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Kollegiale Beratung in der Schule - Laien als Experten?

Eine Darstellung, wie Problemlösungen ohne Hilfe von außen möglich sind

Titel: Kollegiale Beratung in der Schule - Laien als Experten?

Seminararbeit , 2012 , 39 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Sonja Schneider (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Und wer berät eigentlich die Lehrer?“ Diese Frage stellte sich mir bereits in der ersten Sitzung des Seminars „Grundlagen der Beratung“, in der gemeinsam Beratungssituationen im Alltag gesammelt wurden. Bekanntlich sind Lehrer steigenden Belastungen ausgesetzt: die
Klassen werden immer größer, die Arbeitszeiten verlängern sich, Burnout ist heute aktueller denn je (vgl. Mutzeck 2008a, S. 35). Beratungsformen in der Schule gibt es viele, sowohl Schülerberatung zu Leistungsproblemen oder zur Fächerwahl als auch Elternberatung zu
Fördermaßnahmen oder anderen Einzelhilfen (vgl. Schnebel 2007). An wen aber wendet sich der Lehrer, der, dem hohen Krankenstand und den zunehmenden Frühpensionierungen in den Schulen nach (vgl. Mutzeck 2008a, S.35), genauso Beratung benötigt? Neben
Lehrerberatungen durch die Schulleitung oder durch einen externen professionellen Berater hat sich das Konzept der „Kollegialen Beratung“ durchgesetzt (vgl. Schnebel 2007, S. 104).
Hierbei beraten sich Lehrer auf unterschiedliche Weise gegenseitig. Doch ist dies überhaupt möglich, denn eigentlich sind Lehrer ja keine Beratungsexperten – oder etwa doch?

Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich darstellen, inwiefern sich Lehrer wechselseitig bei Problemen des Schulalltags helfen und unterstützen können und dadurch externe Hilfen ersetzt oder ergänzt werden. Es wird geklärt, ob und wie weit Lehrer dabei als eigentliche
Laien im Bereich der Beratung ihr ganz eigenes Expertentum mit einbringen oder sogar erweitern können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. KLÄRUNG DER BEGRIFFLICHKEITEN

3. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE GRUNDLAGEN

3.1 Menschenbildannahmen und Subjektive Theorien

3.2 Handlungskonzeption

3.3 Beratungskonzeption

4. PRINZIPIEN UND VORAUSSETZUNGEN

4.1 Die Beratungsgruppe

4.2 Kollegialität

4.3 Fester Ablauf

5. ANLÄSSE

6. ZIELE UND FUNKTIONEN

7. PROBLEME UND GRENZEN

8. BEISPIELHAFTE MODELLE

8.1 KOPING nach Wahl

8.2 Reflektierendes Team nach Andersen

8.3 Kollegiale Supervision nach Mutzeck

8.3.1 Die Beratungsgruppe

8.3.2 Der Ablauf einer Sitzung

8.3.3 Begleitung von außen

9. SCHLUSS

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich Lehrkräfte im Schulalltag gegenseitig beraten können und unter welchen Voraussetzungen sie als Laien durch den kollegialen Austausch ihr eigenes Expertentum zur Problemlösung nutzen oder erweitern können.

  • Wissenschaftstheoretische Fundierung von Beratungsprozessen
  • Methodische Gestaltung kollegialer Beratungsgruppen
  • Bewältigung von berufsbedingten Belastungen durch Kooperation
  • Vorstellung praktischer Modelle (KOPING, Reflektierendes Team, Kollegiale Supervision)
  • Kritische Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen schulischer Beratung

Auszug aus dem Buch

3.1 Menschenbildannahmen und Subjektive Theorien

Die Auslegung der Menschenbildannahmen ist zur Betrachtung der Kollegialen Beratung unabdingbar und vorauszusetzen, da sie den „Menschen als Gegenstand“ (Mutzeck 2008a, S. 12) hat. Um zu diesem Gegenstand einen Zugang zu ermöglichen, ist ein Verständnis von jenem nötig. Diese sogenannte „Menschenbildkonzeption“ (ebda) gilt als Voraussetzung einer Beratungssituation und steuert sie auch in verschiedener Form, beeinflusst z.B. welche Methoden zur Beratung angewendet werden.

Die Menschenbildannahmen, die auch anthropologische Kernannahmen genannt werden, orientieren sich an den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Subjektive Theorien“ (Groeben et al. 1988). Hier wird der Mensch als handelndes und reflexives Subjekt angesehen. Das bedeutet, dass er sein Leben nach Subjektiven Theorien konzipiert, also Vorstellungen erfindet und benutzt. Daraus ist zu schließen, dass der Mensch aktiv und konstruierend am Leben teilnimmt und nicht nur auf äußere Reize reagiert (vgl. Schlee 2004, S. 32). Auf dem bereits genannten Forschungsprogramm basierend hat Mutzeck „potentielle menschliche Fähigkeiten“ (Mutzeck 2008b, S. 53) herausgearbeitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin thematisiert die steigenden Belastungen im Lehrberuf und führt in die Fragestellung ein, inwieweit Lehrer als Laien durch gegenseitige kollegiale Beratung zur Experten ihrer eigenen Problemlösungen werden können.

2. KLÄRUNG DER BEGRIFFLICHKEITEN: Es wird definiert, was unter Beratung und insbesondere Kooperativer Beratung im pädagogischen Kontext zu verstehen ist, wobei die Gleichwertigkeit der Gesprächspartner betont wird.

3. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Bezugsrahmen, basierend auf Menschenbildannahmen, Subjektiven Theorien und Handlungstheorien, die das Fundament für Kollegiale Beratung bilden.

4. PRINZIPIEN UND VORAUSSETZUNGEN: Hier werden die essenziellen Rahmenbedingungen wie Gruppengröße, Freiwilligkeit, symmetrische Beziehungsgestaltung und eine strukturierte Prozessführung für eine erfolgreiche Beratungsgruppe dargestellt.

5. ANLÄSSE: Die Autorin beschreibt die zunehmende Komplexität und die Belastungsfaktoren im Lehrerberuf, die den Bedarf an Unterstützungssystemen innerhalb der Schule begründen.

6. ZIELE UND FUNKTIONEN: Der Fokus liegt auf der kooperativen Lösungsfindung, Entlastungsfunktionen sowie der Professionalisierung durch Reflexion und den Aufbau sozialer Kompetenzen innerhalb der Gruppe.

7. PROBLEME UND GRENZEN: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Limitationen auseinander, insbesondere wenn es um persönliche Krisen geht oder wenn Beratungsprozesse durch fehlende Distanz oder fehlendes professionelles Feedback scheitern können.

8. BEISPIELHAFTE MODELLE: Detaillierte Darstellung von Beratungsansätzen wie KOPING nach Wahl, dem Reflektierenden Team nach Andersen und der Kollegialen Supervision nach Mutzeck als praxisnahe Modelle.

9. SCHLUSS: Die Autorin zieht ein abschließendes Resümee, in dem sie bekräftigt, dass Lehrpersonen sehr wohl zu Beratungsexperten werden können, sofern individuelle Rahmenbedingungen beachtet werden und die Beratung als ergänzendes Instrument verstanden wird.

Schlüsselwörter

Kollegiale Beratung, Schule, Supervision, KOPING, Kooperative Beratung, Subjektive Theorien, Lehrerbelastung, Beratungsexpertise, Reflexion, Gruppenberatung, Professionalisierung, Problemlösung, Interaktion, Handlungsfähigkeit, Entlastung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Wirksamkeit der kollegialen Beratung als Unterstützungssystem für Lehrkräfte in der Schule.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die wissenschaftlichen Grundlagen der Beratung, methodische Voraussetzungen für Gruppen, die Funktion von Supervision im Schulkontext und die praktische Anwendung unterschiedlicher Beratungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit Lehrer trotz ihrer Rolle als pädagogische Laien durch strukturierte Beratungsprozesse eigene Ressourcen erschließen und professionelle Lösungen für Schulalltagsprobleme entwickeln können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer Ansätze, insbesondere der Theorien von Wolfgang Mutzeck, Jörg Schlee und Diethelm Wahl.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Menschenbild, Handlungskonzeption), strukturelle Anforderungen an Beratungsgruppen und eine detaillierte Gegenüberstellung dreier spezifischer Beratungsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Kollegiale Beratung, Supervision, Lehrerbelastung, Kooperation und Reflexion.

Wie unterscheidet sich die Kollegiale Beratung von professioneller Supervision?

Der Hauptunterschied liegt in der Symmetrie der Teilnehmer: Bei der Kollegialen Beratung agieren Kollegen aus dem gleichen Umfeld ohne externen Experten, während Supervision in der Regel durch externe, professionell ausgebildete Berater durchgeführt wird.

Warum spielt das Konzept der "Subjektiven Theorien" eine so wichtige Rolle?

Da Probleme in einer Beratungssituation subjektiv interpretiert werden, ist die Veränderung der eigenen Sichtweise und Einstellung (die Subjektiven Theorien) oft die Voraussetzung, um neue Handlungsoptionen zu finden.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kollegiale Beratung in der Schule - Laien als Experten?
Untertitel
Eine Darstellung, wie Problemlösungen ohne Hilfe von außen möglich sind
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Grundlagen der Beratung
Note
1,5
Autor
Sonja Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
39
Katalognummer
V198412
ISBN (eBook)
9783656248347
ISBN (Buch)
9783656250562
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kollegiale Beratung Beratung Schule Problemlösung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sonja Schneider (Autor:in), 2012, Kollegiale Beratung in der Schule - Laien als Experten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198412
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  39  Seiten
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