Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geowissenschaften / Geographie - Allgemeines, Grundlagen

Mensch-Umwelt-System als geographisches Paradigma

Systemtheoretische und komplexitätstheoretische Ansätze

Titel: Mensch-Umwelt-System als geographisches Paradigma

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Martin Loose (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Allgemeines, Grundlagen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich im Rahmen des Hauptseminars „Integrative Ansätze in der Geographie“ mit Systemtheorien und ihrem Integrationspotential für Physio- und Humangeographie.
Zunächst wird zur Fragestellung hingeleitet, ob systemtheoretische und
komplexitätstheoretische Ansätze als mögliche Kandidaten für die theoretische Basis in der Geographie in Frage kommen, und worin ihr möglicher Nutzen für die Arbeit von Geographen und Geographinnen besteht. Einhergehend damit werden die mit den dargestellten Systemtheorien verbundenen Grundüberlegungen aufgezeigt. Im Hauptteil werden die Theorie sozialer Systeme von NIKLAS LUHMANN und die Komplexitätstheorie anhand von Schlüsselbegriffen vorgestellt.
Es wird jeweils das Integrationsvermögen dargestellt. Im Fazit folgt eine Zusammenstellung von möglichen Nutzen und damit verbundenen weiteren Forschungs- und Diskussionspunkten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Systemtheorien als Ansätze einer theoretischen Basis integrativer Projekte in der Geographie?

1.1 Die Rolle des Beobachters

1.2 Komplexität

2. Moderne Systemtheorie

2.1 Autopoiesis, Form, Beobachtung

2.2 Grenzen der Steuerung

2.3 Integration der Geographie über Systemtheorie?

3. Komplexitätstheorie

3.1 Komplexität und Emergenz

3.2 Adaptives Management

3.3 Das Integrationspotential

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwieweit systemtheoretische und komplexitätstheoretische Ansätze als theoretische Basis für integrative Projekte in der Geographie dienen können und welchen Nutzen sie für die Forschung in Physio- und Humangeographie bieten.

  • Grundlagen der systemtheoretischen Perspektive in der Geographie
  • Die Rolle des Beobachters und das Konzept der Autopoiesis nach Niklas Luhmann
  • Komplexitätstheoretische Ansätze: Emergenz und nichtlineares Systemverhalten
  • Anwendungsmöglichkeiten in Planungsprozessen und beim Ressourcenmanagement
  • Herausforderungen einer interdisziplinären Integration von Natur- und Sozialwissenschaften

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Rolle des Beobachters

Damit eine gemeinsame Sprache entwickelt und ein gemeinsamer Forschungsgegenstand konstituiert werden kann, müssen die Geographen und Geographinnen noch einige Denkschritte gehen. Dazu zählt die Verabschiedung von der Auffassung, es gäbe einen statischen Punkt, von dem aus etwas grundlegend und objektiv bestimmt werden könne. Der sogenannte archimedische Punkt existiert nicht. Denn Welt kann nie als eine Einheit beobachtet werden, das bedeutet, man kann nie alles gleichzeitig beobachten. Beobachtung findet somit immer nur innerhalb von Welt statt. Es müssen folglich Grenzen gezogen werden und dies geschieht durch eine Unterscheidung. In diesem Sinne findet Beobachtung immer innerhalb eines Systems statt, also in Selbstreferenz zum entsprechenden System. Daher kann es keinen allgemeinen Wahrheitsanspruch geben. Die Verabschiedung von Objektivität gilt demnach gleichermaßen für die Natur- und Sozialwissenschaften (WARDENGA 2006).

Die Benutzung einer Systemtheorie als Metatheorie enthält daher zusätzlich immer die Reflexion, „für welches System die mittels Beobachtung getroffenen Aussagen gelten“ (WARDENGA 2006: 27). Für die beiden Disziplinen folgt daraus, dass man nicht mehr die Systemforschung betreiben kann, die sich auf systemtheoretische Erkenntnisse aus der Mitte des 20. Jahrhunderts bezieht. Die Abwendung von der Allgemeinen Systemtheorie ist klar zu betonen, denn beispielsweise ist die Vorstellung Systeme strebten nach selbstregulierenden Gleichgewichten, also nach Homöostase, nicht mehr angemessen (vgl. EGNER 2008d: 10 und WARDENGA 2006: 29).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Systemtheorien als Ansätze einer theoretischen Basis integrativer Projekte in der Geographie?: Einführung in die Notwendigkeit einer neuen theoretischen Basis für die integrative geographische Forschung unter Einbeziehung systemtheoretischer Überlegungen.

2. Moderne Systemtheorie: Detaillierte Betrachtung der Theorie sozialer Systeme von Niklas Luhmann, insbesondere der Begriffe Autopoiesis, Selbstreferenz und Beobachtung, sowie deren Grenzen in der Steuerbarkeit.

3. Komplexitätstheorie: Analyse des Verhaltens dynamischer Systeme durch Nichtlinearität, Emergenz und Selbstorganisation, ergänzt durch Ansätze zum adaptiven Management.

4. Fazit: Zusammenfassung der Chancen und wissenschaftstheoretischen Hürden einer systemtheoretischen Neuausrichtung zur Integration von Humangeographie und Physiogeographie.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Komplexitätstheorie, Geographie, Autopoiesis, Beobachtung, Emergenz, Nichtlinearität, Gesellschaft-Umwelt-Forschung, System-Umwelt-Differenz, Adaptives Management, Interdisziplinarität, Selbstorganisation, Strukturelle Kopplung, Kausalität, Systemstabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Systemtheorien und Komplexitätstheorien als theoretischer Rahmen für integrative Forschungsprojekte, die sowohl die physio- als auch die humangeographischen Aspekte des Mensch-Umwelt-Systems berücksichtigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die systemtheoretische Beobachtungsperspektive nach Niklas Luhmann, die Konzepte der Autopoiesis und strukturellen Kopplung sowie die Anwendung komplexitätstheoretischer Prinzipien wie Emergenz und nichtlineare Dynamiken in der Geographie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob diese theoretischen Ansätze eine geeignete Grundlage bieten, um die Trennung zwischen natur- und sozialwissenschaftlichen Betrachtungsweisen in der Geographie zu überbrücken und eine gemeinsame Forschungssprache zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit systemtheoretischen sowie komplexitätstheoretischen Fachpublikationen aus dem geographischen und soziologischen Kontext basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der modernen soziologischen Systemtheorie (Luhmann) und deren Anwendbarkeit auf gesellschaftliche Steuerungsfragen sowie die Erläuterung der Komplexitätstheorie und deren Beitrag zur Analyse von Systemdynamiken und Planungsprozessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind System-Umwelt-Differenz, Autopoiesis, Emergenz, Nichtlinearität, interdisziplinäre Integration und systemisches Denken.

Wie unterscheidet sich der hier vorgestellte Systembegriff vom Alltagsverständnis?

Während im Alltag oft von Systemen als stabilen, objektiven Einheiten ausgegangen wird, definiert die moderne Systemtheorie ein System durch die Grenze, die ein Beobachter durch Unterscheidung zieht, und betont die operative Geschlossenheit der Systeme.

Warum spielt die Unterscheidung "Beobachtung 1. und 2. Ordnung" eine wichtige Rolle?

Die Beobachtung 2. Ordnung ist notwendig, um die Kontingenz und die Perspektivität des eigenen Standpunktes zu reflektieren, anstatt einen archimedischen Punkt der Objektivität anzunehmen.

Welche Rolle spielt das "Adaptive Management" im Kontext komplexer Systeme?

Es dient dazu, Planung nicht als starre Zielvorgabe zu begreifen, sondern als Management, das die Dynamik und Nichtlinearität von Systemen berücksichtigt, um flexibel auf Überraschungen reagieren zu können.

Kann die Geographie als "Übersetzerin" zwischen den gesellschaftlichen Teilsystemen fungieren?

Dies wird diskutiert, wobei die Arbeit einschränkend feststellt, dass nach strenger systemtheoretischer Auffassung eine direkte Übersetzung zwischen den selbstreferentiellen Systemen (z.B. Politik und Wissenschaft) aufgrund ihrer unterschiedlichen Codes kaum möglich ist.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mensch-Umwelt-System als geographisches Paradigma
Untertitel
Systemtheoretische und komplexitätstheoretische Ansätze
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Martin Loose (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V199963
ISBN (eBook)
9783656261865
ISBN (Buch)
9783656262480
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mensch-umwelt-system paradigma systemtheoretische ansätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Loose (Autor:in), 2010, Mensch-Umwelt-System als geographisches Paradigma, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199963
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum