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"LTI" und die "Mythen des Alltags". Ein Vergleich der Mythologien von Victor Klemperer und Roland Barthes

Título: "LTI" und die "Mythen des Alltags". Ein Vergleich der Mythologien von Victor Klemperer und Roland Barthes

Trabajo Escrito , 2012 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Erik Pester (Autor)

Filología alemana - Semiología, pragmática, semántica
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Ziel dieser Arbeit ist es, zwei sprachwissenschaftliche Arbeiten aufeinander zu beziehen, für die schon bei einer rein formalen Betrachtung eine Reihe von Parallelen und Gemeinsamkeiten festgestellt werden können. Sie wurden beide in der unmittelbaren Nachkriegszeit veröffentlicht: Victor Klemperers „LTI. Notizbuch eines Philologen“ (im Folgenden nur: „LTI“) erschien 1947, die Einzelanalysen Roland Barthes´ in der späteren Zusammenstellung „Mythen des Alltags“ in den Jahren von 1952 bis 1956. Die Gesamtausgabe von 1956 enthält zudem einen zusätzlichen Abschnitt mit theoretischen Betrachtungen (Neumann 2009, S. 98).
Da beide gewissermaßen hinter die Kulisse der Sprache oder des Zeichens im allgemeinen blicken wollen , erscheint es reizvoll, mögliche tieferliegende Gemeinsamkeiten beider Werke freizulegen. Erschöpfend und unter allen Perspektiven kann dies im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden. Daher soll hier in einfacher Operatonalisierung Klemperers Vorgehen gewissermaßen durch die Brille Barthes´ betrachtet werden.

Nach einer kurzen, dem Fokus der Arbeit angemessenen Darstellung der Mythenkonzeption Roland Barthes´, wird das Vorgehen Klemperers erläutert, bereits mit Blick auf die zuvor aufgeführten theoretischen Konstrukte. Einige aussagekräftige Beispiele werden nachfolgend zur Überprüfung der Hypothese herangezogen, Klemperers Untersuchung der Sprache im Dritten Reich sei eine mythologische Analyse, wie Roland Barthes sie in „Mythen des Alltags“ zu formulieren versucht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Roland Barthes´ Mythenkonzeption nach „Mythen des Alltags“

2.1. Der Mythos als Rede – der Mythos als semiologisches System

2.2. Mythenrezeption nach Roland Barthes

3. Analyse

3.1. Einleitende Vorbemerkungen zu „LTI“

3.2. Auswahl der Beispiele

3.3. Analyse: Von Klemperer zu Barthes

3.4. Victor Klemperer als Mythologe nach Roland Barthes?

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob sich die Mythenkonzeption von Roland Barthes aus "Mythen des Alltags" auf die Sprachanalysen von Victor Klemperer in "LTI. Notizbuch eines Philologen" anwenden lässt, um Klemperers Vorgehen als eine Form der Mythenkritik zu verorten.

  • Vergleich der Mythenbegriffe von Roland Barthes und Victor Klemperer
  • Analyse semiologischer Strukturen in der "Sprache des Dritten Reiches"
  • Untersuchung von Begriffen wie "Europa" und "Gefolgschaft" als Mythen
  • Klassifizierung Klemperers als Mythologen im Sinne Barthes'
  • Reflexion über die Möglichkeiten der Metasprache in der Sprachkritik

Auszug aus dem Buch

3.3. Analyse: Von Klemperer zu Barthes

Begonnen werden soll die Analyse mit einem nicht ganz unproblematischen Beispiel. Nicht unproblematisch, weil es sich um einen auch in der Wahrnehmung Klemperers bereits mythisierten Begriff handelt, nämlich um Europa. Bei dem Versuch, dieses schillernde Wort zu definieren, kommt Klemperer unter Verweis auf einen Text Paul Valerys sehr schnell auf den Gedanken, dass es sich bei Europa im allgemeinen weniger um einen geografischen Raum, als viel mehr um eine Idee handelt (ebd., S. 204 f.). Im Nationalsozialismus sei dieses Wort zunächst ebenfalls in Form einer Idee gebraucht worden, allerdings mit leicht verändertem Sinn („sie wurde ‚aufgenordet’“) und nur sehr selten. Eine entscheidende Veränderung in der Bedeutung erfuhr laut Klemperer der Begriff seit dem Russlandfeldzug 1941. Hier beginne sich die Bedeutung auf den Raum, zu verlagern, das „Pfeilerwort Europa ist vollkommen räumlich und materiell zu nehmen“ (ebd., S. 209). Auf den ersten Blick stellt diese Beispiel eher eine Umkehrung der Barthes´schen Mythologie dar: im Nationalsozialismus verliert ein vormals mythisch aufgeladenen Begriff seinen mythischen Gehalt und bezieht sich wieder auf die Materie selbst. Diese Vermutung resultiert jedoch aus einer semantischen, und nicht semiologischen Perspektive. Eine Überprüfung dieser Annahme erfordert es, letztere Sichtweise einzunehmen.

Hier kann daher argumentiert werden, Europa als Raum stelle das Zeichen, also die Form bereit, um mit Barthes zu sprechen. Worin Begriff und Bedeutung, also der eigentliche Mythos bestehen könnten, wird deutlich, wenn Klemperer auf den Anlass für den Bedeutungswandel hinweist. Europa sei durch einen „Ansturm der Steppe“ (ebd., S. 208) bedroht, „lexikalisch und begrifflich entscheidend für die LTI ist die ‚Festung Europa’“ (ebd., S. 209). Der Begriff könnte also auf die Verletzlichkeit, das Schutzbedürfnis, aber auch auf eine klare Unterscheidung von der äußeren Welt hinweisen, die Bedeutung mit der umständlichen Bezeichnung der „verbalen Fortifizierung“ versehen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, Klemperers "LTI" und Barthes' "Mythen des Alltags" durch einen Vergleich ihrer ideologiekritischen Ansätze sprachwissenschaftlich aufeinander zu beziehen.

2. Roland Barthes´ Mythenkonzeption nach „Mythen des Alltags“: Das Kapitel erläutert die semiologische Theorie Barthes', insbesondere das Modell der Metasprache und die Umwandlung von Geschichte in Natur durch Mythen.

3. Analyse: In diesem Hauptteil wird Klemperers "LTI" anhand konkreter Beispiele wie "Europa" und "Gefolgschaft" auf seine Übereinstimmung mit Barthes' Mythologie hin geprüft.

4. Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst, wobei festgestellt wird, dass Klemperer als Mythologe im Sinne Barthes' gelten kann, obgleich seine methodische Herangehensweise uneinheitlich bleibt.

Schlüsselwörter

LTI, Mythen des Alltags, Roland Barthes, Victor Klemperer, Sprachkritik, Ideologiekritik, Semiotik, Mythos, Gefolgschaft, Europa, Nationalsozialismus, Metasprache, Naturalisierung, Entpolitisierung, Sprachwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Schnittstellen zwischen Roland Barthes' Mythenanalyse und Victor Klemperers sprachwissenschaftlicher Untersuchung der Sprache des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die semiologische Mythentheorie, Sprachkritik unter dem Nationalsozialismus sowie die Untersuchung von Bedeutungswandel und ideologischer Aufladung von Begriffen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Klemperers "LTI" durch die "Brille" von Barthes zu betrachten, um zu klären, ob Klemperers Arbeit als eine Form der Mythenanalyse klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der Klemperers Beobachtungen am Material mit dem von Barthes entwickelten semiologischen Schema der Mythenkonzeption abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Beispiele wie die Begriffe "Europa" und "Gefolgschaft" und prüft, inwieweit diese nach Barthes' Kriterien als Mythen strukturiert sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind LTI, Mythen, Sprachkritik, Semiotik, Ideologie, Metasprache und Nationalsozialismus.

Warum wird das Wort "Europa" als Beispiel gewählt?

Es dient als Beispiel für eine ideologische Umdeutung eines Begriffs von einer Idee hin zu einem "materiell-räumlichen" Verteidigungskonstrukt während des Nationalsozialismus.

Kann Klemperer nach Barthes als "Mythologe" bezeichnet werden?

Ja, laut der Analyse erfüllt Klemperer die Kriterien eines Mythologen, da er metasprachlich arbeitet und die ideologischen Deformationen der Sprache als solche offenlegt.

Welche Rolle spielt der Begriff "Gefolgschaft" in der Analyse?

Er fungiert als Paradebeispiel für die "Kostümierung" von Arbeitsbeziehungen, die durch den Mythos in einen traditionalistisch-ritterlichen Kontext überführt werden.

Was bedeutet die "dritte semiologische Kette" in diesem Zusammenhang?

Es beschreibt die Stufe, auf der der Mythologe den Mythos selbst zum Gegenstand eines weiteren, künstlichen Mythos macht, um ihn zu dekonstruieren, ohne dem Prozess zu verfallen.

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Detalles

Título
"LTI" und die "Mythen des Alltags". Ein Vergleich der Mythologien von Victor Klemperer und Roland Barthes
Universidad
University of Hamburg
Calificación
1,0
Autor
Erik Pester (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
17
No. de catálogo
V200002
ISBN (Ebook)
9783656262800
ISBN (Libro)
9783656263227
Idioma
Alemán
Etiqueta
Barthes Klemperer LTI Mythologie Mythen Mythos Nationalsozialismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Erik Pester (Autor), 2012, "LTI" und die "Mythen des Alltags". Ein Vergleich der Mythologien von Victor Klemperer und Roland Barthes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200002
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