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Mentalität im Wandel

Untersuchung des Denkmalstreits in Estland Hauptstadt Tallinn von 2006

Titre: Mentalität im Wandel

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Michael Bolz (Auteur)

Histoire de l'Europe - L'Europe dès la Guerre Froide
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Arbeit kümmert sich am Beispiel des Denkmalstreits von Talin 2006 um die Funktionsweise von Zuschreibungen und Zuschreibungsphänomenen und wie sie unterschiedliche - beispielsweise - politische Prozesse auslösen und beeinflussen und selbst wiederum davon beeinflusst werden.
Es wird in Folge genauer untersucht, ob es sich bei dem Denkmalstreit 2006 tatsächlich um einen "Selbstreinigungsprozess" der estnischen Mentalität von den Überbleibseln der kommunistischen gehandelt haben könnte, inwiefern dieser Vorgang ein bewusster Vorgang war und ob dieser Streit insofern ermöglicht, überhaupt so etwas wie Mentalität und einen Mentalitätswandel der Esten zu belegen.
Zweitens, ob über den Denkmalstreit als Auseinandersetzung um die nationale Autonomie der Esten unterschiedliche Mentalitäten, unterschiedliche Herrschaftsvorstellungen und unterschiedliche Zuschreibungen im Ring miteinander ablesbar sind – die sowjetisch- kommunistische und die estnisch-nationalistische.
Drittens: Wie die estnische Mentalität entworfen wurde und was sie im Gegensatz zur kommunistischen und was wiederum diese entgegen der estnischen aussagt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1 Mentalitäten, widersprüchliche Mentalität

2.2 Denkmäler und ihre Sprachfähigkeit

2.3 Zuschreibung und Zuschreibungsphänomene: Denkmäler als Artefakte datensetzender Macht

3. Der Denkmalstreit

4. Folgerungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Denkmalstreit von Tallinn im Jahr 2006 als Ausdruck eines Mentalitätswandels in Estland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern die Auseinandersetzung um sowjetische Denkmäler als bewusster Selbstreinigungsprozess der estnischen Gesellschaft von kommunistischen Überbleibseln interpretiert werden kann und wie sich dabei unterschiedliche Mentalitäten und Machtzuschreibungen manifestieren.

  • Analyse des Konzepts der Mentalität als dialektisch widersprüchliches Konstrukt.
  • Untersuchung der "Sprachfähigkeit" von Denkmälern im Kontext politischer Macht.
  • Anwendung der Theorie der datensetzenden Macht nach Heinrich Popitz auf den Fall Tallinn.
  • Bewertung der estnischen Identitätsbildung und des Umgangs mit dem sowjetischen Erbe.
  • Diskussion über die Transformation von Machtverhältnissen und die Rolle von Mythen und Traumata.

Auszug aus dem Buch

2.3 Zuschreibung und Zuschreibungsphänomene: Denkmäler als Artefakte datensetzender Macht

Heinrich Popitz stellt die Frage, woher unsere Vorstellung von Macht bzw. dass alles Macht ist, rührt. Er unterscheidet dabei vier Machtformen: Aktionsmacht, instrumentelle Macht, autoritative Macht und die für unsere Untersuchung wichtige, datensetzende Macht. Mit datensetzender Macht sei gemeint, dass ein Machthaber ein Artefakt schafft, das der Wirklichkeit eine neue Tatsache hinzufügt: Vorliegend das Denkmal von Tallinn. Diese Macht wäre deshalb datensetzend, weil das Denkmal, zu einem bestimmten Zeitpunkt fertiggestellt, in Zeit und Raum erscheint. Es setzte ein Datum. Diese Form von Macht sei, Popitz folgend, objektvermittelt und würde über Zuschreibungen auf die davon Betroffenen – hier die Esten – übertragen. Diesen Interpretationsvorschlag angenommen, spricht das Denkmal von Tallinn insofern von der sowjetischen Besatzung; deren Sieg über Nazideutschland, der Konstitution des Kommunismus, der Unterwerfung der Esten durch die Macht seitens der Machthaber und von dem Versuch der Integration bzw. der gewaltsamen Assimilation der estnischen Mentalität in eine sie beherrschende. Das Denkmal wurde so zum Medium und Sprachrohr der Herrschaft und Macht der Machthaber.

Diese Macht, so Popitz, sei jedoch keine Macht der Dinge über den Menschen, sondern die des Herstellers und seiner Herstellung. Macht würde demnach in das Ding – das Denkmal – vom Hersteller eingebaut – zugeschrieben – und bewirke über längere Zeit den „Zustand latenter Macht bzw. einer Machtdrohung, die jederzeit manifest werden kann.“ Wie im einleitenden Zitat von La Boétie angedeutet, geht Popitz These für diese Untersuchung aber nicht weit genug. Mit der Beschreibung des Phänomens dialektisch widersprüchlicher Mentalität, habe ich versucht klar zu machen, dass Zuschreibungen von Herrschaft und Macht und die daraus resultierende Sprachfähigkeit des Denkmals wesentlich komplexer funktionieren und das Ergebnis eines Transformationsprozesses darstellen, der ebenso als Mentalitätswandel gelesen werden kann und der über eine Wechselbeziehung funktioniert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Denkmalstreit von 2006 in Tallinn ein und formuliert die Forschungsfrage, ob dieser Konflikt als bewusster Mentalitätswandel der estnischen Gesellschaft interpretiert werden kann.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Mentalität als dialektisches Konstrukt, untersucht die Sprachfähigkeit von Denkmälern als Medien der Herrschaft und wendet die Theorie der datensetzenden Macht auf den estnischen Kontext an.

3. Der Denkmalstreit: Hier wird der historische Verlauf des Denkmalstreits in Tallinn von der ersten Debatte im Jahr 2006 bis zur Umsetzung des Denkmals im April 2007 detailliert nachgezeichnet.

4. Folgerungen: Das abschließende Kapitel analysiert die Untersuchungsergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass der Denkmalstreit weniger einen abgeschlossenen Wandel, sondern vielmehr eine unbewusste Fortsetzung bestehender Machtstrukturen und gegenseitiger Zuschreibungen offenbart.

Schlüsselwörter

Mentalität, Denkmalstreit, Estland, Sowjetkommunismus, Macht, datensetzende Macht, Erinnerungskultur, nationale Identität, Selbstzuschreibung, Transformationsprozess, Herrschaft, Sprachfähigkeit, Unabhängigkeit, Autonomie, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Denkmalstreit von 2006 um den sogenannten "Bronzesoldaten" in Tallinn und interpretiert diesen als Symptom für einen komplexen Mentalitätswandel in Estland nach der Unabhängigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung verbindet geschichtswissenschaftliche Analysen der estnischen Vergangenheit mit politik- und soziologischen Theorien über Macht, Mentalität und die symbolische Wirkung von Denkmälern im öffentlichen Raum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob der Denkmalstreit als bewusster Prozess der "Selbstreinigung" der estnischen Mentalität von sowjetischen Einflüssen gewertet werden kann oder ob er tiefere, unbewusste Kontinuitäten in Machtverhältnissen und Identitätskonstruktionen aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Begriffe wie "datensetzende Macht" (nach Heinrich Popitz) und Konzepte der Mentalitätsgeschichte. Ergänzend wird eine "dichte Beschreibung" des Falls vorgenommen, um die Interaktionen zwischen den beteiligten Akteuren zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsarbeit zur Mentalität und Sprachfähigkeit von Denkmälern sowie eine empirische Rekonstruktion des Denkmalstreits in Tallinn, der die verschiedenen Perspektiven von Besatzern und Besetzten beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mentalitätswandel, Macht, datensetzende Macht, Erinnerungskultur, Identitätsbildung und die spezifisch estnische Erfahrung von Fremdherrschaft geprägt.

Welche Rolle spielen die "Zuschreibungen" in der Analyse des Autors?

Zuschreibungen werden als zentrales Element verstanden, durch das Machtverhältnisse in materielle Symbole eingebaut werden. Der Autor betont, dass sowohl die Machthaber als auch die Besetzten solche Zuschreibungen vornehmen, was das Denkmal zu einem dialektischen Ort der Auseinandersetzung macht.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich des Mentalitätswandels in Estland?

Der Autor kommt zu dem kritischen Ergebnis, dass der Mentalitätswandel nur teilbewusst verlief. Die Forderungen nach Freiheit wurden zwar artikuliert, aber die estnische Gesellschaft bewegt sich laut Analyse weiterhin in diskursiv vorgeformten Strukturen von Macht und Abhängigkeit, die den alten Herrschaftspraktiken strukturell ähneln.

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Résumé des informations

Titre
Mentalität im Wandel
Sous-titre
Untersuchung des Denkmalstreits in Estland Hauptstadt Tallinn von 2006
Université
Humboldt-University of Berlin  (Geschichte)
Cours
Hauptseminar
Note
1,3
Auteur
Michael Bolz (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
17
N° de catalogue
V199117
ISBN (ebook)
9783656254577
ISBN (Livre)
9783656256199
Langue
allemand
mots-clé
Popitz Denkmal Denkmalstreit Koselleck Macht Max Weber Assmann Boudieu Talin Nationalsozialismus Kommunismus Russland Besatzung Zuschreibung Zuschreibungsphänomene
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Citation du texte
Michael Bolz (Auteur), 2012, Mentalität im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199117
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Extrait de  17  pages
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