Das chinesische Wirtschaftswunder: Der chinesische Arbeitsmarkt


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung:

2. China: Topographie, Demographie und Wirtschaftsdaten

3. Arbeitssystem im chinesischen Arbeitsmarkt
3.1. Arbeitsplan statt Arbeitsmarkt nach der Revolution 1949
3.2. Reformen des chinesischen Arbeitssystems nach 1978
3.3. Aktuelle Entwicklungen des chinesischen Arbeitsmarktes

4. Chinas Arbeitsmarkt im Globalisierungsprozess
4.1. Der WTO-Beitritt Chinas
4.2. Wie hoch ist der Preis für Chinas marktwirtschaftliche Öffnung?

5. Die „Fabrik der Welt“ und die Sonderwirtschaftszonen
5.1. Exportproduktionszonen und ihre Wanderarbeiter
5.2. Gewerkschaft versus NGO
5.3. Die Rolle der multinationalen Konzerne

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wachstum in China

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: National Bureau of Statistics (NBS), State Administration of Foreign Exchange, People’s Republic of China, World Bank, GDP figures from World Development Indicators database and CIA World Factbook, § 2007/08 estimates based on Deutsche Bank

Abbildung 2: Arbeitslosenquote

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: NBS, China Statistical Yearbook

1.Einleitung

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird der chinesische Arbeitsmarkt näher betrachtet. Dieser hat vor allem im Laufe der betrachteten Zeit einen enormen Wandel durchlebt. Die neoliberalen Reformen, die in der westlichen Welt seit den achtziger Jahren verstärkt begonnen haben, und auch die marktwirtschaftlichen Reformen in den ehemals kommunistisch geprägten Ländern erreichten China ebenfalls und ließen auch den chinesischen Arbeitsmarkt nicht unberührt. Die Globalisierung, die Finanzkrisen und das starke Bevölkerungswachstum Chinas sind weitere Faktoren, die im Hinblick auf den chinesischen Arbeitsmarkt von großer Bedeutung sind.

Zunächst werden die Wirtschaftsdaten der Volksrepublik China in Zahlen und Fakten dargestellt, um einen Einblick in die aktuelle Situation zu gewähren. China kommt in der Weltwirtschaft eine sehr bedeutende Rolle zu, speziell der Arbeitsmarkt ist sehr facettenreich und war in den vergangenen Jahrzehnten vielen Veränderungen ausgesetzt. Aus diesem Grund wird es wichtig sein, auf die historischen Grundlagen des chinesischen Arbeitsmarktsystems, vor und nach den Reformen 1978 einzugehen. Um das Gesamtbild des Arbeitsmarktes zu vervollständigen wird anschließend kurz die aktuelle Situation angerissen.

Der Fokus dieser Arbeit soll dabei auf die Rolle der chinesischen Arbeitskräfte im Globalisierungsprozess und der damit zusammenhängenden Existenz der Sonderwirtschaftszonen liegen. Thematisiert werden soll in der vorliegenden Schrift dabei vor allem die Art und Weise wie die Arbeitskapazitäten des bevölkerungsreichsten Landes der Welt, vor allem im Hinblick auf die Globalisierungsentwicklungen und die Wirtschafts- und Finanzkrisen genutzt oder wenn man es treffender formulieren möchte ausgenutzt werden. Vor diesem Hintergrund wird dargestellt welche Schwierigkeiten in Bezug auf Gewerkschaften in China existieren und die Rolle der multinationalen Konzerne als so genannte „Global Player“ genauer betrachtet. Als Folge daraus soll auf die Maßnahmen der chinesischen Regierung eingegangen werden, ob und inwieweit sie welche ergreift, um einem gesunden Arbeitsmarktsystem gerecht zu werden.

2. China: Topographie, Demographie und Wirtschaftsdaten

Um ein besseres Bild des Arbeitssystems vermitteln zu können ist es notwendig vor allem Kenntnisse über die wirtschaftlichen, politischen und auch geographischen Rahmenbedingungen Chinas zu haben. China ist mit 1,3397 Milliarden (Mrd.) Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde. Die Fläche Chinas umfasst dabei 9.597.995 Quadratkilometer, inkl. Taiwan, Hongkong und Macao. Die Hauptstadt Peking (Beijing), zählt ca. 19,72 Millionen (Mio.) Einwohner, darunter über fünf Mio. Wanderarbeiter. Das Jahresbevölkerungswachstum beträgt zurzeit 0,45 Prozent. Die Regierungsform ist eine sozialistische Volksrepublik. Das derzeitige Staatsoberhaupt ist Staatspräsident Hu Jintao, der im Jahre 2008 für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt worden ist und der Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ist. Die KPCh ist neben acht weiteren Parteien die einzig bedeutende Partei in der Praxis. Es existiert keine parlamentarische Opposition.[1]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2010 5.880 Mrd. US Dollar und ist somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,3 Prozent gestiegen. Die Inflation betrug 2010 im Durchschnitt 3,3 Prozent und erhöhte sich im Juli 2011 auf 6,5 Prozent, während sie im November dieses Jahres bei 4,2 Prozent lag. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft und auch zweitgrößte Handelsnation der Welt und gehört zu den weltweit größten Gläubigern der USA. Die Devisenreserven umfassen ca. 3 Billionen US-Dollar.[2]

3. Arbeitssystem im chinesischen Arbeitsmarkt

Um die Struktur des chinesischen Arbeitsmarktes zu verstehen ist es notwendig die historischen Fakten insbesondere in Bezug auf den Arbeitsmarkt zu kennen. Da die Geschichte des Kalten Krieges allgemein bekannt sein sollte, und ein Anriss dieses Themas den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, ist es notwendig sich hier nur auf die Veränderungen in Bezug auf den Arbeitsmarkt zu beschränken.

Man kann das chinesische Arbeitssystem nach dem zweiten Weltkrieg in zwei grundlegende Zeitabschnitte aufteilen. Der erste Abschnitt bezieht sich auf die Zeit nach der chinesischen Revolution von 1949, als sich die marxistisch-leninistischen Lehren unter der Führung des späteren Staatsführers Mao Zedong auch im Bereich des Arbeitssystems durchsetzten. Der zweite Zeitabschnitt behandelt in Kurzform die Reformen unter dem Machthaber Deng Xiaoping, die 1978 ihren Beginn hatten. Auch in diesem Abschnitt wird ausschließlich auf den Arbeitsmarkt eingegangen.[3]

3.1. Arbeitsplan statt Arbeitsmarkt nach der Revolution 1949

In China erfolgte unter Mao Zedong die Einführung der Arbeitsplanung als ein Teil der gesamten Wirtschaftsplanung nach der planwirtschaftlichen Theorie. Anders als in Marktwirtschaften, wo die Anpassung von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage über den Arbeitsmarkt geregelt wird, erfolgt er in sozialistischen Systemen zunächst über die Ermittlung des Bedarfs an Arbeitskräften und der anschließenden Verteilung dieser auf die jeweiligen Arbeitsbereiche.

Im chinesischen Arbeitssystem wurden die Betriebe in staatseigene und kollektiveigene Betriebe aufgeteilt, wobei die Ersteren die ehemaligen Großunternehmen waren, die verstaatlicht wurden. Die kollektiveigenen Betriebe bestanden aus dem Zusammenschluss der ehemals existierenden Privatbetriebe.[4] Den Staatsbetrieben wurden viele Privilegien eingeräumt, wovon auch die Arbeitskräfte profitierten, die der Kollektivbetriebe aber mussten ein schlechteres Lohnniveau, weniger Sozialleistungen und zunehmende Beschäftigungsunsicherheit hinnehmen.[5]

[...]


[1] Reise und Sicherheit, China, Wirtschaft, Auswärtiges Amt, http://www.auswaertiges-amt.de letzter Zugriff: 22.12.2011

[2] Ebd.

[3] Vgl. Dietrich, Helmuth: Das Arbeitssystem der VR China in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 26. Jg./1993, http://doku.iab.de, PDF-Dokument, letzter Zugriff: 22.12.2011

[4] Ebd.

[5] Vgl. Hebel, Jutta und Schucher Günter: Zwischen Arbeitsplan und Arbeitsmarkt: Strukturen des Arbeitssystems in der VR China, in: Mitteilungen des Instituts für Asienkunde , 1992, S.66 ff

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Das chinesische Wirtschaftswunder: Der chinesische Arbeitsmarkt
Hochschule
Universität Potsdam  (Potsdamer Institut für Klimaforschung)
Veranstaltung
Hauptseminar: Das chinesische Wirtschaftswunder
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V198886
ISBN (eBook)
9783656253389
ISBN (Buch)
9783656253679
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wirtschaftswunder, arbeitsmarkt
Arbeit zitieren
Malihe Zavareh (Autor), 2012, Das chinesische Wirtschaftswunder: Der chinesische Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198886

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