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Mundart und Standardsprache als Problem in der Schule

Title: Mundart und Standardsprache als Problem in der Schule

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 5.5

Autor:in: David Christen (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Sprachsituation in der deutschen Schweiz wird gemeinhin als mediale Diglossie bezeichnet: „Man schreibt Standardsprache, man spricht Mundart“ (Sieber/Sitta 1986, 20). Eine Ausnahme von dieser vereinfachten Regel ist die Schule. Dort wird Hochdeutsch1 mündlich gelernt und verwendet. Wie in der Schule Standardsprache und Mundart nebeneinander benutzt werden und welche Probleme dabei entstehen, ist Thema dieser Arbeit. Zuerst wird der Blick auf die allgemeine Sprachsituation gerichtet, danach spezifisch auf die Schulen. Dabei steht die Frage, wie die Schule die negative Einstellung vieler Deutschschweizer2 zur Standardsprache fördert oder gar entstehen lässt, im Zentrum. Auch ein Thema ist, wie das Hochdeutsch, das den Schülern vermittelt wird, aussieht.
Da in diesem Bereich gegenwärtig viele neuere Entwicklungen im Gange sind, wird am Schluss auch noch auf aktuelle Projekte an den Schulen im Kanton Basel-Stadt eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Diglossiesituation in der Deutschschweiz

2.1. Verwendungsweisen von Mundart und Standardsprache

2.2. Einstellungen gegenüber Mundart und Standard

3. Der Erwerb des Standarddeutschen

3.1. Ungesteuerter Spracherwerb

3.2. Gesteuerter Spracherwerb

3.3. Standarddeutsch als Fremdsprache?

4. Mundart und Standard in den Schulen

4.1. Institutionelle Vorgaben und deren Umsetzung

4.2. Verwendungsweise von Standardsprache in den Schulen

4.3. Einstellungen der Schüler gegenüber Mundart und Standard

4.4. Wie lassen sich diese Einstellungen erklären?

4.5. Fremdsprachige Kinder

4.6. Die Standardsprache der Schule

4.6.1. Schweizerisches Standarddeutsch

4.6.2. Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit

5. Aktuelle Entwicklungen

5.1. Das Projekt Standardsprache im Kindergarten im Kanton Basel-Stadt

5.1.1. Methode

5.1.2. Ergebnis

5.2. Absichtserklärung des Erziehungsdepartements Basel-Stadt

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des Nebeneinanders von Mundart und Standardsprache im schulischen Kontext der Deutschschweiz. Im Zentrum steht die Frage, wie die Schule die negative Einstellung vieler Schüler gegenüber der Standardsprache beeinflusst und auf welche Weise der Erwerb der Standardsprache sowie aktuelle Reformprojekte im Kanton Basel-Stadt zu beurteilen sind.

  • Diglossiesituation in der Deutschschweiz
  • Erwerbsprozesse von Standarddeutsch
  • Einfluss der Schule auf Sprachkompetenz und Einstellung
  • Förderung der Standardsprache im Kindergarten
  • Institutionelle Vorgaben und deren Umsetzung

Auszug aus dem Buch

4.4. Wie lassen sich diese Einstellungen erklären?

Die Einstellungsprobleme sind in erster Linie Schwierigkeiten der Lehrkräfte. Da aber die Einstellungen der Schüler beim Lernen der Sprache erworben werden, sind diese stark von den Lehrereinstellungen beeinflusst.

Es gibt drei Faktoren, die entscheidend zu der schwierigen Erwerbssituation beitragen: (vgl. Sieber/Sitta 1994, 207)

a) Es herrscht ein mangelndes Selbstvertrauen in die Hochdeutschkompetenz. Man kann eine Defizitorientierung beobachten, die eigene Kompetenz wird an dem, was man nicht kann, bewertet. Interviews mit Maturanden zeigten, dass diese viel mehr Mühe hatten eigene Kompetenzen in Hochdeutsch zu nenne, als eigene Defizite. (Sieber 1994, Kap. 4.4) Dies hat ein Minderwertigkeitsgefühl gegenüber Sprechern aus Deutschland zur Folge, man will nicht, dass man beim Hochdeutschsprechen als Schweizer erkannt wird.

Dazu kommt, dass mit den mundartlichen und hochdeutschen Äusserungen der Schüler unterschiedlich umgegangen wird. Während beim Dialekt der Inhalt im Vordergrund steht, wird bei standardsprachlichen Äusserungen auch auf die sprachformale Korrektheit geachtet. Dies fördert die Abneigung Hochdeutsch zu sprechen, weil man nur in dieser Sprache Fehler machen kann, mit Mundart jedoch auf der sicheren Seite ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Sprachsituation der Deutschschweiz als mediale Diglossie und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Schule bei der Vermittlung von Hochdeutsch zu beleuchten.

2. Die Diglossiesituation in der Deutschschweiz: Dieses Kapitel beschreibt das Nebeneinander von Dialekt und Standardsprache und betont, dass Mundart die Umgangssprache aller sozialen Schichten ist.

3. Der Erwerb des Standarddeutschen: Hier wird zwischen dem ungesteuerten Spracherwerb außerhalb der Schule und dem gesteuerten Lernen innerhalb des Bildungssystems unterschieden.

4. Mundart und Standard in den Schulen: Das Kapitel analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen, das tatsächliche Sprachverhalten im Unterricht sowie Ursachen für die negative Einstellung der Schüler.

5. Aktuelle Entwicklungen: Es werden konkrete Projekte zur Sprachförderung im Kindergarten sowie offizielle Absichtserklärungen des Kantons Basel-Stadt vorgestellt.

6. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Notwendigkeit, Hochdeutsch als lebendige Sprechsprache zu fördern, ohne dabei die Rolle der Mundart und die schweizerische Identität zu vernachlässigen.

Schlüsselwörter

Mundart, Standardsprache, Diglossie, Deutschschweiz, Spracherwerb, Schule, Hochdeutsch, Sprachkompetenz, Erziehungsdepartement Basel-Stadt, Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Identität, Unterrichtsgestaltung, Sprachwandel, Helvetismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spannungsreiche Beziehung zwischen Mundart und Standardsprache im schweizerischen Bildungswesen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Dazu zählen die Diglossiesituation, der Spracherwerb, die Rolle der Lehrkräfte sowie aktuelle Projekte zur Einführung von Hochdeutsch im Kindergarten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Schule durch ihre Praxis maßgeblich die Einstellung der Schüler zum Hochdeutsch mitgestaltet und welche Herausforderungen dabei entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis bestehender Studien und Berichte zur Sprachsituation und Schulpraxis.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Spracherwerb, der Anwendung von Standardsprache in verschiedenen Schulfächern und den Faktoren, die zu einer negativen Einstellung der Lernenden führen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Diglossie, Sprachlandschaft, Defizitorientierung, Schulhochdeutsch und Zweitspracherwerb.

Warum spielt die Unterscheidung von „Herz- und Handfächern“ eine Rolle?

In diesen Fächern wird oft Mundart gesprochen, was bei Schülern die Assoziation fördert, dass Hochdeutsch eine Sprache für „Leistungsdruck“ ist, während Dialekt für Nähe und Entspannung steht.

Welche Rolle spielen fremdsprachige Kinder in diesem Kontext?

Für diese Kinder ist die Trennung zwischen Dialekt und Standardsprache besonders schwierig, da sie oft zuerst den Dialekt lernen müssen, um sich im Umfeld zu integrieren.

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Details

Title
Mundart und Standardsprache als Problem in der Schule
College
University of Basel
Grade
5.5
Author
David Christen (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V199429
ISBN (eBook)
9783656256519
ISBN (Book)
9783656259459
Language
German
Tags
Standardsprache Deutschschweiz Basel-Stadt Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Christen (Author), 2006, Mundart und Standardsprache als Problem in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199429
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