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Die Konflikttheorien von Karl Marx und Sigmund Freud

Título: Die Konflikttheorien von Karl Marx und Sigmund Freud

Ensayo , 2007 , 16 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Ciencias sociales (General)
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Sowohl Sigmund Freud, als auch Karl Marx und Friedrich Engels haben in Ihren jeweiligen Forschungsgebieten oder Interessenssphären revolutionäre Veränderungen bewirkt. Obgleich ihre Theorien oder Erkenntnisse mittlerweile teils wissenschaftlich oder durch den Lauf der Geschichte relativiert wurden, haben sie noch immer Einfluss auf unser politisches Alltagsgeschehen beziehungsweise auf gängige Praktiken in der psychologischen Forschung und Praxis. So ist der Sozialismus oder Kommunismus auch nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes noch immer keine „ausgestorbene“ politische Strömung. Beispiele hierfür können etwa der ausgebliebene Systemwechsel auf Kuba, die politische Kontinuität des Regimes Nordkoreas oder in Teilaspekten auch die Gründung einer neuen Linkspartei in der BRD sein. Auch die Freud´sche Psychoanalyse wird noch immer gelehrt und zu therapeutischen Zwecken angewendet. Die Erkenntnisse Freuds zur Sozialisation des Menschen, zur Sublimierung von Trieben und zur Traumdeutung erfahren in der Tiefenpsychologie noch immer einen hohen Stellenwert. Dieses Essay entstand im Rahmen des Seminars „Sozialwissenschaftliche
Konflikttheorien“, dass interdisziplinäre und einführende Einblicke in verschiedenste theoretische Entwürfe zu Entstehung und Verlauf von Konflikten ermöglichte. Unter Berücksichtigung der oben angeführten Tatsachen und vor dem Hintergrund der gegebenen Themenauswahl, habe ich mich daher bewußt zum Vergleich des Freudschen und des Konfliktbegriffes Marxens und Engels´, namentlich des Unbehagens des Menschen in der Kultur und des Klassenkampfes, entschieden. Weiterhin soll auch auf die Schlussfolgerungen eingegangen werden, zu denen Freud, Marx und Engels bezüglich des Individuums gekommen sind.
Abschließend möchte ich Partei für eine der beiden Argumentationsformen
ergreifen, beziehungsweise abwägen, welche auf mich stichhaltiger und strigenter
wirken. Hierbei muss vorab eingestanden werden, dass ich mich lediglich mit
Teilaspekten des gesamten Werkes der Autoren beschäftigt habe.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung und Auswirkung von Klassenkampf und Kulturbehagen

2.1.Der Klassenkampf zwischen Proletariat und Burgeoisie

2.2.Der Konflikt zwischen Triebbefriedigung und Kulturansprüchen

3. Gemeinsamkeiten von / Verbindungen zwischen Klassenkampf und Kulturbehagen

4. Die Wahrnehmung des Individdums im Klassenkampf und Kulturbehagen

4.1.Die Freud´sche Darstellung des Individuums

4.2.Die Charakterisierung des Individuums als Klassenakteur

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Ansätze von Karl Marx, Friedrich Engels und Sigmund Freud im Kontext sozialwissenschaftlicher Konflikttheorien, um Gemeinsamkeiten und Divergenzen in ihrer Auffassung von Individuum und Gesellschaft herauszuarbeiten. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie soziale Strukturen und kulturelle Anforderungen die menschliche Existenz sowie das Konfliktpotential zwischen Individuum und Gemeinschaft prägen.

  • Vergleich der marxschen Klassenkampftheorie und der freudschen Theorie des Kulturbehagens.
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen individuellen Triebbedürfnissen und kultureller Unterdrückung.
  • Untersuchung der Entstehung und Dynamik gesellschaftlicher Klassengegensätze.
  • Reflexion über die Wahrnehmung des Individuums als Klassenakteur versus psychologisches Subjekt.

Auszug aus dem Buch

2.1.Der Klassenkampf zwischen Proletariat und Burgeoisie

Der Klassenkampf wurde von Marx und Engels als Konflikt beschrieben, der nur selten und wenn überhaupt, dann meist lokal begrenzt, offene Eskalationen hervorruft. Dennoch ist der Klassenkampf allgegenwärtig, er offenbart sich nicht nur in Gegensätzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern beispielsweise auch im Verhältnis von Grundbesitzer und Pächter - schlicht und einfach in allen Verhältnissen wechselseitiger Abhängigkeit die wirtschaftlichen Gesichtspunkten zugrunde liegen (vgl.: Marx / Engels 1995: 3). Selbst die Ehe bleibt hiervon nicht unverschont: „Die Burgeoisie hat dem Familienverhältniß seinen rührend-sentimentalen Schleier abgerissen und es auf ein reines Geschäft zurückgeführt“ (Marx / Engels 1995: 5).

Seinen Ursprung habe die spezielle Form des Klassenkampfes wie er in der bürgerlichen Gesellschaft (zu Marx´ und Engels´ Lebzeiten) zutage trete im ausgehenden Mittelalter. Ganz allgemein wird das Ende des Mittelalters durch die Geschichtswissenschaft an Ereignissen wie (u.a.) der Erfindung des Buchdruckes, der Reformation oder der Entdeckung Amerikas festgemacht. Vor allem die Entdeckung Amerikas und die Kolonialisierung des Kontinents brachte, laut Marx und Engels, entscheidende Auswirkungen auf Europa mit sich. So sei mit der Entdeckung schrittweise die Erschließung eines Marktes beziehungsweise die Schaffung des Weltmarktes einhergegangen. Letztlich sei diese Erschließung auch mitunter verantwortlich für den Übergang von mittelalterlichen Produktions- und Arbeitsverhältnissen in Manufakturen und Zünften bis hin zu Industrialisierung und Lohnarbeit des 19. Jahrhunderts. Diese wirtschaftlichen Veränderungen seien aber auch durch eine Vielzahl gesellschaftlicher und politischer Transformationsprozesse begleitet und teils durch diese bedingt gewesen. Marx und Engels weisen in diesem Zusammenhang klar auf die revolutionäre Rolle der entstehenden Burgeoisie, des Bürgertums, gegenüber Feudalherren und Kirche bis hin zur letztlichen Ausgestaltung des modernen Staates im 19. Jahrhunderts hin (vgl.: Marx / Engels 1995: 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Theorien von Freud, Marx und Engels ein und erläutert die Zielsetzung der interdisziplinären Untersuchung im Rahmen des Seminars.

2. Die Entstehung und Auswirkung von Klassenkampf und Kulturbehagen: Hier werden die theoretischen Grundannahmen von Marx/Engels zum Klassenkampf und Freuds Konzept des Kulturbehagens als Antwort auf gesellschaftliche beziehungsweise kulturelle Konflikte dargelegt.

2.1.Der Klassenkampf zwischen Proletariat und Burgeoisie: Das Kapitel analysiert die historische Entstehung des Klassenkampfes im Zuge der bürgerlichen Gesellschaft und die ökonomischen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Klassen.

2.2.Der Konflikt zwischen Triebbefriedigung und Kulturansprüchen: Dieser Abschnitt thematisiert Freuds Analyse, wie die Entstehung von Kultur auf der Sublimierung menschlicher Triebe basiert und zu psychischem Unbehagen führt.

3. Gemeinsamkeiten von / Verbindungen zwischen Klassenkampf und Kulturbehagen: Das Kapitel vergleicht die Ansätze, indem es aufzeigt, wie sowohl die Ökonomie als auch die kulturelle Unterdrückung die Freiheit und Entfaltung des Individuums einschränken.

4. Die Wahrnehmung des Individdums im Klassenkampf und Kulturbehagen: Hier wird untersucht, wie Marx und Freud das Individuum jeweils als Teil einer sozialen Klasse beziehungsweise als psychologisches Subjekt wahrnehmen und kategorisieren.

4.1.Die Freud´sche Darstellung des Individuums: Fokus auf Freuds Betrachtung des Individuums als asoziales und triebgesteuertes Wesen, das sich den kulturellen Anforderungen beugen muss.

4.2.Die Charakterisierung des Individuums als Klassenakteur: Analyse des Proletariers als Akteur im Klassenkampf, der durch die Lebensumstände der kapitalistischen Produktionsweise bestimmt wird.

5. Schlussbetrachtung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse und diskutiert die heutige Relevanz sowie die Grenzen der Theorien von Marx, Engels und Freud.

Schlüsselwörter

Klassenkampf, Kulturbehagen, Sigmund Freud, Karl Marx, Friedrich Engels, Triebsublimierung, Burgeoisie, Proletariat, Sozialwissenschaft, Konflikttheorie, Individuum, Gesellschaft, Produktionsverhältnisse, Entfremdung, Kapitalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem theoretischen Vergleich zwischen der marxschen Klassenkampftheorie und der freudschen Analyse des Kulturbehagens, um die Bedingungen und Auswirkungen gesellschaftlicher und kultureller Konflikte auf das Individuum zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die ökonomische Bestimmtheit menschlichen Handelns bei Marx und Engels, die psychologische Triebtheorie und Kulturkritik bei Freud sowie die Frage nach der Vereinbarkeit dieser unterschiedlichen Erklärungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie Marx und Freuds Ansätze zur Entstehung von Konflikten Gemeinsamkeiten aufweisen und wie das Individuum in diesen jeweiligen Systemen (als Teil einer Klasse oder als psychologisches Subjekt) definiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Literaturanalyse, bei der zentrale Denkschriften von Marx, Engels und Freud gegenübergestellt und durch die Perspektiven moderner Autoren wie Alex Demirovic und Hans-Martin Lohmann kritisch ergänzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Klassenkampfes, der Dynamik der Triebsublimierung, eine Synthese beider Ansätze hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten sowie eine detaillierte Analyse, wie das Individuum von den jeweiligen Theorien wahrgenommen wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Klassenkampf, Kulturbehagen, Triebsublimierung, Sozialwissenschaft, Entfremdung und die Analyse des Individuums innerhalb sozio-ökonomischer Strukturen charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die marxsche Theorie im Fazit?

Der Autor stellt fest, dass die marxsche Theorie des Klassenkampfes unter modernen Bedingungen der sozialen Marktwirtschaft teilweise als historisch überholt gelten kann, da sich die starren Klassenstrukturen gewandelt haben.

Inwiefern beeinflusst die Triebunterdrückung nach Freud die menschliche Gesellschaft?

Laut Freud führt die notwendige Sublimierung der Triebe zugunsten der kulturellen Gemeinschaft zur Entstehung von Zivilisation, bedingt jedoch zwangsläufig ein permanentes Gefühl von Unbehagen oder Unglück beim Individuum.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Konflikttheorien von Karl Marx und Sigmund Freud
Universidad
University of Marburg
Calificación
2,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
16
No. de catálogo
V199295
ISBN (Ebook)
9783656255420
ISBN (Libro)
9783656255857
Idioma
Alemán
Etiqueta
Freud Marx Konflikt Psychoanalyse Klassenkampf Klassentheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2007, Die Konflikttheorien von Karl Marx und Sigmund Freud, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199295
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