Geographische Expedition Australien: Ludwig Leichhardt - Patrick Whites 'Voss'


Hausarbeit, 2010

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Ludwig Leichhardt: Biographisches und seine Expeditionen

3. Thesen
3.1 ‚Um verschollen zu gehen, bedarf es keiner Reise, keiner Expedition und keiner prototypischen Orte.’
3.2 ‚Ludwig Leichhardt war ein Hasardeur.’

4. Wichtige Aspekte zum literarischen Werk ‚Voss‘

5. Thesen
5.1 ‚Laura Trevelyan und Voss: Vertrautheit und Liebe erst in weiter Ferne.‘
5.2 ‚Nationales Identitätsbewusstsein: Voss ist als Fremder inniger mit
Australien verbunden als jene, die das Land ihre Heimat nennen könnten.‘

6. Schluss

Quellen-/Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit geht es um den deutschen Forscher und Entdecker Ludwig Leichhardt und um den Roman ‚Voss’ (1957) von dem australischen Schriftsteller Patrick White (1912 – 1990).

Der Name des Romans steht für den Protagonisten Johann Ulrich Voss, dem die reale Person Ludwig Leichhardt entspricht. 1848 ist Leichhardt mit seiner Expeditionstruppe bei seinem Durchquerungsversuch des australischen Kontinents von Ost nach West verschollen gegangen. Die (letztendlich gescheiterte) Expedition und die Person des Forschers wählte White als Basis für sein Werk – es ist ein in auktorialer Erzählweise verfasster Roman, in dem der Autor uns die australische Gesellschaft mit all „ihren sozialen Schichtungen, kulturellen und ökonomischen Erscheinungsformen, Problemen und Widersprüchen“[1] aufzeigt. ‚Voss’ ist also kein abenteuerlicher Verschollenheitsroman, sondern ein australischer Gesellschaftsroman, obwohl der Figur Voss die bedeutendste Rolle zukommt. Es geht also um die kolonial geprägte Zeit Australiens in den 1840er Jahren.

White ist Australiens bislang einziger Literaturnobelpreisträger. Diese hohe Auszeichnung bekam er 1973 für seinen ‚Voss’.

Der erste Teil der Hausarbeit bezieht sich auf Ludwig Leichhardt: Zunächst werden biographische Aspekte und seine Expeditionen erwähnt und anschließend werden zwei Thesen bezüglich Verschollenheit und Leichhardt erörtert.

Der zweite Teil der Hausarbeit widmet sich dem Roman ‚Voss’: In ausgewählten, wichtigen Aspekten wird erwähnt, was er darstellt, beinhaltet und aussagt; dann werden zwei Thesen analysiert, einmal bezüglich der beiden Hauptfiguren im Roman und schließlich zum Thema ‚Nationales Identitätsbewusstsein’.

2. Ludwig Leichhardt: Biographisches und seine Expeditionen

Ludwig Leichhardt, mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Ludwig Leichhardt, wurde am 23. Oktober 1813 als sechstes von neun Kindern in Sabrodt, Brandenburg geboren und verstarb vermutlich 1848 in Zentralaustralien.

Er war deutscher Zoologe, Entdecker, Geologe und Botaniker. ‚Leichh.’ lautet sein offizielles botanisches Autorenkürzel. Er ging in Cottbus zur Schule und erwarb dort im Jahr 1831 das Abitur. Ab 1831 studierte er in Berlin. 1833 wechselte er zur Universität Göttingen und studierte dort praktische Philosophie, Religionsgeschichte und Sprachwissenschaften, später Naturgeschichte, Botanik, Metaphysik und Physik. Dort lernte er auch William Nicholson und dessen Bruder John kennen, die ihn 1837 nach England mitnahmen. Sie studierten in London und Paris am Muséum d’histoire naturelle. William Nicholson und Leichhardt bereisten Frankreich, Italien und die Schweiz im Jahre 1840. 1841 reiste Leichhardt nach Australien, um die noch unbekannten Gebiete zu erforschen. 1842 kam er in Sydney an.[2]

Expeditionen

Auf seiner ersten Expedition entdeckte Leichhardt die Ost-Nord-Route durch Australien. Diese führte ihn von Jimbour über 4800 km in das Northern Territory nach Port Essington.

Sein Reisebericht ‚Tagebuch einer Landreise in Australien von Moreton-Bay nach Port Essington während der Jahre 1844 und 1845’ half Abenteurern und Siedlern, das Neuland zu erobern.

Außerdem entdeckte Leichhardt bei seiner ersten Expedition Australiens größtes Kohlelager und trug so zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes bei.

1847 sollte die zweite Expedition von Swan River bis zur australischen Westküste starten. Allein die Distanz von der australischen Ostküste bis zu den Ansiedlungen des im Südwesten gelegenen Swan-Landes beträgt 3000 km.

Leichhardt verbringt ein halbes Jahr in Sydney und beschäftigt sich neben einer Fülle wissenschaftlicher Aufgaben trotzdem mit seiner zweiten geplanten Forschungsreise. Er erhofft sich, Aufschluss zu erhalten über die geomorphologische Struktur der riesigen Landmasse Süd- und Westaustraliens zwischen den Darling Downs und dem Indischen Ozean und über den allmählichen Wechsel der Tierarten und Pflanzen von einer Küste zur anderen.

Die vorgesehene Route, welche mehr als 2500 km beträgt, geht später aufgrund ihrer Vegetationsarmut als ‚Nullarborebene’ in die Karten ein.

Leichhardt veranschlagt für die Reise zum Swan-River zweieinhalb Jahre.

Er steckt das gesamte gesammelte wie auch geschenkte Vermögen uneigennützig in die Ausstattung für das neue Unternehmen. Anfang Dezember 1846 beginnt sein Vorhaben. Noch ehe die Expedition richtig begonnen hat, führen mehrere unglückliche Umstände Leichhardt und seine Gruppe im Mai 1847 zur Rückkehr nach Sydney. Doch bereits auf der Rückkehr nach Sydney plant er den nächsten Start ins Landesinnere.

Die geographische Gesellschaft Englands und Frankreichs vergeben an Leichhardt die Goldene Medaille. Dies sind zwei hohe Ehrungen für Leichhardt. In seinem Vaterland bleibt ihm die Ehrung allerdings noch versagt.

Im Dezember 1847 verlässt Leichhardt Sydney, um endlich die Ost-West-Durchquerung des Kontinents Wirklichkeit werden zu lassen. Zu seinen Gruppenmitgliedern zählt unter anderem auch sein Schwager August Classen aus Hamburg. Zunächst dringen sie von der Birell-Station zur Macpherson-Station auf den Fitzroy-Dünen weiter nach Westen vor. Leichhardt kehrt zu Mr. Macphersons Station zurück, um den Siedlern von den großen Flächen fruchtbaren Landes zu berichten. Nach der Überbringung dieser Nachricht schreibt er am 3. April 1848 seinen letzten Brief von der Station am Cogoon-Fluss an seinen Freund Lynd in Sydney. Dieser stellt das letzte Lebenszeichen Leichhardts dar. Die Spuren der gesamten Expeditionsgruppe verlieren sich in den unendlichen Weiten Australiens.[3]

Suchexpeditionen

Die erste Suchexpedition startete 1852 aus Sydney unter der Führung von Hovenden Hely, einem Gefährten Leichhardts auf der gescheiterten Expedition.

Dieser trifft auf Spuren der Leichhardt-Expedition. Er begeht allerdings einen großen Fehler, indem er den Geschichten von Eingeborenen Glauben schenkt, die ihm erzählen, Leichhardt und seine Kameraden wären von Aborigines erschlagen worden, woraufhin er die gefundenen Spuren nicht weiterverfolgt.

1855 wird der britische Australienforscher August Charles Gregory mit einer

weiteren Suchexpedition beauftragt. Aufgrund von Wassermangel scheitert auch diese.

Er startet zwei weitere Suchexpeditionen, wobei er wertvolle Beiträge zur Erschließung der australischen Nord- und Nordostregion leistet.

Als weitere Suchexpeditionen nach den Leichhardt-Männern können auch die von John McDouall Stuart und anderen Forschungsmännern gewertet werden.

1860 beginnt eine bedeutende Wendung bei der Erschließung des australischen Kontinents. McDouall Stuart pflanzte eine britische Flagge an den Ufern des Van-Diemen-Golfes auf.

Scharen von Expeditionen durchkreuzten das Landesinnere auf der Suche nach

den Verschollenen. Je weiter die Europäer beim Bau von Straßen und Eisenbahnstrecken ins Landesinnere vordringen und je häufiger sie dabei mit den Eingeborenen in Berührung kommen, desto mehr verhärtet sich das Gerücht, Leichhardt und seine Männer hätten weit zurückgezogen im westaustralischen Tafelland bei einem Stamm der Aborigines Aufnahme gefunden und würden dort noch leben.

Dies erreichte später auch die Ohren der Europäer und führte zu einer weiteren Leichhardt-Suche.

Eine Vielzahl neuer Hinweise und vermeintlicher Lösungen über das Verschwinden der Expeditionsgruppe folgen. Noch in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gelangten Informationen über das Schicksal der vermissten Gruppe nach Adelaide. Diese stimmten mit jener Version, nach der die Expeditionsmitglieder von Aborigines ermordet worden waren, überein.

Bekannt ist, dass Leichhardt auf seinen Reisen, vor allem an wichtigen Orientierungspunkten, in Bäume sein Signum, ein großes L., einkerbte. Zwei dieser Bäume wurden entdeckt, der eine 1888 und ein weiterer 1949. Falls es sich tatsächlich um Leichhardt Bäume handelt, würde dieser Fund die spärliche Reihe von Angaben bestätigen, wonach die Ost-West-Durchquerung der Leichhardt-Expedition wahrscheinlich in den nördlichen Ausläufern der Simpson-Wüste ihr tragisches Ende fand.[4]

Unvergessene Forschungsleistung

Von der großen Popularität Leichhardts in Australien zeugt allein die jahrelange Suche nach der Expeditionsgruppe. Leichhardt gilt in Australien als Nationalheld. Man benannte Gebirge, Ortschaften, Flüsse und auch Pflanzen nach ihm. Dazu sind unter anderem der Mount Leichhardt, der Leichhardt River und die Leichhardt Street zu zählen. In Deutschland fand Leichhardt allerdings erst später die Anerkennung, die ihm gebührte.

[...]


[1] White (Ausgabe 1987): Bucheinband.

[2] Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Leichhardt (23.02.2010, 24.02.2010)

[3] Unterpunkt ‚Expeditionen’: Vgl. Felden 1996: 138 – 146.

[4] Unterpunkt ‚Suchexpeditionen’: Vgl. Felden 1996: 148 – 153.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Geographische Expedition Australien: Ludwig Leichhardt - Patrick Whites 'Voss'
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autoren
Jahr
2010
Seiten
23
Katalognummer
V198459
ISBN (eBook)
9783656247555
ISBN (Buch)
9783656250166
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geographische, expedition, australien, ludwig, leichhardt, patrick, whites, voss
Arbeit zitieren
Ann Drechsler (Autor)Katja Hoffmann (Autor), 2010, Geographische Expedition Australien: Ludwig Leichhardt - Patrick Whites 'Voss', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198459

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