Es ist zu erkennen, dass es in der Gesundheitsbranche in den letzten Jahren zu einigen entscheidenden Änderungen in der Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpflegern gekommen ist. Durch einen zunehmend demographischen Wandel, eine rasche Entwicklung der Pflegewissenschaft, eine zunehmende Verlegung von Pflege aus dem stationären Bereich in den ambulanten Sektor und ständig neue Herausforderungen, die Pflege neu zu finanzieren (Robert-Bosch-Stiftung 2000, 14 ff.). Historisch gesehen, ist es wichtig, zu erfahren, wie die Ausbildungsinhalte in der Krankenpflege zu früherer Zeit waren, um besser nachvollziehen zu können, wie der Ausbildungsstand der heutigen Gesundheits- und Krankenpfleger ist. Von 1949 - 1990 war Deutschland in zwei Staaten unterteilt, in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und in die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die Ausbildungsinhalte in Ost und West waren unterschiedlich. So gilt es, um sich besser in die Lage hineinzuversetzen, die verschiedenen Ausbildungen näher zu betrachten. Als es 1990 die DDR nicht mehr gab, kam es dazu, dass überwiegend Bildungsstrukturen aus der BRD übernommen wurden. Selten fragte man sich, weshalb so wenig aus der DDR Beachtung fand (Thiekötter 2006, 15ff.). Aufgrund dessen beschäftigt sich die Autorin dieser Hausarbeit mit diesem Thema. Diese Arbeit untersucht die Pflegeausbildung in der Deutschen Demokratischen Republik. Es soll die Frage: „ Welche Entwicklungsphasen gab es in der Pflegeausbildung in der Deutschen Demokratischen Republik?“ geklärt werden. Im ersten Teil der Arbeit wird die Krankenpflegeausbildung in der Deutschen Demokratischen Republik beschrieben. Darauf folgt eine Darstellung der Entwicklungsphasen der Berufsausbildung in der DDR. Der Schluss ist eine Zusammenfassung mit Diskussion. Der Untersuchungszeitraum dieser Arbeit reicht von 1945 - 1990, da die Pflege während der Existenz der DDR und auch schon im Vorfeld betrachtet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methode
3 Die Pflegeausbildung in der DDR
4 Die Entwicklungsphasen der Pflegeausbildung in der DDR
4.1 Vor Gründung der DDR (1945-1949)
4.2 Integration in das staatliche Fachschulsystem (1950 - 1960)
4.3 Facharbeiterberuf in der Systematik der Ausbildungsberufe ( 1961 - 1973)
4.4 Facharbeiterberuf im Fachschulsystem (1974-1990)
5 Eckdaten der Pflegeausbildung in der DDR
6 Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die historischen Entwicklungsphasen der Krankenpflegeausbildung in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Zeitraum von 1945 bis 1990, um den Einfluss politischer Strukturen auf die Ausbildungsbiografien zu verstehen.
- Analyse der gesetzlichen und strukturellen Änderungen der Pflegeausbildung in der DDR.
- Untersuchung der ideologischen Einflüsse auf Lehrinhalte und Ausbildungspraxis.
- Vergleich der staatlichen und konfessionellen Ausbildungswege.
- Darstellung der historischen Eckdaten und Qualifizierungsstufen anhand systematischer Tabellen.
- Diskussion über das Erbe der DDR-Ausbildungsstrukturen im Kontext der Wiedervereinigung.
Auszug aus dem Buch
3 Die Pflegeausbildung in der DDR
Die DDR gab es vierzig Jahre lang. In diesen vier Jahrzenten kann man die Pflegeausbildung aufgrund von drei gesetzlichen Änderungen in vier Zeitzonen unterteilen. Diese werden in Punkt vier dieser Hausarbeit beschrieben. Nach 1974 durften konfessionelle Krankenpflegeschulen die Ausbildung zur Pflegekraft nicht mehr selbstständig, sondern nur in Kooperation mit staatlichen Schulen anbieten. Die Pflegeausbildung mit einem einjährigen Praktikum dauerte bei staatlichen Schulen zu diesem Zeitpunkt drei Jahre und bei konfessionellen Schulen vier Jahre. Im Jahr 1977 wurde beispielsweise Marxismus / Leninismus 216 Stunden lang in den Krankenpflegeschulen der DDR gelehrt. Auch andere Fächer wie „Schwester und Gesellschaft“ wurden unterrichtet, sodass der politische Einfluss der DDR hier immer wieder erkennbar war.
Rund 17% der Theorie in der Pflegeausbildung galten dem sozialistischen Gedankengut. Von 307 Gesamtstunden nahmen medizinorientierte Fächer, wie „OP-Kurs“ oder „Ausführung ärztlicher Tätigkeiten“ 175 Stunden ein. Die Grundkrankenpflege und die Patientenbeobachtung nahmen gerade ein Drittel der Gesamtstunden ein. An konfessionellen Krankenpflegeschulen gab es trotz staatlicher Aufsicht Bibelkunde – Unterricht. Dieses Fach bot Raum, um ethische und religiöse Fragen zu diskutieren, während an staatlichen Schulen vorwiegend sozialistische Themen diskutiert wurden sind (Thiekötter 2009, 87 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer historischen Betrachtung der DDR-Pflegeausbildung, um heutige Strukturen besser einordnen zu können und die Forschungsfrage nach den Entwicklungsphasen zu motivieren.
2 Methode: Das Kapitel erläutert die Durchführung einer Literaturanalyse, basierend auf Standardwerken zur Geschichte der Pflegeausbildung in der DDR sowie auf offiziellen Lehrmaterialien.
3 Die Pflegeausbildung in der DDR: Dieser Abschnitt beschreibt die ideologische Durchdringung der Pflegeausbildung durch sozialistische Bildungsziele, den politischen Druck auf konfessionelle Schulen und die zentralen Lehrinhalte.
4 Die Entwicklungsphasen der Pflegeausbildung in der DDR: Das Kernkapitel gliedert die Ausbildung in vier historische Zeitabschnitte von 1945 bis 1990 und detailliert die jeweiligen rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen.
5 Eckdaten der Pflegeausbildung in der DDR: In diesem Kapitel werden die komplexen Ausbildungsdaten, Zulassungsvoraussetzungen und Abschlüsse in übersichtlichen, chronologisch geordneten Tabellen zusammengefasst.
6 Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Stärken und Schwächen des DDR-Systems, vergleicht diese kritisch mit der Entwicklung in der BRD und hinterfragt die Übernahme westdeutscher Strukturen nach 1990.
Schlüsselwörter
Pflegeausbildung, DDR, Krankenpflege, historische Entwicklung, sozialistische Ideologie, Gesundheitswesen, Fachschulsystem, Literaturanalyse, Bildungsgeschichte, Pflegefachkräfte, Berufsausbildung, Politische Bildung, Medizinpädagogik, Pflegenotstand, Theorie-Praxis-Bezug.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und den verschiedenen Ausbildungsphasen von Krankenpflegekräften in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zwischen 1945 und 1990.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der Wandel des staatlichen Bildungssystems, der Einfluss der SED-Ideologie auf die Lehrpläne, die Rolle konfessioneller Schulen sowie die professionelle Entwicklung des Pflegeberufs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Entwicklungsphasen der Pflegeausbildung innerhalb der DDR zu identifizieren und die Auswirkungen dieser Geschichte auf die heutige Pflegelandschaft kritisch zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Autorin hat eine Literaturanalyse durchgeführt, wobei sie primär auf Fachliteratur zur Pflegegeschichte sowie auf historische Studien und Dokumente wie Studienpläne zurückgegriffen hat.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der vier Ausbildungsphasen sowie eine systematische tabellarische Übersicht aller Eckdaten zur Ausbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Pflegeausbildung, DDR, Fachschulsystem, sozialistische Ideologie, Berufsgeschichte der Pflege und historische Bildungsentwicklung.
Welchen Stellenwert hatte die politische Ideologie in der Ausbildung?
Die politische Ideologie war zentral, da ein signifikanter Teil der Ausbildung der Vermittlung sozialistischer Weltanschauung und der politischen Eignung der Auszubildenden gewidmet war.
Wie unterschied sich die Ausbildung an konfessionellen von staatlichen Schulen?
Während an staatlichen Schulen vorwiegend sozialistische Themen dominierten, boten konfessionelle Schulen trotz staatlicher Aufsicht Fächer wie Bibelkunde an, um ethische und religiöse Diskussionen zu ermöglichen.
Warum wurde nach 1990 das Ausbildungssystem der DDR vollständig ersetzt?
Nach der Wiedervereinigung wurden überwiegend westdeutsche Bildungsstrukturen übernommen, was laut Autorin zu einem Verlust der historisch gewachsenen, spezifischen Bildungsansätze der DDR führte.
Welches Fazit zieht die Autorin zur Professionalisierung der Pflege?
Die Autorin stellt fest, dass der Pflegeberuf in der DDR oft als Assistenzberuf untergeordnet blieb und eine echte Professionalisierung durch die Abhängigkeit von der Medizin und politischen Druck erschwert wurde.
- Citation du texte
- Josefine Teichmann (Auteur), 2012, Welche Entwicklungsphasen gab es in der Pflegeausbildung in der Deutschen Demokratischen Republik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199127