Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem 'Multi-Channel-Handel (MCH) als Verkaufsform der Zukunft' unter Berücksichtigung der Fragestellung, ob ein Unternehmen, in wenigen Jahren noch ohne MCS am Markt bestehen kann. Schwerpunktmäßig werden Besonderheiten, Schwierigkeiten und Herausforderungen einer Multi-Channel-Strategie von Factory Outlet Centern im Gegensatz zu einer Einzelhandelsunternehmung betrachtet. Dabei werden, unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken, Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung einer Multi-Channel-Strategie eines Multi-Channel-Outlets getroffen. Diese können ebenfalls auf Vertriebstypen und Handelsformen anderer Einzelhandelsunternehmen angewandt werden.
Der Einzelhandel befindet sich im Wandel. Neue Technologien sowie das Aufkommen des Internets haben in den vergangenen Jahren neue Vertriebswege und innovative Angebotsformen hervorgebracht. Von deren zunehmenden Verbreitung, sowie der kommerziellen Nutzung des Internets, sind heutzutage nahezu alle Unternehmen betroffen. Infolge eines Wandels der Internetznutzung und der ansteigenden Nutzung von mobilen Endgeräten verändert sich auch das Kaufverhalten der Kunden. Diese können in der heutigen Zeit immer und überall auf das Internet zugreifen und sich über Warenangebote informieren. Folglich gewinnt MCH für Unternehmen aus der Modeindustrie wesentlich an Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung: Multi-Channel – Der Handel der Zukunft
1.1 Zur Bedeutung des Multi-Channel-Vertriebs als Verkaufsform der Zukunft
1.2 Untersuchungsgegenstand | Ziele der Arbeit
1.3 Abgrenzung der Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit und methodische Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen zur Integration einer MCS
2.1 Erläuterung der begrifflichen Grundlagen
2.2 Grundlagen des Multi-Cannel-Handels in der Bekleidungsindustrie
2.2.1 Distributionspolitik
2.2.2 Kontaktprinzipien im Handel
2.2.3 Integrationsstufen einer MCS
2.2.4 Wege hin zu Multi-Channel
2.3 Gründe für eine Multi-Channel-Integration
2.3.1 Status quo der Branche: Aktuelle Kennzahlen und Entwicklungen aus der Bekleidungsindustrie
2.3.2 Entwicklung des Online-Bekleidungshandels
2.3.3 Verändertes Kundenverhalten und Erwartungshaltungen im digitalen Zeitalter
2.3.4 Gewachsene Fähigkeitsanforderungen für den Bekleidungshandel
3 Entwicklung, Merkmale und Besonderheiten von FOC
3.1 Aktuelle Zahlen und Entwicklungen von FOC
3.2 Akteure und Ihre Beziehungen
3.2.1 Motivation der Betreiber
3.2.2 Motivation der Markenhersteller
3.2.3 Motivation der Kunden
3.3 Abgrenzung zu verwandten Verkaufsformen
3.3.1 Off-Price-Store
3.3.2 Fachhandel | Mono-Markenshop
3.3.3 Warenhaus | Shopping-Center | Department Store
3.3.4 Boutique
3.3.5 Pure-Online-Player
3.3.6 Pop-up-Store
4 SWOT-Analyse für ein Multi-Channel-Outlet
4.1 Stärken und Chancen einer integrierten MCS
4.2 Schwächen und Risiken: Herausforderungen durch die neue Wettbewerbssituation im Internet
4.3 Mit welchen Stärken kann man Schwächen begegnen: Herausforderungen und Erfolgsfaktoren
4.4 Besonderheiten eines Multi-Channel-Outlets
4.4.1 Full-Price vs. Off-Price
4.4.2 'Shopping-Clubs sind virtuelle FOC'
4.4.3 MCO vs. eBay Markenshop
5 Zwischenfazit: Ableitungen für das Handelsmarketing im Zusammenhang einer MCS
6 Die OUTLETCITY METZINGEN
6.1 Das stationäre Outlet
6.2 Bisher ungenutztes Potential und Erfolgsaussichten des Online-Kanals
6.3 Das Multi-Channel-Konzept der OCM
6.4 Erfolgsfaktoren und Potentiale
6.4.1 Eine klare Handschrift in der Markenführung
6.4.2 Exklusivität und kreative Ideen in der Umsetzung
6.4.3 Konsequenz
6.5 Herausforderungen und Grenzen
6.5.1 Wechselwirkungen zwischen den Kanälen
6.5.2 Festlegung des Sortiments und der Preise
6.5.3 Technische Lösungen und Backend-Prozesse
6.6 Strategieoptionen und Handlungsempfehlungen für die OCM
6.7 Kritische Betrachtung des Konzeptes
7 Kritische Reflexion der Arbeit zur Zielerreichung und weiterer Forschungsbedarf
8 Fazit: Die Zukunft des Modehandels – Von der Multi-Channel-Integration hin zum No-Line-Commerce
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern Multi-Channel-Strategien (MCS) für stationäre Outlet-Center (FOC) im Kontext des digitalen Wandels erfolgskritisch sind und ob Unternehmen langfristig ohne eine solche Integration am Markt bestehen können. Dabei wird insbesondere das Beispiel der OUTLETCITY METZINGEN analysiert.
- Bedeutung des Multi-Channel-Vertriebs im Bekleidungseinzelhandel
- Entwicklung und Besonderheiten von Factory Outlet Centern
- SWOT-Analyse von Multi-Channel-Outlets
- Analyse des Multi-Channel-Konzepts der OUTLETCITY METZINGEN
- Handlungsempfehlungen für das Handelsmarketing in einer vernetzten Handelswelt
Auszug aus dem Buch
1 Einführung: Multi-Channel – Der Handel der Zukunft
Es ist 20:00 Uhr am Abend, Frau A macht Feierabend und begibt sich auf den Nachhauseweg. Auf dem Weg zur Bahn sieht Frau A die perfekten Pumps im Schaufenster eines Mono-Markenshops. Kaum in der Bahn angekommen, sucht sie über ihr Smartphone im Online-Shop der Marke nach Informationen. Da ihr der Preis etwas zu hoch ist, schaut sie ebenfalls bei Marktplatzmodellen wie 'Zalando' und 'Amazon', vergleicht Preise auf Preisvergleichsseiten und liest Produktbewertungen von anderen Konsumenten, bezüglich Bequemlichkeit und Qualität der Schuhe. Zuhause angekommen, öffnet Frau A ihr Notebook und schickt das gewünschte Paar Schuhe via Social-Media-Tools an Freunde und Bekannte. Auf diese Weise erhält sie Feedback darüber, ob sie das Paar kaufen soll oder nicht. Auf diversen Webseiten bekommt sie Kombinationsvorschläge, zu welchen Outfits sie die Schuhe tragen könnte. Dadurch wird der Wunsch, das Paar zu besitzen noch größer.
Da Frau A sich noch nicht sicher ist, welche Größe sie nehmen soll und ob die Schuhe auch tatsächlich bequem sind, besucht sie bereits am nächsten Arbeitstag in der Mittagspause die nächstgelegene stationäre Filiale. Sie probiert die Schuhe an und lässt sich zusätzlich von einer Verkäuferin beraten. Nachdem Frau A sich über alle Kanäle ausreichend informiert hat fällt die Entscheidung das Paar zu kaufen. Da Frau A die Schuhe am Abend zuvor im Internet 12 € günstiger gesehen hat, entscheidet sie sich für einen Kauf über das Internet. Während des Bestellprozesses wird Frau A noch eine Clutch vorgeschlagen, die perfekt zu den ausgewählten Schuhen passt. Diese findet ebenfalls den Weg in Frau A's Warenkorb. Dank einer Newsletter-Aktion, fallen obendrein die Versandkosten weg. Über einen Tracking Code, weiß Frau A genau wo sich ihr Paket befindet und zu welchem Zeitpunkt sie sich darauf freuen kann. Schon zwei Tage nach der Bestellung klingelt der Postmann an der Tür und überbringt die Lieferung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Multi-Channel – Der Handel der Zukunft: Das Kapitel führt in die Problematik des digitalen Wandels im Handel ein und definiert die Relevanz der Forschungsfrage.
2 Theoretische Grundlagen zur Integration einer MCS: Hier werden die theoretischen Fundamente des Multi-Channel-Handels, dessen Formen und die veränderten Kundenanforderungen dargelegt.
3 Entwicklung, Merkmale und Besonderheiten von FOC: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten des Factory Outlet Geschäftsmodells und die Motivation der verschiedenen Akteure.
4 SWOT-Analyse für ein Multi-Channel-Outlet: Eine systematische Analyse von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken bei der Integration von Online-Kanälen in ein Outlet-Konzept.
5 Zwischenfazit: Ableitungen für das Handelsmarketing im Zusammenhang einer MCS: Synthese der theoretischen Ergebnisse als Ausgangsbasis für den anschließenden Praxisteil.
6 Die OUTLETCITY METZINGEN: Praxisorientierte Analyse des Multi-Channel-Konzepts am Beispiel der OUTLETCITY METZINGEN sowie Darstellung der Herausforderungen.
7 Kritische Reflexion der Arbeit zur Zielerreichung und weiterer Forschungsbedarf: Einordnung der Ergebnisse und Aufzeigen von Limitierungen der Arbeit.
8 Fazit: Die Zukunft des Modehandels – Von der Multi-Channel-Integration hin zum No-Line-Commerce: Zusammenfassende Einschätzung der künftigen Entwicklung hin zu einer vollständigen Kanalschmelze.
Schlüsselwörter
Multi-Channel-Handel, E-Commerce, Factory Outlet Center, Modehandel, Kundenverhalten, Online-Shopping, Handelsmarketing, Distributionspolitik, Markenführung, Omni-Channel, Retail, Outlet, Vernetzung, Cross-Channel, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zusammenführung von stationärem Outlet-Handel und E-Commerce zu einer integrierten Multi-Channel-Strategie in der Modebranche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Multi-Channel-Handels, die Besonderheiten von Factory Outlet Centern (FOC), eine SWOT-Analyse zur Multi-Channel-Integration sowie eine Fallstudie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein Unternehmen, wie beispielsweise ein Outlet-Center, in wenigen Jahren noch ohne eine integrierte Multi-Channel-Strategie am Markt bestehen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie einer qualitativen Analyse durch Experteninterviews mit Betreibern und Markenexperten, um Praxisdaten zu erheben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine SWOT-Analyse und eine detaillierte Fallbetrachtung der OUTLETCITY METZINGEN.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Multi-Channel-Handel, Factory Outlet Center, Modehandel, Kundenintegration und Cross-Channel-Management.
Warum wird die OUTLETCITY METZINGEN als Fallbeispiel gewählt?
Sie dient als Pionier-Beispiel im Outlet-Segment, das bereits eine 'MCO-Strategie' etabliert hat, und ermöglicht so die Ableitung praxisnaher Handlungsempfehlungen.
Welche Rolle spielen die 'Shopping-Clubs' laut der Analyse?
Shopping-Clubs werden als wesentliche Wettbewerber im Online-Segment identifiziert, die den stationären Handel durch hohen Preisdruck und exklusive virtuelle Konzepte unter Zugzwang setzen.
- Citation du texte
- Lisa Bauer (Auteur), 2012, Mit E-Commerce vom stationären Outlet Handel zur integrierten Multi-Channel-Strategie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200079