische Markteintritt von KMU gestaltet sich dabei immer individuell und kann sowohl von ihrer Größe, Finanzlage, strategischen Zielen und Visionen für die Zukunft, als auch von der Branche, wo sie tätig sind, und den Eigenschaften und Differenzierungsmerkmale der angebotenen
Produkten abhängen. Die Internationalisierung des Mittelstandes eröffnet den Unternehmern völlig neue Möglichkeiten. Zeitgleich stellt sie jedoch Anforderungen an die Geschäftsführer, denen diese teils nicht gewachsen sind oder denen sie sich
überhaupt nicht bewusst sind. Infolgedessen wirkt sich eine Expansion in der Regel nicht immer positiv auf den Erfolg aus.
Aus diesem Grund ist die Zielsetzung dieser Arbeit, die Markteintrittsformen, die ein KMU bei der Internationalisierung zur Verfügung stehen, mit dem Unternehmenserfolg unter Berücksichtigung verschiedener Aspekten in Verbindung zu setzten. Dabei wird
untersucht, welche mögliche Auswirkung die verschiedenen Market Entry Modes, in Abhängigkeit sowohl von der geringen Ressourcenausstattung der KMU, als auch von der Branchenzugehörigkeit und ihrer spezifischen Produktmerkmalen, auf das Performanceniveau haben.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
I. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
II. Aufbau der Arbeit
B. Besonderheiten von SMEs im Vergleich zu MNEs
I. Definitionen
II. Management und Struktur
III. Internationale Erfahrung und Wissen
IV. Finanzen
V. Prinzipal – Agent – Theorie
C. The Performance of SMEs
D. Market Entry Modes
I. Definition
II. Theoretische Fundierung der Wahl ausländischer Markteintrittsformen
1. Theoretische Erklärungsansätze der Internationalisierung von KMU
2. Internationalisierungstheorie von John H. Dunning
III. Non- Equity Modes vs. Equity Modes
1. Service und Manufacturing Firms
2. Start – Up Companies in High Technology Industries
IV. Export vs. Foreign Direct Investment
1. Der Export
2. Foreign Direct Investment
3. Export und FDI als gemeinsame Internationalisierungsstrategie
E. Zusammenfassung und kritischer Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss verschiedener ausländischer Markteintrittsformen auf den Unternehmenserfolg von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Vergleich zu multinationalen Großunternehmen (MNEs). Ziel ist es, in Abhängigkeit von den spezifischen Ressourcen, der Branchenzugehörigkeit und den Produktmerkmalen Handlungsempfehlungen für KMU abzuleiten, um durch eine geeignete Wahl der Marktbearbeitungsstrategie Wettbewerbsvorteile zu sichern.
- Vergleich der strukturellen und finanziellen Besonderheiten von KMU und MNEs
- Analyse des Begriffs „Unternehmenserfolg“ und seiner Messbarkeit bei KMU
- Theoretische Fundierung der Markteintrittsentscheidung mittels des Eklektischen Paradigmas (OLI-Modell)
- Unterscheidung und Bewertung von Equity- und Non-Equity-Markteintrittsformen
- Differenzierung der Markteintrittsstrategien für Industrieunternehmen, Dienstleistungsanbieter und technologieorientierte Start-ups
Auszug aus dem Buch
Non- Equity Modes vs. Equity Modes
Non- Equity und Equity Modes unterscheiden sich, wie schon erwähnt, dramatisch im Hinblick auf Ressourcen- und Kontrollaufwand voneinander. Um den Zusammenhang zwischen der Wahl der Markteintrittsform und der Auswirkung auf den Unternehmenserfolg möglichst effizienter auszuarbeiten, werden Non- Equity und Equity Modes nicht nur allgemein, sondern auch in Abhängigkeit von verschiedenen Branchen und Betriebstypen betrachtet. Dazu werden KMU aus den traditionellen Dienstleistungs- und Industriebereichen, sowie neuere Unternehmenstypen stammend aus dem hoch innovativen und technologieorientierten Marktsegment als Untersuchungsgrundlage herangezogen.
Das ausländische Markteintrittsverhalten im Dienstleistungssektor ist im Gegensatz zum Industriesektor sehr vielfältig. Der Grund dafür steckt in den einzigartigen Eigenschaften von Dienstleistungen wie Immaterialität, Vergänglichkeit, Heterogenität und Untrennbarkeit. Dabei ist von großer Bedeutung die Unteilbarkeit von Dienstleistungen. Sie bezieht sich auf die vorausgesetzte Gleichzeitigkeit von Produktion und Konsum. Diese Eigenschaft ist kennzeichnend für viele Dienste und stellt den Hauptunterschied zu Industrieprodukten dar. Da manche Dienstleistungen untrennbar sind, müssen Produzent und Konsument räumlich nahe aneinander sein. Auf Grund dessen können Markteintrittsformen wie z.B. Export, der eine physische Trennung von Produktion und Konsum unterstellt, oft nicht in Anspruch genommen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Internationalisierung ein, erläutert die Bedeutung für KMU im Vergleich zu Großunternehmen und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
B. Besonderheiten von SMEs im Vergleich zu MNEs: Hier werden KMU und MNEs abgegrenzt und wichtige Unterschiede hinsichtlich Managementstrukturen, Ressourcenverfügbarkeit und internationaler Erfahrung herausgearbeitet, ergänzt durch die Prinzipal-Agent-Theorie.
C. The Performance of SMEs: In diesem Teil wird der Unternehmenserfolg als multidimensionales Konstrukt definiert und untersucht, welche Faktoren und Messgrößen bei der Internationalisierung von KMU eine zentrale Rolle spielen.
D. Market Entry Modes: Das Hauptkapitel analysiert die Wahl von Markteintrittsformen theoretisch (OLI-Paradigma) und praktisch für unterschiedliche Branchen und Unternehmensformen, wobei insbesondere Export und Direktinvestitionen im Fokus stehen.
E. Zusammenfassung und kritischer Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse ab und diskutiert die Herausforderungen für KMU bei der Wahl und Umsetzung ihrer Internationalisierungsstrategien.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, KMU, Markteintrittsformen, Unternehmenserfolg, Export, Foreign Direct Investment, OLI-Paradigma, Dienstleistungssektor, Ressourcenknappheit, Management, Strategie, Wettbewerbsfähigkeit, Start-ups, Equity Modes, Non-Equity Modes
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfolgreich in ausländische Märkte eintreten können und welche Markteintrittsstrategien sich am positivsten auf ihren Unternehmenserfolg auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen KMU und multinationalen Unternehmen, die Definition und Messung von Unternehmenserfolg im Kontext der Internationalisierung sowie die detaillierte Analyse von Markteintrittsmodi wie Export und ausländische Direktinvestitionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, welche Markteintrittsformen in Abhängigkeit von Unternehmensressourcen, Branchenzugehörigkeit und Produktmerkmalen zu einem höheren Performanceniveau bei KMU führen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um existierende theoretische Erklärungsansätze, insbesondere das OLI-Paradigma von Dunning, auf die spezifischen Bedingungen von KMU anzuwenden und empirische Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Literatur zu synthetisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Markteintrittswahl, eine differenzierte Betrachtung von Dienstleistungs- und Industriebereichen sowie eine explizite Analyse der beiden gängigen Strategien: Export und Foreign Direct Investment.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Internationalisierung, KMU, Markteintrittsformen, Wettbewerbsfähigkeit und Ressourcenallokation charakterisieren.
Warum haben KMU bei der Internationalisierung größere Schwierigkeiten als MNEs?
KMU leiden unter einer geringeren finanziellen und personellen Ressourcenausstattung, haben oft weniger Zugang zu Marktinformationen und verfügen seltener über internationale Erfahrung, was ihre Risikotragfähigkeit einschränkt.
Welche Rolle spielt die Prinzipal-Agent-Theorie in der Arbeit?
Die Theorie dient dazu, die Unterschiede in der Geisteshaltung zwischen Unternehmern in KMU (als Eigentümer mit langfristigem Fokus) und angestellten Managern in MNEs (mit kurzfristiger Gewinnorientierung) zu erklären.
- Quote paper
- Kalin Kirilov (Author), 2012, Die ausländische Markteintrittsform und der Unternehmenserfolg von KMU im Vergleich zu MNU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198120