Geschichte und Beschreibung der ehemaligen Grafschaft und Benediktinerabtei Goseck

Bearbeitung der Ausgabe von 1861 (durch eine Biografie des Verfassers Karl August Gottlieb Sturm ergänzt)


Rezension / Literaturbericht, 2012
172 Seiten

Leseprobe

Vorwort

Karl August Gottlieb Sturm ist mein Ururgroßvater. Er ist der Großvater mütterlicherseits des Vaters meiner Mutter.

Die vorliegende Schrift ist nahezu eine Kopie der Originalausgabe von 1861, Orthographie und Interpunktion sind kaum verändert, lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.

Anmerkungen Sturms sind unmittelbar fortlaufend integriert.

Bemerkungen meinerseits erscheinen als Fußnoten bzw. sind bei bloßen Erläuterungen bzw. Übersetzungen in den Text eingefügt.

Sturm verwandte - wie viele seiner Zeitgenossen - eine Reihe von Wörtern/Begriffen, die auf lateinischen, oft mittelalterlich-lateinischen zu beruhen scheinen, bei einer wörtlichen Übersetzung jedoch wenig Sinn ergeben. In diesen Fällen wurde - wo möglich - sinnbezogen eine Erläuterung gesucht.

Wenn bekannt, habe ich den Ortsnamen deren heutige Schreibweise angefügt.

Das von Sturm genutzte umfangreiche Quellenmaterial - als Original bzw. Zweitquelle - ist fast ausnahmslos in folgenden Schriften aufgeführt:

- Goseck und seine Umgebungen. Geschichte und Beschreibung der ehemaligen Grafschaft und Benediktinerabtei Goseck an der Saale.
gr. 8. (78 Seiten mit 6 lithographischen Tafeln) Naumburg 1844, F. M. Weber
- Chronik der Stadt und Herrschaft Querfurt.
(XXXIV, 642 Seiten, 1 Tafel - Titelkupfer) Querfurt 1845, H. A. Schmid
- Beiträge zur thüringisch-sächsischen Geschichte.

auch unter dem Titel Chronik der Stadt Weißenfels nach Quellen bearbeitet.

2. Abdr. 8. (495 Seiten mit 1 Abbild.) Weißenfels 1846, C. F. Sueß

Die Biografie in Anhang hat meine Tochter Sophia während ihrer Schulzeit in den Jahren 2000 / 2001 zusammen gestellt, die Abbildungen wurden später eingefügt.

In einer Anlage sind die mir bekannten Publikationen in ihrer zeitlichen Reihenfolge aufgeführt.

Wer mehr über das Geschlecht der sächsischen Pfalzgrafen aus dem Hause Goseck erfahren möchte, sollte meine Arbeit

„ Die GOSECKER – Palatinus Comes Gozecensis“

lesen, die ebenfalls im GRIN-Verlag erschienen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dr. Reinhard Scheunpflug

Leißling, im Sommer 2012

¬ Geschichtliche Einleitung ¬

U m die Zeit der großen deutschen Völkerwanderung, wo viele deutsche Völkerschaften ihre Wohnsitze, die sie bisher inne gehabt, verließen und südlichen Gegenden zuwanderten, um ihre kalte, rauhe Heimath mit einem mildern Klima zu vertauschen, war, fast im Herzen von Deutschland, ein mächtiges Reich entstanden, das Reich der Thüringer oder Teurenheimer.

Zu Attila´s Zeit, in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts, waren die Thüringer schon da und verstärkten das Heer des Hunnenkönigs, als dieser nach Gallien zog. Sie werden als gute Reiter und ihre Rosse als die besten in Deutschland gerühmt. Man leitet die Herkunft derselben von dem suevischen - lat. suevi, Schwaben - Volksstamme der Hermunduren ab.

Zur Zeit seiner größten Macht reichte dieses Reich von der Elbe bis in die Nähe des Rheins und vom Harzgebirge bis zum Main.

Die Gegend, in welcher Goseck liegt, befand sich ziemlich in der Mitte dieses Reichs und in nicht zu großer Entfernung von der alten Königsstadt Scheidungen

- Schidinga, heute Burgscheidungen - an der Unstrut, wo auf einem frei sich erhebenden, von dem Flusse umflossenen Hügel die Königsburg stand, in welcher nach einander Basin und Hermanfried Hof hielten.

Ungerechtigkeit und Blutschuld des Hermanfried gegen seine Brüder Berthar und Balderich entzündeten einen schrecklichen Krieg, der die Bewohner des Landes mit Jammer und Entsetzen erfüllte und mit dem Untergange des Thüringer Reiches endete.

Die Franken benutzten die Uneinigkeit und Zwietracht, welche in Thüringen herrschten, und unter dem Vorgeben, alte Unbill zu rächen und Wortbrüchigkeit zu strafen, drangen die beiden Frankenkönige Dietrich und Lothar (Klotar) mit einem gewaltigen Heere in Thüringen ein, schlugen das Heer der Thüringer zuerst bei Strausfurt, in der Nähe von Weißensee - unweit Sömmerda, an der Unstrut gelegen - , und dann bei Runiberg[*]

auseinander (bei Hannover, nahe Altenburg – Thüringen).

wo jetzt Vitzenburg an der Unstrut unweit Nebra, in einem dreitägigen, mörderischen Kampfe und belagerten zuletzt Scheidungen, wohin sich König Hermanfried mit dem Reste seines Heeres geflüchtet hatte.

Die Franken, durch die blutigen Kämpfe selbst geschwächt, glaubten nicht, die tapfer vertheidigte Stadt und Burg selbst zu erobern; sie riefen deshalb die Sachsen zu Hülfe. Von diesen kamen neuntausend Mann, große stattliche Männer, voll Muth und Kraft; sie stürmten in einer Nacht, da sich die Thüringer dessen am wenigsten versahen, die Burg, metzelten die schlafende Besatzung nieder und richteten unter Männern, Weibern und Kindern ein entsetzliches Blutbad an.

König Hermanfried entkam dem Gemetzel, irrte verlassen in den Wäldern umher und wurde später auf Anstiften des Frankenkönigs Dietrich ermordet. Seine Gemahlin, Amalberg eine gothische Königstochter, flüchtete mit ihren Kindern nach Italien.

Das durch diesen unheilvollen Krieg verheerte und zerrüttete Thüringerreich wurde unter Franken und Sachsen getheilt; die Gegend, in welcher Goseck liegt, fiel bei dieser Theilung den Sachsen zu und das alte, wieder befestigte Scheidungen bildete eine der Gränzburgen des so blutig erworbenen Landes.

In Folge der Völkerwanderung hatten, wie schon gesagt, viele deutsche Völker im östlichen und nordöstlichen Deutschland ihre Wohnsitze verlassen und die Gegenden waren von Bewohnern entblößet.

Da kam von Morgen her - aus dem Osten - ein zahlreiches Volk, welches ebenso, wie früher die Deutschen, das Innere von Asien, bedrängt von einem andern, mächtigern und zahlreichern Volke, verlassen hatte und herumwandernd schon seit Jahrhunderten neue Wohnsitze suchte. Es selbst nannte sich Slovoni, Slovoci, d. h. die Redenden - russ. слово, das Wort - , oder Slavenci, d. h. die Berühmten

- russ. слава, der Ruhm - , woraus die allgemeine Benennung Slawen oder Slaven entstand.

Sie theilten sich in viele Stämme, drangen immer weiter in Deutschland vor und nahmen die durch Auswanderung entblößten Gegenden in Besitz; Oder und Elbe hemmten nicht ihr Vordringen, bald hatten sie diese Flüsse überschritten, dehnten

sich in der ganzen Breite von den Sudeten bis zur Ostsee über Deutschland aus, überschritten zuletzt die Saale und es war zu fürchten, daß das ganze durch Krieg und Verheerung geschwächte Thüringerland ihnen zur Beute werden würde.

Besonders war es der Volksstamm der Sorben oder Sworben, d. h. der Schwarzen, welcher sich in hiesiger Gegend, an der Saale, Unstrut, Ilm, Elster, Pleiße und Orla verbreitete.

Es war ein streitbares und thätiges Volk, gründete viele Niederlassungen in hiesiger Gegend, welche noch jetzt durch ihre slavischen Namensendungen[*] ein Zeugnis dafür geben, baueten das Land und trieben Fischfang, Jagd und Gewerbe.

Durch das immer weitere Vordringen dieser fremden Gäste wurde das durch Völkerhaß, Partheienkampf und Uneinigkeit entzweite Deutschland belehrt, welch ein furchtbarer Feind dem deutschen Reiche in den Slaven entstanden war. Es entstand nun ein gewaltiges Kämpfen und Ringen zwischen Deutschthum und Slaventhum.

Verheerung, Brand und Mord bezeichneten die Grenze, wo Deutsche und Slaven sich berührten; und als ob das unglückliche Deutschland an diesen Feinden nicht genug gehabt hätte, landeten Dänen und Normannen[**] an den deutschen Küsten, kamen auf leichten Schiffen die Ströme herauf und verbreiteten, indem sie sich mit den Slaven verbanden, Schrecken und Bestürzung in den von Deutschen bewohnten Gegenden.

Es erzählt die Sage, daß ein solcher Haufe abentheuernder Dänen gegen das Ende des 6 ten Jahrhunderts in der Nähe von Goseck, unfern der Einmündung der Unstrut in die Saale, am rechten Ufer der Saale gelandet und daselbst eine Trotzburg gegründet hätten, welche im Munde des Volks die Dänenburg hieß.[***]

in: Querfurter wöchentliches Kreisblatt Nrn. 18-24, 1866

Vereint mit den Sorben hatten diese Dänen lange Zeit den fränkischen Kriegsheeren Widerstand geleistet, ehe es gelungen, sie zu besiegen. Eine grauenvolle Zeit brach jetzt für die Bewohner der hiesigen Gegend an; manch Frankenheer wurde an die Ufer der Unstrut und Saale gesendet, auch mancher Sieg über die Sorben und ihre Verbündeten erfochten, - doch kaum hatten die siegenden Heere den Rükken gewandt, so stürmten die geflohenen, in den Wäldern sich verborgen gehaltenen Sorben wieder herbei, streiften in die von christlichen Deutschen bewohnten Gegenden, mordeten voll Ingrimms und Rachsucht Priester und Nichtpriester oder schlachteten sie ihren blutigen Götzen Flins - Todesgott - , Czernebog - Gott der Finsternis, der slavische Teufel - und Radegast - Kriegsgott - , welche in hiesiger Gegend Tempel hatten, wo auch die Namen der Ortschaften noch an ihr ehemaliges Vorhandensein erinnern.

So geschahe es im Tempel des Flins, welcher in der Gegend von Kusan (Kösen) stand, daß auf einmal 17 Christen dem Götzen zum Opfer gefallen sein sollen.

Vier Jahrhunderte währte der Kampf in hiesiger Gegend; von Jahr zu Jahr war die gegenseitige Erbitterung höher gesteigert und der Haß zwischen Deutschen und Slaven, Christen und Götzendienern ingrimmiger geworden; Schonung wurde nicht geübt, Mord durch Mord und Verwüstung durch noch ärgere Verwüstung vergolten, selbst das unschuldige Kind fand keine Gnade, sondern fiel dem Mordstahle des erbitterten Feindes anheim.

Wenig hatten die fränkischen Könige, selbst Karl der Große, vermocht, Slaven und Normannen zurückzuwerfen und das deutsche Land und Volk von diesen Drängern frei zu machen; wie bis in die Jetztzeit herab, machte auch damals deutsche Uneinigkeit und Zerrissenheit es den fremden Eindringlingen leicht, Jahrhunderte lang Widerstand zu leisten, - da rettete sächsisches Blut und sächsische Kraft die deutschen Lande in ihrer ganzen Breite, von der Donau bis zur untern Elbe, vor der Überflutung der heidnischen Slavenvölker, als die Kaiser aus sächsischem Stamme und später die tapfern Markgrafen sich ihr entgegenwarfen, mit starker Faust die in Deutschland heimisch gewordenen Fremdlinge niederschmetterten und ihre Marken und Militärkolonien tief in die Lande jenseits der Saale und Elbe vorschoben.

Als feste Mark-, Schutz- und Trutzburgen erhoben sich in unserer Gegend gegen das Ende des neunten oder zu Anfang des zehnten Jahrhunderts Wirbineburg (Burgwerben), Muchunlevaburg (Mücheln), Bozoburg (Busendorf) u. a., sowie früher das alte Quernfordeburg (Querfurt) und Mersaburg (Merseburg) mit der hart am Saalufer erbauten Feste (jetzt Vorstadt) Altenburg; die frühern sorbischen Ansiedlungen Liubiczi (Lobitzsch), Gostilitz (Dorfmark Gestewitz - siehe auch Anmerkung Sturms S. 54 u. 142 ff), Grotleste (Grochlitz - jetzt in Naumburg eingemeindet), Giedecke (Göthewitz), Smahon (Schmon) u. a. wurden von den Deutschen besetzt und die zurückgebliebenen Sorben, welche nicht geflohen oder getödtet waren, zu Leibeigenen gemacht.

Obwohl das Land an beiden Ufern der Saale von den Deutschen nach blutigem Widerstande von Seiten der Sorben zurückerobert und der blutgetränkte Boden von deutschen Ansiedlern, welche zugleich Militärkolonien bildeten, besetzt worden war, so währte die Schrekkenszeit des Kämpfens und Ringens um den Besitz des deutschen Landes, welches die Fremdlinge nach vieljährigem Besitz nicht lassen mochten, noch viele Jahre fort, und eine noch grauenvollere Zeit der Plünderung und Verheerung, des Mordes und des Blutvergießens brach an, als gegen Ende des neunten Jahrhunderts die Magyaren oder Ungern mit ungeheuren Reiterhorden Deutschland, vor allen Thüringen und Osterland[*], wie das neuerworbene Land an beiden Ufern der Saale und Elster genannt wurde, heimsuchten, an den Sorben willige Helfer fanden und mit ihnen vereint die christlich-deutschen Gegenden auf´s Schrecklichste verheerten, bis ihre Heere in den Schlachten bei Keuschberg[**] (933), bei Stediraburg - unweit Wolfenbüttel - und im Drömling (938) und Augsburg[***] (955) geschlagen und fast gänzlich vernichtet wurden.

Damals, als die Kämpfe der Deutschen gegen die Sorben und andere slavische Völkerschaften Statt fanden, geschahe es, daß viele wakkere deutsche Kriegshelden sich auszeichneten und zu hohen Ehren gelangten; sie wurden zu Mark- oder Grenzgrafen, d. h. Hüter oder Schützer der Grenzen gegen die feindlichen Sorben und ihre Verbündeten, ernannt, ihnen Burgen, welche man entweder neu gegründet oder den Sorben abgenommen hatte, nebst hinreichender Kriegsmannschaft anvertraut und ihnen so die Mittel und die Macht gegeben, ihres Schutzamtes zu pflegen und Recht und Gerechtigkeit im Namen des Kaisers zu üben.

Von diesen Markgrafen sind besonders berühmt Siegfried, welcher 938, Gero, welcher 965, Rigdag, welcher 985 und Eckard I., welcher 1002 starb; Letzterer hatte seine Residenz zu Großjena an der Unstrut, unweit Goseck und Naumburg, war ein tapferer Kriegsheld und einer der tüchtigsten Männer seiner Zeit, und nahe dran, deutscher König zu werden, als er auf Anstiften seiner Feinde und Neider ermordet wurde.

Deutschland verlor damals seine tüchtigste Stütze und seinen kräftigsten Regenten, und kaum war dieser Held gefallen, so brach der kriegerische Herzog Boleslaw Chrobri von Polen mit einem Heer in Deutschland ein, verheerte alles Land zwischen Elbe und Mulde, streifte bis in die Nähe der Saale und erfüllte die Bewohner der hiesigen Gegend mit Angst und Schrekken.

Sechzehn Jahre lang verwüsteten, mit einzelnen Unterbrechungen, die Polen, Meißen[*] und Osterland; der neue Kaiser Heinrich II., ein den Pfaffen ergebener Monarch, war nicht im Stande, sie zu besiegen, und mehr durch gegenseitigen Vertrag, als durch Besiegung des Feindes, endete dieser heillose Kampf erst im Jahre 1018.

¬ Die Grafen von Goseck ¬

A uf der Höhe, dem heutigen Schlosse Goseck gegenüber, am südwestlichen Hange des Igelsberges, stand um diese Zeit eine alte, von den Sorben erbauete Burg, welche den Namen Ponzigk, Bonzig oder Bonzitz führte.

Man hatte diese Burg wohl deshalb an dieser Stelle erbaut, weil man von hier aus nicht allein fast das ganze Thal der Saale zwischen Weißenfels und Naumburg nebst den gegenüberliegenden Höhen, sondern auch die abend- und mitternachtwärts - Richtung Westen bzw. Norden - gelegene Gegend bis zur Höhe des sogenannten Luftschiffs[*], und morgenwärts - Richtung Osten - die Landschaft bis in die Gegend von Lützen überschauen kann; auch wird das ehemalige Vorhandensein der Burg an dieser Stelle um so gewisser, als man vor 70 bis 80 Jahren - also etwa um 1780 - hier noch Grundgemäuer von nicht unbeträchtlicher Ausdehnung fand, welches der Bauart zufolge, auf ein hohes Alterthum schließen ließ.

Im Beginne des elften Jahrhunderts finden wir diese alte Burg Bonzig im Besitze eines Grafen Friedrich (I.), welcher sich selbst Herr zu Goseck - damals Gossigk/Goßigk -, Bonzig und Weißenburg - damals Viczinburg -, Graf zu Brehna, Wettin und Ileburg (Eilenburg) und Burggraf zu Zurbizi (Zörbig) nennt; dem zufolge mußte schon um diese Zeit, vielleicht früher, gegenüber der alten Burg Bonzig, eine neue Burg erbauet worden sein, welche den Namen Goseck, Gussigk oder Goßigk führte, woraus zugleich hervorgeht, daß der Name Goseck nicht erst entstand, als das Kloster erbauet worden war, sondern schon früher der neuen Burg beigelegt worden war, und keineswegs eine Zusammenziehung von Gotteseck ist[**].

Untersuchungen über die wirkliche Abstammung dieses Grafen Friedrich I. von Goseck würden zu keinem sichern Resultate führen, da tiefes Dunkel den Ursprung dieses Geschlechts umhüllt, nur so viel kann behauptet werden, daß die Grafen von Goseck mit den alten Grafen von Merseburg, vielleicht mit dem obenerwähnten Markgrafen Rigdag stammverwandt waren.

Weißenfels 1827 und C.C. Küchler (s. S. 115/116) Naumburg 1822

Da nun die Abstammung der Grafen und Markgrafen von Merseburg, so wie der ihnen stammverwandten Grafen von Wettin (der Ahnherren der jetzigen sächsischen Fürsten), von Burkhard, welcher Herzog von Thüringen und Markgraf der sorbischen Mark war und im Jahre 908 in einem Kampfe gegen die Magyaren bei Eisenach fiel, und dessen ältesten Sohne Burkhard II. oder Buzzo, d. h. der kleine Burkhardt abgeleitet wird, so ist es ebenfalls nicht unwahrscheinlich, daß dieser Herzog Burkhardt der Stammvater und Urahn der Grafen von Goseck und Bonzig gewesen ist; dieses gewinnt noch mehr an Glaubwürdigkeit, daß Friedrich I.

Burggraf zu Zurbizi (Zörbig) genannt wird, diese Burgwart aber von Theodor oder Dietrich von Wettin erworben worden war, mithin träte dadurch Friedrich in ein verwandtschaftliches Verhältniß mit den Wettinern.

Der Merseburger Bischof Diethmar sagt daher in seiner merseburgischen Chronik:

Theodor I., Graf zu Wettin, Stammvater der sächsischen Fürsten, sei aus dem Geschlechte Buzizi - des Buzzo - er wird ein Mann von ausgezeichneter Freiheit genannt, d. h. er war keinem andern mit Lehnspflicht zugethan.

Friedrich I., Graf von Goseck, hatte schon während der Regierung Kaiser Heinrich II. (1002-1025) die Anwartschaft auf die sächsische Pfalzgrafenwürde erhalten, welche aber erst sein zweiter Sohn Dedo[*] im Jahre 1040 wirklich erhielt.

Diese neu eingerichtete Pfalzgrafenwürde erstreckte sich über den größten Theil des ehemaligen Osterlandes, besonders über die Gaue Hassegau[**], Friesenfeld, Helmgau, Nabelgau, Altgau und Engelin, und die Ding- oder Gerichtsstühle, welche zu diesem Bezirke gehörten, waren Altstädt - Allstedt - und Lauchstädt.

Der Name Pfalz kommt her von Palast (lat. Palatium); die deutschen Kaiser der damaligen und späteren Zeit reisten, um Recht und Gerechtigkeit zu üben, die Klagen des Volkes zu hören und dessen Zustände kennen zu lernen, zu gewissen Zeiten im Lande umher, waren bald hier, bald dort, um Gericht zu halten, Unbill zu strafen und den Landesfrieden aufrecht zu erhalten; sie hatten an gewissen Orten

in den verschiedenen Gegenden Deutschlands Paläste oder Hofburgen, Pfalzen genannt, wo sie bei ihrer Ankunft das Volk zum Ding oder Gericht versammeln ließen;

gewöhnlich wurden diese Gerichte in der Nähe dieser kaiserlichen Hofburgen im Freien gehalten, wo jeder das Recht hatte, öffentlich seine Sache zu vertheidigen oder seine Klage anzubringen; die Pfalzgrafen waren deshalb kaiserliche Beamte, welche die Pfalz und das dazu gehörige Gebiet verwalteten und gleich den Markgrafen an des Kaisers Statt Ordnung und Gerechtigkeit handhabten.

Nach Sitte der damaligen Zeit stifteten Friedrich I. und seine Gemahlin Agnes, eine geborene Gräfin von Weimar, um für das Heil ihrer Seele zu sorgen, am nordöstlichen Hange des gosecker Schloßberges eine Kapelle, welche dem heiligen Simon geweihet war und wo Friedrich nebst seiner Gemahlin auch begraben worden sein sollen.

Diese Kapelle soll später von den Nachkommen Friedrichs erneuert und dem heiligen Stephan geweihet worden sein.

Für die damalige Zeit galt Friedrich I. als Gelehrter; er hatte bei den Mönchen im Kloster Fulda Unterricht genossen, konnte lesen und schreiben und war der lateinischen Sprache mächtig; weil er den unwissenden Pfaffen und Mönchen, welche beim Messelesen nicht selten die gröbsten Sprachfehler machten, einhalf, so wurde er von seinen Zeitgenossen als ein Wunder von Gelehrsamkeit angestaunt.

Ein Zeitgenosse Friedrichs I., der Bischof Meinwerk zu Paderborn, war so schwach in der lateinischen Sprache, daß, als Kaiser Heinrich II. aus Scherz in seinem Meßbuche von den Worten Famulis et Famulabus - Diener und Dienerinnen - die erste Sylbe weglöschen ließ, er frisch weg las: Mulis et Mulabus - Maulesel und Mauleselinnen - , und so für Maulesel betete, ohne diesen Unsinn zu bemerken.

Friedrich I. lebte in einer sehr bewegten Zeit; die Polen waren in Meißen eingefallen und streiften bis ins Osterland, mit ihnen hatte sich der Bruder des gemordeten Markgrafen Eckard, der Markgraf Gunzelin, sowie die Sorben, welche noch einen letzten Versuch wagten, ihre alte Freiheit zu erlangen, verbunden; man kann sich einen Begriff von dem Unglück machen, welches jener Krieg veranlaßte, da die Polen nicht allein durch Feuer und Schwert alles verwüsteten, sondern auch nebst großer Beute 3 000 Gefangene mit hinwegführten, sowie Gunzelin seine eigenen Unterthanen verkaufte und vielerlei andere Unbilden verübte.

Auf dem Reichstage zu Merseburg am 24. des Heumonds - alte Bezeichnung für den Monat Juni - 1002, wo Heinrich II. zum Herrscher über Deutschland gewählt wurde, war Friedrich I. nebst andern Großen des Reichs mit gegenwärtig.

Sein Todesjahr ist nicht mit Bestimmtheit anzugeben, da bald das Jahr 1020, bald das Jahr 1036, als solches angenommen wird.

Da Friedrichs ältester Sohn, Adalbert, den geistlichen Stand gewählt hatte, so folgte ihm in seinen Ehren und Würden sein zweiter Sohn Dedo, welcher im Jahre 1040, zwei Jahre nach dem Tode Siegfrieds, des letzten Pfalzgrafen aus dem Stamme der Grafen von Merseburg, vom Kaiser Heinrich III. die Pfalzgrafenwürde erhielt, obschon Friedrich I. bei seinem Leben den Titel als Pfalzgraf geführt.

Schon bei Kaiser Konrad II., von Geschlecht ein hochfreier edler Franke, welcher nach dem Tode Kaiser Heinrich II. (1024) berufen worden war, die von den deutschen Königen aus sächsischem Stamme zu hohem Glanz und Ehren gebrachte deutsche Kaiserkrone zu tragen, hatte Dedo durch seine Klugheit und Umsicht im Rath, durch seine Tapferkeit und Entschlossenheit im Felde und durch seine Frömmigkeit und strenge Gerechtigkeitsliebe, in hohem Ansehen gestanden; besonders hatte Dedo diesem Kaiser treue und wichtige Dienste geleistet in den Kriegen gegen die Ungern, Polen und Böhmen, sowie gegen den slavischen Volksstamm der Luttitzer, zwischen Oder und Elbe, in der heutigen Lausitz, welche, nachdem sie eine zeitlang Christen gewesen, ohne das Christenthum zu kennen, vom Reiche und vom Christenthume abgefallen waren, um durch blutige Empörung ihre alte Freiheit wieder zu gewinnen, und welche erst 1036, nach dreijährigem, blutigen Kampfe, voll der empörendsten Grausamkeiten, wie man damals gegen Abtrünnige vom Glauben für erlaubt, ja geboten hielt, wieder unterworfen werden konnten.

Ebenso wie Dedo bei Konrad II. in hohem Ansehn gestanden hatte, so war dies auch bei dem Sohne desselben, Heinrich III., der Fall, welcher nach dem Tode seines Vaters (1039) zum Herrscher des deutschen Reichs gewählt worden war, um das zu vollenden, was Konrad mit Kraft und Weisheit vorbereitet hatte.

Dedo fand auch bald Gelegenheit, seine Treue, Klugheit und Tapferkeit im Dienste des neuen Kaisers zu bewähren; Bretislav, Herzog von Böhmen, griff zu den

Waffen, um sich von der Lehnherrlichkeit des deutschen Kaisers zu befreien, Böhmen zum selbstständigen Reiche zu machen und Polen zu erobern; nach drei blutigen Feldzügen wurde Böhmen 1042 unterworfen.

Noch mehr fand Dedo Gelegenheit, die Gunst des Kaisers zu erwerben in einem neuen Kriege gegen die Ungern, welche ihren König Peter verjagt hatten.

Peter fand Schutz und Beistand bei dem deutschen Kaiser, welcher umsomehr zur Hülfe geneigt war, als der neue Ungernkönig Aba das Heidenthum wieder eingeführt hatte und durch seine wilden Reiterschaaren die Grenzprovinzen des deutschen Reichs verheeren ließ.

Unter den vornehmsten Führern des deutschen Heeres, welches gegen die Ungern zu Felde zog, befand sich Dedo.

In zwei blutigen Feldzügen wurden die Ungern überwunden und mußten alles Land bis an die Leitha[*] abtreten (1044).

Es ist zu vermuthen, daß Dedo´s jüngerer Bruder, Friedrich II., vom deutschen Kaiser zugleich mit der Pfalzgrafenwürde belehnt worden war, da Letzterer sich schon bei Lebzeiten seines ältern Bruders Pfalzgraf von Sachsen nennt.

Der Abt Nenther, der sogenannte gosecker Mönch, nennt Dedo in seiner Chronik einen frommen und gerechten Mann, einen Freund der Mönche und Geistlichen, welche er wie seine Herren achtete.

Zu höherm Ruhme möchte ihm aber seine Liebe zum Vaterlande, seine Treue und Ergebenheit gegen einen wakkern Kaiser, seine Klugheit, sein Muth und seine Tapferkeit in Gefahr, sein christlicher Sinn, welchen er auch gegen den niedrigsten zeigte, gereichen, so wie er überhaupt darin ein Spiegel für große Herren gewesen ist, daß er ein Trost der Hülfsbedürftigen und ein Vater der Wittwen und Waisen war.

In der Kriegsführung, sowie in der Handhabung der Waffen stand er auch den besten seiner Zeitgenossen nicht nach, welches er in den Kriegen gegen die Polen, Böhmen, Ungern und Luttitzer sattsam bewiesen hatte.

Bei der Stiftung des Klosters Goseck war er besonders thätig und wählte nach der Stiftung desselben Zscheiplitz oder Weißenburg an der Unstrut, zwei gute Stunden von Goseck entfernt, zu seinem Wohnsitze.

Bald nach der Einweihung des Klosters, im Jahre 1056, in dem selben Jahre, in welchem sein hoher Gönner und Freund, Kaiser Heinrich III., das Zeitliche segnete, ereilte auch den Pfalzgrafen Dedo der Tod durch Mörderhand.

In der damals noch sehr rauhen und wildromantischen Gebirgsgegend zwischen Dudorstedt, Herzberg, Walkenrieth und Gieboldehausen, am Fuße des Harzes, lag, umgeben von dunkler Waldesnacht die berühmte Abtei Palithi oder Pöldern, jetzt Pöhlde genannt; diese Abtei, schon berüchtigt, daß hier der tapfere Markgraf Eckard I. von dem Grafen Siegfried von Nordheim verrätherisch ermordet wurde im Jahre 1002, erlangte die traurige Berühmtheit, daß hier ein zweiter schändlicher Mord an dem Pfalzgrafen Dedo verübt wurde.

Da in Ermangelung von Schenken und Gasthäusern die Klöster damals, sowie zum Theil noch jetzt in manchen Gegenden katholischer Länder, als Herbergen für die Nacht von Reisenden benutzt wurden, so übernachtete auch Dedo, sowie einst Eckard I., auf einer Reise nach Westphalen in der Abtei Palithi, nicht ahnend, daß dies die letzte Nacht seines Lebens sein sollte und daß die leidende und hülfsbedürftige Menschheit so bald ihres Trösters und Wohlthäters beraubt werden würde. Es war aber einige Zeit zuvor dem Pfalzgrafen von seinem Bruder, dem Erzbischof Adalbert von Bremen, ein liederlicher und boshafter Mönch übergeben worden, daß er im Kloster zu Goseck gezüchtigt und gebessert werde.

Obgleich dieser elende Mensch durch Vermittelung Dedo´s nur geringe Strafe zu erdulden gehabt hatte und mit Milde und Schonung behandelt worden war, so hatte derselbe dennoch geglaubt, es sei ihm zu viel geschehen, und mit von Rache gegen Dedo erfülltem Herzen entfloh er seinem Gewahrsam.

Als Vagabond im Lande umherirrend kam er nach Palithi, wie Dedo daselbst seine Rast hielt.

Als nach gehaltener Nachtruhe am andern Morgen Dedo zum Weiterreisen sich anschickte und im Begriff war, sein Roß zu besteigen, eilte dieser Mönch aus

einem Hinterhalte plötzlich herbei und rannte dem nichtsahnenden Pfalzgrafen ein verborgen gehaltenes Messer mit Heftigkeit in den Unterleib.

Aufgeschreckt durch den Hülferuf ihres Herrn eilten Dedo´s Gefährten schnell herbei, zu spät zur Abwendung der Mordthat, doch zeitig genug, den fliehenden Mörder zu ergreifen und festzuhalten.

Der Markgraf (richtig: Pfalzgraf) war vom Rosse gesunken; man bemühete sich, die heftig blutende Wunde zu verbinden und die Blutung zu stillen; doch sahe man bald, daß Alles umsonst war; der Mörder hatte seine Absicht nur zu gut erreicht; der Tod nahete sich schon mit raschen Schritten, als man den schändlichen Mörder vor den Sterbenden führte, damit er bestimme, welche Strafe dem Elenden für seine verruchte Frevelthat zu Theil werden sollte.

Allein Dedo, eingedenk der Worte des Heilandes, daß man auch seinen ärgsten Feind lieben solle und weit entfernt, den Unglücklichen einer vielleicht grausamen Todesstrafe zu überliefern, betete zu seinem Herrn und Heiland:

Domine Jesu Christi, accipe spiritum meum, et ne statuas illo hoc peccatum.

(Herr Jesus Christ, nimm meinen Geist auf und behalt diesem nicht die Sünde.)

Sowohl die Begleiter des Pfalzgrafen, als auch die Klosterbrüder der Abtei, welche bei der Nachricht von der Greuelthat herbeigeeilt waren und den Sterbenden umstanden, glaubten, diese Worte so auslegen zu müssen, daß der Pfalzgraf dem Mörder gänzlich verzeihe und es Gott anheimstelle, vor seinem Richterstuhle den begangenen Frevel zu strafen, ließen den Mörder frei und ungehindert seines Weges ziehen.

Der Leichnam des gemordeten Pfalzgrafen wurde von Palithi nach Goslar gebracht und daselbst beigesetzt, Dedo hinterließ keine Nachkommen, außer einem unehelichen Sohne, Namens Friedrich, welcher den geistlichen Stand wählte, 1062 Abt zu Goseck und 1079 zugleich auch Abt im Kloster S. Georg vor Naumburg[*] wurde.

Friedrich II., Dedo´s jüngerer Bruder, welcher schon bei Lebzeiten des Letztern Pfalzgraf genannt wurde, erhielt die pfalzgräfliche Würde ohne alle Einschränkung und mit ihr zugleich das ganze väterliche Erbe. Dadurch wurde er ein für seine Zeit

begüterter und mächtiger Herr und nannte sich Friedrich, von Gottes Gnaden Pfalzgraf zu Sachsen, Burggraf zu Zorbizi (Zörbig), Graf von Brehna, Wettin, Ilburg, Sommerseburg (jetzt Sommerschenburg, Gemeinde Sommersdorf/Börde) , Barboge (Barby) und Wiczenvels (Weißenfels), Herr zu Bonzig (Goseck) und Weißenburg (Zscheiplitz).

Ebenso wie sein Bruder Dedo stand er bei dem Kaiser Konrad II. und dessen Sohne und Nachfolger Heinrich III. wegen seiner Biederkeit, Klugheit und Unerschrokkenheit in besonderer Gunst.

Doch die Treue, welche er gegen diese Kaiser bewiesen, scheint er nicht auf den Sohn des Letztern, den nachherigen Kaiser Heinrich IV., übertragen zu haben, da wir ihn später, mit andern thüringischen und sächsischen Fürsten, Grafen und Herrn im Bunde, als heftigen Gegner dieses Kaisers auftreten sehen.

Mit eiserner Strenge und nicht immer ohne Gewaltthätigkeit hatte Kaiser Heinrich III. die Großen des Reichs, welche, zum großen Nachtheile des gemeinsamen Vaterlandes, stets nach Unabhängigkeit strebten, im Gehorsam gehalten und so sich besonders in Sachsen und Thüringen, wo man ihm als Süddeutschen ohnedies nicht hold war, heimliche Feinde erweckt; doch wagten sie es nicht, dem gewaltigen Herrscher, dem Deutschlands Ehre und Ruhm das Höchste galt, entgegen zu treten.

Ein unmündiger Knabe, Heinrich IV., der bei seines Vaters Absterben erst sechs Jahre zählte, und dessen Mutter, die kaiserliche Wittwe Agnes, waren nicht vermögend, das zu vollenden, was Heinrich III. so großartig begonnen: Einigkeit des Reichs und eine starke Königsgewalt; besonders empörte sich der Stolz der deutschen fürstlichen Vasallen - franz. Lehnsmann - , einem Weibe, obgleich eine der tugendhaftesten Fürstinnen ihrer Zeit, gehorchen zu müssen, und im Jahre 1062 brach eine Verschwörung aus, an deren Spitze der Erzbischof Hanno (auch Anno) von Köln stand.

Man bemächtigte sich des zwölfjährigen jungen Königs, welcher nun auf eine für ihn verderbliche Weise von dem Erzbischof Hanno, später von dem Erzbischof Adalbert von Bremen, dem Bruder des Pfalzgrafen Friedrich II., erzogen wurde, um aus ihm einen für die Herrschergelüste der großen Reichsvasallen unschädlichen

Mann zu machen, während die beiden Kirchenfürsten Hanno und Adalbert, als Verweser - veraltet für Stellvertreter - die Regierung der Reichsangelegenheiten an sich rissen und mit Habsucht und stolzem Übermuthe die Zügel des Reichs führten.

In demselben Jahre 1062 verkaufte Friedrich II. der Stadt Sulze (Bad Sulza), welche um diese Zeit noch nicht lange in seinem Besitze zu sein scheint, da er sie in der Urkunde seine neue Stadt nennt, 24 Hufen[*] daselbst gelegene Ländereien an Feld, Wiesen und Triftrecht - Weiderecht auch Flößrecht - , nebst der Fischerei in der Ilm.

Hier zu Sulze stiftete er auch ums Jahr 1064, sowohl zum Heile seiner Seelen, als auch seiner verstorbenen Gemahlin Hatnige (Hedwig) und aller seiner Vorfahren, das Kloster S. Peter und dotirte - lat., schenken - demselben, außer dem Zehnten im Sulzeschen Weichbilde, die Ortschaften Gozzerstede (Herrengosserstädt), Usenlebe, Lutenlebe, Tromsdorp - Tromsdorf, Imese, Rudardesdorp (Rudersdorf), Gebenstede (Gebstädt), Snabendorp (Schwabendorf, Wüstung bei Gebstädt),

Wickerstede - Wickerstedt -, Hogerstede (Auerstädt), Gerenstede - Gernstedt - und Balgenstede - Balgstädt.

Zugleich bestimmte er, daß er selbst Vogt oder Schirmherr dieses Klosters sei, daß das Schirm- oder Schutzrecht bei seinen Nachkommen bleiben und der jedesmalige Voigt des Klosters für seine Amtsverwaltung jährlich von den Einkünften des Klosters 12 Weizenbrode, 120 Roggenbrote, 4 Schweine, 2 Ferkel, 10 Hühner, 100 Eier, 5 Maß[**] Meth, 30 Maß Bier, 6 Maß Hülsenfrüchte erhalten sollte.

Nicht allein, daß die Grafen und Herren der damaligen Zeit und später alle möglichen Vorrechte vor den übrigen Bewohnern des Landes genossen, so sehen wir sie auch auf´s Eifrichste besorgt, durch zahlreiche Stiftungen, durch Schenkungen an Kirchen, Klöster und Kapellen zum Heile ihrer Seelen, sich dieser Vorrechte auch im jenseitigen Leben erfreuen zu können.

Die Gährung unter Fürsten und Adel im deutschen Reiche, besonders in Thüringen und Sachsen, war indeß immer höher gestiegen;

war man früher unzufrieden mit der Regierung der Reichsverweserin Agnes gewesen, so war man es in noch höherm Grade mit dem Regimente der beiden Erzbischöfe Hanno und Adalbert, wo das Reichsgut verschleudert wurde, die härteste Willkühr das Volk drückte, Aemter und Würden an nichtswürdige Günstlinge vertheilt wurden und wilde Partheikämpfe ganz Deutschland zerrütteten, und als 1072, nach der endlich bewirkten Entfernung der beiden geistlichen Reichsverweser, der junge, zweiundzwanzigjährige Kaiser voll Stolz und Übermuth die Zügel des Reichs selbst ergriff, gährte dumpfes Mißvergnügen überall im Volke und der blutige Bürgerkrieg, welcher mit wenigen Unterbrechungen 50 Jahre lang das arme deutsche Vaterland verheerte und besonders hiesige Gegend schwer heimsuchte, war seinem Ausbruche nahe.

Schon im folgenden Jahre kam es zur offenen Empörung: ganz Thüringen und Sachsen erhob sich wie ein Mann gegen den Kaiser Heinrich IV., welcher, um der Gefangenschaft oder dem Tode zu entgehen, des Nachts verkleidet von Goslar nach dem Rhein entfliehen mußte, wo er in Worms Schutz bei der ihm treu ergebenen Bürgerschaft fand.

In Süddeutschland brachte er ein großes Kriegsheer zusammen, da ihm viele süddeutsche Fürsten, aus Haß gegen die Thüringer und Sachsen, oder aus Habsucht, Heeresfolge geleistet hatten.

Bei Nägelstädt an der Unstrut, unweit Langensalza, kam es am 13. Juni 1075 zur Schlacht; die Verbündeten erlitten eine vollständige Niederlage und mußten sich bald darauf bei Spira[*] unterwerfen.

Es war den freiwillig sich unterwerfenden Fürsten und Herren, zu denen auch Pfalzgraf Friedrich II. gehörte, persönliche Freiheit zugesichert worden.

Unedel genug brach aber der Kaiser sein gegebenes kaiserliches Wort, ließ die sich unterwerfenden Fürsten gefangen nehmen und in festen Gewahrsam bringen, theils in ferne Gegenden verweisen.

Zu den letztern gehörte auch Friedrich II., welcher nach Italien geschleppt und zu Pavia - Stadt in Oberitalien/Lombardei am Zusammenfluss des Po mit dem Ticino - gefänglich aufbewahrt wurde, wo er, von Kerkerluft umfangen, länger als ein Jahr in harter Gefangenschaft schmachtete, bis die nachfolgenden Ereignisse wieder seine Freiheit und Heimkehr bewirkten.

Heinrich IV., nichts als Rache athmend, hatte indeß mit schonungsloser Härte seinen Sieg verfolgt; die Fürsten der kaiserlichen Parthei hatten nichts gethan, das Los der Gefangenen und Unterdrückten zu mildern, und waren froh, sich an der vertheilten Beute bereichern zu können; schon träumte sich der Kaiser im Besitz unumschränkter Allgewalt: da trat gegen ihn der Papst Gregor VII. in die Schranken und ärger denn zuvor brach die Empörung, in welche zuletzt seine eigenen Söhne Konrad und Heinrich mit verwickelt wurden, wider ihn los.

Obgleich in der gewaltigen Schlacht bei Hohenmölsen - damals Mulsen bzw. Mölsen - (15. Oktober) 1080 Heinrich IV. sich als Sieger betrachtete, weil hier sein tapferer Gegner, der zum Gegenkaiser gewählte Herzog Rudolph von Schwaben, gefallen war, so war er doch genötigth, sich zurückzuziehen und den Thüringern und Sachsen, die in der That den Sieg erfochten hatten, die Wahlstatt - Walstatt, veraltet für Kampfplatz/Schlachtfeld - zu überlassen.

Noch viele Jahre dauerte der Kampf mit wechselndem Glück, bis zuletzt Kaiser Heinrich IV., nachdem sein Sohn Konrad als Empörer gestorben war, Gefangener seines jüngsten Sohnes Heinrich wurde. Er mußte abdanken zu Gunsten seines Sohnes.

Ermuthigt durch treue Freunde rüstete er sich gegen den unnatürlichen Sohn, da starb er am 7. August zu Lüttich: die Untreue seiner eigenen Söhne hatte ihm das Herz gebrochen.

Bei der Unterwerfung zu Spira 1075 hatte der erbitterte Kaiser dem Pfalzgrafen Friedrich II. nicht allein seine Freiheit, sondern auch seine pfalzgräfliche Würde genommen; er erhielt diese zwar nach erlangter Freiheit wieder, mußte sie aber mit seinen Vettern, den Grafen von Sommerseburg, theilen, und es gelang sogar den Letztern, nach dem Absterben Friedrich II., während der Minderjährigkeit

Friedrich IV. von Goseck (posthumus) - siehe auch S. 46 -, dieselbe völlig an sich zu bringen.

Großes Elend verbreitete um diese Zeit nicht allein der Krieg in der hiesigen und den benachbarten Gegenden, indem zerstreutes, umherstreifendes Kriegsvolk Weg und Steg unsicher machte, und viele Besitzer fester Burgen mit frecher Willkühr Wegelagerung und Straßenraub trieben, sondern auch Pest und Hungersnoth entvölkerten Städte und Dörfer, die Felder lagen wüste und viele sonst zahlreich bewohnte Orte bildeten nur noch Trümmerhaufen, in denen die wenigen kümmerlich aussehenden Bewohner ihr dürftiges Obdach nicht selten mit Wölfen und andern Raubgethier theilen mußten.

Voll blinder Rachsucht erlaubten selbst der Kaiser und die Führer seines Heeres dem Kriegsvolke die allergröbsten Unbilden und abscheulichsten Frevel gegen die Unterthanen der aufständischen Fürsten; es war eine Zeit der Thränen und Noth, des Jammers und der Klage: Niedergebeugt durch das Unglück, welches dieser entsetzliche Bürgerkrieg auch über seine Unterthanen gebracht hatte, erfüllt mit Bitterkeit und Haß gegen den Kaiser, der überall, wo er Sieger war, mit schonungsloser Härte verfuhr, und jedem, ob schuldig oder unschuldig, seine Rache fühlen ließ, tief betrübt durch das Unglück, welches er noch in seinem Alter erleben mußte, daß sein einziger Sohn, Friedrich III., 1083 durch Mörderhand fiel, verlebte der alternde Friedrich, nach dem traurigen Ende seines Sohnes in Kummer und Herzeleid noch fünf Jahre und beschloß sein vielbewegtes, durch harte Schläge des Schicksals gebeugtes Leben den 24. Mai 1088 zu Barboge (Barby) an der Elbe, wo er während einer Reise von einem heftigen Fieber überfallen wurde, welches seinen Tod herbeiführte.

Der Ort seines Begräbnisses kann nicht mit Gewißheit angegeben werden.[*]

Adalbert, der älteste Sohn Friedrich I., hatte, wie schon bemerkt. sich dem geistlichen Stande gewidmet; vom Glücke begünstigt, war es ihm gelungen, einer der ersten Würdenträger der Kirche, Erzbischof von Bremen und Hamburg zu werden.

Der Chronist Adam von Bremen stattet einen ausführlichen Bericht über sein Leben ab; er sagt: Adalbert sei zuerst Mönch, dann Dompropst - Propst, lat. praepositus, ökonomischer Stiftsverwalter - zu Halberstadt gewesen; durch hohe Gönnerschaft sei es ihm gelungen, in den geistlichen Würden immer höher zu steigen, bis er zuletzt Erzbischof von Bremen und Hamburg wurde.

Dies geschahe im Jahre 1043, in welchem Jahre ihm auch der Papst Bruno oder Benedikt IX. das erzbischöfliche Pallium - Schulterbinde des erzbischöflichen Ornats, feierliche kirchliche Amtstracht - umhing.

Wie seine Brüder Dedo und Friedrich stand er bei dem Kaiser Heinrich III. in hohem Ansehen, er begleitete denselben auf mehreren Reisen und Feldzügen und war ein treuer Rathgeber desselben bei vielen Angelegenheiten des Reichs.

Als Benedikt IX. im Jahre 1044 starb, hatte Kaiser Heinrich III., welcher ohnedies während seiner Regierung vier deutsche Päpste aus eigener Machtvollkommenheit zu Rom einsetzte, was kein anderer Kaiser vor und nach ihm gethan, den Willen,

ihn zum Papst zu erheben, welche gefährliche Würde Adalbert aber klüglicher Weise nicht annahm, wohl wissend, daß besonders Deutsche, die zu dieser Würde gelangt waren, mit dem Nationalhaß der Italiener und vielen andern Unannehmlichkeiten und Gefahren zu kämpfen hatten; so waren auch zwei von den durch Heinrich III. eingesetzten deutschen Päpsten, Klemens II. (1046) und Damasius II. (1048) nach kurzer Regierung zu Rom vergiftet worden.

Adalbert hatte eine für sein Zeitalter ungewöhnliche Bildung, ausgebreitete Kenntnisse in Staats- und Kirchensachen, große Urtheilsfähigkeit und Beredtsamkeit, wodurch er auch beim Kaiser Heinrich III. so unentbehrlich wurde; damit verband er Leibesschönheit, Milde, Keuschheit, Mäßigkeit und eine unermüdete Thätigkeit für die Ausbreitung des Christenthums unter Slaven und Normannen; Nothleidende fanden stets bei ihm sichere Hülfe und der Bedrängte eine Zuflucht, auch war er überall in seinem Sprengel - Amtsgebiet eines Bischofs, Pfarrers - bemühet, eine würdige Feier des Gottesdienstes einzuführen und aufrecht zu erhalten.

Er wäre demnach ein vollkommner Mann und Bischof gewesen, hätten nicht einige Leidenschaften, die er leider mit vielen seiner geistigen Mitbrüder gemein hatte, sein Leben und seinen Ruhm verdunkelt; dies waren der Ergeiz und die Eitelkeit

und das daraus entspringende Streben, die Macht und das Ansehen der Geistlichkeit und des ihm anvertrauten Erzbisthums zu vergrößern; er hatte sogar den Plan, die Zahl der ihm unterworfenen Bisthümer bis auf 12 zu vermehren und sich zu einem Patriarchen - griech., Stammvater - der zum Theil bekehrten, zum Theil noch unbekehrten nordischen Länder zu erheben.

Mit Freuden ergriff er daher die Gelegenheit, als ihm Erzbischof Hanno von Köln die Mitregentschaft über das deutsche Reich während der Minderjährigkeit Hein-rich IV. antrug, da nichts der Ausführung seines Vorhabens so förderlich sein konnte.

Die Gunst des königlichen Knaben gewann er dadurch, daß er alle Wünsche desselben befriedigte und ihn zu einem zügellosen Jüngling aufwachsen ließ; die Schätze und Einkünfte der königlichen Abteien verwande er zu Geschenken und Bestechungen an die Fürsten, um deren Neid auf seine Macht zu beschwichtigen und schaltete mit dem Reichsgut schlimmer, als Erzbischof Hanno und andere je gethan hatten.

Um noch größeres Ansehen zu gewinnen, ließ er 1065 Heinrich IV. - im Alter von 15 Jahren - mündig erklären, wohl wissend, daß derselbe zu allem, was er thäte, seine Einwilligung nicht versagen würde.

Durch ein solches Verfahren entfremdete sich Adalbert immer mehr die großen des Reichs, welche sich verschworen und den jungen König nöthigten, den ihnen verhaßten Günstling zu entlassen; die Besitzungen des Erzbischofs wurden nun von allen Seiten überfallen, verheert, beraubt und so darin gehauset, daß er nicht so viel davon behielt, um standesgemäß leben zu können; eine geraume Zeit sahe er sich genöthigt, das zu seinem Unterhalte Erforderliche von den Klöstern seines Stiftes zu entnehmen.

Es gelang indeß nicht, Adalbert gänzlich der Gunst des jungen Kaisers zu berauben; auch entfernt vom kaiserlichen Hofe wußte er sich diese zu bewahren bis an seinen Tod, welcher am 16. März 1072 zu Goslar erfolgte, wo er in Reichsangelegenheiten gegenwärtig war.

Sein Leichnam wurde nach Bremen geführt, wo er mit großem Gepränge im neuen Chore - griech., (erhöhter) Kirchenraum mit (Haupt-) Altar - daselbst beigesetzt wurde.

Wie viel Gutes hätte ein Mann von solchen hervorragenden Eigenschaften, wie Adalbert, auf seinem Standpunkte und im vollen Besitze der Gunst eines mächtigen Kaisers wirken und wie vieles zur Wohlfahrt des deutschen Reichs beitragen können, hätte er seine Aufgabe recht begriffen; so gereichte aber sein Stolz, sein Ehrgeiz und seine Eitelkeit einem großen edlen Volke zum Verderben, bereitete einem jungen, lenksamen Fürsten, dem er verderbliche Grundsätze einflößte, unversöhnliche Feinde und beladen mit dem Hasse der Fürsten und begleitet von den Verwünschungen des Volks, stieg er in die Gruft.

Aber nicht allein sich selbst, sondern auch seinem Zögling hatte er ein trauriges Geschick bereitet; ein unaufhörlicher Kampf und 62 gelieferte Schlachten waren nicht vermögend gewesen, ihm Macht und Ansehen im Reiche zu erkämpfen; der Haß rachsüchtiger Pfaffen schuf ihm immer wieder neu Gegner, wiegelte seine eigenen Söhne gegen ihn auf und verfolgte ihn über das Grab hinaus, so daß sein Leichnam nach seinem Tode 5 Jahre lang unbestattet stehen bleiben mußte, weil der Bann, welchen der Papst Paschalis II. gegen ihn gesprochen, noch nicht gelöset war.

So war von der Familie des Pfalzgrafen Friedrich I. niemand übrig, um den Familienstamm fortzuführen, als Friedrich III., Friedrich II. Sohn. Dieser hatte nach dem Tode seines Oheims Dedo seinen Wohnsitz auf Zscheiplitz oder Weißenburg.

In demselben Jahre, als Bischof Eppo von Naumburg-Zeitz, ein ergebener Anhänger Heinrich IV., unweit Würzburg beim Durchreiten in der Pleichach, wo sein Pferd stürzte, ertrank (1078), vermählte sich Pfalzgraf Friedrich III. mit der schönen Adelheid, der Tochter des Grafen Udo von Stade.

Um diese Zeit hausete auf der Burg zu Nebra, welche hoch auf dem Hange des Berges am rechten Ufer der Unstrut sich erhob und trotzig über das herrliche Unstrutthal hinschauete, ein tapferer Graf, Namens Mezzelin, welcher durch Biederkeit und ritterlichen Sinn bei allen Grafen und Rittern der Gegend in hoher Achtung stand und in Banketten, Ritterspielen und andern Lustbarkeiten ein Muster seiner Zeitgenossen war.

Dieser veranstaltete zur Feier seines Namenstages 1080 zu Nebra ein großes Banket, zu welchem die Edeln von Querfurt, die Grafen von Beichlingen und Bucha nebst vielen Rittern und Herren eingeladen waren.

Zugleich befanden sich unter den geladenen Gästen Pfalzgraf Friedrich III. nebst seiner jungen Gemahlin Adelheid und Graf Ludwig II. von Thüringen, welcher mehrere Jahre vorher auf der Höhe über der Stadt Freyburg an der Unstrut ein stattliches und festes Schloß, die Neuenburg genannt, erbauet und solches nächst der Wartburg zu seinem Lieblingsaufenthalte erkohren hatte.

Im hellerleuchteten, hochgewölbten Rittersaale begann am Abende des Festes beim Schalle schmetternder Fanfaren und Schalmeien der Rittertanz.

Aufgefordert zum Tanze von dem männlich-schönen, in der vollen Kraft seiner Mannesjahre stehenden Graf Ludwig, sahe man bald die reizende Pfalzgräfin Adelheid in die Reihen der frohen Tänzer sich mischen und den Schlingungen des Tanzes folgen.

Mit eifersüchtigem Auge mocht wohl der Pfalzgraf dem tanzenden Paare folgen und die liebeglühenden Blikke bemerken, mit welchen es sich begegnete, doch schwerlich ahnte er das schreckliche Loos, welches für ihn aus diesem Begegnis hervorging und daß der Besuch dieses Festes für ihn und seine Familie so verhängnisvoll werden sollte.

Adalheid selbst mochte wohl schon während des Festes Vergleiche zwischen ihrem Gemahle und dem stattlichen, ritterlichen Grafen Ludwig angestellt haben, welche nicht zum Vortheile des erstern ausgefallen waren; Ludwig, gleich den meisten seiner Vorfahren und Nachkommen, war hoch gewachsen, von großer Kraft, schön von Ansehen, dabei unerschrokken, tapfer und muthig im Streit, und sanft und hold gegen die Frauen, während Friedrich III., obgleich jünger an Jahren, minder schön und kräftig gestaltet war, dabei suchte ihn oft Krankheit heim, machte ihn mürrisch und unfreundlich, und verursachte nicht selten, daß er seiner nächsten Umgebung, seine schöne Gemahlin nicht ausgenommen, einen bittern Unmuth zeigte; besonders nach dem für ihn wenig erfreulichen Banket zu Nebra, legte er diesen gegen seine Gemahlin nicht selten an den Tag und begegnete ihr oft mit Härte.

Dadurch schadete er sich aber immer mehr und machte seine Gemahlin immer abgeneigter, in deren Herzen die Glut verbotener Liebe um so heftiger emporloderte, je härter und unliebenswürdiger sich ihr Gemahl zeigte.

Nicht minder war Graf Ludwig von Adelheids Reizen umstrickt worden und die böse Leidenschaft ließ ihn eben so wenig, wie der Pfalzgräfin, Ruhe noch Rast.

Durch die unfreundliche Behandlungsweise, welche Friedrich III. der Letzteren, nachdem sie auf die Weißenburg zurückgekehrt waren, zu Theil werden ließ, wurde das Pflichtgefühl der Gattin gegen den Ehegatten vollens ertödtet, und sie mochte auf Mittel sinnen, ihrer verbotenen Liebe zu pflegen, wozu indeß wenig Aussicht vorhanden war, da mit düstern Argwohn ihr Gemahl alle ihre Schritte beobachtete und die Dienerschaft der Familie ihres Eheherrn treu ergeben war, - vielleicht mochte schon damals in ihr der böse Gedanke aufkeimen, auf irgend eine Weise von denselben befreiet zu sein.

Wie leicht zu denken ist, war Ludwigs Aufenthalt jetzt fast immer auf der Neuenburg, wo er aus den Fenstern derselben hinüberschauen konnte nach den Fenstern von Zscheiplitz, wo die hausete, gegen welche er in verbotener Liebe erglühete; oft mochte er, der rüstige Weidmann, den Jagdspies ergriffen und die die pfalzgräfliche Burg umgebende Waldung durchstreifet haben, um Kunde von seinem Lieb zu erhalten.

Ob nun auf diese Weise irgend eine Verabredung zwischen Ludwig und Adelheid zum Verderben Friedrich III. Statt gefunden hat, ist unbekannt, doch ist zu vermuthen, daß trotz des wachsamen Argwohns des Letztern es der Gräfin Adelheid gelang, dem Grafen Ludwig Kunde zu geben; auch ist die Möglichkeit nicht wegzuleugnen, daß beide mit einander die Verabredung trafen, den Pfalzgrafen aus dem Wege zu räumen, damit ihrer ehelichen Verbindung kein Hindernis im Wege stände.

Liefert doch selbst die neuere Geschichte Beispiele genug, wo Gatten- oder Gattinnenmorde, verursacht durch die Macht verbotener sinnlicher Liebe, Statt gefunden haben.

Große Flächen Waldes dehnten sich damals um Freyburg und Zscheiplitz oder Weißenburg aus und erstreckten sich weithin im Thale der Unstrut,

wovon man jetzt nur noch geringe Überreste erblickt; Hirsch und Eber, Wolf und Luchs, sowie das zierliche Reh und der schlau Fuchs, hauseten in den Dikkichten und boten dem kühnen Jäger genugsame Beute, wenn er speerbewaffnet, oder mit Armbrust und Bolzen, der Spur des Wildes folgte.

Hier pflegte auch Ludwig des Waidwerks und streifte, wohl absichtlich, um den Pfalzgrafen zu reizen, in das Jagdgebiet desselben, welches hart an die Besitzung Ludwigs grenzte.

Bald genug erfuhr der Pfalzgraf durch seine Forstaufseher die widerrechtliche Handlungsweise Ludwigs, und dies vermehrte nicht wenig den Haß und Groll gegen den unberufenen Jäger in zwei Gehegen.

Adelheid, in der Verstellungskunst Meister, scheint den Unwillen ihres Gemahls über die Anmaßung des Grafen zu Thüringen scheinbar getheilt zu haben, indem sie den Haß gegen den Letztern auf alle Weise zu steigern suchte; ob ihr Eheherr Vertrauen geschenkt habe, ist nicht bekannt, doch gelang ihr nur zu gut ihr Vorhaben, den Pfalzgrafen gegen Ludwig vollständig in den Harnisch zu bringen.

In der Absicht, seine Gesundheit zu stärken und seinen Körper zu kräftigen, hatte sich Friedrich durch seine Diener eines Tages ein Bad bereiten lassen; noch im Bade sitzend, tritt die listige Adelheid in das Gemach und spricht zu ihm mit verstelltem Unwillen: „Ist es männlich von Dir, daß Du hier im Bade sitzest, während Graf Ludwig, Dein gutes Recht verhöhnend und Deines Zornes spottend, ärger denn zuvor in Deinen Forsten das Wild auftreibt und in Deinem Waidrevier hauset, als wäre es sein eigenes? Geh´, willst Du ein Mann sein und lässest ungeahndet solches geschehen? “ –

Diese voll Hohn gesprochenen Worte hatten die gewünschte Wirkung; der Pfalzgraf, in dem heftigen Zorne, in welchen er gerathen war, die ihm gelegte Falle nicht merkend, sprang schnell aus dem Gefäße, in welchem er sich gebadet hatte, um in den Forst zu eilen.

Der Spott seines Weibes hatte ihn so in den Harnisch gebracht, daß er in der Eile, den Frevler zu züchtigen, nur nothdürftig bekleidet, sich ohne Panzer und sonstige Rüstung auf ein Roß warf, das ihm ein Diener zugeführt hatte, und der Gegend

zusprengte, wo man, der Nachricht zufolge, den Grafen Ludwig als unberufenen Waidmann auf fremdem Gebiete erblickt haben wollte.

Mehrere Diener und Jagdhunde waren dem dahinjagenden Pfalzgrafen gefolgt, doch blieben Erstere bald hinter ihm zurück, da sein Roß, welches er mit aller Macht anspornte, weit ausgriff und in Schnelligkeit den Wind zu überbieten schien, welcher rauschend durch die Zweige der alten Eichen fuhr und das über dem Thale schwebende graue Gewölk über die Höhen dahin fegte.

Nicht das Brausen des Windes, nicht das unheimliche, knarrende Getön der von den heftigen Stößen des Windes bewegten Eichen, welches ihn gleichsam wie ein Sterbegesang begleitete, hatten den Pfalzgrafen in seiner rasenden Eile aufzuhalten vermocht, unaufhaltsam war er seinem Geschicke entgegengeeilt, während sein Gefolge rathlos zurückgeblieben war und nicht wußte, in welchem Theile des Dikkichts es seinen Herrn suchen und finden sollte. –

Kurz vorher, ehe dies geschahe, so erzählt die Sage, befanden sich mehrere Mägde von Zscheiplitz im Walde, um Gras zur Fütterung des Viehes zu sammeln.

Beim Hin- und Herlaufen, die besten Stellen, wo Gras zu mähen sei, ausfindig zu machen, kam eine derselben von den übrigen ab; eben wollte sie nach ihren Gefährtinnen rufen, als sie Hufschlag vernahm.

Kaum hatte sie Zeit, vor den herannahenden Reitern sich hinter dichteres Gebüsch zu verbergen, als sie in ihnen den Grafen Ludwig nebst einigen seiner Leute erkannte, welche ein Gespräch mit einander führten, dessen Inhalt sie mit Schrekken und Entsetzen erfüllte und nichts Geringeres zum Gegenstande hatte, als die Ermordung des Pfalzgrafen, wenn er ihnen im Walde aufstieße.

Kaum hatten sich die Vorüberrreitenden weit genug entfernt, daß die Magd unbemerkt entschlüpfen konnte, so nahm sie ihre Grasbürde auf die Schultern und eilte schnellen Schrittes der Burg zu, um Unglück zu verhüten und den Pfalzgrafen zu warnen.

Ungeachtet sie ihre Schritte beflügelte, hatte sie noch nicht das Thor der Burg erreicht, als sie schon ihren Herrn heraussprengen und dem Walde zujagen sahe.

Da warf sie ihre Bürde hin und lief aus Leibeskräften dem dahinjagenden nach, um durch Rufen und Winken ihn zu warnen und vor dem ihm drohenden Verderben zu bewahren.

Die Angst beflügelte ihren Lauf; sie glaubte dennoch ihren Zweck zu erreichen, durch Schreien und Rufen den Pfalzgrafen zu veranlassen, in seiner wilden Jagd inne zu halten; doch vergeblich.

Da kam sie an eine Stelle im Walde, wo sich jetzt eine große Ackergebreite befindet, ehe sie die sogenannten Nieder-Reißen, jetzt theils noch bewaldet, theils mit Weinbergen bedeckt, erreichte; hier stürzte sie, erschöpft durch das gewaltige Laufen und Rufen, zu Boden, das Blut entströmte ihrem Munde und fern von menschlicher Hülfe gab sie ihren Geist auf.

So fand man sie später und trug sie, die in der Treue gegen ihren Herrn ihr Leben geopfert, in die Burg.

Zum Andenken an diese treue Magd sollen später zwei Denksteine errichtet worden sein: einer zwischen dem Schafstalle und Dorfkeller bei Zscheiplitz, welcher noch 1799[*] vorhanden gewesen sein soll, und einer auf der Stelle, wo sie sterbend niedersank.

Indeß war der Pfalzgraf Friedrich den Augen seiner Diener im Dikkicht gänzlich entschwunden; selbst den Hufschlag des Rosses zu vernehmen war ihnen vor dem Gebrause des Windes nicht möglich; so hatten sie ganz die Richtung verloren, wodurch es ihnen möglich gewesen wäre, ihren Herrn aufzufinden.

Während sie nun suchend und rufend im Walde sich zerstreueten, nicht ohne große Besorgniß, es könne ihrem Herrn ein Unglück widerfahren sein, erblickten sie plötzlich das ledige Roß desselben, wie es zwischen dem Gebüsch weidete; als sie dasselbe näher betrachteten, sahen sie es zu ihrem nicht geringen Entsetzen mit Blut bespritzt.

Ein entsetzliches Unglück ahnend, wurde nun der Wald nach allen Richtungen durchsucht, so fand man zuletzt den Leichnam des unglücklichen Pfalzgrafen

Friedrich III., entstellt von klaffenden Todeswunden, in seinem Blute schwimmend, an einer abgelegenen Stelle des Waldes. Von Weißenburg oder Zscheiplitz brachte man die sterblichen Überreste des unglücklichen, gemordeten Pfalzgrafen nach dem Kloster Goseck, wo sie von dem Bischof Wernher von Merseburg und dem Abte Friedrich von Goseck, dem schon erwähnten natürlichen Sohne des Pfalzgrafen Dedo, mit tiefer Trauer der Gruft übergeben wurden.

Der Geschichte ist es bis jetzt noch nicht gelungen, den Schleier zu lüften, welcher die Ermordung Friedrich III. umhüllt; doch kann wohl soviel mit ziemlicher Gewißheit angenommen werden, daß Graf Ludwig zu Thüringen seine Hand dabei im Spiele hatte; war er nicht selbst der Vollbringer, so war er auf jeden Fall der Anstifter dieser Mordthat.

Der Chronik des gosecker Abts Nenther zufolge vollbrachten dieselbe drei Ministerialen oder Dienstadelige Ludwigs, die Gebrüder Theodor und Ulrich von Dedenleibe (Tottleben - bei Erfurt) und Reinhard von Rinested auf das Geheiß des Grafen Ludwig, und Adelheid war auf jeden Fall mit ihnen im Bunde.

Sie lauerten an jenem verhängnisvollen Tage im Dikkicht verborgen, überfielen den Pfalzgrafen, als sie ihn allein sahen, plötzlich und unverwarnt, durchstachen ihn mit ihren Speeren und entflohen nach vollbrachter Blutthat schnell und entwischten so den Händen der ihren Herrn suchenden Diener.

Nicht mit Unrecht hegten die Verwandten des Ermordeten großen Verdacht gegen den Grafen Ludwig und verklagten ihn deshalb bei dem Kaiser Heinrich IV.

Doch die damaligen Unruhen und die Verwirrung, hervorgerufen durch den Aufstand gegen den Kaiser, zu dessen Gegnern sowohl Ludwig als die Pfalzgrafen gehörten, verhinderten es, den wahren Schuldigen zu entdekken und zur gebührenden Strafe zu ziehen, auch mochte es weder in des Kaisers Willen noch Macht liegen, dies zu thun, obgleich die Sage Folgendes erzählt: Nach der Ermordung des Pfalzgrafen ließ der Kaiser den Grafen Ludwig als Mörder und Ehebrecher in die Reichsacht erklären, und als derselbe erstmals von Sangerhausen nach Magdeburg ritt, unterwegs überfallen, gefangen nehmen und auf das Felsenschloß Gibichenstein - Giebichenstein - unterhalb Halle in sichern Gewahrsam bringen.

Diese Burg wurde auch Wikanstone, Gevekanstein, Givikonstein, Gibukanstein genannt.

In einem festen Gemache, einer sogenannten Kemnade oder Steinstube, befand er sich, zwar ungefesselt, doch unter der strengen Obhut von sechs Wächtern, welche Tag und Nacht ihn nicht aus den Augen ließen.

Zwei Jahre waren schon vergangen, noch immer saß der Gefangene hoffnungslos, daß der Zorn des Kaisers sich wenden und er seine Freiheit wieder erlangen werde; da gelobte er, wenn er seine Freiheit wieder erhielte, in seiner Stadt Sangerhausen dem S. Ulrich zu Ehren eine Kirche zu bauen.

Als schon Verzweiflung sich seiner bemächtigen wollte, gelang es der Gräfin Adelheid, welche nach verflossener Trauerzeit seine Gemahlin geworden war, von Sangerhausen durch einen treuerprobten Diener ihm Kunde zu ertheilen, daß man Alles zu seiner Befreiung vorbereitet habe.

Da Graf Ludwig sich stellte, vom Fieber geplagt zu werden, so erregte er keinen Verdacht, als ihm seine Getreuen einen großen, weiten Mantel, vergeblich um sich dadurch zu erwärmen, wenn das Fieber käme, als Mittel zu seiner Befreiung zustellten.

In diesen Mantel hüllte sich nun Graf Ludwig täglich, wenn er von den vermeinten Fieberschauern geplagt wurde und lief dabei, wie es die mit dem kalten Fieber Behafteten oft zu thun pflegen, rasch in dem Gemache herum, wodurch er seine Wächter so in Sicherheit einwiegte, daß sie auf sein Thun fast gar nicht mehr achteten und die Langeweile mit Brettspiel zu verscheuchen suchten.

Bei diesen Wanderungen durch das Gemach blieb Ludwig oft an dem einzigen gewölbten Fenster, welches spärlich das Tageslicht in das Gemach hereinließ, stehen und schauete mit spähenden Blicken auf die damals hart am Felsen, auf welchen der Gibichenstein gegründet ist, vorbeifließende Saale, auf das gegenüberliegende wendische[*] Fischerdorf Kröllwitz, auf die Döhlauer Heide, deren riesige Kiefern den fernen Horizont begrenzten, des Zeichen harrend, durch welches ihm Kunde werden sollte, daß seine Getreuen seiner harreten und daß alle Vorbereitungen zur Flucht getroffen wären.

[...]


* Wo dieses Runuberg genau lag, ist nicht bekannt. Die Quellen liegen dabei recht weit

* Solche Namensendungen sind z. B. ... itz, ... itzsch o. ä. (Beuditz, Lobitzsch ...) bzw. ... au (Eulau, Dobichau ...).

** hier wurde das Wort Normannen (Nordmannen) für die germanische Bevölkerung Skan- dinaviens verwendet, speziell für die nordmännischen „Wikingar“ - Krieger

*** siehe auch: K. A. G. Sturm „Die Dänenburg. Sage von der Entstehung Naumburgs“

* Osterland (lat. Marchia orientalis) ursprünglicher Name der alten nordthüringischen Mark im Gebiet von Saale, Unstrut, Elster und Mulde

** schon seit über 100 Jahren in Bad Dürrenberg eingegliedert. Sturm beschreibt Schlacht und Schlachtfeld in seinen Chroniken der Stadt Weißenfels äußerst konkret, obwohl nach anderen Quellen auch Ritteburg - Ort an der Mündung der Helme in die Unstrut - als Ort der Auseinandersetzung genannt wird.

*** Sieg des Kaiser Otto I. auf dem Lechfeld im Südosten der Stadt

* Meißen, damals Bezeichnung der Markgrafschaft, die durch Teilung der Sorbenmark an der Mittelelbe entstand.

* frühere Gastwirtschaft bei Pettstädt

** andere Meinung bei Chr. Wilh. Harnisch „Das Preußische Sachsenland“,

* Polack „Die Landgrafen von Thüringen“, Gotha 1865, und auch andere, nennen ihn Dedi und benutzen eine abweichende „Numerierung“ der Gosecker Grafen.

** Goseck gehörte zu diesem Hassegau - Hassago - , dessen Verwaltungszentrum Merseburg war.

* Nebenfluss der Donau in Österreich

* Das Kloster des heil. Georg befand sich dort, wo heute das Oberlandesgericht steht. Sturm verwendet S. statt St. als Abkürzung für Sankt, heilig.

* Hufe, Hube, althochdeutsch huoba, ursprünglich ein eingezäuntes Stück Ackerland, von dem sich eine Bauernfamilie ernähren konnte; gewöhnlich 30 Morgen bzw. 7,5 ha.

** Maß, Hohlmaß von unterschiedlicher Größe für Getränke- und Getreidemengen, z. B. in Bayern ca. 1,7 Liter als Biermaß

* Spira - Dorf bei Nordhausen

* Es ist davon auszugehen, dass er in Goseck bestattet wurde, siehe auch S. 65.

* In der „ Geschichte und Beschreibung Gosecks...“, 1844, schreibt Sturm an dieser Stelle die Jahreszahl 1759. Den sogenannten „Magdstein“ findet man heute nicht weit vom Sühnekreuz der Bluttat.

* Wenden, Zweig der westslavischen Völkergruppe andere Interpretation Sturms in: „ Chronik der Stadt Weißenfels“, 1846

Ende der Leseprobe aus 172 Seiten

Details

Titel
Geschichte und Beschreibung der ehemaligen Grafschaft und Benediktinerabtei Goseck
Untertitel
Bearbeitung der Ausgabe von 1861 (durch eine Biografie des Verfassers Karl August Gottlieb Sturm ergänzt)
Autor
Jahr
2012
Seiten
172
Katalognummer
V199989
ISBN (eBook)
9783656272786
ISBN (Buch)
9783656272953
Dateigröße
3180 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Karl August Gottlieb Sturm ist mein Ururgroßvater. Er ist der Großvater mütterlicherseits des Vaters meiner Mutter. Die vorliegende Schrift ist nahezu eine Kopie der Originalausgabe von 1861, Orthographie und Interpunktion sind kaum verändert, lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Anmerkungen Sturms sind unmittelbar fortlaufend integriert. Bemerkungen meinerseits erscheinen als Fußnoten bzw. sind bei bloßen Erläuterungen bzw. Übersetzungen in den Text eingefügt. Die Biografie in Anhang hat meine Tochter Sophia während ihrer Schulzeit zusammen gestellt.
Schlagworte
Bonzig, Goseck, sächsische Pfalzgrafen, Karl August Gottlieb Sturm, Kloster Goseck
Arbeit zitieren
Dr. rer. nat. Reinhard Scheunpflug (Autor), 2012, Geschichte und Beschreibung der ehemaligen Grafschaft und Benediktinerabtei Goseck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199989

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