Im Vorfeld des Forschungsprojektes "Systematische Erfassung von Baummarder und Iltis in Deutschland als Grundlage für
ein praktikables Monitoring" sollten verschiedene Methoden zur Erfassung für kleine bis mittelgroße Raubsäuger aufgezeigt und evaluiert werden. Es kann jedoch kein Anspruch darauf erhoben werden, dass die aufgeführten Verfahren allesamt und ohne Weiteres auf Baummarder und Iltis übertragbar sind. Vielmehr sollte ein Überblick gegeben werden, welche Methoden für die Raubsäugererfassung existieren, für welche Art von Anwendung sie zu gebrauchen sind oder schon genutzt wurden und wo deren Vor- bzw. Nachteile liegen.
Inhaltsverzeichnis
1 Rahmenprojekt und FFH-Monitoring
1.1 Monitoring gemäß der FFH-Richtlinie
1.2 Rahmenprojekt
1.2.1 Auftraggeber, Finanzierung und Laufzeit
1.2.2 Projektziel
1.2.3 Untersuchungsgebiet und Methodik
2 Artensteckbriefe
2.1 Baummarder (Martes Martes)
2.2 Iltis (Mustela putorius)
3 Ergebnisse und Diskussion
3.1 Allgemeiner Überblick
3.2 Methoden zur Erfassung der Verbreitung
3.2.1 Fragebögen und Sichtungen
3.2.2 Indizien und Hinweise
3.2.3 Spurfallen
3.2.4 Fotofallen
3.3 Methoden zur Erfassung der Häufigkeiten
3.3.1 Geruchsstationen
3.3.2 Kot- und Spurenzählung
3.3.3 Erfassung von Höhlen und Bauen
3.3.4 Ruf-/Stimmreize
3.3.5 Jagdstrecken und Verkehrsopfer
3.3.6 Scheinwerferzählung
3.3.7 Fang, Fang-Markierung-Wiederfang und Telemetrie
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Evaluierung praxistauglicher Monitoringverfahren für kleine bis mittelgroße Raubsäuger, insbesondere für Baummarder und Iltis, um eine wissenschaftliche Grundlage für deren Bestandsüberwachung im Rahmen der FFH-Richtlinie zu schaffen.
- Methoden zum Nachweis und zur Verbreitungserfassung von Raubsäugern
- Ansätze zur Ermittlung von Abundanz und Populationsdichte
- Gegenüberstellung invasiver und nicht-invasiver Monitoring-Techniken
- Bewertung der Kosteneffizienz und des methodischen Aufwands
- Relevanz länderübergreifender Abstimmung und wissenschaftlicher Standardisierung
Auszug aus dem Buch
3.2.4 Fotofallen
Eine Variante zum direkten Monitoring von Tieren, die sich aufgrund der technischen Entwicklung immer größerer Anwendung und Beliebtheit erfreut, ist die Anwendung von Fotofallen. Zunutze gemacht werden kann sich hierbei die Möglichkeit, die Kamera durch die zu erfassenden Tiere auslösen zu lassen. Dies geschieht durch den Kontakt der Tiere beispielsweise mit Leinen, druckempfindlichen Platten, Wärme- oder Bewegungsmeldern. Kamerafallen können sowohl genutzt werden, um Vorkommen bestimmter Arten im Untersuchungsgebiet nachzuweisen als auch, um relative oder absolute Abundanzen abzuschätzen. Dies kann insbesondere durch künstliche oder natürliche – wie in Abbildung 3 zu sehen - Wiedererkennungsmerkmale einzelner Individuen erreicht werden (GESE 2001:377f., O’BRIEN 2011:71).
Monitoring mithilfe von Kamerafallen konnte beispielsweise erfolgreich angewandt werden bei der Erfassung von Tigern (Panthera tigris)(Abb.3). Hier konnten nicht nur Aussagen zu Dichte und Häufigkeit der Art gemacht werden, sondern selbst Entwicklungs-Trends der Population über lange Zeit erfasst werden (O’CONNELL et al. 2011). GONZALEZ-ESTEBAN et al. (2004) konnten mit Fotofallen gute Ergebnisse dabei erzielen, die Verbreitung des Europäischen Nerzes (Mustela lutreola) in einem Untersuchungsgebiet in Spanien zu erfassen und schätzen dieses Verfahren als geeignet zum Monitoring dieser Spezies ein. Auch zur Erfassung von Fischer- und Fichtenmardern konnten Fotofallen erfolgreich eingesetzt werden (JONES & RAPHAEL 1993). Bei dieser Untersuchung wurde sogar darauf Wert gelegt, ein preiswertes Kamerasystem zu verwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Rahmenprojekt und FFH-Monitoring: Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen der FFH-Richtlinie und Vorstellung des zugrunde liegenden Gemeinschaftsprojekts zur Erfassung von Baummarder und Iltis.
2 Artensteckbriefe: Kurze Charakterisierung der Lebensweise, Verbreitung und Biologie der Marderarten Baummarder und Iltis.
3 Ergebnisse und Diskussion: Detaillierte Analyse verschiedener direkter und indirekter Methoden zur Erfassung von Verbreitung und Häufigkeit bei kleinen bis mittelgroßen Raubsäugern.
4 Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Diskussion über die praktische Eignung sowie limitierende Faktoren bei der Implementierung von Monitoringverfahren.
Schlüsselwörter
Monitoring, FFH-Richtlinie, Baummarder, Iltis, Raubsäuger, Fotofallen, Spurfallen, Telemetrie, Populationsdichte, Artenschutz, Musteliden, Abundanz, Habitatnutzung, Tierökologie, Bestandserfassung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Evaluierung wissenschaftlicher Methoden zum Monitoring kleiner und mittelgroßer Raubsäuger, wobei der Fokus auf den Arten Baummarder und Iltis liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die rechtlichen Anforderungen durch die FFH-Richtlinie, die Vorstellung verschiedener Erfassungsmethoden sowie deren kritische Bewertung hinsichtlich Effektivität und Kosten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, einen Überblick über existierende Monitoring-Verfahren zu geben und deren Eignung für ein praktikables, großflächiges Monitoring der Zielarten unter Berücksichtigung von Aufwand und Nutzen zu prüfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden untersucht?
Es werden sowohl invasive Methoden wie Lebendfang und Telemetrie als auch nicht-invasive Verfahren wie Fotofallen, Spurfallen, Genanalysen von Kot- oder Haarproben sowie Scheinwerferzählungen analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Überblick über Carnivoren-Monitoring sowie eine detaillierte Untersuchung spezifischer Techniken zur Verbreitungserfassung und zur Bestimmung von Bestandsdichten und Häufigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Monitoring, FFH-Richtlinie, Baummarder, Iltis, Raubsäuger, Fotofallen und Populationsdichte.
Warum stellt das Monitoring von Baummarder und Iltis eine besondere Herausforderung dar?
Da diese Arten nachtaktiv, scheu und oft nur in geringer Dichte verbreitet sind, ist ihre Erfassung komplex und erfordert spezifisch angepasste, oft großräumige Strategien.
Welche Rolle spielt die Kosteneffizienz bei der Methodenauswahl?
Die Kosten-Nutzen-Analyse ist entscheidend, da viele Methoden arbeitsintensiv sind; für ein landesweites, praktikables Monitoring müssen daher besonders effiziente Verfahren identifiziert werden.
- Citar trabajo
- B.Sc. Veit Trübenbach (Autor), 2012, Dokumentation und Bewertung von Monitoringverfahren für kleine und mittelgroße Raubsäuger, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200231