„Sag mir, worüber du lachst, und ich werde dir sagen, woher du kommst“ (Fischer-Fabian 2003, S.11).
Die folgende Arbeit erklärt, warum es den Europäischen Humor nicht gibt und worin die länderspezifischen Unterschiede bestehen.
Jedes Land hat seine eigenen Sitten und seinen ganz eigenen Humor. Versucht man einem Italiener einen Witz vom Gehörnten zu erzählen, wird man wohl vergebens auf ein Lachen warten, während man sich in Frankreich darüber ausschüttet. Wo den Dänen die Fähigkeit fehlt über sich selbst zu lachen, lacht der Schweizer über nichts lieber. Während der Italiener zur Übertreibung neigt, ist ein typischer Wesenszug des Engländers die Untertreibung. Die gemeinhin als humorlos geltenden Deutschen lieben es einen Witz auch über sein Ende hinweg auszuwalzen und lachen im Prinzip
über alles außer sich selbst.
Man sieht folglich: Gelacht wird überall auf der Welt - es stellt sich nur die Frage worüber? Dieses zu ergründen soll Gegenstand dieser Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition des Humorbegriffs
2. Humor in England und in Deutschland
2.1 Englischer Humor
2.2 Deutscher Humor
2.3 England / Deutschland – eine Gegenüberstellung
3. Humor im restlichen Europa
3.1 Schweiz
3.2 Österreich
3.3 Frankreich
3.4 Irland
3.5 Schottland
3.6 Russland
3.7 Griechenland
3.8 Türkei
3.9 Italien
3.10 Spanien
3.11 Portugal
3.12 Niederlande
3.13 Belgien
3.14 Dänemark
3.15 Schweden
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die länderspezifischen Unterschiede des Humors in Europa und geht der zentralen Forschungsfrage nach, warum kein einheitlicher europäischer Humor existiert und welche kulturellen Prägungen das jeweilige Humorverständnis bestimmen.
- Vergleichende Analyse des Humors in England und Deutschland
- Untersuchung der Humorkulturen in weiteren europäischen Ländern
- Kulturelle Bedingtheit von Humor und Witz
- Bedeutung von nationalen Stereotypen und kulturellen Identitäten
- Rolle von Humor in Gesellschaft, Alltag und Arbeitsleben
Auszug aus dem Buch
2.1 Englischer Humor
Wie stolz die Engländer auf ihren „sense of humor“ sind, bemerkte bereits Mr. A. P. Herbert, von Beruf Engländer und Humorist. „Sie können einem Engländer vorwerfen, dass er unmoralisch ist, dass er keine Ahnung von Business hat, es wird ihn nicht im Mindesten irritieren. Wenn sie ihm aber vorwerfen, dass er keinen Sinn für Humor hat, wird er sie k.o. schlagen“ (Herbert 1950, S.1).
John Bourke formuliert es noch drastischer, indem er schreibt, „dass man den Eindruck gewinnen könnte, der Humor werde in England als eine Tugend von so seltener Erhabenheit angesehen, dass er das völlige Fehlen sämtlicher anderen wünschenswerten menschlichen Eigenschaften mehr als entschuldigen und ersetzen könnte“ (1965, S.5). Die Bedeutung des Humors im englischen Leben kann also gar nicht überschätzt werden (Leonhardt 1957, S.330). Er zieht sich durch den Alltag und findet sich sowohl im Geschäftsleben als auch in der englischen Werbung wieder (Keegan et Al. 1998, S.104, S.536). „Kein Redner, kein Parlamentarier, kein Richter, ja nicht einmal ein Pfarrer darf in England auf willige Zuhörer hoffen, wenn er seinem Thema nicht auch eine heitere Sache abgewinnen kann“ (Leonhardt 1957, S.330).
Die Verpflichtung komisch zu sein, wird demnach zu einer recht anstrengenden Angelegenheit, wie Rudolf Walter Leonhardt ganz treffend bemerkte (1957, S.331). Denn „was den Humor betrifft, versteht der Engländer nicht den geringsten Spaß“ (Fischer-Fabian 2003, S.15).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert, warum ein universeller europäischer Humor schwer zu fassen ist, mit Fokus auf den Vergleich zwischen Deutschland und England.
2. Humor in England und in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert detailliert die humoristischen Eigenheiten beider Nationen sowie deren Unterschiede, ergänzt durch eine tabellarische Gegenüberstellung.
3. Humor im restlichen Europa: Hier werden humoristische Ausprägungen in weiteren europäischen Ländern von der Schweiz bis Schweden untersucht, um die kulturelle Vielfalt des Lachens darzustellen.
4. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass Humor erlernt und kulturgebunden ist, und schließt mit der Erkenntnis, dass trotz nationaler Eigenheiten grundlegende psychologische Mechanismen der Humorerzeugung universell wirken können.
Schlüsselwörter
Humor, Europa, Englischer Humor, Deutscher Humor, Kultur, Witz, Stereotyp, Nationalidentität, Komik, Satire, Untertreibung, Ironie, Humorkultur, Lachen, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den kulturellen Unterschieden des Humors in verschiedenen europäischen Ländern und untersucht, warum diese so stark divergieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die spezifischen Humortraditionen, die nationale Identität, kulturelle Stereotype und die Frage, inwieweit Humor als erlerntes, kulturgebundenes Phänomen betrachtet werden muss.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, warum es keinen einheitlichen "Europäischen Humor" gibt und worin die wesentlichen landesspezifischen Unterschiede in der humoristischen Praxis begründet liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Literaturanalyse und vergleichende Untersuchung verschiedener Humortheorien sowie länderbezogener Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine tiefergehende Gegenüberstellung des englischen und deutschen Humors sowie in einen Überblick über die spezifischen Humorformen in 15 weiteren europäischen Ländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Humor, kulturelle Prägung, nationale Identität, Komik, Satire, Untertreibung und Ironie.
Was unterscheidet den englischen vom deutschen Humor laut der Arbeit?
Der englische Humor ist stark von Understatement, Ironie und Selbstironie geprägt, während der deutsche Humor oft als direkter, deftiger und in formellen Kontexten als weniger präsent wahrgenommen wird.
Gibt es Ausnahmen beim deutschen Humor?
Ja, der Text hebt Berlin als Ausnahme hervor, da dort eine humoristische Tradition existiert, die eher der Fähigkeit entspricht, über sich selbst zu lachen.
Wie spielt Humor in Südeuropa eine Rolle?
In Ländern wie Italien oder Spanien ist Humor oft in sozialen Kontexten zu finden, wobei religiöse oder politische Themen variierende Akzeptanz finden und der Humor weniger kritisch oder satirisch als der angelsächsische sein kann.
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- Christiane Mohr (Author), 2006, Humor in Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199750