Burnout in der IT Branche

Unternehmensbezogene Ursachen und Konsequenzen für Burnout bei IT Fachkräften


Bachelorarbeit, 2012
22 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung
1.1 Aktualitat und Relevanz des Burnout-Syndroms
1.2 Theoretischer Hintergrund

2 Begriffseingrenzung Burnout
2.1 Abgrenzung von anderen Krankheiten
2.2 Symptomatik
2.3 Verlauf von Burnout

3 Begriffseingrenzung IT Branche
3.1 Die Rolle des Burnouts in der IT Branche

4 Stressoren als Ursachen fur die Entstehung von Burnout
4.1 Direkte Ursachen fur Burnout
4.2 Indirekte Ursachen fur Burnout

5 Konsequenzen von Burnout

6 Diskussion

7 Quellenverzeichnis

Abstract

Das Burnout-Syndrom ist aktueller denn je, da die Medien zurzeit taglich daruber berichten. Nach den internationalen Klassifikationssystemen ist Burnout keine Krankheit. Auf nationaler Ebene, in den Niederlanden und Schweden, gibt es bereits eine offizielle Burnout Diagnose. In den westlichen Landern stellen Informationstechnologie (IT) Unternehmen ein vermehrtes Auftreten von Burnout unter den Mitarbeitern fest. Die enorme Arbeitsbelastung und Widerspruche bzw. Ungewissheit bzgl. der Rollenerwartungen sind die Hauptursachen fur diese Problematik. Als Konsequenz wollen IT Angestellte immer haufiger das Unternehmen wechseln, sie fehlen ofter in der Arbeit und sind weniger produktiv. Diese Arbeitsstellen wieder zu besetzen ist fur ein Unternehmen sehr kostspielig. Aus diesem Grund sollen PraventionsmaBnahmen ergriffen werden.

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soil die Fragestellung behandelt werden welche Rolle Burnout in der IT Branche spielt und welche unternehmensbezogenen Ursachen und Konsequenzen fur Burnout bei IT Fachkraften damit einhergehen.

In der Einleitung wird auf die Aktualitat des Themas und den theoretischen Hintergrund eingegangen. Der Hauptteil (Kapitel 2-5) beschaftigt sich mit der Eingrenzung der Begriffe Burnout und IT Branche und behandelt die Fragestellung. In der Diskussion wird das Resumee der Arbeit gezogen.

Die in der Arbeit verwendeten Studien wurden ausschlieBlich in westlichen Industrielandern durchgefuhrt.

1.1 Aktualitat und Relevanz des Burnout-Syndroms

Das Thema Burnout ist sehr aktuell, was anhand zahlreicher Publikationen und den taglichen Beitragen in den Medien ersichtlich wird. Schatzungsweise sind schon uber 6.000 Bucher, Kapitel, Dissertationen und Zeitschriftenartikel zum Thema Burnout veroffentlicht worden (Schaufeli, Leiter & Maslach, 2009). In den Medien wird vor allem in letzter Zeit viel daruber diskutiert ob Burnout eine ernstzunehmende Erkrankung oder doch nur ein Modephanomen ist.

In Osterreich gibt es ca. 500.000 von Burnout Betroffene und schatzungsweise jeder Vierte Burger ist ein Risikokandidat (Berufliche Fortbildungszentren gemeinnutzige GmbH, 2011). GemaB den Betriebskrankenkassen leiden in Deutschland bereits ca. neun Millionen Menschen an Burnout (Korczak, Kister & Hube, 2010). Zahlreiche bekannte Namen aus dem Sport, der Musik und der Politik haben mit ihrem Bekenntnis zu Burnout Schlagzeilen gemacht. Weltsportler wie z. B. (ProfifuBballer Jan Simak oder Skispringer Sven Hannawald), Musiker (so z. B. Mariah Carey, Peter Plate von Rosenstolz) und Politiker (z. B. der Ministerprasident von Brandenburg Matthias Platzeck) mussten deshalb eine Zwangspause einlegen (Zedler, 2010). Die zuvor angefuhrten Beispiele sprechen fur die Relevanz dieses Themas und stellen somit eine Herausforderung fur die Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft dar.

1.2 Theoretischer Hintergrund

Der theoretische Hintergrund zum Thema Burnout ist beeinflusst von der Forschungsarbeit im Sozialbereich. Der Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger hat 1974 den Begriff Burnout gepragt. Er benutzte den Terminus um die graduelle emotionale Erschopfung, den Motivationsverlust und die reduzierte Bindung unter den freiwilligen Helfern der St. Mark’s Free Clinic (eine freie Klinik fur Drogenabhangige und Obdachlose in New York) zu beschreiben, wo er als Psychiater arbeitete. Freudenberger selbst erkrankte zweimal an Burnout, was ihn darin bestarkte dieses Syndrom in der Offentlichkeit bekannt zu machen. Zeitgleich entdeckte Christina Maslach Burnout in Kalifornien als sie SozialarbeiterInnen interviewte. Als Sozialpsychologin war Maslach an den Bewaltigungsstrategien dieser SozialarbeiterInnen interessiert. 1981 hat Maslach das erste Messinstrument entwickelt.

Im MBI (Maslach Burnout Inventory) wird Burnout an Hand dreier Skalen gemessen, die in der ursprunglichen Variante aus 22 Items bestehen. Die Skala fur die Emotionale Erschopfung (Emotional Exhaustion) besteht aus 9 Items. Die Skala der Depersonalisation setzt sich aus 5 Items zusammen und die Skala der Leistungs(un)zufriedenheit (Personal Accomplishment) besteht aus 8 Items (Schaufeli et al., 2009). Ein Beispielitem fur Emotionale Erschopfung ist: „Nach der Arbeit bin ich vollig fertig“ (Burisch, 2010, S. 34). Ein Beispielitem fur Depersonalisation ist: „Manche meiner Partner sind mir ziemlich gleichgultig“ (Burisch, 2010, S. 34). Und ein Beispielitem fur Personal Accomplishment ist: „Ich glaube ich kann mich in meine Partner gut hineinversetzen“ (Burisch, 2010, S. 34). Die Skala der emotionalen Erschopfung nach dem MBI ist wie folgt aufgebaut. Der Wertebereich erstreckt sich von 0 bis 54. Je hoher der Wert, desto hoher die emotionale Erschopfung und somit auch das Burnout Level. Ein Wert zwischen 1 und 16 zeigt einen niedrigen Level an. Ein Wert zwischen 17 und 26 zeigt ein mittleres Level an und alle Werte uber 27 weisen auf einen hohen Erschopfungsgrad hin (Huarng, 2001). Je hoher die Werte in den Skalen emotionale Erschopfung und Depersonalisation und je niedriger die Werte in der Skala personliche Leistungsfahigkeit, desto hoher ist das Burnout Level bzw. Risiko (Korczak et al., 2010). Dieser Selbstbeurteilungsfragebogen wurde bisher in uber 90% aller empirischen Burnout Forschungen angewandt (Burisch, 2010).

Das Burnout-Syndrom hat in seinen Anfangen vor allem zu Forschungsarbeiten im sozialen Dienstleistungsbereich gefuhrt. In den 80ern erkannten Forscher und Praktiker, dass Burnout ebenso auBerhalb des Sozialbereiches auftritt, bei Managern, Unternehmern, Arbeitskraften, Buroangestellten, so wie in praktisch allen Berufssparten (Schaufeli et al., 2009). Auf Grund dessen wurde der MBI uberarbeitet und zum MBI General Survey (MBI-GS) weiterentwickelt. Dieser setzt sich aus den Skalen Erschopfung, Zynismus und berufliche Leistung zusammen. Die 16 Items des MBI-GS enthalten dabei keine Aussagen, die mit Menschen in Verbindung stehen (Burisch, 2010).

„Wer ausbrennt, muss einmal gebrannt haben“, ist eine heute noch haufig gehorte Binsenweisheit. Allerdings ist nicht zwingend eine Uberforderung mit Burnout in Verbindung zu bringen. Im Gegensatz dazu haben neuere Studien festgestellt, dass rein psychische Anspannung zu physischer Erschopfung fuhren kann. Burisch (2010) hat das ebenso in seiner Studie an KrankenpflegeschulerInnen in den Jahren 2002 und 2003 bestatigen konnen (Burisch, 2010). Der Psychiater Ulrich Hegerl, Leiter der Klinik fur Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik Leipzig, unterstutzt diese Forschungsergebnisse indem er bekraftigt, dass Burnout haufiger bei Rentnern, Studenten oder Nicht-Berufstatigen auftritt als in Bereichen mit hohem Leistungsdruck z. B. im Hochleistungssport (derStandard.at, 2011).

2 Begriffseingrenzung Burnout

Die Wissenschaft hat fur den Terminus Burnout bis jetzt noch keine ubereinstimmende Definition gefunden. Burnout bedeutet laut Dudenverlag (2012b, S. 1): „Ausgebrannt sein, sich erschopft fuhlen, total kaputt sein“. Maslach (1982, zitiert nach Burisch, 2010) definiert Burnout zunachst als ein Syndrom emotionaler Erschopfung, Depersonalisation und personlicher LeistungseinbuBen, das bei Individuen auftreten kann, die in irgendeiner Art mit Menschen arbeiten. Es ist eine Reaktion auf die chronische emotionale Belastung, sich andauernd mit Menschen zu beschaftigen, besonders, wenn diese in Not sind oder Probleme haben. (S. 17)

Eine weitlaufig akzeptiere Definition sagt aus, dass Burnout eine Reaktion auf Rollenstress und ein Syndrom emotionaler Erschopfung und Zynismus ist (Maslach & Jackson, 1981; zitiert nach Sethi, Barrier & King, 1999). Der Erschopfungszustand wird allgemein als Grundlage des Burnout-Syndroms anerkannt, zu dem je nach Definition weitere Symptome mit einbezogen werden.

Weiterhin lasst der Stand der Forschung noch keine eindeutige Diagnose des Burnout-Syndroms zu. Weder die international Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) noch das Diagnostische und Statistische Handbuch psychischer Storungen (DSM-IV) fuhren Burnout als eigenstandiges Krankheitsbild. In der ICD-10 wird Burnout nur eine Z-Ziffer als Zusatzbedingung unter der Klassifikation ICD 10 Z 73 als Problem mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewaltigung zuerkannt. Dabei handelt es sich um das „Ausgebranntsein“ (Burnout) oder den Zustand der totalen Erschopfung (ICD-10-GM Version, 2012). Aufgrund der fehlenden einheitlichen Definition und den daraus resultierenden Diagnosen konnen keine verlasslichen Zahlen zur Pravalenz (Vorherrschen) des Burnouts-Syndroms abgeleitet werden (Korczak et al., 2010).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Burnout in der IT Branche
Untertitel
Unternehmensbezogene Ursachen und Konsequenzen für Burnout bei IT Fachkräften
Hochschule
Universität Wien  (Psychologie)
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V198879
ISBN (eBook)
9783656256403
ISBN (Buch)
9783656256946
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Burnout, IT Branche, Ursachen, Konsequenzen, Burnout-Syndroms;
Arbeit zitieren
Christine Römer (Autor), 2012, Burnout in der IT Branche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198879

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