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Europäische kollektive Identität

Titel: Europäische kollektive Identität

Essay , 2011 , 6 Seiten

Autor:in: Patrick Schröder (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Quo vadis Europäische Union? Die aktuelle Staatsschuldenkrise im Euroraum stellt sich als eine ernsthafte Herausforderung für die EU dar. Dabei belasten Haushaltskrisen einzelner Mitgliedstaaten die gesamte Union und gefährden somit das europäische Einigungswerk. In der medialen Öffentlichkeit um die Rettung der Europäischen Union klingen gelegentlich nationalen Identitätsbezüge an. Als exemplarisches Beispiel kann hierfür eine griechische Tageszeitung herangezogen werden, die die Deutschen als Euro-Nazis bezeichnete (vgl. Müller 2011: o.S.). Diese Beobachtung lässt erstens vermuten, dass die Identitätsbezüge der Unionsbürger weiterhin primär fokussierend auf den Nationalstaaten liegen und es daher kein ausgeprägtes europäisches Wir-Bewusstsein (unter den Unionsbürgern) gibt. Insbesondere forcieren zweitens die nationalen Bezüge eine Abgrenzung zwischen „uns“ und den „anderen“ europäischen Mitgliedsstaaten und erschweren zusätzlich die Herausbildung eines gemeinsamen Wir-Bewusstseins. Zu Recht stellt sich folglich die Frage, inwiefern überhaupt eine europäische Identität - also ein europäisches Wir-Bewusstsein - besteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Identifikation ist der Schlüssel

Warum bedarf es einer europäischen Identität?

Gibt es eine europäische Identität?

Hindernisse für die Herausbildung einer europäischen Identität

Die europäische Herausforderung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und den aktuellen Status einer europäischen kollektiven Identität im Kontext der Staatsschuldenkrise im Euroraum. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern eine tragfähige Identifikation der Unionsbürger mit dem europäischen Kollektiv existiert, um Solidarität zu stiften und das Demokratiedefizit der Europäischen Union zu reduzieren.

  • Analyse des soziologischen Konzepts der kollektiven Identität nach George H. Mead und Viktoria Kaina.
  • Untersuchung der drei Stufen der Identifikation: kognitiv, affektiv und konativ.
  • Diskussion der Notwendigkeit einer europäischen Identität für Solidarität und demokratische Akzeptanz.
  • Reflektion über Hindernisse und Herausforderungen bei der Identitätsbildung in einer technokratisch geprägten Union.

Auszug aus dem Buch

Identifikation ist der Schlüssel

Um eine zufriedenstellende Antwort zu erlangen, hilft das soziologische Konzept der kollektiven Identität, das maßgeblich von George H. Mead geprägt wurde und sich fortwährender inhaltlicher Erweiterung erfreut (vgl. Kaina 2009: 40). Hierbei handelt es sich ganz grundlegend verstanden um eine soziologisch komplexe Konstruktion, die die Zugehörigkeitsgefühle eines Individuums zu einem sozialen Gebilde - dem Unionskollektiv - bezeichnen (vgl. Kaina 2009: 40). Als soziales Kollektiv wird eine Vielzahl von Personen verstanden, die nicht miteinander in Interaktion stehen, jedoch über ein gemeinsames Werte und Normensystem verfügen und daher ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt haben (vgl. Lange et al. 2007: 340). Die bisherigen Definitionen stellen vor allem die affektive Dimension in den Vordergrund, dies macht eine notwendige Korrektur nötig. Infolgedessen wird die Definition von Kaina zugrunde gelegt und festgestellt, dass eine „kollektive Identität auf individueller Ebene als Identifikation von Personen mit einem Kollektiv“ (Kaina 2009: 47; Hervorgehoben im Original) bezeichne. Dies unterstreicht einerseits den Prozesscharakter und eröffnet anderseits die Möglichkeit, dass neben einer emotionalen (affektiven) Komponente, ebenso kognitive sowie konative Elemente analytisch nutzbar gemacht werden (vgl. Kaina 2009: 83).

Zusammenfassung der Kapitel

Identifikation ist der Schlüssel: Dieses Kapitel führt in das soziologische Konzept der kollektiven Identität ein und definiert die verschiedenen Ebenen der Identifikation, die für das Verständnis der Unionsbürgerschaft relevant sind.

Warum bedarf es einer europäischen Identität?: Hier werden die demokratietheoretischen und solidarischen Argumente dargelegt, warum eine gemeinsame Identität für das Fortbestehen der Europäischen Union essentiell ist.

Gibt es eine europäische Identität?: Dieser Abschnitt evaluiert empirisch, gestützt auf Eurobarometer-Daten, ob derzeit eine belastbare europäische Identität unter den Bürgern der EU vorhanden ist.

Hindernisse für die Herausbildung einer europäischen Identität: Das Kapitel beleuchtet, warum der historische Kontext der europäischen Integration – im Gegensatz zur klassischen Nationalstaatenbildung – die Identitätsstiftung erschwert.

Die europäische Herausforderung: Abschließend werden Strategien diskutiert, wie die Identitätspolitik der Union vertieft werden kann, um eine solide Akzeptanzbasis für europäische Entscheidungen zu schaffen.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Kollektive Identität, Identifikation, Unionsbürger, Solidarität, Demokratiedefizit, Soziologie, Integrationsprozess, Gemeinschaftsgefühl, Europa, Politische Elite, Eurobarometer, Vertrauen, Identitätspolitik, Staatsbürgerschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung und den Status einer europäischen kollektiven Identität für die Europäische Union und deren Stabilität in Krisenzeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das soziologische Konzept der kollektiven Identität, das Demokratiedefizit der EU und die Rolle von Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet, inwiefern eine europäische kollektive Identität unter den Unionsbürgern existiert und ob diese ausreicht, um die EU in Krisen zu legitimieren und zu stabilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen essayistischen Ansatz, der auf soziologischen Theorien (insb. George H. Mead und Viktoria Kaina) sowie einer Auswertung bestehender Meinungsumfragen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Identifikation, die Notwendigkeit einer europäischen Identität, die empirische Überprüfung ihres Vorhandenseins und die Analyse struktureller Integrationshindernisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere kollektive Identität, europäische Identität, Identifikation, Union, Solidarität, Demokratiedefizit und Integrationsprozess.

Warum erschwert die Art der europäischen Integration die Identitätsbildung?

Im Gegensatz zur historischen Nationalstaatenbildung fehlt der EU ein klassischer Gründungsmythos und ein vergleichbares Feindbild, da sie technokratisch und vertragsbasiert entstand.

Was ist das Ziel der sogenannten „identitätsstiftenden Identifikation“?

Das Ziel ist die Erreichung der höchsten Stufe, der „konativen Identifikation“, bei der Bürger aus einer inneren Überzeugung heraus solidarisch mit anderen europäischen Mitbürgern handeln.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Europäische kollektive Identität
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Autor
Patrick Schröder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
6
Katalognummer
V198792
ISBN (eBook)
9783656256366
Sprache
Deutsch
Schlagworte
europäische identität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Schröder (Autor:in), 2011, Europäische kollektive Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198792
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Leseprobe aus  6  Seiten
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