Anglizismen in der spanischen und hispanoamerikanischen Presse


Hausarbeit, 2008
18 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Anglizismen
2.1 Was ist ein Anglizismus?
2.2 Klassifikation der Entlehnungen aus dem Englischen ins Spanische
2.2.1 Lexikalische Anglizismen
2.2.2 Syntaktische Anglizismen

3 Anglizismen in der spanischsprachigen Presse
3.1 Hintergrund
3.2 Anglizismen in der spanischen Presse
3.3 Anglizismen in der puertoricanischen Presse
3.4 Anglizismen in der venezuelanischen Presse

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

El español de nuestros días no ha quedado al margen de la tendencia mundial que sacrifica lo peculiar en areas de lo supernacional y uniforme. En mayor o menor medida, todas las lenguas cultas de hoy se internacionalizan y a la vez pierden carácter.[1]

Die englische Sprache stellt heutzutage die am Weitesten verbreitete und einflussreichste Sprache der Welt dar. Vor allem in Folge der wirtschaftlichen, technologischen, militärischen und kulturellen Dominanz der USA (aber auch des angelsächsischen Sprachraums insgesamt) werden eine Vielzahl von Ländern und Kulturen durch den Einfluss der englischen Sprache berührt. Sie ist besonders in den Medien, der Technik und in der Filmindustrie präsent, aber auch innerhalb der Jugendkultur, deren Lebensstil und Sprachverwendung vom englischsprachigen Raum geprägt und beeinflusst ist, lässt sich ihr Einfluss erkennen.

Die Herausbildung und Verwendung von Anglizismen kann als ein „Kontaktphänomen“[2] bezeichnet werden, welches durch Sprach- und Kulturkontakte zustande kommt. Je isolierter eine Sprachgemeinschaft ist, desto eigenständiger und unabhängiger kann sich ihre Sprache entwickeln. Dies ist jedoch in der heutigen Zeit der wachsenden Globalisierung und Internationalisierung kaum noch anzutreffen. Nationale Märkte und Gesellschaften werden zunehmend weltweit vernetzt und durch die Entwicklung des Internets ist eine grenzüberschreitende Kommunikation ermöglicht wurden. In Folge dessen wurde der Kontakt vor allem mit der englischen Sprache verstärkt und sie gilt mittlerweile nicht nur als essentieller Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens und international agierender Menschen, sondern auch des täglichen Lebens.

In dieser Arbeit wird das Phänomen der Anglizismen im spanischsprachigen Raum am Beispiel der spanischen und hispanoamerikanischen Presse untersucht. Dabei soll zunächst im ersten Kapitel allgemein der Begriff Anglizismus definiert und kategorisiert werden, um darauf aufbauend, im zweiten Kapitel den Einfluss der englischen Sprache anhand ausgewählter Artikel spanischer und hispanoamerikanischer Zeitungen mit konkreten Beispielen darzustellen und zu analysieren.

2 Anglizismen

2.1 Was ist ein Anglizismus?

Ein Anglizismus bezeichnet den Terminus für Entlehnungen aus oder Spracheinflüsse der englischen Sprache, vor allem des amerikanischen und britischen Englisch. Dies kann einzelne Wörter, aber auch bestimmte Ausdrücke und Satzkonstruktionen betreffen, welche sich nicht nur in den Fachsprachen wieder finden, sondern auch in alltäglichen Konversationen.

Schon in den letzten Jahrhunderten konnten immer wieder Einflüsse bestimmter Sprachen, die als sehr prestigereich galten, verzeichnet werden. Man denke hierbei an das Griechische und Lateinisch, deren Bedeutung bis heute unverkennbar ist. Die englische Sprache ist jedoch vergleichsweise noch jung und zeigt seinen einflussreichen Charakter erst seit ein paar Jahrzehnten. Dennoch ist ein steter Zuwachs an Entlehnungen zu beobachten, wobei die Anzahl der Entlehnungen stark von den wirtschaftlichen, politischen, historischen oder kulturellen Beziehungen zwischen den betreffenden Ländern und Kulturen abhängig ist.

Die Übernahme fremdsprachlichen (englischen) Wortmaterials hat verschiedene Gründe und Ursachen. Aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet, bilden sich in Folge der wachsenden Globalisierung zunehmend Netzwerke von Unternehmen, welche auf allen Gebieten international zusammenarbeiten. Gerade hier ist der Gebrauch des Englischen ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation. Überdies besitzt die englische Sprache einen hohen Prestigewert und wird oft für Werbezwecke, zur Verbesserung der Verkaufsstrategien oder sogar unter Jugendlichen als Form „cooler“ Konversation gebraucht. Ferner werden oft auch fremde Bezeichnungen unbekannter Gegenstände und Einrichtungen übernommen, für die es keinen äquivalenten Ausdruck gibt, oder der neue Begriff geeigneter erscheint. Man spricht dabei von Exotismen[3]. Meistens geschieht dies beim Kontakt zweier Völker zwischen denen eine Art Kulturaustausch stattfindet.

Nach Bußmann verfügt jede Sprache über einen eigenen Wortschatz, welcher sich in Erb-, Lehn- und Fremdwörter unterteilt. Zu den Erbwörtern zählen Begriffe oder Bezeichnungen, die direkt aus der Ursprungssprache stammen und somit Aufschluss über die Abstammung einer Sprache geben können. Im Gegensatz dazu stammen Lehnwörter aus einer parallelen Sprache, die sich der orthografischen, morphologischen und/ oder phonetischen Ordnung der Empfängersprache anpassen. Dies zeigt den Unterschied zum Fremdwort, welches nicht in der jeweiligen Schreibung, Lautung und Betonung der Zielsprache assimiliert wird und somit noch als fremd anerkannt wird. Anglizismen können entweder dem System der Zielsprache angepasst oder aber unverändert übernommen werden.[4]

2.2 Klassifikation der Entlehnungen aus dem Englischen ins Spanische

Javier Medina López analysierte den Einfluss des Englischen auf das Spanische und kategorisiert zunächst die Anglizismen in lexikalische und syntaktische Anglizismen.[5] Im folgenden Kapitel wird seine Unterteilung kurz erläutert und mit Beispielen veranschaulicht.

2.2.1 Lexikalische Anglizismen

Unter einem lexikalischem Anglizismus ist der Einfluss der englischen Sprache auf die lexikalische Ebene des Spanischen, d.h. auf das Vokabular, zu verstehen. Dabei handelt es sich um Direktentlehnungen, bei denen fremdsprachliche Morpheme unverändert und vollständig oder nur teilweise bei gleichzeitiger Substitution der muttersprachlichen Morpheme übernommen werden. Die Verwendung bzw. Übernahme des englischen Wortmaterials ist dabei oft noch erkennbar.

Die lexikalischen Anglizismen werden meist nach der Häufigkeit ihres Gebrauchs, sowie nach ihrer Anpassung an die spanische Sprache untergliedert:

Einteilung nach der Häufigkeit des Gebrauchs[6]

1) Anglicismos de uso general

Der Gebrauch dieser Anglizismen ist bei fast ausschließlich allen (Spanisch-) Sprechern bekannt und es handelt sich hierbei oft um phonetische oder graphemische Adaptionen an das spanische Sprachsystem. Hierzu zählen Wörter wie:

a) Mexiko: beisbol, whisky, exprés, bikini, penalty
b) Madrid: bar, béisbol, champú, cheque, fútbol, wisky
c) San Juan: bate, béisbol, home, out, whisky

2) Anglicismos muy usuales

Diese Entlehnungen sind allgemein nicht allen Sprechern bekannt und es existieren in den meisten Fällen häufig spanische Äquivalente, welche alternativ verwendet werden. Zu dieser Kategorie gehören:

a) Mexiko: bar (cantina), show (espectáculo), bermudas (pantalón corto), single (sencillo)
b) Madrid: bate (palo), block (cuaderno de notas), estación de servicios (gasolinera), sprint (adelantamiento)
c) San Juan: album, brown (castaño, marrón), full cover (seguro de accidente), dry cleaning (tintorería)

3) Anglicismos de uso medio

Ungefähr die Hälfte aller Befragten verwendet u. a. die folgenden Anglizismen des durchschnittlichen Gebrauchs, welche ebenfalls oft spanische Alternativen besitzen und durch diese ersetzt werden:

a) Mexiko: b arman (cantinero), manager (entrenador), grill (parrilla), box (caja)
b) Madrid: extensión telefónica (teléfono supletorio), grill (parrilla), handicap (obstáculo), round (asalto)
c) San Juan: part time (jornada pacial), seat belts (cinturones), box (aparto de correos)

4) Anglicismos poco usados

Hierbei handelt es sich um Begriffe, welche bei weniger als der Hälfte der Befragten bekannt sind oder verwendet werden:

a) Mexiko: blazer (chaqueta), stewardess (azafata, aeromoza) western (del Oeste, película de vaqueros)
b) Madrid: ticket (billete), slips (pantaloncito corto), chut/ chute (tiro, disparo)
c) San Juan: blow out (pinchazo), coffe break (café en el descanso), full time (tiempo completo), lipstick (lápiz labial)

5) Anglicismos esporádicos

Zu den sporadischen Anglizismen gehören solche Entlehnungen, die nur von sehr wenigen, oftmals nur ein oder zwei Personen, bekannt sind und verwendet wurden:

a) Mexiko: comics (historietas), interview (entrevista), subway (metro, tren subterráneo) oder pull-over (suéter)
b) Madrid: basketball (baloncesto), flirtear (conquistar), polución (contaminación), reportero (comentarista), sandwiches (bocaditos)
c) San Juan: baby sitter (niñera), jacket (chaquetón), high school (escuela superior), bacon

(tocineta)

[...]


[1] Rafael Lapesa, La lengua desde hace cuarenta años, Revista de Occidente, Nos8 y 9 (1963), S. 200. Übernommen aus: Medina López, Javier: El anglicismo en el español actual, Madrid: Arco Libros, 1998, S. 9.

[2] Vgl. Muhr, Rudolf; Kettemann, Bernhard: Eurospeak: Der Einfluss des Englischen auf europäische Sprachen

zur Jahrtausendwende, Frankfurt am Main: Lang, 2002, S. 11.

[3] Muhr, Rudolf; Kettemann, Bernhard: Eurospeak: Der Einfluss des Englischen auf europäische Sprachen zur Jahrtausendwende, Frankfurt am Main: Lang, 2002, S. 33.

[4] Vgl. Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Alfred Kröner Verlag: Stuttgart, 1990.

[5] Vgl. Medina López, Javier: El anglicismo en el español actual, Madrid: Arco Libros, 1998.

[6] Für die Erfassung statistischer Angaben wurden mehrere Umfragen in verschiedenen Ländern durchgeführt Für diese Arbeit sollen die Umfrageergebnisse aus Mexiko, Puerto Rico (San Juan) und Madrid, angelehnt an den Ausführungen Medina López’ (in: El anglicismo en el español actual, S.19-20), als Beispiele dienen.

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Details

Titel
Anglizismen in der spanischen und hispanoamerikanischen Presse
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,8
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V199738
ISBN (eBook)
9783656261940
ISBN (Buch)
9783656262404
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanisch, espanol, Anglizismen, Sprache, Linguistik, Hispanoamerika, Fremdwort, Entlehnung, Syntax, Presse, Tageszeitung, Lehnwort, Anglicismo, Anglizismen im Spanischen, Spanische Presse
Arbeit zitieren
Kathleen Polten (Autor), 2008, Anglizismen in der spanischen und hispanoamerikanischen Presse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199738

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