Sprache ist ein wichtiges Kommunikationsmedium des Menschen. Es dient aber ebenfalls als Vermittlungselement des Lernens. Wissensvermittlung findet über Sprache statt und setzt daher die Beherrschung der Sprache in allen Funktionsebenen voraus. Daher haben Sprachbeeinträchtigungen weitläufige Auswirkungen.
Zum Beispiel können Verhaltensauffälligkeiten als Signal aus einer anderen Schwäche heraus resultieren. Daher werden Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten auch als Kinder mit „Signalwirkung“ beschrieben. Es gibt einen oder mehrere Auslöser, die eben diese Auffälligkeiten im Verhalten bedingen können wie Lernschwierigkeiten und Sprachstörungen.
Da Sprache ein Mittel des Individuums, ist das der Wechselbeziehung zwischen dem Menschen und der Umwelt dient, wird in der vorliegenden Arbeit der Versuch unternommen mit folgender Fragestellung
„Können Verhaltensauffälligkeiten aus einer Sprachstörung resultieren und bilden Lernschwierigkeiten eine Zwischenstufe die diese beiden Komponenten miteinander verbindet?“ einen Bezug zu eben genannten „Auslösern“ herzustellen. Zu Beginn erfolgen Definitionen zu den zu bearbeitenden Teilbereichen welche Aufschluss über deren (teilweise inkorrekte) Verwendung im „normalen Sprachgebrauch“ geben werden. Feine Differenzierungen in deren Bedeutungen sollen hiermit hervorgehoben werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Definitionen
1. 1 Sprachstörung
1. 2 Sprechstörung
1. 3 Sprachbehinderung
1. 4 Lernen
1. 5 Lernschwierigkeit
1. 5. 1 Probleme einer Definition für „Lernschwierigkeit“
1. 6 Lernstörung
1. 7 Lernbehinderung
1. 8 Verhaltensauffälligkeit
2 Sprachentwicklung allgemein
2. 1 Überblick zu Sprach- und Sprechstörungen
2. 2 Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache
2. 3 Ursachen der Sprach- und Sprechstörungen
2. 4 Diagnose der Sprach- und Sprechstörungen
2. 5 Besondere Bildungsaufgaben und Hinweise für den Unterricht
3 Lernstörung allgemein
3. 1 Ursachen und Erscheinungsformen von Lernstörungen
3. 2 Aufbau einer Lernstörung in Stadien
3. 2. 1 Stadium 1: Pädagogischer Teufelskreis
3. 2. 2 Stadium 2: Sozialer Teufelskreis
3. 2. 3 Stadium 3: Innerpsychischer Teufelskreis
3. 2. 4 Stadium 4: Stabile negative Lernstruktur mit Misserfolgserwartung
3. 3 Probleme beim zu späten Erkennen von Lernstörungen
3. 4 Zusammenfassung
4 Lernbehinderung allgemein
4. 1 Erscheinungsformen
4. 2 Begriffliche Unterschiede
4. 3 Zur Ursachenfrage
4. 3. 1 Der Komplex endogener Ursachen
4. 3. 2 Der Komplex exogener Ursachen
4. 3. 2. 1 Die Familie
4. 3. 2. 2 Der Erziehungsstil
4. 3. 2. 3 Ungünstige sozioökonomische Verhältnisse
4. 3. 2. 4 Die Schulsituation
4. 3. 2. 5 Zeitgeist und Gesellschaftsstruktur
4. 3. 3 Theoretische Erklärungsmodelle zur Ursachenfrage
4. 4 Arten der Verhaltensstörungen
4. 5 Zentrale und häufige Verhaltensstörungen
5 Zusammenhang zwischen Sprachstörung – Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeit
6 Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Sprachstörungen, daraus resultierenden Lernschwierigkeiten und der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, mit dem Ziel, die Wechselwirkungen dieser Komponenten zu verdeutlichen und pädagogische Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Definition und Abgrenzung von Begriffen wie Sprachstörung, Lernschwierigkeit und Verhaltensauffälligkeit.
- Analyse der Ursachen für Sprach- und Lernstörungen sowie deren Verlauf in verschiedenen Stadien (Teufelskreis-Modelle).
- Untersuchung exogener und endogener Einflussfaktoren auf das Lernverhalten.
- Darstellung von Arten und Symptomen verschiedener Verhaltensstörungen.
- Erarbeitung von pädagogischen Handlungsempfehlungen für den Unterricht bei betroffenen Kindern.
Auszug aus dem Buch
3. 2. 1 Stadium 1: Pädagogischer Teufelskreis
Ein Leistungsdefizit wird sichtbar. Der Lehrer muss dies als Alarmsignal nehmen und sollte überlegen, ob der Schüler außerschulische Hilfe benötigt. Der Lehrer sollte bedenken, dass der Schüler nicht mit einer Methode gefördert werden sollte, mit der er zuvor schon gescheitert ist, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Lehrer der erfolglosen Methode gegenüber misstrauisch wird und der pädagogische Teufelskreis ist entstanden. Eine Förderung mit neuen Methoden und die Aktivierung verschiedener Sinne kann Erfolg bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Sprache als Vermittlungselement des Lernens dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Wechselwirkung zwischen Sprachstörungen, Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten.
1 Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe wie Sprachstörung, Sprechstörung, Sprachbehinderung, Lernen, Lernschwierigkeit, Lernstörung, Lernbehinderung und Verhaltensauffälligkeit definiert und voneinander abgegrenzt.
2 Sprachentwicklung allgemein: Es wird die Komplexität der Sprachentwicklung beschrieben sowie ein Überblick über Ursachen, Diagnose und spezifische pädagogische Aufgaben bei Sprach- und Sprechstörungen gegeben.
3 Lernstörung allgemein: Dieses Kapitel behandelt die Ursachen und Erscheinungsformen von Lernstörungen und erläutert detailliert die vier Stadien eines Teufelskreises, der bei ausbleibender Förderung zur negativen Lernstruktur führt.
4 Lernbehinderung allgemein: Hier werden die Erscheinungsformen von Lernbehinderungen, deren Ursachenkomplexe (endogen und exogen) sowie theoretische Erklärungsmodelle und die Klassifikation von Verhaltensstörungen thematisiert.
5 Zusammenhang zwischen Sprachstörung – Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeit: Das Kapitel führt die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, wie eine Sprachstörung über Lernschwierigkeiten hin zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann.
6 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung beantwortet die Forschungsfrage positiv und betont die Notwendigkeit rechtzeitigen pädagogischen Handelns, um den Teufelskreis der Störungen zu durchbrechen.
Schlüsselwörter
Sprachstörung, Lernschwierigkeit, Verhaltensauffälligkeit, Lernbehinderung, Pädagogischer Teufelskreis, Sonderpädagogik, Sprachförderung, Lernstörung, Erziehungsstil, Schulschwierigkeiten, Frühdiagnose, Interventionsmethoden, Sprachheilpädagogik, Lernstruktur, Verhaltensstörung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der engen Wechselwirkung zwischen Sprachstörungen, Lernschwierigkeiten und daraus resultierenden Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern sowie der Rolle des pädagogischen Umfelds.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Definition und Abgrenzung von Entwicklungsstörungen, die Analyse der Ursachen von Lern- und Sprachstörungen sowie die Darstellung der Stadien einer Lernstörung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob Verhaltensauffälligkeiten als Folge von Sprachstörungen und Lernschwierigkeiten auftreten können und welche Rolle diese als Verbindungsglied zwischen den Komponenten spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse und theoretische Zusammenführung bestehender Definitionen und Modelle aus der pädagogischen Fachliteratur, um die Problemzusammenhänge zu erklären.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die allgemeine Sprachentwicklung, die Stadien von Lernstörungen, die Ursachen für Lernbehinderungen und die Klassifikation von Verhaltensstörungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind der „pädagogische Teufelskreis“, Sprachbeeinträchtigungen, Verhaltensauffälligkeiten im schulischen Kontext sowie verschiedene Ansätze der sonderpädagogischen Förderung.
Wie definiert die Autorin den „pädagogischen Teufelskreis“?
Er beschreibt ein Stadium, in dem der Schüler aufgrund eines sichtbaren Leistungsdefizits durch die Anwendung bereits gescheiterter Lehrmethoden eine negative Erwartungshaltung entwickelt, was die Lernstörung weiter verfestigt.
Warum ist eine frühzeitige Intervention durch Pädagogen so entscheidend?
Eine frühzeitige Intervention verhindert, dass aus initialen Sprachstörungen durch die Entstehung negativer Selbstkonzepte und Lernstrukturen langfristige Verhaltensstörungen resultieren, die nur schwer therapeutisch zu behandeln sind.
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- Petra Becher (Author), 2003, Sprachstörungen - Lernschwierigkeiten - Verhaltensauffälligkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19818