Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Política - Sistema político de Alemania

Gefahren für die Demokratie durch hohe öffentliche Verschuldung anhand des Beispiels Bremen

Título: Gefahren für die Demokratie durch hohe öffentliche Verschuldung anhand des Beispiels Bremen

Trabajo Escrito , 2012 , 16 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jana Wagner (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Bremen, „das Griechenland Deutschlands“ (Supp 2011: 58), ist das höchstverschuldete deutsche Bundesland. Auch im Vergleich zu Berlin und Hamburg, die ebenfalls von den stadtstaatlichen Besonderheiten betroffen sind, steht Bremen deutlich schlechter da (vgl. Statistisches Bundesamt 2011a; Statistisches Bundesamt 2009). Im Dezember 2010 hatten die bremischen Schulden einen Stand von 17 848 Millionen Euro erreicht, pro Kopf belief sich die Verschuldung zu diesem Zeitpunkt auf 27 014 Euro (vgl. Statistisches Landesamt Bremen 2012).
Auch wenn die Situation des griechischen Staates mit der eines deutschen Bundeslandes, so verschuldet es auch sein mag, in vielerlei Hinsicht nicht vergleichbar ist, so ist es doch offensichtlich, dass auch im Falle Bremens eine sehr hohe Verschuldung nicht nur ein rein volkswirtschaftliches, sondern auch ein genuin politisches, ein demokratisches Problem ist. Redistributive politische Maßnahmen sind wichtige politische Gestaltungsmittel. Werden sie in hohem Maße durch die defizitäre öffentliche Haushaltslage vorbestimmt, sind sie dem demokratischen Wettbewerb um die Verwirklichung der besten policies entzogen. Auf diese Weise geht nicht nur Out-Put-Legitimation des demokratischen Systems verloren, da politische Maßnahmen mangels Finanzkraft geringe Qualität aufweisen, sondern zentrale demokratische Verfahrensweisen verlieren an Substanz und Relevanz. Im Falle Bremens führt die prekäre Haushaltslage gar zu einer Diskussion über das Existenzrecht des Bundeslandes an sich (vgl. Dannemann/Luft 2006).
Die von Verschuldung ausgehenden Gefahren für die bremische Demokratie sollen Thema dieser Arbeit sein. Es kann dabei im Umfang der Untersuchung nicht gelingen, eine abschließende Bewertung darüber zu geben, inwieweit die Bremische Demokratie beschädigt ist. Vielmehr ist es das Ziel, überhaupt erst einmal einzelne Gefahren herauszukristallisieren.
Hierfür soll zunächst ein Überblick über die zum Thema der Verschuldungsproblematik vorliegende politikwissenschaftliche Diskussion gegeben werden (Punkt 2). Im Anschluss wird kurz die finanzielle Lage Bremens dargestellt (Punkt 3.1), um sich dann der Frage zuzuwenden, welche unter Punkt 2 aufgestellten Thesen wohl im Falle Bremens von Relevanz sind (Punkt 3.2).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Probleme hoher öffentlicher Verschuldung

3. Staatsverschuldung im Bundesland Bremen

3.1. Finanzlage Bremens

3.2. Gefahren für die Demokratie in Bremen

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer hohen öffentlichen Verschuldung auf die demokratische Stabilität und Gestaltungsmacht, wobei das Bundesland Bremen als zentrales Fallbeispiel dient. Ziel ist es, politikwissenschaftliche Thesen zum Zusammenhang zwischen defizitären Haushalten und der Aushöhlung demokratischer Prozesse zu analysieren und kritisch auf die spezifische Situation Bremens anzuwenden.

  • Politikwissenschaftliche Analyse der Staatsverschuldung
  • Einschränkung politischer Gestaltungsspielräume
  • Theorie der Postdemokratie im Kontext knapper Kassen
  • Demokratische Partizipation und Wahlverhalten
  • Finanzielle Abhängigkeiten und Legitimationsverlust

Auszug aus dem Buch

3.2. Gefahren für die Demokratie in Bremen

Um eine Idee davon zu bekommen, was die beschriebene Finanzlage Bremens politisch für das Bundesland bedeutet, sollen nun die unter Punkt 2 genannten Thesen aufgegriffen und für den Stadtstaat diskutiert werden.

Davon abgesehen stellt sich für Bremen auch noch die Frage der Existenzberechtigung an sich. Die Auflösung des kleinsten deutschen Bundeslandes ist zwar für die nahe Zukunft nicht zu erwarten, allerdings gibt es durchaus Stimmen, die das Land Bremen wegen der Haushaltslage generell in Frage stellen (vgl. Wendisch 2006: 29; Dannemann/Luft 2006: 5; Nußbaum 2006: 8). So äußerte sich der Finanzwissenschaftler Helmut Seitz, der für Bremens Verfassungsklage im Jahr 2005 ein Gutachten über die finanzielle Situation des Bundeslandes erstellte, dahingehend, dass auch eine Länderneugliederung als möglicher Ausweg aus der sehr schwierigen Haushaltslage in Betracht gezogen werden solle (vgl. Pressestelle des Senates 2005). Umgesetzt werden könnte ein solches Vorhaben nicht ohne den in Artikel 29 des Grundgesetzes vorgeschriebenen Volksentscheid. Allerdings bliebe den Bremerinnen und Bremern eventuell ob der Haushaltsnotlage nur noch die Entscheidung zwischen dem Leben in einem Land, das selbst seine grundlegenden Aufgaben kaum erfüllen kann, und der Aufgabe der Eigenständigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die prekäre finanzielle Situation Bremens ein, ordnet diese politikwissenschaftlich als Demokratieproblem ein und skizziert das Forschungsziel der Arbeit.

2. Probleme hoher öffentlicher Verschuldung: Hier werden zentrale theoretische Argumente diskutiert, wie hohe Schulden den politischen Gestaltungsspielraum einschränken und Prozesse der Postdemokratie fördern können.

3. Staatsverschuldung im Bundesland Bremen: Dieses Kapitel verbindet die theoretischen Thesen mit den konkreten Daten zum Bremer Haushalt und den daraus resultierenden demokratischen Herausforderungen.

4. Schluss: Der Schlussteil fasst zusammen, dass die Verschuldung zwar keinen direkten Notstand auslöst, aber als verstärkender Faktor für demokratische Erosion im Stadtstaat wirkt.

Schlüsselwörter

Staatsverschuldung, Bremen, Demokratie, Postdemokratie, Haushaltsnotlage, Politische Partizipation, Finanzpolitik, Gestaltungsspielraum, Wahlbeteiligung, Legitimationsverlust, Fiskalpolitik, Konsolidierungspolitik, Länderfinanzausgleich, Öffentliche Finanzen, Politikwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie eine extrem hohe öffentliche Verschuldung die Funktionsweise demokratischer Systeme beeinflusst und welche Gefahren sich daraus für ein Gemeinwesen wie das Bundesland Bremen ergeben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von knappen öffentlichen Mitteln auf die politische Gestaltungsmacht, der Zusammenhang zwischen Verschuldung und Wahlenthaltung sowie die Theorie der Postdemokratie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, konkrete Gefahren für die demokratische Substanz in Bremen herauszuarbeiten, die aus der prekären Haushaltslage und der damit verbundenen politischen Handlungsunfähigkeit resultieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze der Schuldenproblematik mit empirischen Daten und Parteiprogrammen zum Fallbeispiel Bremen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu den Folgen von Staatsverschuldung, eine detaillierte finanzielle Bestandsaufnahme für Bremen sowie eine kritische Diskussion der demokratischen Risiken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Staatsverschuldung, Postdemokratie, politischer Gestaltungsspielraum, Bremen und demokratische Legitimation geprägt.

Warum wird Bremen als „Griechenland Deutschlands“ bezeichnet?

Diese Metapher wird im Text zitiert, um die im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders desolate finanzielle Lage und die daraus resultierende Diskussion über die Existenzberechtigung des Stadtstaates zu unterstreichen.

Welche Rolle spielen Gläubiger in dieser Analyse?

Der Autor untersucht das Risiko einer Abhängigkeit des Bundeslandes von Gläubigern, kommt jedoch auf Basis verfügbarer Daten zu dem Schluss, dass solche Abhängigkeiten gegenwärtig kaum erkennbar sind.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Gefahren für die Demokratie durch hohe öffentliche Verschuldung anhand des Beispiels Bremen
Universidad
University of Bremen
Calificación
1,0
Autor
Jana Wagner (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
16
No. de catálogo
V198308
ISBN (Ebook)
9783656245865
ISBN (Libro)
9783656247227
Idioma
Alemán
Etiqueta
Schulden Bremen Bundesland Demokratie Gefahren Verschuldung Haushalt demokratisch Mertens Streeck öffentliche Kassen Postdemokratie Crouch
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jana Wagner (Autor), 2012, Gefahren für die Demokratie durch hohe öffentliche Verschuldung anhand des Beispiels Bremen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198308
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  16  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint