Im Rahmen einer studentischen Hausarbeit setzt sich der vorliegende Text mit Vorund
Nachteilen der Globalisierung auseinander. Hierbei wird verstärkt auf das Buch
von Joseph Stiglitz mit dem Titel: „Schatten der Globalisierung“ Bezug genommen
und dabei die Position des IWF kritisch bewertet.
Stiglitz war mehrere Jahre Wirtschaftsberater des amerikanischen Präsidenten
Bill Clinton und arbeitete später als Chefökonom der Weltbank. Im Jahr 2002 bekam
er den Nobelpreis für Ökonomie verliehen.
Während seiner Zeit als Vizepräsident der Weltbank wurde er zu einem immer schä rferen
Kritiker der reinen Theorie vom unregulierten freien Markt nach Keynes und
somit zu einem der intellektuellen Führer und Vorreiter der Neokeynesianisten. Er verteidigt demzufolge das Recht der Regierungen, aktiv regulierend in das Marktgeschehen
einzugreifen. Mit dieser Auffassung erntete er erheblichen Widerspruch. Er
schaffte sich so viele Widersacher, dass er schließlich seine Tätigkeit als Weltbank-
Vize aufgeben musste. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition: Was ist Globalisierung?
3. Am Prozess der Globalisierung beteiligte Institutionen
3.1. Der Internationale Währungsfond (IWF), Aufgaben und Instrumente
3.2. Die Weltbank, Aufgaben und Instrumente
3.3. Die Welthandelsorganisation (WTO)
4. Ursachen der Globalisierung
5. Vor- und Nachteile und Probleme im Prozess der Globalisierung
6. Folgen und Auswirkungen der fortschreitenden Globalisierung
6.1. Änderung der Zielvorgaben des IWF
6.2. Hohe Verschuldung der armen Länder
6.3. Politische Ziele und Quotenverteilung beim IWF
6.4. Politische Tätigkeit des IWF
6.5. Unflexibles Verhalten des IWF bei Problemen
6.6. Ungleiche Verteilung der IWF- Hilfsgelder
6.7. Zu schnelle Einführung ungeeigneter Programme
7. Möglichkeiten der Problemlösung
8. Reformansätze zur zukünftigen Gestaltung der Globalisierung
8.1. Anerkennung der Gefahren und Kosten der Kapitalmarktliberalisierung
8.2. Reformen des Konkursrechts und Moratorien
8.3. Zurückhaltung bei bail- outs
8.4. Eine bessere Regulierung des Bankensektors
8.5. Verbessertes Risikomanagement
8.6. Verbesserung der sozialen Sicherheitsnetze
8.7. Verbesserte Krisenreaktion
8.8. Weitere Maßnahmen
9. Schlussfolgerung
10. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit setzt sich kritisch mit den Vor- und Nachteilen der zunehmenden internationalen Vernetzung nationaler Volkswirtschaften auseinander. Dabei wird insbesondere das Werk „Die Schatten der Globalisierung“ von Joseph Stiglitz genutzt, um die Rolle und die Praktiken des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Globalisierungsprozess zu hinterfragen und Reformmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Kritische Analyse der Globalisierungsfolgen
- Untersuchung der Rolle internationaler Institutionen (IWF, Weltbank, WTO)
- Bewertung der Strukturanpassungspolitik des IWF
- Identifikation von Ursachen für globale wirtschaftliche Ungleichgewichte
- Diskussion von Reformansätzen für eine gerechtere Globalisierung
Auszug aus dem Buch
6.5. Unflexibles Verhalten des IWF bei Problemen
Nach der Einschätzung von Stiglitz werden beim IWF Entscheidungen „…auf der Grundlage einer sonderbaren Mixtur aus Ideologie und schlechter Ökonomie gefasst, eines Dogmas, das manchmal nur hauchdünn eigene Interessen zu verschleiern schien. Wenn Krisen auftraten, verordnete der IWF überholte, ungeeignete >>Standardlösungen<<, ohne sich um die Auswirkungen auf die Menschen in den Ländern zu scheren, die diese Vorgaben umsetzen sollten“ (Stiglitz, S. 12). Die vom IWF verordneten Programme mussten oftmals von den Empfängerländern ohne jede Veränderung umgesetzt werden, selbst wenn die Fakten bereits gegen diese Programme sprachen. Eines der jüngsten Beispiele für das blauäugige Vertrauen der sogenannten „Washington Boys“ des IWF, dass der Markt schon alles ins Lot bringen wird, ist der Zusammenbruch der argentinischen Volkswirtschaft. Dort hat die einheimische Regierung dem Druck des IWF nachgegeben, dessen Programme umgesetzt und trotzdem hat sich ihre wirtschaftliche Lage in ein Desaster verwandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Hausarbeit führt in die Thematik der Globalisierung ein und stellt den kritischen Bezug zum Werk von Joseph Stiglitz her.
2. Begriffsdefinition: Was ist Globalisierung?: Das Kapitel definiert Globalisierung als engere wirtschaftliche Verflechtung und beleuchtet die treibenden Kräfte sowie die Notwendigkeit ordnungspolitischer Steuerung.
3. Am Prozess der Globalisierung beteiligte Institutionen: Hier werden IWF, Weltbank und WTO als zentrale Akteure vorgestellt und ihre Aufgaben sowie ihr Einfluss auf den Globalisierungsprozess beschrieben.
4. Ursachen der Globalisierung: Die Ursachen werden in der weltweiten Arbeitsteilung, technischen Fortschritten bei Informations- und Kommunikationssystemen sowie der Liberalisierung der Märkte verortet.
5. Vor- und Nachteile und Probleme im Prozess der Globalisierung: Das Kapitel diskutiert den Übergang zu einem globalen Gesamtmarkt und beleuchtet die damit verbundenen Risiken wie erhöhte Sensibilität für äußere Schocks.
6. Folgen und Auswirkungen der fortschreitenden Globalisierung: Der Schwerpunkt liegt auf der kritischen Bewertung der IWF-Politik, einschließlich Verschuldungsproblematiken und unflexibler Anpassungsprogramme.
7. Möglichkeiten der Problemlösung: Es wird die Notwendigkeit einer regulierenden Politik betont, die Wirtschaftswachstum fördert und gleichzeitig eine gerechtere Verteilung der Wohlstandsgewinne sicherstellt.
8. Reformansätze zur zukünftigen Gestaltung der Globalisierung: Hier werden konkrete Vorschläge wie Konkursrechtsreformen, Bankenregulierung und verbesserte soziale Sicherheitsnetze diskutiert.
9. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung plädiert für eine differenzierte Betrachtung der Globalisierung und fordert eine bessere Abstimmung sowie Kontrolle der internationalen Institutionen.
10. Zusammenfassung: Das Kapitel fasst die wesentlichen Entwicklungen der Globalisierung, wie den Bedeutungsverlust nationalstaatlicher Grenzen, zusammen.
Schlüsselwörter
Globalisierung, IWF, Weltbank, WTO, Strukturanpassung, Kapitalmarktliberalisierung, Finanzkrise, Verschuldung, Wirtschaftswachstum, Protektionismus, Internationale Institutionen, Wirtschaftspolitik, Soziale Sicherheit, Marktintegration, Reformansätze
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht kritisch die Prozesse der Globalisierung und die Rolle der dabei beteiligten internationalen Institutionen, insbesondere des IWF.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Auswirkungen der globalen Vernetzung, die Kritik an standardisierten Wirtschaftsprogrammen für Entwicklungsländer und die politische Machtverteilung innerhalb des IWF.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die ambivalenten Effekte der Globalisierung aufzuzeigen und auf Basis von Joseph Stiglitz' Analysen konkrete Reformvorschläge für eine sozial verträglichere globale wirtschaftliche Gestaltung zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturgestützte, kritische Analyse, bei der er die Positionen von Joseph Stiglitz als theoretisches Fundament verwendet und durch eigene Argumente zur Rolle der Institutionen ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Globalisierung, die Funktionsweise internationaler Organisationen, die negativen Folgen der Strukturanpassungspolitik sowie Reformansätze für das internationale Finanzsystem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Globalisierung, IWF, Weltbank, Strukturanpassungspolitik, globale Finanzstabilität und internationale Reformansätze geprägt.
Warum übt der Autor Kritik an der "Strukturanpassungspolitik"?
Der Autor kritisiert, dass der IWF länderspezifische Gegebenheiten bei seinen Auflagen ignoriert, was oft zu sozialen Problemen wie Hunger und Arbeitslosigkeit führt, anstatt die gewünschte Stabilität zu erreichen.
Welche Rolle spielt die Stimmenverteilung im IWF für die globale Politik?
Der Autor sieht in der Stimmenverteilung ein Problem, da sie den reichen Industriestaaten – insbesondere den USA – ein Vetorecht einräumt, wodurch politische Interessen oft vor ökonomisch-wissenschaftliche Notwendigkeiten gestellt werden.
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- Claus-Philipp Prochaska (Author), 2003, Globalisierung - Segen oder Fluch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19859