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Führt mediale Gewalt zu realer Gewalt? Eine Betrachtung unter sozialpsychologischen Aspekten.

Título: Führt mediale Gewalt zu realer Gewalt? Eine Betrachtung unter sozialpsychologischen Aspekten.

Trabajo de Seminario , 2012 , 19 Páginas

Autor:in: Pet Er (Autor)

Medios / Comunicación - Otros
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Wenn wir zu allen Stunden grausige Geschehnisse mitansehen und mitanhören müssen, so verlieren wir schließlich, selbst die von Natur Zartesten unter uns, durch die ständige Folge der quälenden Eindrücke, jegliches Empfinden für Menschlichkeit.
Marcus Tullius Cicero

Ein Alltag ohne Medien erscheint in der heutigen Zeit schlichtweg undenkbar. In unserer Gesellschaft, in welcher in nahezu jedem Haushalt ein Fernsehgerät existiert und in der jeder mit der ganzen Welt vernetzt ist, Videos sekundenschnell aus dem Internet geladen werden können, Smartphones Zugriff auf den gesamten digitalen Reichtum der Menschheit erlauben und Computerspiele realitätsnahe Bilder des Krieges imitieren, ist die Frage nach dem Einfluss dieser medialen Vielfalt auf die menschliche Psyche unumgänglich.
Vor allem Kriminalität jeglicher Art, doch im speziellen Amokläufe an Schulen und Gewalttaten Jugendlicher werden oft mit dem erhöhten Medienkonsum der Heranwachsenden begründet. Nach jedem neu publizierten Gewaltverbrechen verlangt die Öffentlichkeit nach Sündenböcken und immer wieder wird der Zusammenhang zwischen medialer Gewalt und realer Gewalt aufgezeigt.
Die Diskussion um den verderbenden Einfluss von inszenierter Gewalt ist so alt wie die Medien selbst. Bereits Platon argumentierte in seinem Werk „Politeia“, welches 370 vor Christus verfasst wurde, dass die mündliche Überlieferung von Märchen beaufsichtigt werden müsse, um die Seelen der Kinder vor Vorstellungen zu schützen, die negative Einflüsse auf deren Heranwachsen haben könnten (vgl. Kunczik, 1996: S. 18). Auch Seneca äußerte etwa 400 Jahre später die Furcht vor den „verderbende[n] Einflüsse[n] realistischer, zur Unterhaltung inszenierter Gewaltdarstellungen, nämlich der Gladiatorenkämpfe“ (ebd.), während Lukrez ersann, dass eine Seeschlacht sogar unterhaltsamer Natur ist, da man nicht um das eigene Leben fürchten müsse, solange man aus der Ferne zusieht (vgl. ebd.). Nun waren damals, entgegen der oft verklärt-abenteurlichen Vorstellungen vom alten Rom, Seeschlachten nicht an der Tagesordnung, doch wenn der Gedanke des aus der Ferne Zusehens weiter verfolgt wird, so wird eines unumgänglich klar: Wenn Philosophen sich bereits in der Antike über sporadisch inszenierte Gewaltdarstellungen und deren Einfluss auf die menschliche Natur Gedanken machten, so ist es bei den heutigen Medienkonsumgewohnheiten der Gesellschaft unabdingbar, den Zusammenhang zwischen medialer Gewalt und realer Aggression zu ergründen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung Gewalt und Aggression

3. Sozial- und Medienpsychologische Theorien zur Wirkung medialer Gewalt

3.1 Katharsistheorie und Inhibitionsthese

3.2 Die Habitualisierungsthese

3.3 Die Suggestionsthese

3.4 Die Lerntheorie

3.5 Die Stimulationstheorie

4. Von der Theorie zum experimentellen Beweis

4.1 Die Studie

4.2 Vorüberlegungen

4.3 Verfahren

4.4 Ergebnisse

5. Anwendung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht aus sozialpsychologischer Perspektive, ob eine Steigerung des Aggressionspotenzials durch den Konsum medialer Gewalt – insbesondere durch Computerspiele – wissenschaftlich begründbar ist und wie diese Erkenntnisse für den schulischen Kontext nutzbar gemacht werden können.

  • Sozialpsychologische Wirkungstheorien medialer Gewalt
  • Empirische Metaanalyse zur Wirkung von Videospielen
  • Zusammenhang von Medienkonsum, Aggression und Empathie
  • Bedeutung der Empathiefähigkeit für den Lernerfolg
  • Ansätze zur Gewaltprävention im Lehr- und Lernkontext

Auszug aus dem Buch

3.1 Katharsistheorie und Inhibitionsthese

Viele Menschen vertreten die Ansicht, dass das frühzeitige Abreagieren von Aggressionen hilfreich ist, um diese nicht in sich aufzustauen und zu einem ungeeigneten Zeitpunkt oder in ungewollter Härte explosionsartig freizulassen. Schließlich hat jeder Mensch Aggressionen. Oft hört man, dass Jugendliche mehr Sport treiben sollen, um ihren Aggressionen dort freien Lauf lassen zu können, statt sich auf dem Schulhof zu prügeln. Dabei geht man davon aus, dass das Abreagieren von Aggressionen eine reinigende, also katharsische Wirkung habe. Tatsächlich trifft diese Meinung den Kern der Katharsistheorie, welche auf Aristoteles zurückgeht und im Grunde besagt, dass „die Ausführung eines jeden aggressiven Aktes eine Verminderung des Anreizes zu weiterer Aggression bewirke“ (Kunczik, 1996: S. 61). Dabei werden in der Fantasie freigelassene Aggressionen und aggressives Verhalten gleichwertig verstanden. Übertragen auf das Umfeld der Medien würde die Katharsistheorie also besagen, dass jeder dort präsentierte und vom Rezipienten wahrgenommene Akt von Gewalt einen Abbau von Aggressionen zu Folge hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart von Medien in der heutigen Gesellschaft und führt in die Fragestellung nach dem Einfluss medialer Gewalt auf die menschliche Psyche ein.

2. Begriffsbestimmung Gewalt und Aggression: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Gewalt und Aggression und erörtert verschiedene fachwissenschaftliche Definitionen.

3. Sozial- und Medienpsychologische Theorien zur Wirkung medialer Gewalt: Hier werden zentrale psychologische Theorien, wie die Katharsis-, Habitualisierungs-, Suggestions-, Lern- und Stimulationstheorie, vorgestellt.

4. Von der Theorie zum experimentellen Beweis: Dieses Kapitel prüft die theoretischen Ansätze anhand einer Metaanalyse über die Auswirkungen gewalttätiger Videospiele auf Jugendliche.

5. Anwendung: Der abschließende Teil überträgt die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den Schulalltag und diskutiert Strategien zur Gewaltprävention und Empathieförderung.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Studien.

Schlüsselwörter

Mediale Gewalt, Aggression, Sozialpsychologie, Videospiele, Katharsistheorie, Habitualisierungsthese, Lerntheorie, Stimulationstheorie, Metaanalyse, Empathie, Prosoziales Verhalten, Gewaltprävention, Schulalltag, Medienkonsum, Jugendpsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der sozialpsychologischen Untersuchung des Einflusses von medialer Gewalt auf das menschliche Verhalten, insbesondere im Hinblick auf Jugendliche.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Differenzierung von Gewalt und Aggression, die Erläuterung relevanter Medientheorien sowie die Analyse von Wirkungszusammenhängen bei Videospielen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die wissenschaftliche Begründbarkeit einer Steigerung des Aggressionspotenzials durch Medienkonsum zu prüfen und Schlussfolgerungen für den Lehr- und Lernkontext zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Metaanalyse, die verschiedene wissenschaftliche Studien und experimentelle Daten zusammenführt und auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit verschiedenen psychologischen Wirkungsmodellen und die anschließende empirische Untermauerung durch eine spezifische Metaanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Mediale Gewalt, Aggression, Empathie, Videospiele, Sozialpsychologie und Gewaltprävention.

Welche Rolle spielt die Empathie bei der Bewertung von Computerspielen?

Die Arbeit identifiziert Empathie als essenzielle Basis für ethisches Verhalten; durch gewalttätige Spiele, die Täterperspektiven simulieren, kann diese Fähigkeit jedoch negativ beeinflusst werden.

Warum ist die Schule laut Autor ein entscheidender Ort für die Gewaltprävention?

Die Schule wird als zentraler Ort der Sozialisation betrachtet, an dem durch eine emotional sichere Lernumgebung und die Vermittlung von Konfliktlösungsstrategien der negativen Wirkung medialer Gewalt entgegengewirkt werden kann.

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Detalles

Título
Führt mediale Gewalt zu realer Gewalt? Eine Betrachtung unter sozialpsychologischen Aspekten.
Autor
Pet Er (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
19
No. de catálogo
V199982
ISBN (Ebook)
9783656262909
ISBN (Libro)
9783656263388
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gewalt Gewalt in Medien mediale Gewalt reale Gewalt Katharsistheorie Inhibitionsthese Habitualisierungsthese Suggestionsthese Siggestionstheorie Lerntheorie Stimulationstheorie experimenteller Beweis Gewalt in der Schule
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Pet Er (Autor), 2012, Führt mediale Gewalt zu realer Gewalt? Eine Betrachtung unter sozialpsychologischen Aspekten., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199982
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