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Illusion Freiheit

Eine vergleichende Untersuchung des Phänomens der Isolation in Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und Walter Rheiners „Kokain“

Título: Illusion Freiheit

Trabajo , 2000 , 26 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Thorsten Beck (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Jean-Paul Sartre sagte: „Ein Rost ist gar nicht nötig, die Hölle, das sind die andern.“ Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit zwei Texten, die gleichermaßen die Abgründe der Verzweiflung thematisieren. Sie weisen, neben einigen markanten Gegensätzen, eine Reihe von Parallelen auf, die eine vergleichende Analyse besonders ertragreich zu machen versprechen. So findet der Leser zwei Individuen, die auf merkwürdige Weise von ihrer sozialen Umgebung abgeschlossen sind, die beide unter ihrer Situation leiden und diese dennoch nicht zu verändern vermögen. Sowohl Gregor Samsa, der zum Käfer verwandelte Held in Kafkas Geschichte, als auch Walter Rheiners kokainsüchtiger Protagonist Tobias, der verzweifelt durch die Straßen Berlins flüchtet, finden am Schluß ihren Tod. In beiden Fällen bedeutet dieser Tod das Ende eines Leidensweges, in gewissem Sinne also eine Erlösung. Wesentlicher Bestandteil des Leidens ist die Isolation, in der sich Gregor und Tobias befinden. Es ist das Thema dieser Arbeit, den Ursachen und Folgen dieses Isolationsphänomens nachzugehen, es analytisch am Text nachzuweisen und Rückschlüs-se auf das literarische Selbstverständnis, das dieses Phänomen in den Mittelpunkt stellt, zu ermöglichen. Es wird zu erörtern sein, ob im vorliegenden Fall die Hölle wirklich die anderen sind, oder ob die Separation der Protagonisten anderer Natur ist. Zu diesem Zweck sollen beide Erzählungen auf die Konzeption des Raumes untersucht werden. Dabei soll betrachtet werden, inwieweit in der Literatur die Isolation mit der Dimension des Raumes verknüpft ist. Daneben wird in einem zweiten methodischen Schritt die Kommunikation, bzw. das Kommunikationsverhalten in den Texten beleuchtet. Auch die aufmerksame Analyse des Gespräches, der Reflexion, des Schweigens und der Gesten versprechen bei der Klärung des Isolationsphänomens hilfreich zu sein.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Raumkonzeption in Franz Kafkas „Die Verwandlung“

1.1. Die Tür als semipermeable Membran

1.2 Der Gefängnischarakter des Raumes

1.3 Das Fenster zur Welt

1.4 Der Raum im Raum

1.4.1 Das Kanapee

1.4.2 Das Bild

1.4.3 Der Raum als Halde

2. Sprechen und Handeln in Franz Kafkas „Die Verwandlung“

2.1 Die Mutter

2.2 Der Vater

2.3 Die Schwester Grete

3. Der Raum als Flucht in Walter Rheiners „Kokain“

3.1 Der Innenraum

3.1.1 Das Cafe

3.1.2 Die Aborte

3.1.3 Das Treppenhaus

3.1.4 Im Atelier

3.2 Der Außenraum

3.2.1 Die Straße

3.2.2 Der Himmel

4. Die Stimme im Kopf – Sprachverlust in Walter Rheiners „Kokain“

5. Schlußwort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend das Phänomen der Isolation in Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und Walter Rheiners „Kokain“, wobei sie insbesondere die wechselseitige Beziehung zwischen räumlicher Konzeption und Kommunikationsverhalten der Protagonisten analysiert, um die Ursachen und Folgen ihrer jeweiligen Abgeschlossenheit aufzudecken.

  • Vergleichende Analyse literarischer Isolationsphänomene
  • Untersuchung von Raumkonzeptionen als Spiegel psychischer Zustände
  • Analyse des Kommunikationsverhaltens und der Sprachlosigkeit
  • Betrachtung der Wirkung von gesellschaftlichem Ausschluss und Selbstbild
  • Identifikation von Parallelen in der existentiellen Verzweiflung der Protagonisten

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Tür als semipermeable Membran

Die Tür ist Symbol für Öffnung und Schließung, für die Möglichkeit sich zu separieren. Von dieser Möglichkeit macht Gregor Gebrauch. Er befindet sich hinter verschlossenen Türen, die ihm das vorschnelle Entdecktwerden ersparen.

Gregor aber dachte gar nicht daran aufzumachen, sondern lobte die von Reisen her übernommene Vorsicht, auch zu Hause alle Türen während der Nacht zu versperren.5

Ohne die künftigen Ereignisse vorausahnen zu können, betont Gregor sein Sicherheitsbedürfnis auch in der heimatlichen Wohnung. Tatsächlich ist dies der Ort, an dem er später durch den Vater tödlich verwundet wird. Zunächst kann er aber seinen wahren Zustand noch für einen gewissen Zeitraum vor der Neugierde der Familie und des Prokuristen verbergen. Das Öffnen der Tür markiert dann gleichzeitig den abrupten Verlust der Souveränität, die plötzlich hereinbrechende Entfremdung. Die Tür, das wird bereits zu Beginn des Textes deutlich, markiert eine unsichtbare Grenze. Hinter jeder der drei Türen, die zu Gregors Zimmer führen, verbirgt sich ein Mitglied der Familie mit seinen spezifischen Ansprüchen. Mutter, Vater und Schwester sprechen Gregor separat und zeitlich versetzt durch die geschlossenen Türen an. Diese Konzeption offenbart nicht nur die Distanz Gregors zum Rest der Familie, sondern sie deutet auch auf das Ausmaß der Entfremdung zwischen den einzelnen Familienmitgliedern. Gleichzeitig läßt sich daher der Raum auch als Sinnbild für Gregors Innerlichkeit lesen. Dabei ist die räumliche Distanz zur Mutter, die durch die Tür am Kopfende des Bettes zu ihrem Sohn spricht, zunächst die geringste. „‚Gregor‘, rief es – es war die Mutter - ‚es ist dreiviertel sieben. Wolltest du nicht wegfahren?‘ Die sanfte Stimme!“6 Die intime Beziehung zur Mutter wird durch die relative Distanz zu Schwester und Vater, welche sich hinter den Seitentüren befinden, kontrastiert. Diese Figurenkonstellation manifestiert sich auch in der weiteren Handlung, wenn Schwester und Vater die treibenden Kräfte der Opposition gegen Gregor werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen und Folgen der Isolation bei Gregor Samsa und Tobias und führt die methodische Untersuchung von Raum und Kommunikation ein.

1. Die Raumkonzeption in Franz Kafkas „Die Verwandlung“: Das Zimmer des Protagonisten wird als zentraler Schauplatz analysiert, dessen Veränderung und Symbolik den Rückzug und die Entfremdung des Käfers widerspiegeln.

2. Sprechen und Handeln in Franz Kafkas „Die Verwandlung“: Dieses Kapitel beleuchtet das Kommunikationsverhalten der Familienmitglieder gegenüber dem isolierten Gregor und zeigt die daraus resultierende kommunikative Sperre auf.

3. Der Raum als Flucht in Walter Rheiners „Kokain“: Die Analyse der Innen- und Außenräume in Rheiners Werk zeigt, wie die räumliche Dimension die ausweglose Flucht des drogensüchtigen Tobias vor sich selbst und der Gesellschaft unterstreicht.

4. Die Stimme im Kopf – Sprachverlust in Walter Rheiners „Kokain“: Hier wird untersucht, wie der zunehmende Rausch und die soziale Isolation zur Sprachlosigkeit und schließlich zur Entfremdung von der Realität führen.

5. Schlußwort: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und bewertet, wobei die unterschiedlichen Gründe für die Isolation der beiden Protagonisten hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Isolation, Franz Kafka, Die Verwandlung, Walter Rheiner, Kokain, Raumkonzeption, Kommunikation, Entfremdung, Existenzielle Verzweiflung, Expressionismus, Protagonist, Innenraum, Außenraum, Identität, Generationenkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht vergleichend das Phänomen der sozialen und psychischen Isolation in den Werken „Die Verwandlung“ von Franz Kafka und „Kokain“ von Walter Rheiner.

Welche Themenfelder stehen dabei im Fokus?

Zentrale Themen sind die Gestaltung des Raumes als Spiegel der psychischen Verfassung sowie die kommunikative Isolation und deren Auswirkung auf das Identitätsempfinden der Protagonisten.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen und Folgen der Isolation beider Protagonisten und untersucht, inwiefern diese mit der Dimension des Raumes und dem Kommunikationsverhalten in den Texten verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Untersuchung gewählt?

Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär die Konzeption des Raumes und das Kommunikationsverhalten der Figuren in den beiden Erzählungen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander die Raumkonzepte und Kommunikationsweisen bei Kafka sowie anschließend bei Rheiner detailliert analysiert und auf ihre isolierende Wirkung hin untersucht.

Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?

Die Arbeit befasst sich mit Begriffen wie Isolation, Identitätsverlust, Raumkonzeption, Entfremdung, Kommunikation und existentieller Verzweiflung im Kontext expressionistischer und kafkaesker Literatur.

Inwiefern unterscheidet sich die Isolation von Gregor Samsa von jener des Tobias?

Während Gregor Samsa durch seine physische Verwandlung zum „Ungeziefer“ innerhalb seiner Familie isoliert wird, resultiert die Isolation von Tobias bei Rheiner maßgeblich aus seinem Drogenkonsum und seiner daraus folgenden paranoiden Angst vor der Gesellschaft.

Welche Rolle spielt die Familie in Kafkas „Die Verwandlung“ im Vergleich zu Rheiners „Kokain“?

In Kafkas Werk ist die Familie eine aktive Kraft, die den sozialen Ausschluss und die Isolation Gregors systematisch verstärkt, während Tobias in Rheiners Werk eher durch seine eigenen Halluzinationen und die soziale Außenwelt entfremdet wird.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Illusion Freiheit
Subtítulo
Eine vergleichende Untersuchung des Phänomens der Isolation in Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und Walter Rheiners „Kokain“
Universidad
Free University of Berlin  (Germanistik)
Curso
Jahrhundertwende – Apokalypse und Geist der Utopie zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Calificación
1,0
Autor
Thorsten Beck (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
26
No. de catálogo
V198376
ISBN (Ebook)
9783656248033
ISBN (Libro)
9783656248484
Idioma
Alemán
Etiqueta
illusion freiheit eine untersuchung phänomens isolation franz kafkas verwandlung walter rheiners kokain
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thorsten Beck (Autor), 2000, Illusion Freiheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198376
Leer eBook
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