1. Umwelt und Verkehr
Mobilität und Umweltschutz in Einklang zu bringen ist, sowohl für politische Entscheidungsträger als auch für die Gesellschaft, eine der großen Herausforderungen dieses Jahrhunderts.
Dem Verkehrssektor fällt dabei eine doppelte Bedeutung zu. Er muss einerseits zum wirtschaftlichen Fortschritt beitragen und andererseits die durch den Verkehr entstehenden Umweltschäden reduzieren.
In den letzten Jahrzehnten hat der Verkehr, insbesondere der Straßengüterverkehr, stark zugenommen. Gleichzeitig entwickelte sich in den industrialisierten Ländern, vor allem auch in Deutschland, ein zunehmendes Umweltbewusstsein, das aus der am Ende des 20. Jahrhunderts sichtbar gewordenen Verschwendung natürlicher Ressourcen und der damit verbundenen Umweltschäden resultierte. Somit verschärfte sich auch die Diskussion um die sogenannten externen Kosten des Verkehrs. Dies sind Kosten für Schäden, die durch den Verkehr verursacht werden und nicht vom Verursacher, sondern von der Volkswirtschaft getragen werden.
Im Folgenden soll nach einer kurzen Darstellung externer Effekte des Verkehrs, die Problematik ihrer Bewertung und Monetarisierung aufgezeigt werden. Anschließend sollen unterschiedliche theoretische Internalisierungsverfahren hinsichtlich ihrer Praktikabilität untersucht werden, bevor schließlich mögliche Vermeidungsansätze externer Kosten in einer Sammelladungsspedition ausführlich diskutiert werden.
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Gliederung
1. Umwelt und Verkehr
2. Begriff der externen Kosten
3. Externe Kosten des Verkehrs
3.1. Externe Kosten der Verkehrsinfrastruktur
3.2. Externe Kosten des Verkehrsmittelbetriebs
4. Bewertung externer Kosten des Verkehrs
4.1. Ermittlung der Mengengerüste
4.2. Quantifizierung von Schadstoffemissionen
4.3. Bewertungsmöglichkeiten
4.4. Monetarisierte externe Kosten
5. Internalisierung externer Kosten
5.1. Internalisierungsverfahren
5.2. Zielsetzungen von Staat und Europäischer Union
6. Mögliche Vermeidungsansätze externer Kosten in einer Sammelladungsspedition
6.1. Verkehrsvermeidung /Tourenoptimierung
6.2. Verkehrsverlagerung /Kombinierter Ladungsverkehr
6.3. Umweltverträglichere Verkehrstechniken
6.4. Praktische Umsetzung: Umweltmanagementsystem und Zertifizierung
7. Fazit und persönliche Stellungnahme
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Abschlussarbeit untersucht die Problematik der externen Kosten im Verkehrssektor, insbesondere mit Fokus auf Sammelladungsspeditionen, und evaluiert Methoden zur Monetarisierung dieser Kosten sowie Ansätze zu deren Internalisierung und Vermeidung in der Unternehmenspraxis.
- Grundlagen und Definition externer Kosten im Verkehr
- Methoden der monetären Bewertung externer Effekte
- Staatliche Internalisierungsverfahren und politische Zielsetzungen
- Vermeidungsstrategien für Speditionen (Tourenoptimierung, KLV)
- Implementierung von Umweltmanagementsystemen (ISO 14001/EMAS)
Auszug aus dem Buch
3.2. Externe Kosten des Verkehrsmittelbetriebs
Als externe Kosten des Verkehrsmittelbetriebs sind anzusehen:
● Verkehrsunfall- und -unfallfolgekosten
● Stauungskosten
● Schadstoffemissionen
● Klimaveränderungen
● Lärmemissionen
● Schäden durch Erschütterungen
Verkehrsunfall- und –unfallfolgekosten sind, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, nur dann als externe Kosten anzusehen, wenn die Kosten nicht bereits durch Versicherungsleistungen abgedeckt, also internalisiert sind. Durch die Nutzung der Verkehrssysteme kommt es zu Unfällen, die eine Vielzahl von Kosten verursachen, die generell nicht von Versicherungen abgedeckt sind. So z.B. die Kosten für Produktionsverlust, resultierend aus dem Verlust von Menschenleben.
Auch Stauungskosten werden häufig im Zusammenhang mit externen Kosten genannt. Sie setzen sich zusammen aus erhöhtem Zeitaufwand und zusätzlichen Fahrzeugbetriebskosten. Im Falle eines Staus erhöhen sich auch die Schadstoffemissionen bei Kraftfahrzeugen.
Die durch den Verkehr freigesetzten Schadstoffe führen nachweislich zu Beeinträchtigungen der Gesundheit von Menschen und Tieren sowie zu Schädigungen bei Pflanzen (Ernteausfälle). Einige Schadstoffe führen wegen ihrer korrosionsfördernden Eigenschaften auch zu Schäden an Gebäuden. Feinpartikel wie Ruß führen zu Verschmutzungen durch Ablagerungen. Ferner beeinträchtigen Schadstoffemissionen die Güte von Böden und Gewässern sowie das Nahklima.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Umwelt und Verkehr: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz in Einklang zu bringen, und führt in die Problematik externer Kosten ein.
2. Begriff der externen Kosten: Dieses Kapitel definiert externe Kosten als nicht vom Verursacher getragene Belastungen und grenzt sie von externen Nutzen ab.
3. Externe Kosten des Verkehrs: Es wird zwischen Infrastrukturkosten und betriebsbedingten externen Kosten unterschieden, wobei letztere aufgrund ihrer Beeinflussbarkeit als bedeutender eingestuft werden.
4. Bewertung externer Kosten des Verkehrs: Die Schwierigkeiten der Quantifizierung und Monetarisierung werden dargelegt und verschiedene methodische Ansätze (z.B. Schadkostenansatz) diskutiert.
5. Internalisierung externer Kosten: Verschiedene Verfahren wie die Pigou-Steuer oder das Coase-Theorem sowie staatliche Lenkungsinstrumente zur Korrektur von Marktfehlfunktionen werden erörtert.
6. Mögliche Vermeidungsansätze externer Kosten in einer Sammelladungsspedition: Hier werden praxisnahe Strategien wie Tourenoptimierung, kombinierter Verkehr und die Einführung von Umweltmanagementsystemen (EMAS) für Speditionen vorgestellt.
7. Fazit und persönliche Stellungnahme: Der Autor resümiert die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe zur Internalisierung, da eine rein unternehmerische Lösung aufgrund der Gewinnmaximierung nur begrenzt möglich ist.
Schlüsselwörter
Externe Kosten, Umweltmanagement, EMAS, Sammelladungsspedition, Internalisierung, Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung, Kombinierter Ladungsverkehr, Schadstoffemissionen, Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, Logistik, CO2-Bilanz, Lärmschutz, Marktfehler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökologischen Problematik des Verkehrs, konkret mit der Bewertung und Internalisierung externer Kosten durch den Straßengüterverkehr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Bewertung von Umweltschäden, staatliche Regulierungsinstrumente und praxisorientierte Vermeidungsstrategien für Logistikunternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie externe Kosten entstehen, wie sie bewertet werden und wie eine Sammelladungsspedition über gesetzliche Vorgaben hinaus zu deren Reduktion beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen und Studien zur Kostenstruktur im Verkehrswesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition und Monetarisierung externer Kosten, theoretische Ansätze zur Internalisierung und konkrete Maßnahmen wie das "Nabe-Speiche-System" oder ISO 14001/EMAS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören externe Kosten, Internalisierung, Verkehrsvermeidung, Umweltmanagement und Sammelladungsspedition.
Warum ist der Straßengüterverkehr besonders im Fokus der Arbeit?
Da der Straßengüterverkehr laut verschiedenen Studien den größten Anteil an externen Kosten verursacht, ist er das primäre Ziel für notwendige Optimierungen.
Welchen Stellenwert haben Umweltmanagementsysteme wie EMAS für Speditionen?
Sie dienen als strukturierte Werkzeuge zur Identifikation und Reduktion von Umweltbelastungen, bieten Marketingvorteile und tragen zur Effizienzsteigerung bei.
- Quote paper
- Thilo Weber (Author), 2003, Bewertung externer Kosten des Verkehrs sowie entsprechende Vermeidungsansätze in einer Sammelladungsspedition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20007