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Zur Repolitisierung des Privaten in Jacques Derridas Denken der Freundschaft

Title: Zur Repolitisierung des Privaten in Jacques Derridas Denken der Freundschaft

Essay , 2011 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Müller (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Betrachtet man den Begriff der Freundschaft unter dem Aspekt von Politik und Privatheit, so stellt sich die Frage, ob ein scheinbar so amorpher Begriff wie Freundschaft heute noch politische Bedeutung beanspruchen kann. Für Aristoteles bestand an dieser Relevanz nicht der geringste Zweifel. Freundschaft war für ihn eine gleichermaßen staatsbügerliche Praxis und Beziehungsform welche durch wechselseitige ökonomische Interdependenz sozialen Zusammenhalt stiftet und den Kern der Vergesellschaftung bildet. Wie ist es heute um jenes vergemeinschaftende und staatsbürgerliche Potential der Freundschaft bestellt? Jacques Derridas "Politik der Freundschaft" versucht den Begriff gerade durch das Denken seiner inhärenten Aporien wieder als politische Kategorie fruchtbar zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Wie privat ist das Politische noch? Oder: Kann Freundschaft noch als politische Kategorie gedacht werden?

2. Derrida und die vernachlässigten Aspekte der Freundschaft

3. Kritik der Postmoderne: Derridas Freundschafts-Lesart als "eleganter Unsinn"?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial einer Repolitisierung des Privaten durch eine Auseinandersetzung mit Jacques Derridas Denken der Freundschaft, wobei sie das Spannungsfeld zwischen klassischer Konzeption und moderner gesellschaftlicher Aporie analysiert.

  • Analyse des Begriffs der Freundschaft als politische Kategorie
  • Dekonstruktion klassischer Freundschaftsverständnisse (Aristoteles, Montaigne)
  • Untersuchung der politischen Implikationen von Derridas Freundschaftsbegriff
  • Abgrenzung und Kritik der Theorie von Carl Schmitt
  • Reflektion über die Möglichkeiten eines nicht-ausschließenden "Wir"

Auszug aus dem Buch

Derrida und die vernachlässigten Aspekte der Freundschaft

Möchte man im Anspruch des philosophischen Programms von Derrida ein zentrales Motiv ausmachen, so ist dies wohl die Kritik gegenüber dem Logozentrismus in der europäischen Philosophie. Die berühmte dekonstruktivistische Methode kann als Instrumentarium dieses kritischen Anspruchs verstanden werden, um Kategorien wie Sprache, Wahrheit und Schrift neu zu denken. Was nun aber bringt Derrida zum Nachdenken über die Freundschaft?

Derrida konstatiert zunächst, dass die europäisch-westliche Philosophietradition die Freundschaft stets im Zusammenhang mit Tugend, Moral, Gerechtigkeit und politischer Vernunft in Verbindung gebracht hat. Derrida sieht hier eine weitgehend konsistente Linie von Aristoteles und Platon über Cicero bis zu Montaigne und schließlich Hegel. Er interessiert sich besonders für die Brüche und Paradoxien, die in den klassischen Konzeptionen von Freundschaft liegen. Ausgehend von Aristoteles berühmter Antwort auf die Frage "Was ist ein Freund?", die auch für Montaignes Essai "Über die Freundschaft" leitmotivisch ist, ("Eine einzige Seele, die in zwei Körpern wohnt"), fragt sich Derrida nach den unheimlichen und beunruhigenden Implikationen dieser vielzitierten Vorstellung. Die Antwort impliziert für Derrida, dass ein Freund nie einen eigenen Ort der Intimität besitzt, denn stets könnte der Körper des Freundes oder wiederum er selbst der Körper des Freundes sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wie privat ist das Politische noch? Oder: Kann Freundschaft noch als politische Kategorie gedacht werden?: Dieses Kapitel beleuchtet die aktuelle Spannung zwischen der Privatisierung der Freundschaft und ihrer möglichen Rolle als politisches Instrumentarium unter Bezugnahme auf verschiedene philosophische Ansätze.

2. Derrida und die vernachlässigten Aspekte der Freundschaft: Das Kapitel dekonstruiert klassische Freundschaftsmodelle durch Derridas Perspektive und untersucht dabei besonders die Paradoxien der Intimität und des "Wir"-Begriffs.

3. Kritik der Postmoderne: Derridas Freundschafts-Lesart als "eleganter Unsinn"?: Dieses Kapitel setzt sich mit der Kritik am poststrukturalistischen Denken auseinander und verteidigt Derridas Methode der produktiven Lektüre als wertvollen Beitrag zum gegenwärtigen politischen Denken.

Schlüsselwörter

Jacques Derrida, Freundschaft, Politik des Privaten, Dekonstruktion, Aristoteles, Montaigne, Carl Schmitt, Intersubjektivität, Politische Kategorie, Gemeinschaft, Identität, Logozentrismus, Differenz, Ethik, Postmoderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das philosophische Verständnis von Freundschaft und hinterfragt, ob und wie diese als politisch relevante Kategorie jenseits ihrer rein privaten Bedeutung gedacht werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Privatem und Politischem, die Dekonstruktion klassischer Freundschaftsbegriffe sowie die Frage nach Inklusion und Exklusion innerhalb politischer Gemeinschaftsbildungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Repolitisierung des Privaten durch Derridas Denken, um eine alternative Form der Verbundenheit aufzuzeigen, die ohne einen ausgrenzenden "Feind" auskommt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die dekonstruktivistische Methode Derridas, um durch gezielte Lektüre klassischer Texte verborgene Paradoxien und Aporien in der philosophischen Tradition aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Freundschaft bei Denkern wie Aristoteles und Montaigne, deren Gegenüberstellung mit Carl Schmitts Politikbegriff und der kritischen Reflexion von Derridas Ansatz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die zentralen Begriffe sind Dekonstruktion, Repolitisierung des Privaten, Intersubjektivität, Freund-Feind-Unterscheidung und der Derrida'sche Begriff der Gemeinschaft ohne Gemeinschaft.

Wie unterscheidet sich Derridas Freundschaftsbegriff von klassischen Konzepten?

Derrida bricht mit dem Ziel der Identität oder Einheit ("Eine Seele in zwei Körpern") und betont stattdessen die radikale Differenz, Asymmetrie und die Unmöglichkeit einer geschlossenen Identität.

Warum spielt Carl Schmitt eine Rolle in der Argumentation?

Schmitt dient als negativer Referenzpunkt, da er das Politische zwingend über die Ausgrenzung eines Feindes definiert, was Derrida als Gegenmodell zur politischen Freundschaft adressiert.

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Details

Title
Zur Repolitisierung des Privaten in Jacques Derridas Denken der Freundschaft
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Christian Müller (Author)
Publication Year
2011
Pages
11
Catalog Number
V199861
ISBN (eBook)
9783656263005
ISBN (Book)
9783656263449
Language
German
Tags
repolitisierung privaten jacques derridas denken freundschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Müller (Author), 2011, Zur Repolitisierung des Privaten in Jacques Derridas Denken der Freundschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199861
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