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Die Studentenbewegung der späten 60er Jahre und Rudi Dutschke

Eine linguistische Analyse der Podiumsdiskussion vom 24. November 1967 in Hamburg mit Rudi Dutschke, Rudolf Augstein und Ralf Dahrendorf

Title: Die Studentenbewegung der späten 60er Jahre und Rudi Dutschke

Seminar Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Anna Lietz (Author)

German Studies - Miscellaneous
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I. Einleitung
„Die Studentenbewegung markiert eine Zäsur in der Entwicklungsgeschichte der BRD“ . Ihr wichtigster Vertreter war Rudi Dutschke. Es war seine Bewegung. Dutschke verstand sich seit seiner Jugendzeit als antiautoritärer demokratischer Sozialist. In seiner Studienzeit entwickel¬te er sich zu einem überzeugten revolutionären Marxisten in der Nachfolge des ungarischen Philosophen Georg Lukács. Ähnlich wie dieser betonte er die libertären, oft vergessenen Tra¬ditionen der Arbeiterbewegung sowohl gegen den Reformismus als auch den Stalinismus. Sein ganzes Leben lang versuchte Rudi Dutschke Antworten zu finden. Er wollte versuchen, „das Rätsel der Machtlosigkeit von Arbeitern und Bauern in einem Arbeiter- und Bauernstaat zu lösen“ . Er wollte aufklären, „warum der 'reale' Sozialismus so wenig mit dem von Marx (und ihm) erträumten zu tun hat“ . Daher ist „ohne Scheu vor Pathos (...) zu sagen: für die Wahrheit, für seine Wahrheit hat er bis zuletzt gelebt, gekämpft, seiner Obsession sich hinge¬bend. Das kann, nicht nur in Deutschland, gewaltsam-tödlich enden“ .
Mehrere Dinge sagte Rudi Dutschke, die die Nation bewegten und erschütterten: Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte, die unfähig sind, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen; Die Parteien sind nur noch Plattformen für Karrieristen; Unser Prozess der Revolution wird ein sehr langer Marsch sein; Der Sozialismus ist kein Warten auf Godot, kein Warten auf Rezepte, keine Hoffnung auf große Führer; In der DDR ist alles real, bloß nicht der Sozialismus; in der BRD ist alles real, bloß nicht 'Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit'; Wir sind nicht mehr die dreißig, vierzig Spinner, die einen Traum von einer ach so fernen Welt haben; Holger, der Kampf geht weiter und Revolution ist nicht ein kurzer Akt, wo mal irgendwas geschieht und dann ist alles anders. Revolution ist ein langer, komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden wird. Diese letzte Aussage gab Dutschke von sich auf einer Podiumsdiskussion in Hamburg am 24. November 1967 mit Rudolf Augstein und Ralf Dahrendorf. Im Folgenden werde ich zuerst auf die Studentenbewegung eingehen, um die es in dieser Podiumsdiskussion auch gehen wird. Anschließend werde ich Rudi Dutschkes Leben nachzeichnen und im letzten Teil meiner Arbeit eine linguistische Analyse dieser Podiums-diskussion zu verfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Studentenbewegung in der BRD und Westberlin

II.1 Der historische Ablauf der Studentenbewegung

II.2 Entscheidende Aspekte der Studentenbewegung

II.2.1 Die Frontstellungen der Studentenbewegung

II.2.2 Die Aktionsformen der Studentenbewegung

II.3 Die theoretischen Einflüsse und Aspekte der Studentenbewegung

II.4 Probleme zur Studentenbewegung

III. Rudi Dutschkes Leben

III.1 Kindheit und Jugend in der DDR

III.2 Rudi Dutschkes Studium und die Studentenbewegung

III.3 Das Attentat auf Rudi Dutschke

III.4 Die Spätzeit

IV. Podiumsdiskussion mit Rudi Dutschke, Rudolf Augstein und Ralf Dahrendorf

Abschrift der Podiumsdiskussion

IV.1 Linguistische Analyse und Interpretation der Podiumsdiskussion

IV.2 Abschließendes zur Analyse der Podiumsdiskussion

V. Schlussbemerkungen

VI. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Studentenbewegung der späten 60er-Jahre sowie die zentrale Figur Rudi Dutschke, wobei ein besonderer Fokus auf der linguistischen Analyse einer historischen Podiumsdiskussion vom 24. November 1967 liegt, um das politische Selbstverständnis der Akteure zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung und Einordnung der Studentenbewegung in der BRD
  • Biografische Skizzierung von Rudi Dutschke
  • Linguistische Untersuchung der Sprache und Rhetorik in der Podiumsdiskussion
  • Analyse des Begriffs der Revolution als politisches Instrument
  • Untersuchung von Öffentlichkeit versus Gegenöffentlichkeit als zentrales Konzept

Auszug aus dem Buch

Linguistische Analyse und Interpretation der Podiumsdiskussion

In dieser Podiumsdiskussion geht es konkret um die Studentenbewegung. Rudi Dutschke beginnt diese Podiumsdiskussion mit seiner Definition von Revolution. Eine Revolution ist eine Umwälzung, eine grundlegende Änderung, der Sturz einer Gesellschaftsordnung. Dutschke drückt seine Definition von Revolution im Präsens aus und deutet so eine Allgemeingültigkeit seiner These an. Zuerst sagt er, was eine Revolution nicht ist (Revolution ist nicht ein kurzer Akt, wo mal irgendwas geschieht und dann ist alles anders) und erst dann definiert er die Revolution in einem kurzen prägnanten Satz, der leicht zu merken ist: Revolution ist ein langer, komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden muss. Dutschke beginnt bewusst mit der negativen Version und führt auf Grund des besseren Behaltens die positive Version danach an. Diese positive Definition von Revolution meint, dass sich die Revolution in Etappen entwickelt, „die dem jeweiligen Bewusstseinsstand der Menschen entsprechen“. Dutschkes Revolutionsbegriff ist von zwei Momenten geprägt: Prozess und Bewegung. Die Revolution soll für den Menschen ein ständiger Lernprozess werden und beides, Prozess und Bewegung „formuliert die von ihm ausgegebene Parole vom "langen Marsch durch die Institutionen", die den Unterschied dieser Revolution zu anderen Revolutionen verdeutlichen soll“. Das Lexem Revolution stellt in dieser Podiumsdiskussion, sobald es von Rudi Dutschke benutzt wird, ein Hochwertwort dar. Es besitzt für ihn, wie auch für seine Anhänger einen hohen Wert. Gleichzeitig ist es ein Fahnenwort. Dutschke wollte eine Revolution, er war ein Revolutionär mit ganzer Seele und daher ist das Lexem Revolution ein positiv wertendes Wort.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Thema der Studentenbewegung und die zentrale Rolle von Rudi Dutschke als dessen wichtigster Vertreter.

II. Die Studentenbewegung in der BRD und Westberlin: Überblick über den historischen Ablauf, die Frontstellungen, Aktionsformen und theoretischen Einflüsse der Bewegung.

III. Rudi Dutschkes Leben: Biografische Darstellung von Dutschkes Kindheit, seinem Werdegang zum marxistischen Soziologen, dem Attentat und seinem späteren Wirken.

IV. Podiumsdiskussion mit Rudi Dutschke, Rudolf Augstein und Ralf Dahrendorf: Transkription und tiefgehende linguistische Analyse der Diskussion von 1967.

V. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der historischen Bedeutung der Studentenbewegung und ihres bleibenden Erbes.

VI. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Studentenbewegung, Rudi Dutschke, Revolution, Podiumsdiskussion, BRD, Außerparlamentarische Opposition, 68er, Marxismus, Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit, Politisierung, Linguistische Analyse, Ideologievokabular, Sozialismus, Langer Marsch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die westdeutsche Studentenbewegung der späten 1960er-Jahre sowie das Leben und Wirken von Rudi Dutschke unter besonderer Berücksichtigung seiner rhetorischen Strategien in einer spezifischen Podiumsdiskussion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der 68er-Bewegung, die Biografie Dutschkes sowie eine sprachwissenschaftliche Analyse politischer Begrifflichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, anhand der Podiumsdiskussion vom 24. November 1967 aufzuzeigen, wie Dutschke durch seine Sprache und seine Definitionen von Revolution und Öffentlichkeit versuchte, politischen Wandel zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse und Interpretation angewandt, um die rhetorischen Mittel, Metaphern und die Verwendung von Hochwertwörtern in Dutschkes Reden zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Studentenbewegung, eine biografische Analyse Dutschkes sowie die detaillierte Untersuchung der Podiumsdiskussion zwischen Dutschke, Augstein und Dahrendorf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Studentenbewegung, Rudi Dutschke, Revolution, Langer Marsch, Öffentlichkeit und linguistische Analyse.

Warum ist die Podiumsdiskussion von 1967 für die Analyse so wichtig?

Sie dient als Primärquelle, um Dutschkes politische Ideologie, seine Abgrenzung zum Establishment und seinen Gebrauch eines spezifischen Ideologievokabulars direkt zu demonstrieren.

Welche Rolle spielen Augstein und Dahrendorf in der Analyse?

Sie fungieren als kritische Gegenpole zu Dutschke, deren Fragen und Einwände Dutschke zu einer weiteren Schärfung seiner Argumente und zur Nutzung seiner rhetorischen Mittel herausfordern.

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Details

Title
Die Studentenbewegung der späten 60er Jahre und Rudi Dutschke
Subtitle
Eine linguistische Analyse der Podiumsdiskussion vom 24. November 1967 in Hamburg mit Rudi Dutschke, Rudolf Augstein und Ralf Dahrendorf
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Politische Semantik
Grade
2,0
Author
M.A. Anna Lietz (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V200323
ISBN (eBook)
9783656264293
ISBN (Book)
9783656264996
Language
German
Tags
Studentenbewegung 1968 Dutschke Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Anna Lietz (Author), 2005, Die Studentenbewegung der späten 60er Jahre und Rudi Dutschke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200323
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