Ethnische Koloniebildung zwischen "sozialem Brennpunkt" und "multikulturellem Zusammenleben"

Am Beispiel Duisburg Marxloh


Hausarbeit, 2011

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen des multikulturellen Zusammenlebens
2.1 Integration
2.2 Marginalität
2.3 Koloniebildung in Abgrenzung zur Ghettosierung

3. Eigenschaften der Ethnischen Kolonie
3.1 Kettenmigration
3.2 Soziale Netzwerke
3.3 Ethnische Ökonomie
3.5 Homogenität und Heterogenität
3.6 Konflikte innerhalb Ethnischer Kolonien

4. Beispiel - Duisburg Marxloh
4.1 Geographische Einordnung der Stadt Duisburg
4.2 Untersuchungsraum Duisburg Marxloh
4.2.1 Wohnungspolitik
4.2.2 Beispiel Elisenhof
4.2.3 Wahrnehmung des Stadtteils
4.3 Projekte in Duisburg Marxloh
4.4 Besonderheit - Einzelhandelscluster

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Projektgebiet Duisburg- Marxloh

Abbildung 2: Kaiser-Wilhelm-Straße Leerstand 1

Abbildung 3: Kaiser-Wilhelm-Straße Leerstand 2

Abbildung 4: Einzelhandelscluster Braut- und Abendmoden 1

Abbildung 5: Einzelhandelscluster Braut- und Abendmoden 2

Abbildung 6: Juwelier

Abbildung 7: Lebensmittelgeschäft

Abbildung 8: Internetcafé

Abbildung 9: Bestattungsunternehmen

Abbildung 10: Verschmutzung 1

Abbildung 11: Verschmutzung 2

Abbildung 12: Vandalismus

Abbildung 13: Moschee

Abbildung 14: Elisenhof

1. Einleitung

Die Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Stadt und Segregation“ thematisiert die Ethnische Koloniebildung und dessen Auswirkungen am Fallbeispiel Duisburg Marxloh.

Hierbei handelt es sich schwerwiegend um eine sozialgeographische Thematik auf Stadtteilebene, die erhebliche Überschneidungspunkte, wie beispielsweise mit stadtplanerischen Themenfelder, aufweist.

Zu Beginn werden Fachbegriffe hervorgehoben, die als Grundlagenwissen signifikant sind. Somit wird der komplexe Begriff der Integration, der einen wissenschaftlichen Meinungsstreit aufwirft, definiert und auf der Ebene der Sozialintegration gefestigt.

Durch eine weitere Auseinandersetzung mit dem Terminus der Marginalität wird der Prozess der Abschottung einer ethnischen Gruppe bzw. eines ethnischen Individuums betrachtet, der besonders in der Verbindung des Themenfelds Integration aktuelle Medienpräsenz besitzt. In der medialen gesellschaftlichen Diskussion wird die Begrifflichkeit der Ghettobildung zumeist gleichgestellt mit den Verhältnissen in deutschen Städten. So erfolgt eine Differenzierung zwischen der Ghettobildung und der Koloniebildung.

Im darauf folgenden werden die Grundrisse der Eigenschaften sowie die Eigenart einer Ethnischen Kolonie erläutert, die als Charakteristika sowie Einordnungsmuster eines Untersuchungsgebietes dienen können.

Nach der inhaltlichen Einordnung der Thematik erfolgt anhand des Untersuchungsgebietes Duisburg Marxloh ein Fallbeispiel, um problemspezifische Attribute hervorzuheben.

Dies erfolgt durch eine geographische und historische Einordnung der Gesamtstadt Duisburg sowie auf der Ebene des Stadtteils Marxloh. Nach einer Analyse der vorherrschenden Wohnungspolitik, der Wahrnehmung der BewohnerInnen und einer detaillierten Erarbeitung der Projekt- sowie Wirtschaftslage, wird das Fallbeispiel Duisburg Marxloh als Ethnische Kolonie thematisch abgerundet. Anschließend erfolgt ein Resümee der Ausarbeitung mit der Schwerpunktsetzung auf die sozialgeographischen Zukunftsperspektive im aktuellen Stadtteil sowie ein Ausblick auf die Chancen, Probleme und Potentiale der Ethnischen Kolonie.

2. Definitionen des multikulturellen Zusammenlebens

Zunächst müssen einige Begrifflichkeiten und Einordnungsmuster unterschiedlicher Themenfelder ausformuliert werden, da sie für die Thematik der Ethnischen Koloniebildung signifikant sind.

2.1 Integration

Die Integration besitzt, neben der aktuellen Diskussion in der Politik und Gesellschaft, besonders in Rahmen der Koloniebildung und Ghettosierung eine ausschlaggebende Bedeutung.

Der Begriff der Integration ist ein Überbegriff für differenzierte analytische und normative Eingliederungskonzepte (vgl. FASSMANN 2007, S. 1). Der Fachbegriff Integration weist eine unscharfe und schwammige Interpretation auf. Die Integration steht sowohl für „perfekte Anpassung […] wie für lose Eingliederung von gesellschaftlichen Gruppen“ (ebd.).

Integration bezieht sich auf alle Personengruppen in einer Gesellschaft und ist nicht nur auf die ausländische Bevölkerung, die jedoch in der folgenden Ausarbeitung zentral thematisiert wird, fixiert.

Bei der Betrachtung der Integration von ausländischen Bevölkerungsgruppen wird in der herrschenden Literatur zwischen der Systemintegration und Sozialintegration nach David Lockwood differenziert (vgl. ESSER 1999, S. 14).

Bei der Systemintegration stehen die Relationen zwischen unterschiedlichen Teilsystemen einer Gesellschaft, wie beispielsweise die Mechanismen Markt und Organisation, im Mittelpunkt (vgl. ESSER 1999, S. 15).

Dagegen wird bei der Sozialintegration eher der Fokus auf die Beziehungen der Akteure untereinander und zum Gesamtsystem gelegt.

Für den Themenkomplex der Ethnischen Koloniebildung erweist sich die Sozialintegration, die zusätzlich als „Perspektive von unten bei der individuellen Eingliederung in gesamtgesellschaftliche Bezüge“ (FASSMANN 2007, S. 2) definiert wird, als Einordungskategorie der Begrifflichkeit als adäquater.

Im Kontext der Sozialintegration wird der Fachbegriff der Assimilation verwendet, der das Vermischen der ethnischen Gruppen in der Gesellschaft beschreibt (vgl. FARWICK 2009, S. 27). In der herrschenden wissenschaftlichen Literatur wird festgehalten, dass der Prozess der Assimilation nicht immer gelingt und die vollständige Integration nie stattfindet (vgl. ebd.).

2.2 Marginalität

Für die Ethnische Kolonie ist das analytische Integrationskonzept der Marginalität hervorzuheben, da Marginalität sich aus der „nicht vorhandenen Sozialintegration von Zuwanderern in die Aufnahmegesellschaft, aber auch aus der nicht vorhandenen Relation zum Herkunftsland“ (FASSMANN 2007, S. 3) ergibt. Somit beschreibt Marginalität die „nicht- vollzogene Sozialintegration von Akteuren in irgendwelche gesellschaftliche Zusammenhänge“ (ESSER 1999, S. 20).

Die Einwanderer leben entwurzelt, keiner Gruppe zugehörig und entfremdet in der Aufnahmegesellschaft. Nach der Definition der dreigeteilten Stadt von Häußermann und Siebel ist die dritte, marginalisierte Stadt, eine Stadt „der Randgruppen, der Ausgegrenzten, der dauerhaft Arbeitslosen, der Drogenabhängigen und der Armen“ (DANGSCHAT 2007, S. 210).

In diesem Zusammenhang muss erläutert werden, dass die Marginalität einen partiellen Charakter aufweist und somit nur begrenzt im ausgeprägten Stadium vorzufinden ist (vgl. MEINARDUS 1982, S. 57). Demnach findet der Zustand der Marginalität selten auf Stadtteilebene statt, sondern bezieht sich eher auf die Eigenschaft eines Individuums. Hierbei ist das Individuum (marginal man) eine Person „Übergang von der Herkunftskultur in die Aufnahmekultur, die ihre Verbindungen zur alten Gesellschaftsformen noch nicht vollkommen abgebrochen hat, die aber nur teilweise von ihrem neuen sozialen Umfeld akzeptiert wird“ (FARWICK 2009, S. 28).

2.3 Koloniebildung in Abgrenzung zur Ghettosierung

Grundlegend wird die Ethnische Koloniebildung mit der ethnischen Segregation gleichgesetzt und hat seine Wortschöpfung in der sozialwissenschaftlichen Literatur. Zur weiteren Einstufung wird der Begriff der Segregation analysiert. Im Kontext der Raumanalyse meint „Segregation (lat.: „segregare“: absondern, abtrennen, entfernen) nach Ceylan den Prozess und Zustand der räumlichen Widerspieglung von sozialer Ungleichheit in der Stadt“ (CEYLAN 2006, S. 47). Nach Häusermann und Siebel (1990) wird die Segregation in die „freiwillige“ und „unfreiwillige Segregation“ aufgegliedert (vgl. DANGSCHAT 2004, S. 17). Die freiwillige Segregation ist eine Art Schutzraumfunktion, die beispielsweise durch ethnische Konzentration in den Kolonien verstärkt wird (vgl. HEITMEYER ET AL. 2000, S. 40).

Der wesentliche Kritikpunkt dieser Differenzierung beruht auf der Tatsache, dass das Kriterium der Segregation der abgeschotteten Bevölkerung nicht bewusst ist, sondern der Prozess durch Push- und Pull- Faktoren ausgelöst wird.

Im Kontrast zu dieser Kritik steht das Ergebnis, dass die Kriterien der Segregation in der herrschen Literatur unstrittig sind. So wird von einer nicht vorhanden Segregation dann gesprochen, wenn Integration in Form einer „kulturellen Doppelorientierung an der Kultur der Herkunfts- wie der Aufnahmegesellschaft bei möglichst gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ (HEITMEYER ET AL. 2000, S. 19) vorhanden ist. Ein weiteres Kriterium stellt die Akkulturation dar, die als „Kulturkontakt hervorgerufene, wechselseitige, aber nicht gleichgewichtige Veränderung von Werten, Normen, Einstellungen, Verhaltensweisen und Lebensstilen“ (HEITMEYER ET AL 2000, S. 18 f.) definiert wird.

Somit werden die zentralen Grundpfeiler der Ethnischen Kolonie aus der Kombination der Begrifflichkeiten der Integration und Segregation untermauert. In der Literatur und wissenschaftlichen Kreisen ergeben sich zwei gegensätzliche Meinungsbilder, Pro und Contra der Segregation in der Gesellschaft. Wissenschaftliche Experten wie Häußermann und Siebel begrüßen grundsätzlich die Segregationsprozesse. Der Prozess bildet einen Vorteil für das Herausbilden ethnischer Identitäten (vgl. DANGSCHAT 2004, S. 20). Im Speziellen wird seitens Siebel eine Mischform, die sogenannte binnenintegrativen Segregation, vorgeschlagen. Eine andere Position beziehen Friedrich und Heitmeyer zu den Segregationsprozessen. Friedrich spricht von einer „sozialen Distanzierung“ (ebd.), die durch Abschottung ausgedrückt wird. Heitmeyer dagegen sieht den Aspekt in der Bildung von ethnischen Dörfern als „ein Hort der Binnenintegration der Zuwandernden und damit als Vorbedingung für eine Individualintegration“ (ebd.). Die Problematik der Marginalität kompletter ethnischer Gruppen in der Bevölkerung wird durch den letzten Kritikpunkt impliziert, so dass die Frage aufgeworfen wird, wie sich Ghettos von ethnischen Dörfern unterscheiden.

In der Literatur sowie in der Medienlandschaft wird häufig von Ghettos in Deutschland gesprochen, obwohl es sich korrekterweise um Ethnische Kolonien handelt. Im Vergleich zu den Zuständen in amerikanischen Städten oder den Pariser Vorstädten, ist in Deutschland eine andere Bezeichnung erforderlich. Nach Marcuse ist „ein Ghetto […] ein Gebiet, in welchem Raum und Rasse miteinander verbunden sind, um eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, die von der herrschenden Gesellschaft als minderwertig angesehen und dementsprechend behandelt wird, zu definieren, zu isolieren und einzugrenzen“ (CEYLAN 2009, S. 53).

Durch die Definition wird explizit verdeutlicht, dass der Begriff Ghetto einen Zwangscharakter beinhaltet. Dieser Zwangscharakter, der sich auf Rasse sowie der Minderwertigkeit bestimmter Bevölkerungsschichten bezieht, ist in Deutschland unstrittig nicht gegeben. Zumal wird unter dem Begriff, die ethnische Homogenität subsummiert, die durch die vielfältigen ethnischen Gruppen in den verschiedensten Stadtteilen Deutschlands ebenfalls nie gegeben ist. In Deutschland kommt die Homogenität nur begrenzt auf bestimmte Block- und Hausebenen vor, wie in der Ausarbeitung anhand vom Elisenhof in Duisburg Marxloh erläutert wird. (vgl. HANHÖRSTER 1999, S. 98)

Folglich wird in der sozialwissenschaftlichen Literatur der Begriff Enklave verwendet. Enklave ist ein Synonym für den Begriff von Friedrich Heckmann der Ethnischen Kolonie, der in der BRD geläufiger ist (vgl. CEYLAN 2009, S. 54). Die „Koloniebildung ist die freiwillige Aufnahme oder Weiterführung innerethnischer Beziehungen. Anders als beim Ghetto, in dem räumliche Integration und soziale Organisierung durch Zwang zusammenfallen, ist die Entwicklung eines sozial- kulturellen Eigensystems der Minderheit nicht notwendig mit der Existenz segregierter und/oder zusammenhängender Wohnbewirke verbunden, wenn auch diese der sozial- kulturellen Organisation der Minderheit vermutlich förderlich sind und empirisch häufig - wie beim Ghetto, doch aufgrund anderer Mechanismen- zusammentreffen“ (ebd.).

Somit sind die signifikanten Eigenschaften der Differenzierung die Freiwilligkeit und der Zwangscharakter.

3. Eigenschaften der Ethnischen Kolonie

An der Orientierung von ausschlaggebenden Kriterien der Ethnischen Kolonie, wie die Kettenmigration, die sozialen Netzwerke, die Ethnische Ökonomie, die Organisation von Vereinen und Vereinigungen und die Differenzierung zwischen Homogenität und Heterogenität innerhalb der Kolonie, werden nun die allgemeinen, vom Standort losgelösten, Charakteristika verdeutlicht.

3.1 Kettenmigration

Zu Beginn wird der Zustand der Kettenmigration innerhalb Ethnischer Kolonien beleuchtet. Hierbei besitzt der sogenannte Pioniermigrant eine bedeutende Rolle. Der Pioniermigrant hat sich in das gesellschaftliche Leben eingelebt und die neuen Verhältnisse im Aufnahmeland wahrgenommen. Durch ihn werden Familienangehörige, Freunde und Bekannte aus dem Herkunftsland in die Aufnahmegesellschaft nachgeholt. Durch seine Vorarbeit ist die Eingliederung in die neue Umgebung mit weniger Risiken verbunden (vgl. CEYLAN 2009, S. 57).

3.2 Soziale Netzwerke

Die Folge der Kettemigration und der erhöhten Anzahl von Immigranten ist die Entstehung sozialer Netzwerke. Diese Netzwerke werden auch als „Motor für die Dynamik der Ethnischen Kolonien“ (ebd.) bezeichnet. Hier wird den eingewanderten Migranten Orientierungshilfe, die Vermittlung von Alltagswissen und Selbsthilfe angeboten (vgl. HEITMEYER ET AL. 2000, S. 41 f). Ebenfalls werden den neu immigrierten Menschen auftretende Hindernisse, wie die Anpassungsschwierigkeiten an die neue Umgebung, die Abgrenzung und die sprachlichen Barrieren zu ihren Mitmenschen, erspart. Die sozialen Netzwerke stellen für die Integration der Ethnischen Kolonien einen signifikanten Faktor dar.

3.3 Ethnische Ökonomie

Die Eigenschaften einer Ethnischen Kolonie spiegeln sich besonders durch die Beeinflussung der ethnischen Bevölkerung auf die Wirtschaftsstruktur wider. So entstehen durch die Etablierung der Migranten neue Geschäftszweige und Unternehmen. Durch den Schritt in die Selbstständigkeit, was an die Voraussetzung des nötigen Kapitals gekoppelt ist, gliedern sich die Immigranten in die lokale Ökonomie ein. Die ausländische Bevölkerung erkennt eine neue Marktlücke, die sich an den Bedürfnissen der eigenethnischen Personengruppen orientiert (Nischenbegriff), beispielsweise in Internetcafés und Call-Shops (s. Abb. 8 u. Abb. 9) (vgl. CEYLAN 2009, S. 60). Ebenfalls durch die Orientierung an bestimmte Güter werden Geschäfte, wie spezielle Lebensmittelgeschäfte (s. Abb. 7), in die lokale Marktwirtschaft vernetzt. Bei der Betrachtung der Wirtschaft innerhalb einer Ethnischen Kolonie ist zu beachten, dass nicht ein wirtschaftliches Ghetto vorhanden ist, sondern die Ökonomie „mit der deutschen Wirtschaft auf besondere Weise verflochten“ (CEYLAN 2009, S. 61) ist. Durch die Etablierung der ausländischen Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt als Arbeitsgeber wird zukünftigen Generationen eine Ausbildung und Arbeit ermöglicht (vgl. ebd.).

3.4 Organisation von Vereinen und Vereinigungen

Ethnische Kolonien zeichnen sich ebenfalls durch die neue Organisation von ethnischen Vereinen und Vereinigungen innerhalb ihrer Kolonie aus. Durch die Organisationen werden die Funktionen der sozialen Netzwerke gefestigt und erweitert. So besitzen „intermediäre“ Vereine eher die Funktion für das Individuum im Kontext der Selbsthilfe, Freizeit, Schutz und Partizipation (vgl. CEYLAN 2009, S. 59). Dagegen wirken einige Institutionen als Repräsentation der neuen Gesellschaftsschicht sowie als Interessenvertretung ethnischer Gruppierungen.

Im Rahmen muslimischer Einwanderer sind besonders Moscheen (s. Abb. 13) zu nennen, die neben der Erfüllung der sozialen Komponente eine breit gefächerte Organisation darstellen. Sie verbinden mehrere ethnische Gruppen mit dem Aspekt des gemeinsamen Glaubens und der Wertvorstellung. Somit haben sie sich zu multifunktionalen Einrichtungen entwickelt (vgl. CEYLAN 2009, S. 57).

3.5 Homogenität und Heterogenität

Innerhalb einer Ethnischen Kolonie ist nie eine vollkommene Homogenität gegeben. Dies unterscheidet die Enklave vom Ghetto (s.o.). Jedoch wird durch ein bestimmtes Image der Ethnischen Kolonie die Homogenität in der Kolonie suggeriert. Hierbei wird in der Außenwahrnehmung eine homogene Gruppierung, beispielsweise der Türken, wahrgenommen, ohne sie korrekt zu differenzieren. Dabei herrscht innerhalb einer Kolonie eine Heterogenität unterschiedlichster verschiedener ethnischer Gruppierungen. Es kann zumeist auf Haus-, Straßen- oder auch Blockebene zu einer Homogenität einer bestimmten ethnischen Bevölkerung kommen. In diesem Kontext sollte kritisch beachtet werden, dass infolge einer Desinvestitionspolitik die ethnische Segregation von einer neuen sozialen stärkeren Homogenität innerhalb der Kolonie überlagert wird. (vgl. HANHÖRSTER 1999, S. 107)

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Ethnische Koloniebildung zwischen "sozialem Brennpunkt" und "multikulturellem Zusammenleben"
Untertitel
Am Beispiel Duisburg Marxloh
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Geographie)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
28
Katalognummer
V199944
ISBN (eBook)
9783656262152
ISBN (Buch)
9783668104877
Dateigröße
2300 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marxloh, Duisburg, Segregation, Stadt, Koloniebildung, Brennpunkt, Soziologie
Arbeit zitieren
David Hanio (Autor), 2011, Ethnische Koloniebildung zwischen "sozialem Brennpunkt" und "multikulturellem Zusammenleben", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199944

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