Im Alter von 15 Jahren ist es ein hochspannendes Thema, wie man einen interessanten Partner kennenlernen und ansprechen kann. Beeinflusst wird das Ansprechverhalten auch und vor allem durch Vorbilder aus den Medien. Doch führen die erfolgverheißenden Phrasen, die im Fernsehen und in Foto-Lovestorys immer zum Ziel führen, auch in Wirklichkeit zu positiven Reaktionen? Anhand des Songs "Willst Du mit mir gehn?" von den Wise Guys untersuchen die Schüler verschiedene Anmachsprüche und versetzen sich in die Situation von Sender und Empfänger. Sie stellen dabei fest, dass Wirkabsicht und tatsächliche Botschaft oft weit von einander entfernt sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Lerngruppe
2.1 Didaktische Überlegungen zur Reihe
2.2 Didaktische Überlegungen zur Stunde
3. Lernziele
4. Methodische Überlegungen zur Stunde
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler für die Diskrepanz zwischen beabsichtigter Kommunikation und tatsächlicher Wirkung von Sprache in Alltagssituationen zu sensibilisieren, insbesondere anhand von Anmachsprüchen.
- Reflexion über Sprachverwendung und kommunikative Wirkung
- Analyse von Geschlechterrollen in der Kommunikation
- Entwicklung von Medien- und Lesekompetenz durch Textarbeit
- Methodische Vielfalt durch Gruppenarbeit und szenische Darstellung
Auszug aus dem Buch
2.2 Didaktische Überlegungen zur Stunde
Insbesondere die vorliegende Stunde zeigt für die SuS bezogen auf ihren entwicklungspsychologischen Stand hohe Bedeutung. Ihre Entwicklungsaufgaben schließen derzeit auch das Orientieren in ihrer Geschlechterrolle und das Vertiefen und Anbahnen neuer Beziehungen mit dem eigenen oder dem anderen Geschlecht ein. Untersuchungsgegenstand der Stunde ist deshalb eine Kennenlernsituation zwischen einem Mann und einer Frau und die stattfindende Kommunikation zwischen beiden. Hierzu erhalten die SuS das Lied „Willst du mit mir gehen?“ der Acappella-Band Wise Guys zur Untersuchung. Darin werde verschiedene Kennenlernfloskeln verwendet, wie sie klischeehaft in männlich-weiblichen Kommunikation vorkommen. Diese Floskeln sind auch häufig in Film- und Fernsehbeiträgen, in Liedern, Comics und Jugendzeitschriften zu finden. Immer wieder gibt es Medienrubriken wie „Die besten Anmachsprüche“ (allein 15000 Treffer bei Google), in denen platte Floskeln als „gute Smalltalk-Sätze, mit denen man 'sein Opfer' um den Finger wickeln kann“, angepriesen werden. Durch die medialen Vorbilder neigen einige Jugendliche zur Nachahmung des scheinbar erfolgreichen Flirtverhaltens. Oft hat dies allerdings (für den Sprecher unerklärliche) Ablehnung zur Folge, die das Selbstbewusstsein und den unbeschwerten Umgang mit dem anderen Geschlecht negativ beeinflussen kann.
Indem die SuS sich arbeitsteilig mit den Gefühlen der Ansprechenden und der Angesprochenen auseinandersetzen, arbeiten sie die Widersprüche zwischen Intension und Effekt heraus. Sie stellen fest, dass die Verwendung der Anmachsprüche das Gegenteil des Erwünschten bewirkt. Auch erlangen die SuS eine erste Vorstellung der Komponenten „Sender“ und „Empfänger“, wie sie ihnen beim Analysieren von verschiedenen Kommunikationsmodellen begegnen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Lerngruppe: Analyse der Lernvoraussetzungen der 9. Klasse, unter Berücksichtigung der Arbeitsweise, Motivation und der besonderen Zusammensetzung der Klassengemeinschaft.
2.1 Didaktische Überlegungen zur Reihe: Einordnung der Unterrichtsreihe in den Lehrplan und Begründung der Themenwahl sowie der sprachlichen Schwerpunkte.
2.2 Didaktische Überlegungen zur Stunde: Begründung der Themenwahl für die spezifische Stunde unter entwicklungspsychologischen Aspekten und Darstellung der kommunikationstheoretischen Relevanz.
3. Lernziele: Definition der Haupt- und Nebenlernziele, die primär auf die Erkenntnis der Wirkung von Floskeln in Kennenlernsituationen fokussieren.
4. Methodische Überlegungen zur Stunde: Erläuterung des methodischen Aufbaus, der Gruppenarbeitsphasen und der didaktischen Nutzung von Impulsen zur Aktivierung der Lernenden.
Schlüsselwörter
Deutschunterricht, Sprachreflexion, Anmachsprüche, Kommunikationsmodelle, Geschlechterrollen, Gruppenarbeit, Medienkompetenz, 9. Klasse, Unterrichtsvorbereitung, Wise Guys, Kennenlernsituation, Reflexionsbogen, Sprachvarietäten, Wirkungsanalyse, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Konzeption einer Unterrichtsstunde für die 9. Klasse im Fach Deutsch, in der Schülerinnen und Schüler die Wirkung von Sprachfloskeln im Kontext von Kennenlernsituationen reflektieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsreihe?
Die Reihe befasst sich allgemein mit der Reflexion über Sprache in Alltagssituationen, wobei Aspekte wie Jugendsprache, Anglizismen und geschlechterspezifische Kommunikation beleuchtet werden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Stunde?
Das Hauptziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Anmachsprüche in der Kommunikation häufig eine Diskrepanz zwischen der Intention des Senders und der tatsächlichen, oft irritierenden Wirkung auf den Empfänger aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Ansätze der didaktischen Analyse nach Klafki sowie Erkenntnisse aus der Sprachdidaktik genutzt, um handlungsorientierte Lernprozesse und Reflexionskompetenz zu fördern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Lerngruppe, didaktische Überlegungen, Lernziele und eine detaillierte methodische Planung der Unterrichtsstunde inklusive konkreter Arbeitsaufträge und Zeitplanung beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sprachreflexion, Kommunikationsmodelle, Anmachsprüche, Gruppenarbeit und Unterrichtsgestaltung geprägt.
Welche Rolle spielt das Lied der "Wise Guys" im Unterrichtsverlauf?
Das Lied dient als anschauliches Medienbeispiel, das klischeehafte Kennenlernfloskeln enthält und den Schülern ermöglicht, diese kritisch auf ihre Wirkung hin zu untersuchen.
Wie gehen die Schüler mit der "didaktischen Schwierigkeit" von Sprachreflexion um?
Die Lehrkraft thematisiert die Diskrepanz zwischen normativer Sprachlehre und offener Sprachreflexion, um Unsicherheiten bei den Schülern durch den Fokus auf reine Beobachtung abzufangen.
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- Mareike Hachemer (Author), 2011, Unterrichtsstunde: Reflexion über Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198653