China besser verstehen

Deutsch Chinesische Zusammenarbeit trotz Unterschieden in Kultur und Industrialisierungsgrad


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

III Tabellenverzeichnis

IV Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interkulturelle Unterschiede
2.1. Wurzeln der Kultur
2.2. Die Hofstede Studie
2.3. Mentalität der Deutschen
2.4. Mentalität der Chinesen

3. Unterschiedlicher Industrialisierungsgrad
3.1. Industrielle Revolutionen in Deutschland und Europa
3.2. Veränderungen für die Menschen durch die Industrialisierung
3.3. Zuordnung der Länder zu ihrem Entwicklungsstand
3.4. Generelle Theorie nach Maslow
3.5. Bedeutung für die deutschen Arbeitnehmer
3.6. Bedeutung für die chinesischen Arbeitnehmer

4. Mögliche Kollisionspunkte

5. Fazit

V Literaturverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Tabellenverzeichnis

Tab.1 Kulturprofil nach Hofstede

Tab.2 Übersicht der Wirtschaftsindikatoren von der BRD, USA, China und den Philippinen

IV Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Bedürfnispyramide nach Abraham H. Maslow

Abb. 2 Bevölkerungsverteilung China

1. Einleitung

In der heutigen globalisierten Welt wird immer mehr eine interkulturelle Zusammenarbeit gefordert. Verschiedene Kulturen treffen aufeinander und lösen unterschiedliche Reaktionen aus. So wird China in den deutschen Medien häufig mit schlechter Presse belegt. Berichte über Umweltsünden, schlechte Arbeitsbedingungen oder auch über das Kopieren von Produkten sind regelmäßig in den deutschen Medien zu sehen und zu lesen.

Es wird dabei aber häufig vergessen, dass China sich erst vor kurzem der Welt geöffnet hat und es innerhalb weniger Jahre zur „Werkbank der Welt“ geschafft hat. Was hat aber dieser rasche Aufstieg für die Menschen zu bedeuten? Was ändert sich? Und obwohl aus deutscher Sicht die Chinesen häufig ein Rätsel bleiben, gibt es eventuell auch Gemeinsamkeiten?

Die Zahl Chinesischer Studenten und Arbeitnehmer in Deutschland wächst ständig. Gleichzeit erhöht sich aber auch die Zahl Deutscher Entsendeter im Reich der Mitte. Der Beschaffungs- und Absatzmarkt China wird für die deutsche Volkswirtschaft ein ganz entscheidender Faktor darstellen. Daher soll untersucht und verglichen werden, wie industrialisiert China und Deutschland momentan sind, wie sehr sich die beiden Völker in ihrer Mentalität und Kultur unterscheiden, und wie sich dies auf eine Zusammenarbeit auswirken kann.

Sicherlich können hier keine allgemeingültigen Regeln aufgestellt werden. Jeder Mensch ist unterschiedlich und kann unter Umständen andere Charakteristika an den Tag legen als hier angenommen wird. Für eine wissenschaftliche Betrachtung müssen empirische Daten herangezogen werden. Werden nachfolgend die Deutschen und auch die Chinesen charakterisiert, so ist dies auf den Durchschnittsdeutschen und den Durchschnittschinesen bezogen.

2. Interkulturelle Unterschiede

2.1. Wurzeln der Kultur

Die Deutsche Kultur ist geprägt durch das Christentum, den Humanismus und der darauf folgenden Aufklärung. Hier stand das Individuum im Zusammenspiel mit seiner Umgebung im Zentrum der Betrachtung.

Die chinesische Kultur wurde durch den Konfuzianismus, Buddhismus, Taoismus aber auch durch den Kommunismus geprägt. Die Einordnung des Einzelnen in Hierarchien und Ordnungssystemen steht hier im Vordergrund.

Unterschiede beider Kulturen zeigen sich in weiteren Bereichen. In der Sprache wird dies sehr deutlich. Wir bilden unsere Wörter mit 26 Buchstaben und können damit auch komplexe Zusammenhänge und neuartige Erfindungen und Entwicklungen beschreiben. Hingegen sind die Chinesischen Zeichen sehr schwierig zu erlernen. Sie symbolisieren teilweise ihren gemeinten Gegenstand. Es werden bereits 2.000 Zeichen benötigt um einfache Texte zu verstehen! Dies stellt bei neuartigen Erfindungen große Probleme dar. So ist die Chinesische Bedeutung für einen Hubschrauber auch mit „Luftschläger“ oder für einen Computer mit „elektronischem Gehirn“ zu übersetzten.

Weitere gravierende kulturelle Unterschiede sieht man unter anderem in der Medizin. In Europa hat die Aufklärung durch Forschen versucht, die Ursachen für Probleme zu finden. Ein Problem oder eine Frage wurde nicht einfach akzeptiert. Die Frage „Warum“ war und ist zentraler Bestandteil Europäischer Kultur. In der Chinesischen Medizin verhält es sich ganz anders. Eine Frage, „Warum“ eine bestimmte Krankheit oder ein bestimmtes Problem auftaucht, wird kaum gestellt. Vielmehr wurde nach einer Heilmethode oder Lösung gesucht. Dies gelingt mit viel Geduld und Beobachtung.

2.2. Die Hofstede Studie

Um kulturelle und mentale Unterschiede in verschiedenen Nationen zu untersuchen, eignet sich zum Einen das Model nach Trompenaar zum Anderen aber auch die Hofstede Studie. Geert Hofstede hat in seiner Studie rund 120.000 IBM-Mitarbeiter in 53 verschiedenen Ländern befragt. Hier besteht allerdings die Gefahr, Völker zu pauschalisieren. Als Alternative käme nur eine Einzelbetrachtung in Frage, die aber sicherlich weniger aussagefähig wäre als eine groß angelegte Studie.

Hofstede hat für seine Studie fünf Dimensionen herausgearbeitet die nachfolgend erläutert werden sollen

1. Machtdistanz (PDI) – Wie geht eine Kultur mit Macht und Ungleichheit um?
2. Individualismus (IDV) – Wird in der Kultur eher das Kollektiv oder der Individualismus bevorzugt?
3. Maskulinität (MAS)– Ist die Kultur eher maskulin oder feminin?
4. Unsicherheitsvermeidung (UAI) – Wie geht die Kultur mit Unsicherheiten um?
5. Langzeitorientierung (LTO) – Ist die kulturelle Orientierung eher langfristig oder kurzfristig?

Anhand dieser Profile und Dimensionen ist es möglich, die kulturellen Unterschiede und Mentalitäten der Völker statistisch zu interpretieren und zu vergleichen.

Tab. 1 Kulturprofil nach Hofstede

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: (Internet 1)

2.3. Mentalität der Deutschen

Wie in Tabelle 2 gezeigt wird, hat Deutschland einen relativ geringen PDI. Das bedeutet, dass in Deutschland eine relativ geringe Ungleichheit der Menschen angenommen wird. Die Menschen begegnen sich mit gegenseitigem Respekt. Mitbestimmung im Unternehmen wird erwartet und ist teilweise auch erwünscht, wie auch eine hohe Eigeninitiative der Mitarbeiter. Bei Statussymbolen sind die Deutschen eher zurückhaltend, da diese vom Umfeld oftmals eher kritisch gesehen werden.

Mit einem IDV-Wert von 67 ist Deutschland als ein mehr am Individuum orientiertes Land einzuordnen. Im Zentrum steht hier die eigene Familie, die Menschen sind eher auf sich selbst bezogen. Loyalität und Pflichtbewusstsein sind eher stark ausgeprägt und der Glaube zur Selbstverwirklichung lässt die Arbeit häufig wichtiger erscheinen als die menschliche Beziehung. Dem Deutschen ist es auch wichtig seine Meinung zu äußern, auch wenn diese dem Gesprächspartner evtl. nicht gefällt.

Die Maskuline Dimension (MAS) beschreibt die Deutschen als ein eher maskulines Land. Dies ist auch die einzige Dimension, in der sich die Deutschen und Chinesen sehr ähnlich sind. Die Gesellschaft erwartet Arbeitseinsatz und Wettbewerb, und jedes Individuum wird durch den Erfolg motiviert. Speziell auf Kollegen in Unternehmen trifft dies zu. Die Menschen legen eher Wert auf materialistische Dinge, die den erreichten Erfolg symbolisieren. Zwischen den Geschlechtern herrscht zudem durchaus eine Rollentrennung.

Bei der Dimension der Unsicherheitsvermeidung (UAI) zeigt sich bei den Deutschen ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Planung und Struktur sind für die Menschen von hoher Bedeutung. Projekte werden genau durchdacht und auf alle Details geachtet. Es soll nichts dem Zufall überlassen werden. Veränderungen bei Abläufen, oder auch neuartige Entwicklungen, werden zunächst abgelehnt. Generell sollte der Tagesablauf in strukturierten Bahnen und erprobten Regeln ablaufen.

Mit einem recht niedrigen LTO-Wert von 31 ist die deutsche Kultur eher kurlebig. So werden die Deutschen als etwas ungeduldig gesehen, ein schnelles Erreichen von Zielen ist wichtig. Der Deutsche achtet Traditionen und soziale Verpflichtungen durchaus, auch wenn dies nur mit hohem monetärem Aufwand erreicht wird. Zudem wollen die Deutschen nicht angelogen werden, da ihnen die Wahrheit wichtig ist.

Zusammengefasst kann man die Deutschen mit folgenden Eigenschaften charakterisieren: sozial, arbeitsfreudig, strukturiert, familienorientiert, wettbewerbsfreudig, korrekt und mitdenkend. Wie gesagt, dies darf man nicht pauschalisieren. Natürlich sind die Menschen unterschiedlich! Fragt man aber Menschen aus anderen Nationen wird deutlich, dass die obigen Charaktereigenschaften relativ genau den Einschätzungen über die Deutschen im Ausland entsprechen.

2.4. Mentalität der Chinesen

Mit einem so hohen Wert von 80 bei der Dimension der Machtdistanz kann man die Chinesen durchaus als ein Volk einstufen, welches soziale Ungleichheit der Menschen akzeptiert, ja vielleicht sogar wünscht. Sie brauchen Führungspersonen, die den Weg vorgeben, da ein selbstständiges Handeln nicht ausgeprägt ist. Bevorzugtes Behandeln von Führungskräften ist Teil ihrer Kultur.

Der geringe IDV-Wert beschreibt die Chinesen als ein sehr kollektives Volk. Dies liegt sicherlich auch am Kommunismus, wobei dieser mittlerweile nicht mehr so stark wahrgenommen werden kann, als dies noch vor rund 30 Jahren war. Dennoch denken die Chinesen eher an ihre Gruppe als an sich selbst. Sei es unter Kollegen in der Firma oder bei der Familie. Allerdings ist kein Platz auf Rücksichtnahme für Personen, die nicht einer diesen Gruppen angehören. Streitigkeiten gehen die Chinesen eher aus dem Weg und vermeiden eine direkte Konfrontation.

Wie bereits oben erwähnt, ist China auch relativ maskulin geprägt. Dies zeigt sich bei der hohen Leistungsbereitschaft. China lebt von seinen Wanderarbeitern die Jahr für Jahr tausende von Kilometern reisen, um eine Anstellung in einer Firma zu finden. Auch sind die Studenten sehr strebsam und vergleichen sich peinlich genau mit anderen Studenten und deren Abschneiden. Erfolg im Beruf ist für die meisten Chinesen ein sehr großer Motivator, dem sie Vieles unterordnen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
China besser verstehen
Untertitel
Deutsch Chinesische Zusammenarbeit trotz Unterschieden in Kultur und Industrialisierungsgrad
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V199170
ISBN (eBook)
9783656259695
ISBN (Buch)
9783656259923
Dateigröße
670 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
China, Kultur, Interkulturel, Mentalität, verstehen, Industrial
Arbeit zitieren
Simon Haussmann (Autor), 2011, China besser verstehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199170

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