Die Wortschöpfung Autismus geht auf den Schweizer Psychologen Eugen Bleuler zurück, der 1911 die Begriffe „autistisch“ und „Autismus“ prägte. Autismus kommt vom griechischen Wort „autos“ und bedeutet „selbst“. Das heißt dieses Krankheitsbild kann als ein in sich gekehrt sein und ein auf sich selbst bezogenes Denken definiert werden. (vgl. www.autismus/def/htm.de.) Folgende Beschreibung wird in der internationalen Klassifikation der Erkrankungen aufgeführt:
Eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die durch eine abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung definiert ist und sich vor dem 3. Lebensjahr manifestiert. Außerdem
ist sie durch eine gestörte Funktionsfähigkeit in den drei folgenden Bereichen charakterisiert: in der sozialen Interaktion, der Kommunikation und in eingeschränktem
repetitivem Verhalten. Die Störung tritt bei Jungen drei- bis viermal häufiger auf als bei Mädchen.
Im Weiteren sind bei autistischen Kindern oft „Intelligenzdefizite“ beobachtbar, die unabhängig von den autistischen Verhaltensstörungen zu sein scheinen. Das bedeutet, dass neben der autismusspezifischen Behinderung häufig auch eine geistige Behinderung besteht.
Unabhängig vom Intelligenzniveau findet man bei autistischen Kindern die sogenannten autismusspezifischen Störungen der Sprach- und Sozialentwicklung. Diese Störungsanteile werden wiederum auf die tiefgreifende Entwicklungsstörung zurückgeführt, bei der es sich um eine schwere qualitative Abweichung vom normalen Entwicklungsverlauf handelt, die in keinem Entwicklungsstadium normal ist.
Das eigentliche Merkmal der autistischen Störungen ist die qualitative Verformung der Entwicklung, die sowohl das Sozialverhalten, die verbale und nonverbale Kommunikation als auch das vorstellungsmäßige Denken betrifft. Die entwicklungspsychologische Sichtweise ermöglicht es, das gestörte Verhalten autistischer Kinder als Ausdruck der Entwicklungsveränderung zu erklären, auf Grund derer die eingeschränkten und stereotypen Verhaltensweisen als qualitativ anders und nicht bloß als „sinnlos“ betrachtet werden. (vgl. www.autismus/def/htm.de.)
Inhaltsverzeichnis
1. Definition
1. 1. Was ist Autismus?
2. Wie man Autismus erkennen kann?
2. 1. Früherkennung
2. 2. Frühförderung
2. 3. Abgrenzung von anderen Störungen
3. Ursachen
3. 1. Psychologische Aspekte
3. 2. Biologische Ursachen
4. Häufigkeit
5. Gegenüberstellung des Kanner-Syndroms dem Asperger-Syndrom
5. 1. Das Kanner-Syndrom
5. 1. 1. Das Wesen
5. 1. 2. Beschreibung
5. 2. Das Asperger-Syndrom
5. 3. Die Unterscheidung
6. Verhaltensstörungen
6. 1. Verhalten im 1. Lebensjahr
6. 2. Abnormitäten in Gefühlen und Stimmungen
7. Fähigkeiten
7. 1. Sprechen und Sprache
7. 1. 1. Sprachentwicklung
7. 2. Sensorische Funktionen
7. 3. Sequentielle und rhythmische Fähigkeiten
7. 4. Besondere Begabungen
8. Entwicklung autistischer Jugendlicher und Erwachsener
9. Therapiemöglichkeiten
9. 1. Geeignete und zuständige Therapeuten
9. 2. Basistherapie
9. 3. Festhaltetherapie
9. 3. 1. Mutter-und-Kind-Haltetherapie nach WELCH
9. 3. 1. 1. Theoretische Hintergründe
9. 3. 1. 2. Methode
9. 3. 1. 3. Anspruch auf Heilung
9. 4. Musiktherapie
9. 5. Medikamentöse Therapie
10. Für die Schule
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, ein grundlegendes Verständnis für das Krankheitsbild Autismus zu schaffen, dessen Ursachen zu beleuchten und verschiedene diagnostische sowie therapeutische Ansätze darzustellen. Dabei wird insbesondere die Abgrenzung zwischen unterschiedlichen autistischen Störungsbildern sowie die Bedeutung spezifischer Fördermaßnahmen für die Entwicklung betroffener Kinder analysiert.
- Definition und Symptomatik des Autismus
- Differenzierung zwischen Kanner-Syndrom und Asperger-Syndrom
- Psychologische und biologische Ursachenforschung
- Einfluss von Verhaltensstörungen auf die soziale Integration
- Vorstellung verschiedener Therapiemethoden
- Herausforderungen in der schulischen Bildung
Auszug aus dem Buch
1. Definition
Die Wortschöpfung Autismus geht auf den Schweizer Psychologen Eugen Bleuler zurück, der 1911 die Begriffe „autistisch“ und „Autismus“ prägte. Autismus kommt vom griechischen Wort „autos“ und bedeutet „selbst“. Das heißt dieses Krankheitsbild kann als ein in sich gekehrt sein und ein auf sich selbst bezogenes Denken definiert werden.
(vgl. www.autismus/def/htm.de.)
1. 1. Was ist Autismus?
Folgende Beschreibung wird in der internationalen Klassifikation der Erkrankungen aufgeführt:
Eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die durch eine abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung definiert ist und sich vor dem 3. Lebensjahr manifestiert. Außerdem ist sie durch eine gestörte Funktionsfähigkeit in den drei folgenden Bereichen charakterisiert: in der sozialen Interaktion, der Kommunikation und in eingeschränkt repetitivem Verhalten. Die Störung tritt bei Jungen drei- bis viermal häufiger auf als bei Mädchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition: Erläutert die Herkunft des Begriffs Autismus und liefert eine klinische Definition der tiefgreifenden Entwicklungsstörung.
2. Wie man Autismus erkennen kann?: Beschreibt charakteristische Verhaltensweisen und Symptome, die auf eine autistische Störung hindeuten können.
3. Ursachen: Untersucht sowohl psychologische als auch biologische Faktoren, die bei der Entstehung von Autismus eine Rolle spielen könnten.
4. Häufigkeit: Gibt statistische Informationen zur Prävalenz von Autismus und den geschlechtsspezifischen Unterschieden.
5. Gegenüberstellung des Kanner-Syndroms dem Asperger-Syndrom: Vergleicht die beiden spezifischen Störungsbilder und arbeitet ihre Unterschiede heraus.
6. Verhaltensstörungen: Analysiert die sozialen und emotionalen Schwierigkeiten, denen autistische Kinder insbesondere in frühen Lebensphasen begegnen.
7. Fähigkeiten: Beschreibt die Beeinträchtigungen in Kommunikation und Sprache sowie besondere sensorische und kognitive Begabungen.
8. Entwicklung autistischer Jugendlicher und Erwachsener: Geht auf die Langzeitprognose und die notwendigen Rahmenbedingungen für ein gelingendes Leben ein.
9. Therapiemöglichkeiten: Stellt verschiedene therapeutische Ansätze wie die Festhaltetherapie, Musiktherapie und medikamentöse Behandlung vor.
10. Für die Schule: Beleuchtet die Herausforderungen und Bedingungen für eine erfolgreiche Beschulung autistischer Kinder.
Schlüsselwörter
Autismus, Kanner-Syndrom, Asperger-Syndrom, Frühförderung, Entwicklungsstörung, Psychologie, Biologische Ursachen, Kommunikation, Sprachstörung, Therapiemöglichkeiten, Festhaltetherapie, Soziale Interaktion, Verhaltensstörungen, Heilpädagogik, Inklusion
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit bietet eine umfassende Einführung in das Krankheitsbild Autismus, von der Definition über die Symptomatik bis hin zu verschiedenen Therapieansätzen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die Ursachenforschung, die Differenzierung zwischen Kanner- und Asperger-Syndrom, Verhaltensbesonderheiten sowie Ansätze zur Förderung und Therapie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für autistische Kinder zu schaffen, um pädagogische und therapeutische Maßnahmen gezielter einzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf wissenschaftlichen Grundlagen, klinischen Beschreibungen und aktuellen Forschungsartikeln basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Symptomerkennung, Ursachenanalyse, Unterscheidung der Syndromformen, Analyse der Fähigkeiten und eine Übersicht der therapeutischen Optionen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Autismus, Entwicklungsstörung, Kanner-Syndrom, Asperger-Syndrom und Therapiemethoden wie die Mutter-und-Kind-Haltetherapie.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen dem Kanner-Syndrom und dem Asperger-Syndrom laut der Arbeit?
Die Arbeit weist darauf hin, dass das Asperger-Syndrom oft als eine mildere Form des Autismus bei hochintelligenten Kindern betrachtet wird, während das Kanner-Syndrom meist schwerere soziale und sprachliche Defizite aufweist.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Mutter bei der Entstehung von Autismus?
Die Autorin stellt klar, dass veraltete Theorien, die der Mutter eine Schuld zuweisen, wissenschaftlich nicht haltbar sind, wenngleich moderne Ansätze wie die Haltetherapie die Bindung zwischen Mutter und Kind als therapeutischen Hebel nutzen.
- Quote paper
- Petra Becher (Author), 2001, Autismus. Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19815