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Die Bildung der Elite in Nationalpolitischen Erziehungsanstalten

Title: Die Bildung der Elite in Nationalpolitischen Erziehungsanstalten

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Antoinette Fuchs (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Totalitäre Regime bedürfen einer politischen Elite zur Erlangung, Ausübung und Konsolidierung ihrer Macht. Im nationalsozialistischen Sinn wurde unter Elite die Gefolgschaft Hitlers verstanden, die sich durch seine besonders glühende Verehrung und die Treue bis zum Tod auszeichnete. Wie zu zeigen sein wird, war der Elitegedanke im NS auf rassischer Grundlage aufgebaut.
Nationalpolitische Bildungsanstalten stellten eine typische Form nationalsozialistischer Elitebildung dar. Dabei wurde alles auf die Idee von Führer und Gefolgschaft zentriert. Sie waren für den nationalsozialistischen Führerstaat ein Instrument zur Auslese von geeignetem Nachwuchs für Führungspositionen in den zivilen Bereichen der Gesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung, in den freien Berufen und für das Militär.

Im Folgenden soll nun untersucht werden, wie sich diese Elitenbildung in den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten vollzog.
Zunächst soll im Kapitel "Historischer Rahmen" dargestellt werden, unter welchen historischen Bedingungen sich diese Anstalten entwickelten und wie es zu der enormen Einflussnahme Adolf Hitlers auf die nationalsozialistische Wirklichkeit im Allgemeinen und auf die Erziehungswirklichkeit im Besonderen kommen konnte.
Auslese bildet das zentrale Prinzip bei der Bildung einer Elite. Im Nationalsozialismus standen die Auslesekriterien auf einer besonderen Grundlage, weshalb diesem Thema hier ein gesondertes Kapitel gewidmet werden soll – "Auslese als Prinzip der Elitenbildung".
Kern dieser Arbeit bildet das darauf folgende Kapitel "Erziehungsziele und Erziehungswirklichkeit", in welchem die Ziele der Erziehung in Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und ihre Umsetzung in der Ausbildungspraxis beleuchtet werden sollen.
Die strukturellen Gegebenheiten dieser Eliteinternate hatten einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung seiner Schüler. In dem Kapitel "Merkmale totaler Institutionen" erfolgt eine Auseinandersetzung mit diesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Historischer Rahmen

2. Auslese als Prinzip der Elitenbildung

3. Erziehungsziele und Erziehungswirklichkeit

4. Merkmale totaler Institutionen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Elitenbildung in den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas) und analysiert, wie diese Einrichtungen als totale Institutionen fungierten, um einen neuen, loyalen Menschentypus für das Regime zu formen.

  • Historische Einordnung und ideologische Grundlagen der Napolas
  • Die Rolle der Auslesekriterien und der rassischen Ideologie
  • Erziehungspraktiken zwischen Charakterbildung, Sport und Drill
  • Die Analyse der Napola als totale Institution nach Erving Goffman
  • Das Spannungsfeld zwischen Gemeinschaftsideal und totalitärer Unterordnung

Auszug aus dem Buch

3. Erziehungsziele und Erziehungswirklichkeit

Aufgabe der Gesamterziehung der Napola war die Formung des politischen Menschen, der von seinem nationalsozialistischen Glauben und Wissen her in der Lage sein sollte, auch später in schwierigen Situationen richtig politisch zu urteilen und zu handeln. Die gesamte Arbeit, auch die scheinbar entlegenen Gebiete, wurden auf dieses Ziel ausgerichtet.

Es ging um die Erziehung von Jungen, die später als überzeugte Nationalsozialisten die Staatsmacht sichern und festigen sollten. Das Ziel bestand in der Schaffung einer weltanschaulich-politisch gefestigten Führungsschicht für alle Berufe sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich. Hierbei stützte sich die Erziehungsidee der Napola auf einen zentralen Gedanken Friedrich Nietzsches aus seinem Werk Der Wille zur Macht, der ein neues Rasseideal verkündete, wonach die durch Zucht und Züchtigung geformte Elite zur Übernahme der höchsten Stellen im Staat berufen seien (vgl. Ueberhorst 1969, S. 21). Eine freie Berufswahl, einschließlich Hochschulstudium, war den Absolventen einer Napola zugesichert, eine Garantie, eine führende Position in Staat, Gesellschaft oder Militär einzunehmen, gab es aber nicht.

Wie bereits in Kapitel 2 erörtert, geht es dem totalitären Staat um die absolute Erfassung des Menschen bei gleichzeitiger Ausrichtung auf seine Ziele. So nimmt es nicht Wunder, dass gerade die Erziehung im NS eine totalitäre sein sollte. Napolas, als Institutionen zur Bildung des Führernachwuchses, zielten ganz besonders auf diese Form der Ausbildung ab. Totalitäre Erziehung ist Erziehung, die den ganzen Menschen erfassen und formen will. So durchdrang die „totale Pädagogik“ (Schneider et al. 2009, S. 11) alle Facetten des Alltagslebens der Jungmannen. Dabei gab es allerdings kein ausgearbeitetes Konzept der totalen Erziehung, was sich auch in der uneinheitlichen Erziehungspraxis und Funktionsbestimmung der einzelnen Nationalpolitischen Erziehungsanstalten spiegelte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Historischer Rahmen: Dieses Kapitel beleuchtet die ideologischen Ursprünge des Nationalsozialismus und zeigt auf, wie das Führerprinzip und die völkische Ideologie den Nährboden für die Entstehung der Erziehungsanstalten bildeten.

2. Auslese als Prinzip der Elitenbildung: Der Fokus liegt hier auf dem doppelten Ausleseverfahren (Vormusterung und Prüfung), das nach rassischen und körperlichen Kriterien die zukünftige NS-Elite selektierte.

3. Erziehungsziele und Erziehungswirklichkeit: Dieses Kapitel analysiert, wie durch Internatserziehung, Drill und Gemeinschaftsrituale der „politische Soldat“ als neues Erziehungsideal geformt werden sollte.

4. Merkmale totaler Institutionen: Hier wird die Napola anhand von Erving Goffmans Theorie als totale Institution untersucht, wobei besonders die Zerstörung der Individualität und die totale Kontrolle des Alltags hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Nationalpolitische Erziehungsanstalten, Napola, Nationalsozialismus, Elitenbildung, totale Institution, Führerprinzip, Jungmannen, Erziehungswirklichkeit, Rassenideologie, Charakterbildung, soldatischer Typus, Ausleseverfahren, Gemeinschaftserziehung, Indoktrination, politische Elite.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und dem Alltag der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas) im Dritten Reich und untersucht deren Funktion als Instrument der nationalsozialistischen Herrschaftssicherung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Einbettung der Schulen, die angewandten Auslesekriterien für die Schüler, die pädagogische Praxis sowie die soziologische Einordnung der Anstalten als totale Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die pädagogische Arbeit in den Napolas eine politisch gefestigte Führungsschicht produziert werden sollte, die sich bedingungslos dem Willen des Führers unterordnete.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt primär eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, wobei sie auf Zeitzeugenberichte sowie fachwissenschaftliche Publikationen zur Historischen Pädagogik zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden die Selektionsprozesse, die tägliche Indoktrination durch Sport und Drill sowie die strukturellen Merkmale der Internatserziehung im Kontext der totalitären Ideologie detailliert analysiert.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Napola, totale Institution, Elitenbildung, Rassenideologie und politischer Soldat.

Warum spielt das Konzept der „totalen Institution“ nach Goffman eine so wichtige Rolle?

Dieses Konzept hilft zu erklären, wie die Napolas durch die vollständige Trennung von der Außenwelt und die totale Kontrolle über alle Lebensbereiche die Identität der Schüler gezielt manipulieren konnten.

Welche Rolle spielte der Sport in der Ausbildung der „Jungmannen“?

Der Sport diente weniger der physischen Ertüchtigung, sondern vor allem der Charakterbildung im Sinne von Härte, Kampfgeist und dem Einüben von soldatischen Verhaltensmustern.

Gab es einen Zielkonflikt in der Erziehung der Jungen?

Ja, ein Spannungsfeld ergab sich durch die gleichzeitige Anforderung, als „Übermensch“ eine Elite zu bilden, sich jedoch gleichzeitig vollkommen dem kollektiven Willen der Volksgemeinschaft unterzuordnen.

Wurden die Schüler gegen ihren Willen in den Anstalten festgehalten?

Obwohl der Besuch rein formal auf Freiwilligkeit basierte, erschwerten massiver sozialer Druck, die Angst vor Ächtung und die Verinnerlichung der Ideologie den Schülern den Ausstieg aus dem System.

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Details

Title
Die Bildung der Elite in Nationalpolitischen Erziehungsanstalten
College
University of Potsdam  (Profilbereich Bildungswissenschaften)
Grade
1,3
Author
Antoinette Fuchs (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V199426
ISBN (eBook)
9783656256540
ISBN (Book)
9783656256908
Language
German
Tags
bildung elite nationalpolitischen erziehungsanstalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antoinette Fuchs (Author), 2010, Die Bildung der Elite in Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199426
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