Exegese und Predigt über Gen 8, 1 – 12


Examensarbeit, 2012

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Ersteindruck

2. Kurze Exegese
a) Übersetzungsvergleich
b) Kontext
c) Textanalyse und Skopos

3. Systematisch – theologische Aspekte

4. Überlegungen zur Situation der Hörer

5. Homiletische Überlegungen
a) Intension/Ziel
b) Struktur und Aufbau der Predigt
c) Sprache der Predigt

6. Überlegungen zur liturgischen Gestaltung

7. Reflexion des Gottesdienstes

8. Predigt

9. Gottesdienstablauf

10. Literaturverzeichnis

1. Ersteindruck

Ende der Sintflut. Noahs Opfer. Verheißung des HERRN

1 Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen und die Wasser fielen. 2 Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt. 3 Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach hundertundfünfzig Tagen. 4 Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat. 5 Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor.

6 Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er gemacht hatte, 7 und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die Wasser vertrockneten auf Erden. 8 Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden. 9 Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche. 10 Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus der Arche. 11 Die kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden. 12 Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.[1]

Beim erstmaligen Lesen der Perikope begegnet uns die überaus bekannte Erzählung von der großen Flut. Sintfluterzählungen gibt es in vielen Kulturen, die alle sehr ähnlich sind (z.B.

Gilgamesch-Epos, der viele Parallelen zur biblischen Erzählung besitzt). Schon beim ersten Durchlesen fallen in der biblischen Sintfluterzählung doppelte und zum Teil widersprüchliche Angaben auf. Am auffälligsten sind die widersprüchlichen Angaben über die Dauer der

Flut: 40 bzw. 150 Tage. Die Erklärung für diese merkwürdigen Doppelungen und Widersprüche ist das Vorliegen zweier Quellen, die zu einer Erzählung vereint wurden. Dazu werde ich im Verlauf der Arbeit zurückkommen. In der zu behandelnden Perikope geht es um das Ende der Flutgeschichte, genauer um das Zurückgehen des Wassers, das Handeln Noahs und vor allem um das Heilswirken Gottes. Es begegnen uns kräftige Bilder, die Eingang fanden in unsere Zeit. Vor allem die Taube mit dem Ölzweig ist in die Kunst eingegangen und ist oft Motiv in Kirchen, an Fenstern und Antependien. Ziel der Arbeit ist die Erstellung einer Predigt zu der Perikope, welche im Examensgottesdienst des KfU gehalten wird.

2. Kurze Exegese

a) Übersetzungsvergleich

Für diese Arbeit benutze ich die Zürcher Bibel, die Neue Jerusalemer Bibel, die Lutherbibel und die Übersetzung von Buber & Rosenzweig. Im weiteren Verlauf der Arbeit werde ich mich dann auf die Lutherbibel beschränken.

Als erstes fällt auf, das nur in der Luther- und der Jerusalemer Bibel die Perikope überschrieben ist. Der Rückgang der Flut (Jerusalemer) und Ende der Sintflut. Noahs Opfer. Verheißung des Herrn. (Luther) heißen die Überschriften. In der Zürcher Bibel geht die Flutgeschichte nahtlos durch, bei Buber und Rosenzweig ist der Vers 7,24 an die Perikope herangerückt. In der Gesamtheit der verschiedenen Übersetzungen kann ich feststellen, dass es keine großen Unterschiede gibt. Auch der Text der Buber & Rosenzweig Übersetzung ist nah an den Texten der anderen Übersetzungen. Kleiner Unterschiede sind die Schreibweise des Namens Noah/Noach, der Arche/Kasten sowie die Bezeichnung der Flutquellen Urflut[2] /Brunnen der Tiefe[3] /Quellen des Wirbels[4].

b) Kontext

Die Perikope ist eine mythische Erzählung. „Ansonsten findet man im Pentateuch – genauer: in der Urgeschichte – nur Einzelmotive mythischer Art. Dazu gehört [...] die Sintflut.“[5] Sie steht im Zusammenhang mit der Urgeschichte, die Urgeschichte ist keine Geschichte im herkömmlichen Sinn; sie will nicht über geschichtliche Vorgänge Auskunft geben, wie die Welt erschaffen wurde und wie sich die ersten Menschen auf ihr verhalten haben. Es geht um den Ursprung menschlichen Seins: Was ist der Mensch? Die Bibel übernimmt alte Menschheitsmythen und stellt sie in das Licht des Gottesglaubens. In den ersten Kapiteln der Bibel kommen eine ganze Reihe menschlicher Erfahrungen zur Sprache, in Erzählungen, Bildern und Symbolen, die für uns heute schwer verständlich sind. Es geht um Geschöpflichkeit des Menschen, Gottebenbildlichkeit, aber auch Versagen und Leid, Spannungen zwischen Mann und Frau, Spannungen zwischen den Menschen, zwischen

Mensch und Umwelt. Die Ursprünge solcher urmenschlichen existentiellen Erfahrungen, die

heute wie damals zum Menschen gehören, werden in Sagen und Mythen zugänglich. Solche Erzählungen erheben nicht den Anspruch naturwissenschaftlicher oder historischer Richtigkeit. Ihnen liegt daran, menschliche Erfahrungen, Hoffnungen und Nöte einem Sinngefüge zuzuordnen. Die Urgeschichte ist nicht der älteste Teil der Bibel[6], sondern wurde erst später vorangestellt. Der geschichtlichen Erfahrung der Errettung Israels aus Ägypten, des Exodus, wurden zuerst die Väter-/Müttererzählungen (Gen12-50) vorangestellt, dann die Urgeschichte (Gen 1-11). So wurde die Geschichte Israels in die universale Geschichte hineingestellt und verbunden mit der Geschichte der ganzen Menschheit.

[...]


[1] Lutherbibel

[2] Jerusalemer Bibel

[3] Lutherbibel

[4] Buber & Rosenzweig

[5] Hans Schmoldt Das Alte Testament – Eine Einführung, S.31

[6] Vgl. Gertz, Grundinformation Altes Testament

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Exegese und Predigt über Gen 8, 1 – 12
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V200098
ISBN (eBook)
9783656271635
ISBN (Buch)
9783656271857
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exegese, predigt
Arbeit zitieren
Dr. Rex-Oliver Funke (Autor), 2012, Exegese und Predigt über Gen 8, 1 – 12, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200098

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