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Emotionen in spätmittelalterlichen Texten am Beispiel Oswalds von Wolkenstein

Title: Emotionen in spätmittelalterlichen Texten am Beispiel Oswalds von Wolkenstein

Bachelor Thesis , 2010 , 44 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Christian Blum (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die Idee zur vorliegenden Arbeit entstand im Zuge der intensiven Auseinandersetzung mit Oswalds Lyrik. Das Leben des gebürtigen Tirolers ist eines der am besten dokumentierten seiner Zeit. Dies führt in vielen Fällen der ersten Auseinandersetzung mit dieser Thematik jedoch schnell zu einem recht unübersichtlichen Fluss an Information. Doch dank der gut erhaltenen Dokumente und Lyrik, konnten binnen weniger Tage bestimmte Ereignisse zwischen 1376 und 1445 eine Vereinfachung des Lernprozesses herbeiführen. Die Frage, die aus diesem Erfolg resultierte, war, ob man das Leben des Adeligen graphisch verarbeiten könnte.
Eine derartige Grafik ist auch das Endergebnis dieser Arbeit. Das Ziel ist es also, eine Grafik mit einer möglichst genauen Einordnung der Ereignisse im Leben des Tirolers sowie einer eindeutigen Einsicht in den Verlauf der Biographie, zu entwerfen. Speziell in dieser Grafik sollen die Emotionen Oswalds von Wolkenstein im Vordergrund stehen und weniger die Eindrücke Dritter. Für diesen Schwerpunkt werden im Laufe der Arbeit einzelne Felder im Vorfeld genauer beleuchtet.
Zunächst ist die Definition des Begriffs Emotion notwendig. Da Oswalds Leben im späten Mittelalter einzuordnen ist, erfolgt außerdem eine Differenzierung zwischen Emotionsäußerung und ihrer Wahrnehmung in der heutigen Zeit; sowie dergleichen im Spätmittelalter. Wichtig hierbei ist eine genauere Betrachtung ausgewählter Lieder mit emotionalem Bezug.
Ferner wird nach einem kurzen Überblick über das Leben Oswalds die Frage behandelt, wie Oswald - der immer mit einer recht direkten Art in Verbindung gebracht wird - seine Emotionen in seinen Liedern verarbeitete und - falls er dies tat - codierte.
Eine exemplarische Analyse von ausgesuchten Liedern wird die erarbeiteten Punkte anschließend praktisch vor Augen führen und einen theoretischen Einblick in die Gefühlswelt des Tirolers gewähren. Bei der Analyse wird der Fokus jedoch nicht auf der Metrik ruhen, sondern vielmehr auf den Aussagen der einzelnen Lieder im Hinblick auf die darin enthaltenen Emotionen des Adeligen, sowie den Referenzen zu historischen Ereignissen im Kontext jener Lieder.
Anschließend folgt der Versuch, die angesprochene Grafik anhand der gewonnenen Einsichten in die Emotionen Oswalds zu entwerfen.
Am Ende meiner Arbeit steht die Beantwortung der Frage, ob und wie Oswald von Wolkenstein seine Emotionen schriftlich verarbeitet hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Emotionen und Emotionalität

1. Was sind Emotionen?

2. Emotionen im Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung Oswalds

3. Emotionen im 20. und 21. Jahrhundert

III. Biographie und Hintergründe

1. Kurzbiographie Oswalds von Wolkenstein

2. Die Umsetzung historischer Ereignisse in der Lyrik Oswalds

3. Historizität oder Emotionalität?

IV. Exemplarische Liedanalyse

1. Erläuterung der Analysekriterien

2. Kl. 1 Ain anefangk (1421)

3. Kl. 83 Ain jetterin, junk, frisch, frei, fruet (1415/1417)

4. Kl. 51 Ach senleiches leiden (1409/1410)

5. Kl. 116 Zergangen ist meins herzen we (1428/1430)

V. Erstellung eines Emotionsdiagramms

1. Rankingkriterien und Erläuterungen

2. Graphische Aufarbeitung

3. Erläuterungen der einzelnen Punkte

4. Interpretatorische und problematische Aspekte des Verfahrens

VI. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der spätmittelalterliche Dichter Oswald von Wolkenstein seine persönlichen Emotionen und Erlebnisse in seiner Lyrik verarbeitete und ob diese schriftliche Kodierung eine direkte emotionale Aussage zulässt. Das Hauptziel ist die Entwicklung einer grafischen Darstellung, welche die Gefühlswelt des Tiroler Adeligen in Bezug auf seine biographischen Stationen visualisiert und für Einsteiger zugänglich macht.

  • Psychologische Grundlagen von Emotionen und deren Anwendung auf mittelalterliche Texte.
  • Biographische Aufarbeitung des Lebens von Oswald von Wolkenstein als Ritter und Dichter.
  • Exemplarische Analyse ausgewählter Lieder zur Identifizierung emotionaler Merkmale und Verhaltensmuster.
  • Entwicklung eines fiktiven Rankings zur graphischen Verortung der Lebensphasen in einem Emotionsdiagramm.
  • Diskussion der methodischen Herausforderungen bei der Interpretation historischer Gefühlsäußerungen.

Auszug aus dem Buch

2. Emotionen im Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung Oswalds

Beschäftigt man sich nun mit Emotionen und deren Äußerung im Mittelalter, so stellt man fest, dass es bei weitem nicht so einfach ist, jene zu fassen, wie in moderneren Texten. Mireille Schneyer schreibt zu Beginn ihres Aufsatzes über Emotionen im Mittelalter:

„Es fällt ungemein schwer, den Begriff Emotion für das Mittelalter zu fassen. Über Texte vermittelt, in Dichtung stilisiert, in Metaphorik reflektiert, begegnen nur codierte Affekte, die wir nicht aus dem Zusammenhang lösen können, in dem sie ihren semantischen Wert erhalten.“

Die angesprochene Problematik soll uns im Laufe der Arbeit noch häufiger begegnen, jedoch bietet Oswald von Wolkenstein stellenweise weit mehr als jene codierten Schriften, nämlich eine durchweg nüchtern erhaltene Urkundensammlung, an der man sich im Falle einer Unsicherheit orientieren kann.

Zu den Emotionen im Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung Oswalds von Wolkenstein muss aber auch festgehalten werden, dass das Bild, welches wir vom emotionalen Leben des Tirolers erhalten, keinesfalls dem der Allgemeinheit im 14. und 15. Jahrhundert entsprechen muss. Emotionen, ähnlich wie die Lebensweisen, unterscheiden sich in dieser Zeit grundlegend zwischen den verschiedenen Schichten. Während die Bauern und das ,einfache Volk‘ lediglich ein sehr schlichtes, teils schlecht dokumentiertes und unpopuläres Leben unter ihresgleichen fristeten, galt diese Regel für den Adel dieser Zeit offenbar nicht. Und Oswald, der sich seiner adeligen Herkunft durchaus bewusst war und dieses Leben in meist vollen Zügen zu genießen schien, bildet innerhalb der adeligen Schicht nochmals eine Ausnahme, da er verschiedenste Phasen des emotionalen Erlebens durchmachte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung Oswalds von Wolkenstein als interessante Persönlichkeit für die mittelalterliche Textforschung und führt in die Zielsetzung der grafischen Aufarbeitung seiner Biografie ein.

II. Emotionen und Emotionalität: Dieses Kapitel definiert psychologische Aspekte von Emotionen und erörtert die Schwierigkeiten bei deren Interpretation in spätmittelalterlichen Texten sowie den Vergleich zur Moderne.

III. Biographie und Hintergründe: Hier wird der Lebensweg Oswalds nachgezeichnet, wobei besonders die Verknüpfung von realen historischen Ereignissen mit seiner Lyrik im Vordergrund steht.

IV. Exemplarische Liedanalyse: In diesem Teil werden ausgewählte Lieder anhand definierter Kriterien auf ihren emotionalen Gehalt und die Verhaltensweisen des lyrischen Ichs hin untersucht.

V. Erstellung eines Emotionsdiagramms: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung und methodische Einordnung eines Emotionsdiagramms, das Oswalds Lebensstationen auf einer Skala bewertet.

VI. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über den wissenschaftlichen Beitrag und die persönliche Erkenntnis, dass menschliche Gefühlsstrukturen über die Jahrhunderte hinweg erstaunlich konstant geblieben sind.

Schlüsselwörter

Oswald von Wolkenstein, Spätmittelalter, Emotionen, Emotionalität, Lyrik, Biographische Forschung, Emotionsdiagramm, Historizität, Liedanalyse, Selbstinszenierung, Gefühlswelt, Literaturwissenschaft, Kodierung, Mittelalterliche Dichtung, Menschliche Grundzustände

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die schriftliche Verarbeitung von Emotionen in den Liedern des spätmittelalterlichen Ritters Oswald von Wolkenstein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die psychologische Definition von Emotionen, die Analyse der Biografie Oswalds und die methodische Erstellung eines grafischen Modells seiner emotionalen Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob und wie Oswald seine Emotionen in seinen Werken verarbeitet hat, sowie die Visualisierung dieser Ergebnisse in einem Emotionsdiagramm.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet eine exemplarische Analyse von fünf ausgewählten Liedern, die anhand festgelegter Kriterien bewertet und in einem fiktiven Ranking graphisch aufbereitet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische Einordnung der Biografie, eine detaillierte Liederanalyse und die Ausarbeitung der Grafik inklusive ihrer methodischen Problematisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Oswald von Wolkenstein, Emotionen im Mittelalter, Selbstinszenierung, Historizität und Emotionsdiagramm.

Warum spielt der Begriff "mâze" eine Rolle in der Untersuchung?

Der Begriff "mâze" (Vernunft/Selbstdisziplinierung) ist zentral, da die mittelalterliche Kirche bestimmte Emotionen als Gefahr für das Seelenheil einstufte, was Oswalds bewussten Umgang mit seinen Gefühlen in der Lyrik beeinflusste.

Welche Rolle spielt der Kleinodienraub für die emotionale Bewertung Oswalds?

Der Kleinodienraub von 1405 wird als signifikanter Tiefpunkt in der Biografie gewertet, der sich in den Liedern durch eine negative emotionale Färbung widerspiegelt.

Inwiefern ist das Emotionsdiagramm problematisch?

Die Autorin weist selbst darauf hin, dass die Zuordnung der Emotionen eine subjektive Gewichtung erfordert, da keine historischen Quellen vorliegen, die eine exakte emotionale Einstufung objektiv belegen könnten.

Wird Oswald als moderner Mensch dargestellt?

Die Arbeit schlussfolgert, dass Oswald durch seine realistische und offenherzige Selbstreflexion seiner Zeit voraus war und menschliche Probleme thematisierte, die auch in der heutigen Zeit von hoher Relevanz sind.

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Details

Title
Emotionen in spätmittelalterlichen Texten am Beispiel Oswalds von Wolkenstein
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät)
Course
Oswald von Wolkenstein
Grade
1,5
Author
Christian Blum (Author)
Publication Year
2010
Pages
44
Catalog Number
V199255
ISBN (eBook)
9783656331872
ISBN (Book)
9783656332275
Language
German
Tags
emotionen texten beispiel oswalds wolkenstein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Blum (Author), 2010, Emotionen in spätmittelalterlichen Texten am Beispiel Oswalds von Wolkenstein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199255
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