Planungsschritte und Reflexion zum Unterrichtsversuch im Fach Musik in einer 1. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2012

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Inhalt der schriftlichen Ausarbeitung und Stundenthema

2. Bedingungsfeldanalyse
2.1. sozio-kulturell
2.2. situativ
2.3. anthropologisch-psychologisch

3. Lernbereiche (nach Lehrplan)
3.1. Stimme und Lied
3.2. Instrumentales Musizieren
3.3. Musik hören und verstehen
3.4. Musik und Zeichen
3.5. Zentrale Inhalte

4. Sachanalyse
4.1. Die rhythmischen Bausteine ¢ ¢ und ¤¤¤¤ und ihre Notation
4.2. „Frau Holle, es ist Winter“ (Effi Bergmann/Thomas Natschinski)
4.2.1. Zum Textdichter Effi Bergmann
4.2.2. Zum Komponisten Thomas Natschinski
4.2.3. Textinhalt
4.2.4. Liedform
4.2.5. Melodik
4.2.6. Rhythmik/Metrik
4.2.7. Harmonik
4.2.8. Interpretationsmöglichkeiten

5. Unterrichtsziele
5.1. Grobziele
5.2. Feinziele

6. Aufstellung der Unterrichtsmittel

7. Detaillierte Verlaufsplanung (Artikulationsmodell)

8. Reflexion
8.1. Zur Erreichung der Unterrichtsziele
8.2. Reflexion zu einigen Schwerpunkten
8.2.1. Stundeneinstieg
8.2.2. Rückblick auf die Inhalte der vorherigen Stunde (graphische Notation der ersten beiden rhythmischen Bausteine)
8.2.3. Erarbeitung der Begriffe „Schritt-„ und „Laufnote“
8.2.4. Überleitung, Lehrervortrag und Erarbeitungsphase zum Lied „Frau Holle, es ist Winter“
8.2.5. Übergang zur Einübung/Erarbeitung eines Sprechspiels
8.2.6. Fazit

9. Anhang
9.1. Literaturverzeichnis
9.2. Internetquellen

1. Inhalt der schriftlichen Ausarbeitung und Stundenthema

Die vorliegende Arbeit thematisiert und reflektiert einige wesentliche Aspekte, die bei der Planung, Durchführung und gedanklichen Nachbereitung der am 22.11.2011 gehaltenen Unterrichtsstunde im Fachpraktikum Musik eine Rolle gespielt haben. Im Groben orientier(t)e ich mich hierbei an der im Seminar vorgeschlagenen Gliederung.

Der Unterrichtsversuch stand unter dem Thema:

Erarbeitung der Schritt- und Laufnoten in klassischer Notation, Gestaltung einer 4-taktigen rhythmischen Figur und Kennenlernen des Liedes „Frau Holle, es ist Winter“ (Strophe 1)

2. Bedingungsfeldanalyse

2.1. sozio-kulturell

Das Fachpraktikum fand in der XXX-Grundschule in XXX statt, einer staatlichen Grundschule, die nahezu im Stadtzentrum gelegen ist. Durch das Einzugsgebiet der Schule stammt die Schülerschaft aus sehr unterschiedlichen Familienverhältnissen. Im Durchschnitt ist sicherlich nicht von gutsituierten Elternhäusern auszugehen. Die Schülerschaft weist zudem einen nicht unerheblichen Teil an Kindern mit Migrationshintergrund auf.

Die XXX-Grundschule bezieht sich in ihrer Arbeit nicht explizit auf bestimmte pädagogische Konzeptionen oder Arbeitsformen. Sie kommt jedoch prinzipiellen Forderungen, wie veränderter Schuleingangsphase, Förderung von Gruppen-, Projekt- und Freiarbeit, oder bspw. auch Computerunterricht nach.

Das Lehrerkollegium besteht aus zehn Lehrerinnen, sowie zwei Sonderpägagoginnen. Der Schulmusikunterricht wird von stundenweise abgeordneten Lehrkräften gehalten, die demzufolge hauptamtlich an einer anderen Grundschule der Stadt beschäftigt sind.

Der Schule ist ein Hort für die Nachmittagsbetreuung angeschlossen.

2.2. situativ

Die 1. Klasse, in der der Unterrichtsversuch stattfand, ist eine Klasse mit 22 Schülern. Das Geschlechterverhältnis ist mit 9 Jungen und 13 Mädchen nicht ganz ausgewogen. Es gibt einige Kinder mit Migrationshintergrund (Nationalitäten türkisch, marokkanisch, georgisch, afghanisch und rumänisch).

Die Schüler kommen zum Musikunterricht in einem sehr großen und hohen Raum zusammen. Die Raumakustik ist dementsprechend sehr nachhallend. Der Raum ist durch mehrere große Fenster sehr hell. Die Schülertische standen zu Beginn des Schuljahres paarweise (als Gruppentische) im Raum. Durch die enorme Raumgröße waren sie daher relativ weit voneinander entfernt, was für hintere Sitzplätze visuelle und akustische Nachteile mit sich brachte.

Im Raum befinden sich außer dem Lehrertisch einige Regale, einige Beistelltische, auf denen Materialien lagern (vorwiegend für Mathematikunterricht), eine Tafel, sowie 2 Schränke. Die Wände sind kaum verziert bzw. dekoriert und z.T. schmutzig oder abgenutzt.

2.3. anthropologisch-psychologisch

In der Versuchsklasse werden Schüler der Klassenstufen 1 und 2 entsprechend der neuen Schuleingangsphase altersgemischt beschult. Somit ist für einen Teil der Schüler der schulische Tagesablauf, das Einhalten von festen Zeiten und Zeitvorgaben, das Verhalten im Unterricht und gegenüber Mitschülern und Lehrern, etc. noch neu. 11 Kinder sind Erstklässler, 9 Kinder Zweitklässler. Eine Ausnahme bilden Schülerin A und Schüler B. Diese sind im zweiten Schulbesuchsjahr, werden jedoch von der Klassenlehrerin aufgrund ihrer Leistungen tendenziell eher als Erstklässler eingeordnet.

Insgesamt war die Klasse zur Zeit des Unterrichtsversuches noch recht unruhig. Abläufe wie den Platz zügig einzurichten, geordnet hintereinander zu stehen, Jacken und Ranzen aufzuräumen, zu Stundenbeginn still zu sitzen, sich für Wortmeldungen zu melden usw. waren noch nicht ausreichend gefestigt. Vor allem Verhaltensregeln waren noch nicht ausreichend etabliert.

Es gibt ein flexibles Geflecht an Freundschaften. In den Pausen werden Freunde an den Tischen aufgesucht, es finden Gespräche und Spielereien statt.

Einige wenige Schüler fielen anfangs durch negative Verhaltensmuster nahezu jede Stunde auf. Sie verliehen ihrer Langeweile (oder Überforderung?) dadurch Ausdruck, dass sie Sitznachbarn in Gespräche verwickelten, zappelten, dabei z.T. laute Geräusche machten, Zwischenrufe abgaben und Anweisungen missachteten. Sie zeigten kaum Einschüchterung oder Reue, wenn sie von der Lehrperson ermahnt oder gemaßregelt wurden. Allerdings ließen sich viele andere Schüler gern ablenken und nutzten die Vorstöße, um eine übergreifende Unruhe auszulösen. Auch in nachfolgenden Unterrichtsversuchen war zu sehen, dass nach ca. 20 bis 25 Minuten die Aufmerksamkeitsgrenze erreicht war und die Schüler begannen regelrecht auszuflippen. Erst zu Beginn des neuen Jahres (Mitte Januar) wurde die Situation in der Klasse ruhiger und ausgeglichener.

Zu bemerken ist natürlich, dass die Musikstunde um die Mittagszeit, kurz vor der großen Hofpause für die Erstklässler eine schwierige Phase ist. Diese jüngeren Schüler sind um die frühe Mittagszeit bereits am Ende ihrer Kräfte. Die Konzentration lässt nach, ihre Energie haben sie über die ersten drei Stunden des Tages bereits verbraucht und ihr Bewegungsdrang ist nur noch schwer zu stoppen.

Die Klasse ist grundsätzlich - auf das Fach Musik bezogen - altersgerecht entwickelt. Bezogen auf das Unterrichtsthema ist von folgenden spezifischen Voraussetzungen auszugehen:

- Ein Großteil der Schüler kann einfache, altersgerechte Rhythmus- und Melodiefolgen nach Gehör erfassen und halbwegs richtig reproduzieren. Es ist ferner davon auszugehen, dass alle Kinder bereits Erfahrungen im Singen in der Gruppe (Klassengesang) haben.
- Die Schüler sind in der Lage, einer kurzen musikalischen Darbietung zu folgen und sie unter bestimmten Kriterien auszuwerten (im Sinne von Höraufträgen, etc.).
- Die Schüler sind in der Lage kurze Verse oder Versfolgen aufzunehmen, inhaltlich zu verstehen, nachzusprechen und nach einiger Übung aus dem Gedächtnis zu reproduzieren.
- Die Schüler können aufgrund der vorangegangenen Stunden metrisch gebundene Bewegungen (Klatschen, Tippen, Laufen, Gehen) ausführen, sowie die Tonhöhe/einen Tonhöhenverlauf durch relative Zeichen (Cheironomie) darstellen.
- Die Schüler sind in der Lage, die kennengelernten Taktbausteine in graphischer Notation (-- -- / - - - -) zu identifizieren, nach der Silbenzahl passende Wörter zuzuordnen und zu sprechen, Bewegungen wie Gehen und Laufen auszuführen und die Bausteine miteinander zu kombinieren.

3. Lernbereiche (nach Lehrplan)

3.1. Stimme und Lied

- Das Lied „Frau Holle, es ist Winter“ (Strophe 1) wird eingeübt und mehrfach gesungen.

3.2. Instrumentales Musizieren

- Je nach zeitlichen Bedingungen kann im dritten Teil der Stunde eine rhythmische Figur instrumental erspielt werden. Hierbei kämen elementare Instrumente wie Trommeln, Klanghölzer und Holzblocktrommeln zum Einsatz. Die Schüler müssen in diesem Falle einerseits die Instrumente adäquat handhaben, sowie andererseits die Zeichen der Lehrperson beachten.

3.3. Musik hören und verstehen

- Dieser Lernbereich ist beim Lehrervortrag des Liedes „Frau Holle, es ist Winter“ eingebunden. Hier sollen die Schüler aufmerksam hören, den Textinhalt erfassen, sowie eine Besonderheit der textlichen Gestaltung (Textwiederholung bei unterschiedlicher Melodieführung) erkennen. Diese Erkenntnisse sind im gemeinsamen Austausch zu verbalisieren.

3.4. Musik und Zeichen

- Die bereits vorhandenen Kenntnisse der graphischen Notation, sowie der Bewegungsformen Schritt - Schritt, sowie Lau-fen Lau-fen werden im Unterrichtsversuch wiederholt, gefestigt und anschließend vertieft. Nun werden die Notenwerte Viertel und Achtel in klassischer Notation eingeführt und angewandt. Dabei werden im dritten Teil der Stunde erste eigene Ideen und Erfindungen auf Grundlage der rhythmischen Bausteine ( ¢ ¢ und ¤¤¤¤ ) der Schüler einbezogen und durch Noten-, sowie Wort-Bild-Karten visualisiert.

3.5. Zentrale Inhalte

- Lautstärke: Geplant ist an einigen Stellen des Unterrichts das differenzierte Sprechen und Klatschen der rhythmischen Bausteine (leise/laut).
- Form: Beim Lehrervortrag des Liedes, sowie beim gemeinsamen Singen und Gestalten des 4-Takters werden die Begriffe Vor- und Nachspiel eine wichtige Rolle spielen, um eine Gliederung und Orientierung zu schaffen.
- Instrumente: Im Unterricht kommen die Gitarre, sowie einige Orff-Instrumente zum Einsatz. Durch Klatschen, Patschen und Tippen werden den Schülern an verschiedenen Stellen des Unterrichts außerdem teilkörperliche Bewegungen abverlangt.

4. Sachanalyse

4.1. Die rhythmischen Bausteine ¢ ¢ und ¤¤¤¤ und ihre Notation

„Der zeitliche Ablauf der Musik wird bestimmt durch Rhythmus (Gliederung in lange und kurze Tondauer), Metrum (Gliederung in betonte und unbetonte Taktteile) und Tempo (schnelles oder langsames Zeitmaß).“ (Ziegenrücker 1988, S. 32).

Bezogen auf die Gliederung von Musik in verschieden lange Tondauern ist zunächst anzumerken, dass das gebräuchliche System von bspw. Achtel-, Viertel-, Halben und Ganzen Noten relativer Natur ist. Erst durch die Festlegung eines bestimmten Tempos kann eine „exakte, messbare Dauer eines Tones festgestellt werden.“ (ebd.).

So ist nur allgemein formulierbar, dass eine Viertelnote die doppelte Tondauer einer Achtelnote angibt, die halbe Note wiederum doppelt so lange wie eine Viertel erklingen muss, usw.

Die beiden zu betrachtenden rhythmischen Bausteine enthalten 2 Viertelnoten bzw. 4 Achtelnoten. Beide Bausteine nehmen jeweils 2 Grundschläge ein, könnten also als vollständige Takte eines 2/4-Taktes gelten. Ebenso könnten sie durch Aneinanderreihung weitere Takte geradtaktiger Taktarten bilden (bspw. im 4/4-Takt: ¢ ¢ ¤¤¤¤; oder im 3/2-Takt: ¢ ¢ ¤¤¤¤ ¢ ¢).

In Verbindung mit sprechmotorischen und körperlichen Aktivitäten werden für die Bausteine oft folgende Zusammenhänge hergestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daher leiten sich die Begriffe „Schritt-„ und „Laufnoten“ ab, die für Kinder zunächst fasslicher und besser merkbar sind. Entsprechend der Rhytmussilben nach Kodály kann für eine methodisch-didaktisch zielführende Erarbeitung bspw. auch von „Ta-“ und „Ti-Noten“ gesprochen werden.

4.2. „Frau Holle, es ist Winter“ (Effi Bergmann/Thomas Natschinski)

4.2.1. Zum Textdichter Effi Bergmann

Zu Effi Bergmann sind kaum brauchbare Informationen aufzufinden. Sie scheint als Schriftstellerin in der ehemaligen DDR tätig gewesen zu sein. Aus dem Jahr 1979 gibt es ein von ihr geschriebenes Buch mit dem Titel „Archimedes“, erschienen im Gebrüder Knabe Verlag Weimar, dass über antiquarische Buchhandlungen zum Teil noch verfügbar ist[1].

[...]


[1] Quelle: http://ddrbuch.de/Kinder-Jugend/Archimedes::11103.html (Stand: 13.12.2011)

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Planungsschritte und Reflexion zum Unterrichtsversuch im Fach Musik in einer 1. Klasse
Hochschule
Universität Erfurt  (Erziehungswissenschaften/Musikerziehung)
Veranstaltung
Fachdidaktische Vertiefung im Fach Musik
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V200179
ISBN (eBook)
9783656362890
ISBN (Buch)
9783656363019
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Thema der Unterrichtsstunde: Erarbeitung der Schritt- und Laufnoten in klassischer Notation, Gestaltung einer 4-taktigen rhythmischen Figur und Kennenlernen des Liedes „Frau Holle, es ist Winter“
Schlagworte
planungsschritte, reflexion, unterrichtsversuch, fach, musik, klasse
Arbeit zitieren
M.A. Daniela Noth (Autor), 2012, Planungsschritte und Reflexion zum Unterrichtsversuch im Fach Musik in einer 1. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200179

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