Zu Beginn wird die heutige Situation der Frau im Bundestag analysiert und die Standpunkte der etablierten Parteien im Bundestag zur Frauenquote beleuchtet. Um klären zu können warum gerade Frauen in der Politik einen nicht sehr großen Anteil ausmachen, werde ich anschließend Gründe für die Unterpräsentation der Frauen in der Politik nennen. Besonders werde ich auf die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und die Piratenpartei eingehen und sie aufgrund der Rolle der Frau in den Parteien vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition: Partizipation
3. Historische Entwicklung
4. Frauen im Bundestag
4.1 Parteien und die Frauenquote
5. Gründe für die Unterpräsentation von Frauen in der Politik
6. SPD
6.1 Die ASF
6.2 Gleichstellung von Frauen und Männern in der SPD
6.3 Die SPD und die Frauenquote
7. Die Piratenpartei
7.1 Wer sind die Piraten?
7.2 Frauen in der Piratenpartei
8. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Partizipation von Frauen in deutschen politischen Parteien mit dem Ziel aufzuzeigen, dass trotz rechtlicher Gleichstellung im Grundgesetz weiterhin keine geschlechtergerechte Teilhabe existiert und strukturelle Barrieren bestehen bleiben.
- Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Frauenwahlrechts und der politischen Partizipation.
- Analyse der aktuellen Repräsentanz von Frauen im Deutschen Bundestag.
- Untersuchung der strukturellen Gründe für die Unterpräsentation von Frauen in der Politik.
- Vergleichende Fallstudie zwischen der SPD und der Piratenpartei hinsichtlich ihrer Gleichstellungspolitik.
- Diskussion über die Relevanz und Wirkung von Frauenquoten als politisches Steuerungsinstrument.
Auszug aus dem Buch
4. Frauen im Bundestag
Der Anteil der Frauen im Bundestag spiegelt den Anteil der Frauen in der Bevölkerung nicht wieder (vgl. Alemann 2010: 204). Jedoch konnte man seit den 1980er Jahren eine deutliche Steigerung der Frauen im Bundestag verzeichnen, in der Wahlperiode von 1972 bis 1976 lag der Anteil der weiblichen Bundestagsabgeordneten lediglich bei 5,8 Prozent. Mit der Einführung innerparteilichen Frauenquoten stieg die Zahl weiter an, in der Zeit von 1983 bis 1988 stieg der Anteil auf 30,9 Prozent. Somit betrug der Frauenanteil zum 16. Bundestag 32,0 Prozent. Seither bliebt der Anteil jedoch ungefähr gleich und ein Aufwärtstrend ist nicht mehr zu erkennen (vgl. ebd.: 204 f.).
Im europäischen Vergleich liegt der Deutsche Bundestag mit einem knappen Drittel weiblicher Abgeordneter heute im oberen Bereich. Die skandinavischen Staaten und die Niederlande übertreffen den deutschen Bundestag jedoch deutlich mit ihrem Anteil an weiblichen Abgeordneten (vgl. ebd.: 205).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der geschlechtergerechten Partizipation in der deutschen Politik und begründet die methodische Vorgehensweise durch den Vergleich etablierter Parteien.
2. Definition: Partizipation: Das Kapitel erläutert den Begriff der politischen Partizipation und differenziert zwischen konventionellen und unkonventionellen Beteiligungsformen.
3. Historische Entwicklung: Der historische Abriss skizziert den Weg von den frühen Parteiverboten für Frauen über die Einführung des Frauenwahlrechts 1918 bis hin zur verfassungsrechtlichen Gleichstellung.
4. Frauen im Bundestag: Hier wird der Anstieg des Frauenanteils seit den 1980er Jahren dokumentiert und mit dem europäischen Vergleich kontextualisiert.
5. Gründe für die Unterpräsentation von Frauen in der Politik: Das Kapitel analysiert Barrieren wie männlich geprägte Parteistrukturen, Karrieremuster, den sozio-ökonomischen Status sowie die mediale Darstellung von Politikerinnen.
6. SPD: Diese Analyse untersucht die historische Rolle der SPD bei der Förderung von Frauenrechten und stellt die Arbeit der ASF sowie die innerparteiliche Quote vor.
7. Die Piratenpartei: Die Untersuchung der Piratenpartei dient als Kontrast zur SPD, wobei die Herausforderungen der Gleichstellung in einer jungen, basisdemokratischen Partei beleuchtet werden.
8. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass strukturelle Diskriminierung trotz Quotenregelungen weiterhin besteht und ein grundlegender Wandel in der Parteienkultur notwendig bleibt.
Schlüsselwörter
Partizipation, Frauenquote, Bundestag, Geschlechtergerechtigkeit, SPD, Piratenpartei, ASF, Politische Partizipation, Gleichstellungspolitik, Unterpräsentation, Gender Mainstreaming, Frauenwahlrecht, Parteistrukturen, Politische Karriere, Frauenförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Grad der politischen Partizipation von Frauen in Deutschland und hinterfragt die Annahme, dass trotz rechtlicher Gleichstellung tatsächlich geschlechtergerechte Verhältnisse in politischen Parteien herrschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Frauenrechte, die aktuelle Datenlage zur Repräsentation im Bundestag, strukturelle Barrieren für Frauen in der Politik sowie die Wirksamkeit von Frauenquoten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Frauen in der Politik der BRD unterrepräsentiert sind und dass trotz legislativer Erfolge weiterhin kein ausgewogenes Geschlechterverhältnis besteht.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse und vergleicht diese mit aktuellen Daten aus dem Bundestag sowie Fallbeispielen zur Gleichstellungspolitik der SPD und der Piratenpartei.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Betrachtung des Bundestags, eine Analyse der sozio-ökonomischen und strukturellen Ursachen für die Unterpräsentation von Frauen sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der SPD und der Piratenpartei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Partizipation, Frauenquote, Geschlechtergerechtigkeit, politische Strukturen und Unterpräsentation charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Frauenförderung in der SPD von der Haltung der Piratenpartei?
Während die SPD aktiv auf Frauenquoten und spezielle Arbeitsgemeinschaften wie die ASF setzt, lehnt die Piratenpartei feste Quoten als ordnungspolitische Instrumente ab und setzt stattdessen auf eine formale Gleichbehandlung, was jedoch zu Vorwürfen mangelnder Frauenförderung führt.
Warum wird die Piratenpartei in der Arbeit als Kontrast herangezogen?
Die Piratenpartei bildet einen interessanten Kontrast, da sie als "junge Partei" und "Internet-Partei" von männlichen Strukturen dominiert wird und ihr ablehnender Standpunkt zu Frauenquoten eine konträre Debatte zur etablierten Gleichstellungspolitik der SPD erzwingt.
- Citation du texte
- Juliane Seip (Auteur), 2012, Partizipation von Frauen in politischen Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198515