Die Bevölkerungszusammensetzung der Bundesrepublik Deutschland befindet sich in einem zum Teil drastischen Umbruch. Nicht nur die Altersstruktur der Bevölkerung ändert sich, sondern auch die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung ist einem Wandel unterworfen. Ebenso wie diese Entwicklungen hat auch die Tatsache,
dass seit 2000 Frauen in allen Verwendungen bei der Bundeswehr zugelassen sind, Auswirkungen auf die Zusammensetzung und auf das Miteinander in der Armee. Um weiterhin als attraktiver Arbeitgeber konkurrenzfähig im Wettbewerb um qualifiziertes Personal zu sein, muss sich die Bundeswehr mit der neu entstehenden Vielfalt
auseinandersetzen. Daher muss sie die Vielfalt, also die Diversität, systematisch handhaben, also managen, um aus der entstandenen Vielfalt auch Nutzen zu ziehen. Sie muss also Diversity Management betreiben.
In dieser Arbeit möchte ich mich mit dem Diversity Management bei der Bundeswehr, genauer den deutschen Streitkräften, beschäftigen. Zivile Teile der Bundeswehr sollen hierbei nicht betrachtet werden. Dazu wähle ich folgendes Vorgehen. Im nächsten Abschnitt möchte ich eine Sammlung der Rechtsvorschriften darstellen, welche sich mit diesem Thema bei den Streitkräften beschäftigen. Dabei soll jedoch
noch nicht auf die aus den gesetzlichen Vorgaben entstehenden Maßnahmen eingegangen werden.
Im darauf folgenden Teil möchte ich darstellen, worum es sich bei Diversity Management handelt und was Ziele des systematischen Umgang mit Vielfalt sind. Außerdem soll dargestellt werden, warum Diversity Management für die Bundeswehr von Interesse sein kann. Außerdem möchte ich kurz darauf eingehen, was Diversity Management für eine lernende Organisation bedeutet.
Es soll danach eine auszugsweise Darstellung von Maßnehmen zum Umgang mit Vielfalt in den Streitkräften gegeben werden. Dabei soll auch Bezug auf die eingangs dargestellten Rechtsvorschriften genommen werden.
Im letzten Teil der Arbeit möchte ich mich kritisch mit den dargestellten Maßnahmen auseinandersetzen. Es sollen Vorteile und Nachteile der Maßnahmen bei den deutschen Streitkräften aufgezeigt werden. Dies soll mit einem persönlichen Fazit abgeschlossen werden.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Rechtsgrundlagen zu Diversität in den Streitkräften
III Ziele des Diversity Managments und ihre Anwendung auf die Bw.
IV Maßnahmen zum Diversity Managment in der Bundeswehr
IV a) Interkulturelle Kompetenz
IV b) Gleichstellung
V Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie die Bundeswehr angesichts einer sich wandelnden gesellschaftlichen Bevölkerungsstruktur den Herausforderungen und Chancen von Diversität begegnet. Dabei wird analysiert, welche rechtlichen Rahmenbedingungen existieren, welche Ziele das Diversity Management verfolgt und wie konkrete Maßnahmen, insbesondere in den Bereichen Interkulturelle Kompetenz und Gleichstellung, implementiert werden, um die Organisation als zukunftsfähigen Arbeitgeber zu erhalten.
- Rechtliche Grundlagen und Soldatengesetz im Kontext von Vielfalt
- Strategische Ziele des Diversity Managements in der Bundeswehr
- Implementierung interkultureller Kompetenz bei Soldaten
- Gleichstellungspolitik und die Rolle weiblicher Soldaten
- Kritische Reflexion der aktuellen Maßnahmen und Ansätze
Auszug aus dem Buch
IV a) Interkulturelle Kompetenz
Die Bevölkerungsentwicklung ist für die Streitkräfte von entscheidender Bedeutung. Wie weiter oben bereits beschrieben tritt die Bundeswehr in Zukunft in verstärkte Konkurrenz mit der zivilen Wirtschaft um qualifiziertes Personal. Um sämtliches Rekrutierungspotenzial abschöpfen zu können, ist die Bundeswehr darauf angewiesen, sich mit der veränderten Gesellschaft zu befassen. So ist es von Nöten, sich auf den immer mehr multikulturellen Hintergrund der jungen wehrfähigen Menschen in der deutschen Gesellschaft einzustellen. In Deutschland leben derzeit 15,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, von diesen hat grob die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit. Somit wächst auch immer mehr der Anteil von Wehrpflichtigen und Freiwilligen mit Migrationshintergrund. Daher soll die interkulturelle Kompetenz schon von Beginn an, also mit der Allgemeinen Grundausbildung, gelebt und gelehrt werden. Dies soll auch ein Zeichen setzen, dass Deutschland ein weltoffenes und vielfältiges Land ist. Die Bundeswehr soll weiterhin ein Spiegel der Gesellschaft und mit ihr verbunden bleiben (vgl. Pressemitteilung der Bundesregierung, 2010).
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, versucht die Bundeswehr mehrere Maßnahmen umzusetzen. So werden Seminare zur Multiplikatorenausbildung durchgeführt, in welchen Vorgesetzte oder Soldaten mit Ausbildungsfunktion auf den Umgang mit Wehrpflichtigen mit Migrationshintergrund geschult werden. So sollen Vorurteile abgebaut werden und der Umgang mit Vielfalt gefördert werden. Es soll das mögliche Potenzial dieser Soldaten als Kulturmittler auch für die späteren Einsätze besser genutzt werden können und die Attraktivität der Bundeswehr sowohl für den Wehrdienst als auch für eine eventuelle Weiterverpflichtung gesteigert werden (vgl. 3sat, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung erläutert die demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen und stellt die Notwendigkeit von Diversity Management als strategisches Werkzeug für die Bundeswehr dar.
II Rechtsgrundlagen zu Diversität in den Streitkräften: Dieses Kapitel analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen wie das Grundgesetz und das Soldatengesetz, die den Umgang mit Vielfalt und Gleichbehandlung in der Truppe regeln.
III Ziele des Diversity Managments und ihre Anwendung auf die Bw.: Es wird dargelegt, welche Potenziale durch Diversity Management genutzt werden können und warum diese für die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr von strategischer Bedeutung sind.
IV Maßnahmen zum Diversity Managment in der Bundeswehr: Hier werden konkrete Initiativen und Programme vorgestellt, die auf die praktische Umsetzung von Vielfalt innerhalb der Streitkräfte abzielen.
IV a) Interkulturelle Kompetenz: Dieser Abschnitt beschreibt Maßnahmen zur Integration und Schulung im Umgang mit einem multikulturellen Umfeld, um Rekrutierungspotenziale zu erschließen.
IV b) Gleichstellung: Dieses Kapitel befasst sich mit den gesetzlichen und organisatorischen Schritten zur Förderung von Soldatinnen sowie der Verbesserung der Vereinbarkeit von Dienst, Familie und Beruf.
V Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, würdigt die Fortschritte bei der Etablierung von Vielfalt und benennt kritisch verbleibende Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Diversity Management, Bundeswehr, Interkulturelle Kompetenz, Gleichstellung, Soldatengesetz, Integration, demografischer Wandel, Organisationsentwicklung, Personalmanagement, Chancengleichheit, Führungskultur, Wehrdienst, gesellschaftliche Vielfalt, Gender Mainstreaming, Soldaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung und Relevanz von Diversity Management in der Bundeswehr vor dem Hintergrund einer sich wandelnden gesellschaftlichen Struktur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Fundierung, den strategischen Zielen des Diversity Managements sowie den spezifischen Maßnahmen in den Bereichen Interkulturelle Kompetenz und Gleichstellung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Bundeswehr durch den systematischen Umgang mit Vielfalt ihre Zukunftsfähigkeit und Attraktivität als Arbeitgeber sichern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Rechtsvorschriften, offiziellen Papieren und wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Rechtsgrundlagen, die Zielsetzung von Diversity Management sowie eine detaillierte Darstellung praktischer Maßnahmen wie Schulungen und Gleichstellungsprogramme.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Diversity Management, Interkulturelle Kompetenz, Gleichstellung, Personalentwicklung und die strukturelle Anpassung der Bundeswehr.
Warum ist das Soldatengesetz für das Thema Diversity wichtig?
Das Soldatengesetz bildet mit dem Gebot der Kameradschaft und dem Diskriminierungsverbot die rechtliche Basis, die den respektvollen Umgang zwischen Soldaten ungeachtet ihrer Herkunft oder Identität einfordert.
Welchen Stellenwert nimmt die Kameradschaft bei diesem Thema ein?
Die Kameradschaft wird als ein zentraler Wert der Bundeswehr hervorgehoben, der die Grundlage für gegenseitige Achtung und den Schutz der Würde aller Soldaten bildet, was das Ziel der Inklusion stützt.
Wie bewertet der Autor die aktuelle Gleichstellungssituation?
Der Autor erkennt Fortschritte durch spezielle Programme und die Einsetzung von Gleichstellungsbeauftragten an, kritisiert jedoch mangelnde Transparenz bei der Stellenvergabe und das Risiko einer Stigmatisierung.
- Arbeit zitieren
- Christopher Achterkamp (Autor:in), 2010, Diversity Management in der Bundeswehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199515