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Heilermarkt und Patienten im frühneuzeitlichen Europa

Stellte der frühneuzeitliche Heilermarkt ein funktionierendes Gesundheitssystem dar?

Título: Heilermarkt und Patienten im frühneuzeitlichen Europa

Trabajo de Seminario , 2010 , 17 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Eric Kresse (Autor)

Historia de Europa - Tiempos modernos, absolutismo, industrialización
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1. Heilermarkt – einleitende Betrachtungen
Ein Blick auf das heutige, sich für den Betrachter gleichsam als modern darstellendes Gesundheitssystem scheint zunächst die Frage nach einem anderen funktionierenden System zu erübrigen - wo doch Gesundheitsreformen keinesfalls das Fundament abtragen sollen. Doch schon die Professionalisierung der persönlichen gesundheitlichen Absicherung erlaubt den historischen Blick auf ein Armenwesen, welches zum Zweck medizinischer Unterstützung durch Spenden und Stiftungen bereits im ausgehenden 18.Jahrhundert bedacht wurde.
Dieser Bogen lässt sich leicht von Einzelgruppen über Patienten und Ärzte bis hin zur Betrachtung eines Heilermarktes spannen, der in seiner Funktionalität, obwohl auf einer völlig anderen Basis stehend, dem modernen System in nichts nachzustehen scheint. So birgt die Auseinandersetzung mit der Medizingeschichte die Erkenntnis starker Aspekte des Umgangs mit Krankheiten, die auch heute noch ihren Ausdruck durch Patienten finden. Wenngleich sich das den Ärzten zukommende Vertrauen auf einem historischen Maximum befindet, so ist der Glaube an alternative Therapiemaßnahmen und Laienkonsultationen doch ebenso nicht zu brechen. Diese Nachfrage wird in Anbetracht des aktuell hohen Angebots alternativer Heiler greifbar.
Der Körper fand lange zeit keine Beachtung durch die Geschichtsschreibung, ebenso stellte der Patienten für die Medizingeschichte zu lange eine weitestgehend homogene Masse dar, wodurch erst Mitte der 1980er Jahre ein wendender Blick auf diese nicht minder wichtige und interessante Laienperspektive gelang. Die aktuelle Auseinandersetzung mit diesen Aspekten ermöglicht der Forschung einen detailierten Einblick in Bereiche der Selbstmedikation und Heilkunde. Die neuere Forschung nimmt sich ferner der historischen Hintergründe, aber auch Theorien und Techniken der Umsetzung medizinischer Prozesse an. [...]
Um die Vielschichtigkeit des Heilermarktes herauszustellen ist es zunächst nötig, den Begriff der Krankheit mit seinem Auswirkungen für die Patienten darzulegen und anschließend auf die verschwommenen Grenzen der Schul- und Volksmedizin einzugehen, was gleichsam ein Resultat des zu beschreibenden vielschichtigen Heilerangebotes ist. Nach dieser Darlegung wird auch dem Leser das Herausstellen der Besonderheiten als didaktisch angebracht erscheinen, bevor zu abschließenden Betrachtungen übergegangen wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Heilermarkt – einleitende Betrachtungen

2. Krankheit: Begriff und Unterschiede

3. Patienten – Schulmedizin vs. Volksmedizin

4. Hierarchie und Wirklichkeit

4.1 Stand und Ausbildung der Heiler

4.2 Wirklichkeit: kapitalgeprägte Frequentierung

4.3 Methoden und Wege der Konsultation

4.4 Vom Eingreifen der Obrigkeit

4.5 Leibärzte als Angehörige des Hofstaates

5. Abschließende Gedanken: Die professionalisierte Medizin als Chance

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den frühneuzeitlichen Heilermarkt und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob dieser ein funktionsfähiges Gesundheitssystem darstellte. Dabei wird insbesondere das Verhältnis zwischen Schul- und Volksmedizin sowie die Rolle der verschiedenen Akteure beleuchtet.

  • Strukturen des frühneuzeitlichen Gesundheitsangebots
  • Differenzierung zwischen medizinischer Fachwelt und Laiensystem
  • Sozioökonomische Faktoren bei der Inanspruchnahme medizinischer Hilfe
  • Einfluss der obrigkeitlichen Fürsorge und Gesundheitspolitik
  • Die Rolle spezialisierter Mediziner am Beispiel der Leibärzte

Auszug aus dem Buch

3. Patienten – Schulmedizin vs. Volksmedizin

Die sich ausprägende Krankenrolle beginnt mit der Akzeptanz der Krankheit und der daraus resultierenden Schwächung des Körpers. Dies verdeutlicht sich auch in der Moderne durch das Heraustreten aus dem Alltag, indem sich der Kranke selbsttherapeutisch in sein Bett begibt. Jenes Phänomen stellte bereits vor hunderten von Jahren ein Anzeichen der Krankheit dar. Weit mehr als die Hälfte der frühneuzeitlichen Kölner Bevölkerung hatte niemals einen Arzt konsultiert. Dieser Aspekt verdeutlicht die enorme Ausprägung der Selbstmedikation zur damaligen Zeit, welche sich durch alle Schichten der Bevölkerung zog. Doch diese Tendenzen scheinen bei genauerer Betrachtung zunächst nur begrenzt nachvollziehbar, gingen die Selbstbehandlungen doch über Kopfschmerzen und Magenverstimmungen hinaus. Blutungen und Augenentzündungen stellten gleichsam Ausgangslagen für selbstverordnete Therapien dar. So soll an dieser Stelle, um der Darstellung der Verbreitung der Selbstmedikation, der Reformator Martin Luther Erwähnung finden, welcher sein Harnleiden, auf Anraten seiner Frau, durch Pferdemist zu lindern hoffte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Heilermarkt – einleitende Betrachtungen: Einführung in die Thematik des frühneuzeitlichen Gesundheitssystems und Darlegung des Forschungsinteresses an Patientenperspektiven sowie der Laienmedizin.

2. Krankheit: Begriff und Unterschiede: Definition von Krankheit im Kontext der frühen Neuzeit als körperfremdes Ereignis und Darstellung der diätetischen sowie religiösen Rahmenbedingungen.

3. Patienten – Schulmedizin vs. Volksmedizin: Untersuchung der weitreichenden Bedeutung von Selbstmedikation und der Abgrenzung sowie Verschwommenheit der Grenzen zwischen akademischer Medizin und volksmedizinischen Praktiken.

4. Hierarchie und Wirklichkeit: Analyse der Struktur des Heilermarktes, unterteilt in die verschiedenen Berufsgruppen der Heiler und deren Ausbildungswege.

4.1 Stand und Ausbildung der Heiler: Vergleich der akademischen Ausbildung der Ärzte mit dem handwerklichen Werdegang von Wundärzten, Badern und Barbieren.

4.2 Wirklichkeit: kapitalgeprägte Frequentierung: Erläuterung der ökonomischen Einflussfaktoren auf die Arztwahl und Bedeutung des Sozialkapitals für die Patientenversorgung.

4.3 Methoden und Wege der Konsultation: Beschreibung der diagnostischen Vorgehensweisen und der Bedeutung von Patiententagebüchern sowie der Kommunikation über Krankheiten.

4.4 Vom Eingreifen der Obrigkeit: Diskussion der Entwicklung städtischer Fürsorgesysteme, Krankenhäuser und der hygienischen Kontrollen durch die Obrigkeit.

4.5 Leibärzte als Angehörige des Hofstaates: Betrachtung der elitären Rolle der Leibärzte und ihres speziellen Vertrauensverhältnisses zu den Herrschenden.

5. Abschließende Gedanken: Die professionalisierte Medizin als Chance: Zusammenführende Reflexion über die historische Bedeutung des Heilermarktes als Grundlage für moderne Entwicklungen und die ethischen Dimensionen der medizinischen Sorge.

Schlüsselwörter

Heilermarkt, Frühe Neuzeit, Schulmedizin, Volksmedizin, Selbstmedikation, Patienten, Medizingeschichte, Heilerhierarchie, Armenfürsorge, Sozialkapital, Leibärzte, Diätetik, Gesundheitswesen, Medizinalordnung, Körpererfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strukturen und die Funktionalität des medizinischen Versorgungsangebots im Europa der frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Umgang mit Krankheiten, die soziale Hierarchie der verschiedenen Heiler und die Rolle der Obrigkeit bei der medizinischen Versorgung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist zu untersuchen, ob der damalige Heilermarkt als ein bereits funktionierendes System der Gesundheitsversorgung angesehen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung medizingeschichtlicher Literatur, Quelltexten und zeitgenössischen Darstellungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Krankheit, die Abgrenzung von Schul- und Volksmedizin, die Heilerhierarchie und die obrigkeitliche Gesundheitspolitik.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Heilermarkt, Selbstmedikation, Sozialkapital, Patienten, frühneuzeitliche Medizin und ärztliche Professionalisierung.

Wie unterschied sich die Behandlungssituation für Arme im Vergleich zur Oberschicht?

Während die Oberschicht Zugang zu studierten Ärzten und Leibärzten hatte, war die medizinische Versorgung der Unterschicht stark durch Selbsthilfe, Laienbehandler und in Notfällen durch städtische Armenfürsorge geprägt.

Warum spielt das Konzept des Sozialkapitals eine so wichtige Rolle?

Das Sozialkapital – bestehend aus Familienbanden, Freunden und Netzwerken – ermöglichte den Zugang zu medizinischer Hilfe und finanzieller Unterstützung, die für den Einzelnen oft unerschwinglich gewesen wäre.

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Detalles

Título
Heilermarkt und Patienten im frühneuzeitlichen Europa
Subtítulo
Stellte der frühneuzeitliche Heilermarkt ein funktionierendes Gesundheitssystem dar?
Universidad
University of the Federal Armed Forces München  (Historisches Institut)
Curso
Medizin, Krankheit und Gesellschaft
Calificación
1,7
Autor
Eric Kresse (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
17
No. de catálogo
V198173
ISBN (Ebook)
9783656241737
ISBN (Libro)
9783656245186
Idioma
Alemán
Etiqueta
Medizin Medizingeschichte Heilermarkt Ärzte Arzt Patient Patienten Gesundheit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Eric Kresse (Autor), 2010, Heilermarkt und Patienten im frühneuzeitlichen Europa, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198173
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