Professionalität im Kontext von Schule

Reflexionen


Seminararbeit, 2012
30 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Reflexion der eigenen Schulerfahrung

Reflexion der Berufsentscheidung

Reflexion der Hospitation
Auswertung
Reflexion

Reflexion über das eigene Referat

Reflexion über das Referat „Schulgelände und Schulgebäude“

Auseinandersetzung mit einem pädagogischen Text

Abschließende Reflexion über das Proseminar

Literaturverzeichnis

Anhang

[...] daß man das Schreiben der [Abschlussarbeit] - mag auch im übrigen die Zeit des Studiums enttäuschend oder frustrierend gewesen sein - dazu benutzen kann, die positiven und weiterführenden Seiten des Studiums kennenzulernen - nicht im Sinne einer Anhäufung von Wissen, sondern im Sinne der kritischen Verarbeitung einer selbstgemachten Erfahrung, der Aneignung der für das künftige Leben nützlichen Fähigkeit, sie nach bestimmten Regeln darzustellen.[1]

Vorwort

Ich habe sehr lange über folgende Aussage nachgedacht: „Verwendung einer für wissenschaftliche Diskurse angemessene Sprache.“

Nachdem ich mir immer wieder diese Aussage durch den Kopf habe gehen lassen, kam ich auf den Gedanken, dass ich im Prinzip aus meinem Leben und von mir Erlebtes erzähle und berichte. Nun, ich bin nicht gewillt, mein Leben in einen wissenschaftlichen Diskurs zu stellen. Da musste ich sofort an einen meiner Professoren von der Germanistik denken, der folgende Aussage von sich gab:

„Wenn du ein guter Germanist sein möchtest, musst du ein Narzisst sein und einen Gottkomplex haben.“[2]

Diesem Rat bin ich seither treu geblieben. Als noch junge aber überzeugte Germanistin, werde ich diese Arbeit (mit Ausnahme der Textanalyse) in den von mir antrainierten und über die Semester verfeinerten Stil schreiben, der mich als Mensch und vor allem Germanist ausmacht. Das mag stur erscheinen oder als Verweigerung der Arbeitsanweisungen gedeutet werden, allerdings verweise ich in diesem Fall erneut auf das Zitat von Prof. Rohrwasser. Mein Narzissmus mag nicht immer durchkommen und mein Gottkomplex noch nicht ganz ausgeprägt sein, aber ich werde mich bemühen diese Arbeit mit bestem Wissen und Gewissen zu schreiben.

Da ich, wie viele anderen Kollegen auch, von diesem Gender-Wahnsinn nicht wirklich angetan bin, werde ich im Fall des Falles die maskuline Form verwenden, dies dient der besseren Lesbarkeit und ist somit als neutral zu verstehen.

Möge das Reflektieren beginnen …

Reflexion der eigenen Schulerfahrung

Alles in allem, kann man sagen, dass meine Schulzeit mehr positives als negatives beinhaltet hat. Auch wenn einem meist die negativen Dinge besser im Gedächtnis bleiben. Da muss ich aber lobend einhaken und sagen, durch die ständige Selbstreflexion, die wir während des Studiums durchlaufen, kommen immer wieder die positiven Erlebnisse in der Schulzeit zu Tage und man legt automatisch einen Fokus darauf.

Meine Schulzeit war ein einziges Sammelsurium von Hochs und Tiefs. Nach einer äußerst positiven absolvierten Volkschule (wobei die Lehrerin dort eher eine Kindergartentante war und, laut meiner Mutter, uns nichts vernünftiges beibrachte), so war es doch logisch mit diesem tollen Zeugnis, aufs Gymnasium zu gehen. Hier merkte ich zum ersten Mal, dass die Volkschulausbildung wirklich nichts wert war. Sicherlich, ich konnte lesen, schreiben und rechnen, aber mit dem Gymnasium war ich anfangs überfordert. Da ist mir vor allem meine Deutsch-Professorin in Erinnerung geblieben, die von Anbeginn etwas gegen mich hatte, da meine Mutter sie versehentlich „Förster“ statt „Forster“ genannt hatte, was nur daran lag, dass ein Familienzweig von uns „Förster“ hieß. Sie meinte, ich wäre zu dumm für das Gymnasium und sollte besser in die Hauptschule oder noch besser, in die Sonderschule gehen. Meine Mutter ließ mich dann im Rahmen eines Programmes des Bildungsministeriums und des Stadtschulrates testen. Heraus kam, dass ich überdurchschnittlich begabt war, vor allem in Mathematik/Logik und in Sprachen. Es war der Professorin egal. Ich hatte sie zum Glück nur in den ersten beiden Klassen. Trotz des positiven Tests, blieben meine Leistungen in der Schule mager.

Schließlich verließ ich das Gymnasium nach Abschluss der 5. Klasse und wechselt in ein Oberstufengymnasium. Meine Leistungen blieben durchschnittlich, besserten sich aber in einigen Fächer drastisch. Allerdings sackte ich wieder ab, dank Französisch- und Mathematik-Professorin. Irgendwie hatte ich ein Talent, die Antipathie von Lehrern auf mich zu ziehen. Dies erlebte ich während fast meiner ganzen Schulzeit. Ich schloss die 8. Klasse ab, konnte aber aufgrund von drei „Nicht Genügend“, nicht zur Matura antreten. Ich versuchte die 8. Klasse zu wiederholen, dies gelang aber nicht, da ich in meinen Problem-Fächern dieselben Lehrer bekam. Daher meldete ich mich von der Schule ab.

Mir wurde innerhalb eines Semesters klar, dass es ohne Matura nicht gehen wird, also suchte ich Alternativen. Ich fand die Abendschule am Henriettenplatz und erfuhr, dass ich dort meine Matura in zwei Semestern fertig machen konnte. Was ich schließlich auch tat. Das war die erste Schule, bei der ich ausschließlich positive Erinnerungen mitnehmen konnte. Ich war sehr gut in allen Fächern und selbst Französisch konnte ich positiv abschließen, da meine Professorin mein Problem mit dieser Sprache verstand. Ich maturierte mit sehr guten Noten und hatte meinen ersten Schulabschluss in der Hand. Ich wollte eigentlich schon immer studieren gehen. Lehramt Deutsch. Das zweite Fach war aber noch nicht geklärt. Das Problem war allerdings, durch die ganzen negativen Erfahrungen früher, wollte ich einfach nicht mehr. Ich ging arbeiten. Doch erneut hielt ich es nicht lange ohne Schule aus.

Abermals streckte ich meiner Fühler auf der BeSt³-Messe in Wien aus und suchte etwas, was man berufsbegleitend machen konnte. Eine Fachhochschule wäre gut gewesen, kam aber nicht in Frage, da deren Ruf zu dieser Zeit nicht gerade der Beste war.

Ich stieß auf den 2. Bildungsweg der Handelsakademien in Wien und fand ein kaufmännisches Kolleg an der HAK Hetzendorf, an der meine Mutter bereits ihre Matura gemacht hatte. Ich meldete mich an und wurde auch gleich aufgenommen. Ich hatte sogar dieselbe Professorin in Rechnungswesen und BWL wie meine Mutter, was an sich schon eine interessante und auch sehr positive Erfahrung war.

Ich denke von allen Schulen ist mir die Abendschule und die HAK am positivsten in Erinnerung geblieben. Ich denke das liegt auch daran, dass ich diesen Ausbildungsweg, genauso wie das Studium, selbst gewählt habe und ich mich eigenständig darum gekümmert habe. Es gab nie einen Druck von der elterlichen Seite, dass ich mehr lernen solle oder warum ich so schlechte Noten habe.Die Volkschule und das Gymnasium habe ich als sehr negativ in Erinnerung. An die Volkschule kann ich mich zwar kaum erinnern, aber ich erinnere mich an die nachhaltigen Defizite, die ich im Gymnasium hatte. Auch wenn mir ein paar Lehrer positiv in Erinnerung sind, so ist der Großteil negativ behaftet.

Das Oberstufengymnasium hält sich so ziemlich die Waage mit positiv und negativ. Es gab immer zwei Seiten, aber alles in allem war es dennoch eine schöne Zeit. So schön, dass ich bei ein paar ausgewählten Professoren hospitierte.

Für das Studium und die Zukunft, wünsche ich mir, dass ich die positiven Sachen in den Unterricht mit einfließen lassen kann und nicht dieselben (teils dummen) Fehler wie einige meiner Professoren machen werde.

Reflexion der Berufsentscheidung

Schon immer war ich fasziniert vom Beruf des Lehrers, wobei man eher von einer Berufung sprechen sollte, denn wenn wir eines mit Sicherheit wissen, dann dies: Nicht jeder ist dazu gemacht bzw. bestimmt ein Lehrer zu werden. Es gibt eine wirklich große Anzahl an Personen, die erst gar nicht zu einem Lehramt-Studium zugelassen werden sollten, da die Eignung, die zukünftige Elite des Landes zu unterweisen, fehlt. In meinem Fall kam mir die Idee, Lehrer zu werden zum ersten Mal in der 3. Klasse Gymnasium. Die Fächer an sich schwankten immer wieder aufgrund des allgemeinen Interesses. Jedoch war Deutsch eine ständige Konstante, nur das Zweitfach war ein ewiges Rätseln bis zu dem Zeitpunkt der Inskription und darüber hinaus, denn als allererstes Fach, studierte ich Lehramt Deutsch und Tschechisch. Erst nach einem Jahr wechselte ich auf die Kombination Deutsch-Geschichte, mit der ich bis heute sehr glücklich bin und ich weiß, dass ich beide Fächer mit vollem Elan unterrichten möchte. Nach einem weiteren Jahr kam dann die Erweiterung auf das dritte Fach Mathematik dazu, wegen besserer Berufschancen, allerdings habe ich inzwischen das wieder aufgegeben, da es meine Zeit einfach nicht zulässt. Allerdings gebe ich meinen Traum von drei Fächern noch nicht auf. Ich werde es einfach zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen, da ich auch neben dem Unterrichten vorhabe mich weiter fortzubilden.

Mein größtes Vorbild war wohl meine Deutsch-Lehrerin in der Abendschule, wo ich auch maturierte. Zu dieser Zeit war Lehramt keine Option, da sich viele negative Gefühle, die sich auf die Schule bezogen in mir anstauten. Aber sie unterrichtete mit solch einer Leidenschaft, dass erneut der Wunsch in mir wuchs, eines Tages Lehrerin zu sein. Sie war die erste Lehrerin in diesem Fach, die die Meinung der Schüler nicht nur akzeptierte, es entstanden auch sehr interessante Diskussion auf Augenhöhe. Sie war auch die Erste, die von meinem heimlichen Berufswunsch erfuhr und mir hilfreiche Tipps für mein Studium und weiteren Lebensweg gab.

Abgesehen von meiner Zeit auf der Abendschule, der Matura und schließlich auch meine Zeit auf der HAK, war meine Schulzeit wie schon erwähnt, eher durchwachsen. Nach der Volksschule hatte ich Schwierigkeiten auf dem Gymnasium in fast allen Fächern. Auch in Deutsch. Auf dem Oberstufengymnasium wurde es zwar in vielen Fächern besser, allerdings konnte ich mich bis heute nicht mit der französischen Sprache anfreunden. Und nun auch im Angesicht meines Deutsch-Studiums, wäre es wohl klüger gewesen, meine Mutter zu ignorieren und Latein zu wählen. Doch auch wenn ich meine schulische Ausbildung kurz unterbrochen hatte, so habe ich doch meinen Weg immer wieder gefunden. Lange hielt es mich nie, abseits der Schule.

[...]


[1] Der Gedanke Ecos zur Selbstreflexion. Eco, Umberto; Schick, Walter (2010): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. 13.Auflage. Wien: Facultas wuv UTB, S.3.

[2] Hr. Univ.-Prof. Dr. Michael Rohrwasser, EU Schreiben WS 11/12, mündliches Zitat

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Professionalität im Kontext von Schule
Untertitel
Reflexionen
Hochschule
Universität Wien  (Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Proseminar Professionalität im Kontext von Schule
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
30
Katalognummer
V199694
ISBN (eBook)
9783656260899
ISBN (Buch)
9783656261841
Dateigröße
718 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
professionalität, kontext, schule, reflexionen
Arbeit zitieren
Daniela Ammann (Autor), 2012, Professionalität im Kontext von Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199694

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