Sprache ist ein wichtiges Instrument der Kommunikation. Alle Menschen haben das Bedürfnis etwas mitzuteilen, Fragen zu stellen, Aussagen über bestimmte Begebenheiten, Gedanken und Gefühle zu machen,, Befehle zu geben oder auch einfach ihr Wissen zu erweitern. Sprache ist dabei keineswegs ein einfaches Konstrukt, sondern wird durch die zahlreichen Absichten eines Sprechers in der täglichen Konversation geprägt und geformt. Dabei lässt die Form schon oft erkennen, um welche Art von Satz es sich handelt und welche Information am relevantesten für den Hörer ist. Letzteres geschieht nicht nur durch die Reihenfolge der Satzkonstituenten sondern wird zudem noch durch die Satzmelodie und Intonation bewirkt.
Dazu betrachten wir zunächst die funktionale Grammatik und grenzen sie dabei von der Generativen Grammatik ab, welche syntaktische Strukturen autonom betrachtet und nicht die Absicht des Sprechers und Verständnis des Hörer in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Der zweite Punkt stellt die Definition der Begriffe Thema und Rhema dar, welche für Kohärenz und Weiterführung der Konversation sorgen. Dem schließt sich die Thema- Rhema Gliederung an, welche die kommunikative Funktion von Sätzen beschreibt, die nicht rein syntaktisch erklärbar sind. Darauf folgen die inhaltlichen Faktoren welche den Sprecher dazu veranlassen, etwas als Thema oder Rhema zu wählen. Um von der kontextbezogenen zur satzinternen Betrachtung zu kommen, folgt die Topik- Kommentar- Gliederung, in der näher auf die Topik- Kennzeichnung eingegangen wird. Abschließend wird der Einfluss der Intonation welcher Thema und Rhema markiert geschildert und der, von der normalen Satzstellung abweichende Satz mit einem Kontrastakzent.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Funktionale Grammatik
3. Definition von Thema und Rhema
4. Die Traditionelle Thema-Rhema-Gliederung
4.1 Inhaltliche Faktoren der Thema-Rhema-Gliederung
5. Topik und Kommentar
6. Intonation
6.1 Akzentsenkung und Vorerwähntheit
6.2 Akzent und Kontrast
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Grundlagen der Funktionalen Grammatik und deren Bedeutung für die Informationsstruktur von Sätzen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprecher durch sprachliche Mittel wie Satzbau, Topik-Kommentar-Gliederung und Intonation ihre kommunikativen Absichten steuern und wie diese Faktoren die grammatikalische Struktur beeinflussen.
- Grundlagen und Definition der Funktionalen Grammatik
- Die funktionale Satzperspektive (Thema-Rhema-Gliederung)
- Topik-Kommentar-Strukturen und ihre Kennzeichnung
- Die Rolle der Intonation bei der Informationsvermittlung
- Einfluss von Kontrasten auf Satzakzent und Wortstellung
Auszug aus dem Buch
4. Die traditionelle Thema-Rhema-Gliederung
Die Thema-Rhema Gliederung, auch bekannt als funktionale Satzperspektive, funktionale Mitteilungsperspektive oder aktuale Satzgliederung, geht zurück auf Vilém Mathesius, welcher der Prager Schule angehörte und den Anfang machte in der Analyse von Sätzen, die geteilt wurden in bekannte und neue Information, oder auch Thema und Rhema. Auch E.Benĕs, J.Firbas, Sgall und Danes sind weitere, welche diese Theorie entwickelt und ausgearbeitet haben. (Welke 141; Lötscher 61)
Auch wenn diese unterschiedliche Ansätze zur Erklärung bieten, so haben sie doch gemeinsam, dass sie sich auf kommunikative Erklärungsmuster berufen und sich einer funktionalistischen Betrachtungsweise bedienen. (Lötscher 61) Dabei behandeln sie Fragen und Probleme der Satzbetonung und Wortstellung.
Die Prager Schule sieht wie schon oben beschrieben, Sprache als Kommunikationsmittel und nicht in erster Linie strukturbezogen (Dürscheid 168) Dazu ist es notwendig zu untersuchen, was den Sprecher dazu bewegt einen Satz mit einer bestimmten Satzstellung zu äußern. Denn alleine syntaktische Diskrepanzen zu benennen reicht oft nicht aus um einen Satz ausreichend zu erklären (Dürscheid 168)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Sprache als Kommunikationsinstrument ein und skizziert den theoretischen Rahmen der Untersuchung von Satzstruktur und Sprecherabsicht.
2. Was ist Funktionale Grammatik: Das Kapitel erläutert die Abgrenzung der Funktionalen Grammatik zur Generativen Grammatik und betont die Rolle der Kommunikation als Grundlage syntaktischer Strukturen.
3. Definition von Thema und Rhema: Hier werden die zentralen Begriffe der Informationsgliederung definiert, wobei das Thema als bekannte und das Rhema als neue Information innerhalb eines Kontextes beschrieben wird.
4. Die Traditionelle Thema-Rhema-Gliederung: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung der funktionalen Satzperspektive und diskutiert ihre Bedeutung für die Analyse von Sätzen.
4.1 Inhaltliche Faktoren der Thema-Rhema-Gliederung: Es wird analysiert, welche Kriterien wie Vorerwähntheit und Bekanntheit einen Sprecher dazu veranlassen, bestimmte Elemente als Thema oder Rhema zu markieren.
5. Topik und Kommentar: Das Kapitel führt die satzinterne Analyse von Topik und Kommentar ein und unterscheidet diese von der Thema-Rhema-Gliederung.
6. Intonation: Es wird untersucht, wie durch Satzmelodie und Akzentsetzung Informationen im Satz hervorgehoben oder gesteuert werden.
6.1 Akzentsenkung und Vorerwähntheit: Dieses Kapitel erläutert, wie bei bereits bekannter Information die Akzentuierung gesenkt wird, um den Fokus auf neue Elemente zu lenken.
6.2 Akzent und Kontrast: Es wird erklärt, wie Kontraste die Satzstruktur beeinflussen und durch gezielte Akzentuierung von der Standardwortstellung abweichende Aussagen getroffen werden.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass Sprache primär ein funktionales System ist, das vom Sprecher kreativ zur Gestaltung der Kommunikation genutzt wird.
Schlüsselwörter
Funktionale Grammatik, Thema, Rhema, Satzperspektive, Topik, Kommentar, Intonation, Akzentsenkung, Kontrastakzent, Sprachwissenschaft, Syntax, Informationsstruktur, Prager Schule, Kommunikationsmittel, Satzbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Prinzipien der Funktionalen Grammatik und untersucht, wie Sprecher durch verschiedene sprachliche Strukturen die Informationsverteilung in Sätzen steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Thema-Rhema-Gliederung, der Topik-Kommentar-Struktur, dem Einfluss der Intonation sowie der Bedeutung des Satzakzents.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu verdeutlichen, dass Sätze nicht rein syntaktisch erklärbar sind, sondern als Ausdruck der kommunikativen Intention des Sprechers in einem spezifischen Kontext betrachtet werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-linguistische Analyse, indem sie existierende Modelle (wie das der Prager Schule) und linguistische Theorien zur funktionalen Satzperspektive zusammenführt und vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Informationsgliederung (Thema/Rhema, Topik/Kommentar) sowie die Rolle der Intonation und des Akzents bei der Hervorhebung neuer oder kontrastierender Informationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Funktionale Grammatik, Informationsstruktur, Thema-Rhema-Gliederung, Intonation und Satzakzent.
Warum spielt die Intonation bei der Thema-Rhema-Unterscheidung eine so große Rolle?
In der gesprochenen Sprache ist die Intonation das entscheidende Mittel, um durch Satzakzente zu markieren, welche Information als neu (Rhema) oder als besonders kontrastreich hervorgehoben werden soll.
Wie unterscheidet sich das Topik vom Thema?
Während das Thema kontextabhängig bestimmt wird, erlaubt die Topik-Kommentar-Gliederung eine satzinterne Bestimmung des Bezugsrahmens (Topik), worüber im Kommentar eine Aussage getroffen wird.
Welchen Einfluss hat die Wortstellung auf die Informationsstruktur im Russischen?
Das Russische ermöglicht aufgrund grammatikalischer Endungen eine freie Wortstellung, wobei die Abfolge oft pragmatisch durch die Absicht des Sprechers (z.B. Thema-Rhema oder Kontrast) gesteuert wird.
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- Susanne Wrobel (Author), 2012, Was ist Funktionale Grammatik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198433