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Unzuverlässiges Erzählen in "Die üblichen Verdächtigen"

Title: Unzuverlässiges Erzählen in "Die üblichen Verdächtigen"

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eva Schröder (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In meiner Arbeit möchte ich mich mit der narrativen Unzuverlässigkeit, dem sogenannten „unzuverlässigem Erzählen“ im Film auseinandersetzten. Daher werde ich zunächst die Theorie dieser Erzählform näher beleuchten. Um diese Art der Filmnarratologie in eine Praxis zu betten, werde ich folgend den Film „Die üblichen Verdächtigen“ (im Original „the Usual Suspects“) vorstellen und ihn aufgrund der Theorie analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unzuverlässiges Erzählen

3. „Die üblichen Verdächtigen“ – Handlung

4. Unzuverlässiges Erzählen in „Die üblichen Verdächtigen“

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das filmische Phänomen des „unzuverlässigen Erzählens“ anhand des Kriminalfilms „Die üblichen Verdächtigen“. Ziel ist es, die narratologische Theorie auf die filmische Praxis zu übertragen, um die Mittel und Wege aufzuzeigen, mit denen die Erzählinstanz den Rezipienten gezielt manipulieren und durch bewusste Auslassungen oder Fehlinformationen in die Irre führen kann.

  • Theoretische Grundlagen des unzuverlässigen Erzählens in Literatur und Film.
  • Narratologische Konzepte wie Fokalisierung und voice-over Verfahren.
  • Analyse der Handlung und der narrativen Struktur des Films „Die üblichen Verdächtigen“.
  • Untersuchung der audiovisuellen Ebene als verstärkendes Element der Unzuverlässigkeit.
  • Identifikation narrativer Strategien wie dem „MacGuffin“ zur Täuschung des Zuschauers.

Auszug aus dem Buch

4. Unzuverlässiges Erzählen in „Die üblichen Verdächtigen“

Nach den schon erläuterten Theorien und Definitionen ist der vorgestellte Film ein eindeutiges Beispiel für unzuverlässiges Erzählen. Verbal Kint ist der homodigetische Erzähler, der uns aus seiner Sicht bzw. nach seinem Gutdüngen, die Geschichte erzählt. So meint Maurice Lahde dazu, dass es „kennzeichnend für den Erzähler in The Usual Suspects ist, dass er ein für jede Narration konstitutives Moment, die Mitarbeit des Rezipienten an der Konstruktion der Fabel, bewusst reflektiert und für seine Betrugsabsichten nutzbar macht.“ (Liptay, 2005, 294)

Dies wird sichtbar, wenn Kint immer wieder flexibel auf Kujans Fragen während des Verhörs eingehen muss und seine zu erzählende Geschichte anpasst. So ist es auffällig, dass Kint erst von Keyser Soze berichtet, nachdem Kujan ihn darauf anspricht. Bis zu dem Zeitpunkt lag das Hauptaugenmerk auf der Schuld Keatons allein.

Robert Vogt besagt zudem, dass narrative Unzuverlässigkeit somit anzunehmen ist, „wenn die Schilderungen eines Erzählers zweifelhaft erscheinen und dem Rezipienten Einblicke in die verzerrte Weltsicht offenbaren.“ (Kaul, 2009, 39) Und dies ist auch bei Verbal Kint der Fall. Zunächst scheint es nicht aufzufallen, doch schnell werden dem Zuschauer einige Lücken innerhalb der Erzähllogik Kints klar. So berichtet Kint am Anfang seiner Rückblende von den Verhören der einzelnen Mithäftlinge. Dies ist jedoch ein erster logischer Bruch, da er persönlich gar nicht anwesend gewesen sein kann. So passiert dies im Laufe des Films immer wieder, dass Kint von Szenen berichtet, von denen er nicht wissen kann, wie sie abgelaufen sind. Der Zuschauer akzeptiert dies zwar als „formale Unabhängigkeit“ (vgl. Liptay, 2005, 300), doch dies verstärkt nur den Eindruck, welch große Macht der voice-over narrator besitzt und wie er die Geschichte kontrollieren und auch lenken kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der narrativen Unzuverlässigkeit im Film vor und erläutert das methodische Vorgehen anhand des Films „Die üblichen Verdächtigen“.

2. Unzuverlässiges Erzählen: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen des unzuverlässigen Erzählens, inklusive verschiedener Definitionen sowie narratologischer Begriffe wie Fokalisierung.

3. „Die üblichen Verdächtigen“ – Handlung: Hier erfolgt eine inhaltliche Zusammenfassung der Filmhandlung von Bryan Singers „Die üblichen Verdächtigen“ von 1995.

4. Unzuverlässiges Erzählen in „Die üblichen Verdächtigen“: Dieser Abschnitt analysiert den Film konkret auf seine unzuverlässigen narrativen Strukturen, die visuelle Ebene und die Rolle des Erzählers Verbal Kint.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und ordnet den Film in den historischen Kontext des modernen „Mindfuck-Kinos“ ein.

Schlüsselwörter

Unzuverlässiges Erzählen, Filmnarratologie, Verbal Kint, Die üblichen Verdächtigen, Wayne C. Booth, Fokalisierung, voice-over, Faktisch-mimetische Unzuverlässigkeit, MacGuffin, Mindfuck-Film, narrative Struktur, Rezipiententäuschung, Erzählinstanz, Bryan Singer, Filmtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem narratologischen Konzept des unzuverlässigen Erzählens und dessen Anwendung auf das Medium Film, konkret anhand des Werkes „Die üblichen Verdächtigen“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition unzuverlässigen Erzählens, die narrative Manipulation des Rezipienten sowie die visuelle Unterstützung dieser Täuschung durch filmische Mittel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein homodigetischer Erzähler die Geschichte bewusst verzerrt, um den Zuschauer gezielt zu manipulieren und falsche Schlüsse ziehen zu lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die filmnarratologische Analyse, um Theorie und Praxis zu verknüpfen, wobei Konzepte wie Fokalisierung nach Genette und Definitionen von Booth und Nünning angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Handlungsbeschreibung des Films und eine detaillierte Analyse der narrativen Brüche sowie der visuellen Strategien, die Verbal Kints Unzuverlässigkeit stützen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind unzuverlässiges Erzählen, Filmnarratologie, Fokalisierung, Manipulation des Rezipienten und der Film „Die üblichen Verdächtigen“.

Inwiefern ist Verbal Kint ein unzuverlässiger Erzähler?

Kint nutzt seine Position als Erzähler, um Informationen zurückzuhalten oder zu erfinden. Er berichtet von Szenen, bei denen er gar nicht anwesend war, und passt seine Geschichte flexibel an die Fragen des Ermittlers an.

Welche Bedeutung hat der „MacGuffin“ in diesem Film?

Der doppelte MacGuffin lenkt die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf unwichtige Details, wie etwa das Tauhaufen, um ein Gefühl von tieferer Bedeutung zu erzeugen und die Täuschung des Zuschauers zu perfektionieren.

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Details

Title
Unzuverlässiges Erzählen in "Die üblichen Verdächtigen"
College
TU Dortmund  (Germanistik)
Grade
1,0
Author
Eva Schröder (Author)
Publication Year
2012
Pages
9
Catalog Number
V198696
ISBN (eBook)
9783656251743
ISBN (Book)
9783656252719
Language
German
Tags
Germanistik Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Schröder (Author), 2012, Unzuverlässiges Erzählen in "Die üblichen Verdächtigen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198696
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