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Das Ernährermodell im Arbeitsrecht

Titel: Das Ernährermodell im Arbeitsrecht

Hausarbeit , 2012 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Linda Steuer (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der demografische Wandel und der hieraus resultierende Mangel an Nachwuchs- und Fachkräften, machen es mehr denn je erforderlich, Frauen aktiv und als vollwertige Mitglieder in die Arbeitswelt einzugliedern. Trotz feministischer Bewegungen und den klaren Forderungen nach Gleichberechtigung im Privat- und Arbeitsleben, scheint die Integration der Frau in den Arbeitsmarkt und die Anerkennung ihrer Arbeitskraft nicht voran zu schreiten. Fraglich ist somit, woran die erfolgreiche Integration der Frau seit Jahren scheitert. Wie ist zu begründen, dass Frauen für die gleiche Leistung eine schlechtere Bezahlung erhalten als Männer und dadurch ein durchschnittlicher, geschlechtsabhängiger Unterschied in der Bezahlung pro Stunde, volkswirtschaftlich auch Gender Pay Gap genannt, von 23% entsteht? Worin liegen die Gründe dafür, dass Frauen in Führungspositionen eklatant unterrepräsentiert sind? Wie kann es sein, dass trotz der steigenden Anzahl erwerbstätiger Frauen die Altersarmut bei Frauen drastisch zunimmt und zudem eine Renten Gender Pay Gap von fast 60% bei älteren Menschen zustande kommt? Oder findet man die Erklärung in entsprechenden Anreizsystemen, die es für die Frau schlichtweg unattraktiv machen, aktiver in den Arbeitsmarkt einzutreten? Die vorliegende Hausarbeit thematisiert das Ernährermodell und dessen Auswirkungen und rechtliche Folgen für die Frau. Beginnend mit der Entwicklung bis hin zu den neuzeitlichen Umsetzungen im Sinne des Ernährermodells wird dabei insbesondere der rechtliche Kontext beleuchtet. Dabei stehen nicht nur arbeitsrechtliche Entwicklungen und Auswirkungen im Fokus sondern auch steuerrechtliche Aspekte und deren Anreizwirkungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Thematische Einführung

1.1 Die traditionellen Geschlechterrollen

1.2 Die historische Entwicklung des Ernährermodells

2 Die Rechtslage heute

2.1 Das Steuerrecht

2.2 Das Arbeitsrecht

3 Die Folgen des Ernährermodells

4 Resumée

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Ernährermodell in Deutschland und analysiert dessen tiefgreifende Auswirkungen auf die berufliche Situation und die rechtliche Absicherung von Frauen. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, aufzuzeigen, wie das Festhalten an diesem traditionellen Konstrukt die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen behindert und welche rechtlichen Rahmenbedingungen diesen Zustand aktiv aufrechterhalten.

  • Historische Genese und soziologische Einordnung des Ernährermodells
  • Analyse der steuerrechtlichen Anreizsysteme (insb. Ehegattensplitting)
  • Untersuchung arbeitsrechtlicher Diskriminierungsaspekte und der Sozialauswahl
  • Zusammenhang zwischen traditionellen Rollenbildern und Altersarmut bei Frauen
  • Kritische Würdigung moderner politischer Maßnahmen wie des Betreuungsgeldes

Auszug aus dem Buch

1.2 Die historische Entwicklung des Ernährermodells

Das Ernährermodell und dessen männliche Auslegung basieren historisch auf dem Geschlechterrollenverständnis aus der bürgerlichen Kultur des Biedermeier (1815-1848). Obwohl in der vorhergehenden Epoche bereits emanzipatorische Anfänge zu verzeichnen waren, zog sich die Ehefrau zur Zeit des Biedermeier in die private Sphäre „[...]und den individuellen Innenraum der Häuslichkeit [...]“ zurück, entgegen der gesellschaftlichen Erwartungen. Die Option der Unabhängigkeit geriet erneut ins Hintertreffen, denn „Geheiratet musste werden, und der “Brautstand” war der begehrteste aller Stände. Daß es dabei auch und oft vornehmlich um die Versorgung ging, dokumentiert eine Geschichte, an die sich Franziska Tiburtius (1843 bis 1927) erinnert [...].“ Zwar war es in den ärmeren Familien weiterhin erforderlich, dass die Frau, genauso wie der Mann, arbeitete und so zum Unterhalt der Familie beitrug, jedoch rückte das Bild „[...]der Hausfrau und Mutter [die] selbstständig wirkte und die komplizierte Wirtschaft organisierte [...] [in den Mittelpunkt]. [...] [D]ie “Bestimmung des Weibes” fand sich wieder vorrangig in der Besorgung des Haushaltes definiert, und obgleich die praktischen Möglichkeiten der Konsumgesellschaft ständig zunahmen, orientierte sich die Vorstellung von der “guten Hausfrau” am Selbstgemachten, am Hausgeschneiderten und “Hausbacken”.“

Die Jahre des Kampfes um Gleichberechtigung und Anerkennung weiblicher Arbeit verloren an Bedeutung, da es in Mode gekommen war, Haus- und Ehefrau zu sein. Umso kontroverser erscheint es, dass Louise Otto Peters, die Gründerin der deutschen Frauenbewegung just 1843 forderte: „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht.“ und sie 1847 ergänzend ausführte: „Selbstständig müssen die deutschen Frauen werden, nur dann werden sie auch fähig sein, ihrer Pflicht, teilzunehmen an den Interessen des Staates, immer und auf die rechte Weise nachzukommen. Diese Selbstständigkeit kann durch individuelle Bildung befördert werden; denn nur ein selbstständiges Herz führt zu selbstständigem Handeln.“

Während also seit den 1930ern die Frauen der Arbeiterklasse dafür kämpften gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu bekommen, setzte sich in den bürgerlichen Häusern dennoch der Trend des Ernährermodells durch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Thematische Einführung: Dieses Kapitel erläutert die soziologische Herkunft des Ernährermodells und dessen historische Wurzeln im Biedermeier sowie die Verankerung im Familienbild.

2 Die Rechtslage heute: Hier wird analysiert, wie steuer- und arbeitsrechtliche Strukturen, wie etwa das Ehegattensplitting oder Kriterien der Sozialauswahl, das Ernährermodell gesetzlich stützen.

3 Die Folgen des Ernährermodells: Dieses Kapitel thematisiert die negativen Auswirkungen, insbesondere die ökonomische Abhängigkeit von Frauen und das daraus resultierende Risiko der Altersarmut.

4 Resumée: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine Reform der rechtlichen Rahmenbedingungen hin zu einer Individualbesteuerung und echter Gleichberechtigung.

Schlüsselwörter

Ernährermodell, Arbeitsrecht, Steuerrecht, Geschlechterrollen, Ehegattensplitting, Gender Pay Gap, Altersarmut, Diskriminierung, Sozialauswahl, Frauenbewegung, Teilzeitarbeit, Existenzsicherung, Gleichberechtigung, Doppelbindungstheorie, Betreuungsgeld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Ernährermodell als gesellschaftliches Konstrukt und dessen negative Auswirkungen auf die berufliche sowie ökonomische Situation von Frauen in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Modells, die rechtliche Fixierung durch Steuer- und Arbeitsrecht sowie die sozioökonomischen Folgen für die Altersvorsorge von Frauen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Gründen für die anhaltende Diskriminierung von Frauen im Arbeitsmarkt und wie staatliche Anreizsysteme das traditionelle Ernährermodell rechtlich zementieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die auf der Analyse von soziologischen Studien, historischen Entwicklungen sowie einer kritischen Auswertung von Gesetzestexten und Gerichtsurteilen basiert.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert das deutsche Steuerrecht (Ehegattensplitting), das Arbeitsrecht (insb. Sozialauswahl bei Kündigungen) und die daraus resultierende Gefahr der Altersarmut durch Minijobs.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ernährermodell, Gender Pay Gap, rechtliche Benachteiligung und strukturelle Abhängigkeit.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Ehegattensplittings?

Das Ehegattensplitting wird als ein System kritisiert, das Erwerbstätigkeit von Frauen ökonomisch unattraktiv macht und somit die einseitige Ernährerrolle des Mannes bestärkt.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich des Betreuungsgeldes?

Die Autorin sieht im Betreuungsgeld ein rückwärtsgewandtes Instrument, das erneut Anreize setzt, Frauen aus dem Erwerbsleben fernzuhalten, statt echte Gleichberechtigung zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Ernährermodell im Arbeitsrecht
Hochschule
Business and Information Technology School - Die Unternehmer Hochschule Iserlohn
Note
1,0
Autor
Linda Steuer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V200186
ISBN (eBook)
9783656266402
ISBN (Buch)
9783656267461
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pay Gap Gender Arbeitsrecht Ernährermodell Gender Mainstreaming Frauen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Steuer (Autor:in), 2012, Das Ernährermodell im Arbeitsrecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200186
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Leseprobe aus  21  Seiten
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