Das Selbst hat so viel Wirklichkeit, wie Möglichkeit vorhanden, ist und jeder muss für sich erkennen, was seine Wirklichkeit ist, denn die Möglichkeiten sind unendlich. Gerade durch die Unendlichkeit ist es wichtig, dass sich das Selbst auf die Wirklichkeit konzentriert und nicht abschweift in unrealistische und phantastische Welten. Das Selbst muss sich in der Wirklichkeit befinden und darf die unmögliche Möglichkeit nicht als Wirklichkeit ansehen.
Welche Möglichkeit besitzt das Selbst und wie nimmt die Wirklichkeit darauf Einfluss? Diese Hausarbeit setzt sich auf Basis von Kierkegaard’s Erkenntnissen sowohl mit de geistigen Wirklichkeit, als auch mit gewissen Möglichkeiten auseinander. Ich möchte auf die Realität des Selbst eingehen, also beschreiben, wie weit das Selbst geht beziehungsweise gehen kann und den Bezug auf Phantasie beschreiben. Natürlich auch die andere Seiten beleuchten, d.h. die
Möglichkeit fokussieren, um die Gefahren und die Fähigkeiten des Selbst zu beschreiben – diese sind schließlich grenzenlos. Eine Differenz zwischen diesen beiden Faktoren klingt abstrakt, soll aber die Mitte zum Ausdruck bringen, welche genug Wirklichkeit besitzt, um nicht zu viel Möglichkeit zuzulassen. Das heißt, man kann sich nicht verlieren, besitzt gleichzeitig aber auch genug Möglichkeit, um nicht in der Wirklichkeit zu erstarren. Es ist noch genug Möglichkeit vorhanden, um zum Beispiel Gefühle zuzulassen, da das
Phantastische zum Beispiel Gefühle verursachen oder verstärken kann.
In dieser Hausarbeit setze ich das Phantastische der Möglichkeit gleich, denn beide sind realitätsfern und beeinflussen das Selbst beziehungsweise sie entwickeln sich fernab von Wirklichkeit im Geist des betreffenden Menschen.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. DAS SELBST
3. WIRKLICHKEIT DES SELBST
4. MÖGLICHKEIT DES SELBST
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Möglichkeit und Wirklichkeit in der Konstitution des menschlichen Selbst auf Basis von Sören Kierkegaards existenzphilosophischem Werk „Die Krankheit zum Tode“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein ausgewogenes Verhältnis dieser beiden Faktoren zur Identitätsfindung beiträgt und welche Gefahren ein Übermaß an Möglichkeiten für das Individuum in Form von Verzweiflung birgt.
- Kierkegaards Definition des Selbst als Synthese
- Die Rolle der Wirklichkeit gegenüber der Möglichkeit
- Gefahren durch das Abschweifen in Phantasie und Abstraktion
- Der Einfluss von Verzweiflung auf die Selbstwerdung
- Die Bedeutung von Wille und Selbstbewusstsein
Auszug aus dem Buch
Das Selbst
Was ist das Selbst?
Nach Kierkegaard ist “Das Selbst [...] ein Verhältnis, das sich zu sich selbst verhält.” Weiterhin „Verhält sich [...] das Verhältnis zu sich selbst [...] [und] dieses Verhältnis [ist] das positive Dritte, und dies [ist wiederum] [...] das Selbst.“ Das Selbst ist, abgesehen von Glaube oder Religionen, ein Verhältnis, welches unabhängig vom Körper existiert und „[…] dieses […] Verhältnis [ist] Geist […]“. Des Weiteren schreibt Kierkegaard, dass “Wenn der Wille phantastisch wird, [...] verflüchtigt sich gleichfalls das Selbst immer mehr [...]“, denn „Das Phantastische ist überhaupt das, was einen Menschen so in das Unendliche hinausführt, daß es ihn nur von sich wegführt und dadurch abhält, zu sich selbst zurückzukommen.“ Dieses Verhältnis zu sich selbst, wie Kierkegaard vermerkt, muss die Wirklichkeit sein und darf nicht phantastisch sein beziehungsweise sich in der Möglichkeit verlieren und muss eine konkrete Synthese haben. Dieser strikte Bezug auf das Selbst soll die Synthese behandeln, denn „Der Mensch ist eine Synthese von Unendlichkeit und Endlichkeit [...].“ Das Selbst muss sich dessen bewusst werden, ein Selbst zu sein oder werden zu können. Diese Synthese hilft „[...] durch das Verhältnis zu Gott [...] selbst zu werden“ Gott spiele eine wichtige Rolle, weil ein Selbst nur konkret beziehungsweise sich selbst werden kann, wenn es sich zu Gott verhält und zudem muss es mehr als nur „Synthese“ sein. Neben dem Selbst muss sich die Synthese im Verhältnis zu sich selbst verhalten. Demnach ist „[...] der Mensch noch kein Selbst.“ Diese Synthese soll den Gegensatz zweier lösen, also zum Beispiel das Selbst und das Verhältnis des Selbst zu Gott zusammenbringen,
Zusammenfassung der Kapitel
VORWORT: Der Autor erläutert die Grundproblematik des Selbst, das zwischen unendlichen Möglichkeiten und der notwendigen Wirklichkeit vermitteln muss, um nicht in Phantasiewelten zu erstarren.
DAS SELBST: In diesem Kapitel wird das Selbst nach Kierkegaard als ein Verhältnis definiert, das sich aktiv zu sich selbst verhalten muss und eine Synthese von Endlichkeit und Unendlichkeit darstellt.
WIRKLICHKEIT DES SELBST: Die Analyse konzentriert sich darauf, wie das Selbst durch die Akzeptanz von Wirklichkeit und die Begrenzung von Möglichkeiten seine Identität festigt und Gefahren wie Abstraktion entgeht.
MÖGLICHKEIT DES SELBST: Hier wird untersucht, warum ein gewisser Grad an Möglichkeit notwendig ist, um ein erfülltes Leben zu führen, und welche destruktiven Folgen ein zu starkes Verlieren in Möglichkeiten haben kann.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Der Autor fasst zusammen, dass die Selbstwerdung ein gefährlicher Prozess ist, der nur durch die ständige Suche nach der Mitte zwischen Möglichkeit und Notwendigkeit erfolgreich gelingen kann.
Schlüsselwörter
Selbst, Wirklichkeit, Möglichkeit, Sören Kierkegaard, Verzweiflung, Synthese, Selbstwerdung, Identität, Phantasie, Existenzphilosophie, Selbstbewusstsein, Geist, Endlichkeit, Unendlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung des menschlichen Selbst und dessen innerer Struktur, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den zentralen Feldern gehören die Definition des Selbst, die Bedeutung der Synthese von Endlichkeit und Unendlichkeit sowie die Gefahren von Verzweiflung und Realitätsverlust.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die theoretische Erarbeitung der Bedingungen, unter denen ein Individuum zu einem „Selbst“ wird, indem es eine gesunde Balance zwischen seinen Möglichkeiten und der gegebenen Wirklichkeit findet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Analyse der Schriften von Sören Kierkegaard, unterstützt durch die Einbeziehung relevanter existenzphilosophischer Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Selbst als Verhältnis, die Klärung der Wirklichkeit des Selbst und die kritische Beleuchtung der Rolle der Möglichkeit bei der Selbstwerdung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind: Selbst, Wirklichkeit, Möglichkeit, Kierkegaard, Verzweiflung, Synthese und Selbstwerdung.
Warum spielt der Begriff „Phantasie“ bei Kierkegaard eine so gefährliche Rolle?
Laut dem Text führt ein Zuviel an Phantasie dazu, dass sich der Mensch in unrealistischen Welten verliert, den Bezug zur eigenen Wirklichkeit verliert und somit nicht mehr in der Lage ist, ein echtes Selbst zu werden.
Was bedeutet die Aussage, dass der Mensch ein „Verhältnis, das sich zu sich selbst verhält“ ist?
Es bedeutet, dass das Selbst nicht statisch ist, sondern ein aktiver Prozess der Selbstreflexion und der ständigen bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz, um eine Einheit zu bilden.
- Arbeit zitieren
- Philip Czupras (Autor:in), 2012, Möglichkeit und Wirklichkeit des Selbst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198366