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Leiharbeit als Sprungbrett zur Festanstellung: Eine ökonomische Analyse

Title: Leiharbeit als Sprungbrett zur Festanstellung: Eine ökonomische Analyse

Bachelor Thesis , 2008 , 37 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andre Kolle (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Zeitarbeit wird in Unternehmen mittlerweile nicht nur zur Erzielung kurzfristiger Flexibilisie-rungsvorteile genutzt, sondern dient darüber hinaus als Instrument der Personalrekrutierung. Neueste Untersuchungen zeigen, dass knapp 25% aller Leiharbeitnehmer im letzten Entleih-betrieb verbleiben. Dieser Klebeeffekt der Zeitarbeit wird im Rahmen dieses Beitrags unter Einbeziehung der Turnier-Theorie diskutiert. Dabei werden Turniere zwischen zwei Leihar-beitnehmern in einem Entleihbetrieb dazu genutzt, denjenigen Arbeitnehmer zu ermitteln, der das beste Arbeitsplatz-Matching garantiert. Der Einsatz solcher Turniere stellt für das Entlei-hunternehmen demnach ein Instrument zur Realisierung des Allokations- und Anreizziels bei der Besetzung einer vakanten Stelle dar. Die Turnierteilnehmer messen dabei einer Festanstel-lung einen höheren Nutzen zu als der Beschäftigung als Zeitarbeitskraft.
Die Anwendung der Turnier-Theorie zeigt, dass durch den Einsatz von Leiharbeitnehmertur-nieren sowohl Vorteile für den Entleihbetrieb als auch für Leiharbeitnehmer, Verleihunter-nehmen und Stammarbeitskräfte generiert werden können. So profitiert das Entleihunterneh-men besonders von der doppelten Selektionsfunktion des Leiharbeitnehmerturniers und der Homogenität der entsandten Arbeitnehmer. Die Zeitarbeiter wiederum versprechen sich von einer Übernahme in die Stammbelegschaft neben einem Einkommenszuwachs, Beschäfti-gungssicherheit und Aufstiegschancen. Für die Verleihbetriebe zählt in erster Linie der Repu-tationsgewinn, den sie durch eine Vielzahl abgegebener Leiharbeitnehmer erzielen können.
Negativen Effekten, die durch Beeinflussungs- und Sabotageaktivitäten sowie Kollusionen verursacht werden können, kann durch die Einbeziehung der Stammarbeitskräfte als subjekti-ve Beurteiler entgegnet werden. Dadurch verbessert sich das Kooperationsverhalten der fest angestellten Belegschaft und damit zugleich Produktivität und Leistungsbereitschaft der Leih-arbeitnehmer. Außerdem wird durch die Beteiligung an der Auswahl eines zukünftigen Kolle-gen eine Art Erfolgsbeteiligung induziert.
Insgesamt kommt diese Arbeit zu dem Ergebnis, dass sich der Einsatz von Leiharbeitnehmer-turnieren aus ökonomischer und personalpolitischer Sicht lohnt. Wenn die verschiedenen kontraproduktiven Effekte bei der Gestaltung und Durchführung eines solchen Turniers be-achtet werden, führt dies zu einem positiven Nutzen für alle beteiligten Akteure.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Arbeitnehmerüberlassung im Überblick

3 Leiharbeitnehmerübernahme in Stammbelegschaften

4 Die Turniertheorie in Leiharbeitnehmerturnieren

4.1 Der Einsatz von Leiharbeitnehmerturnieren als Selektionsinstrument

4.2 Der Einsatz von Leiharbeitnehmerturnieren als Anreizinstrument

4.3 Subjektive Leistungsbeurteilungen in Leiharbeitnehmerturnieren

5 Resultierende Effekte aus Leiharbeitnehmerturnieren

5.1 Perspektive der Leiharbeitnehmer

5.2 Perspektive des Entleihbetriebes

5.3 Perspektive des Verleihbetriebes

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage der Turniertheorie, wie Leiharbeitnehmerturniere als Instrument zur Personalselektion und zur Anreizsetzung in Entleihbetrieben eingesetzt werden können. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, welche Bedeutung Zeitarbeit für Unternehmen als alternatives Rekrutierungsinstrument hat und welche Chancen sich für Leiharbeitnehmer durch diese Wettbewerbsform ergeben.

  • Anwendung der Turniertheorie auf die Arbeitnehmerüberlassung
  • Analyse der Selektions- und Anreizwirkung von Leiharbeitnehmerturnieren
  • Bedeutung subjektiver Leistungsbeurteilungen durch Stammarbeitskräfte
  • Untersuchung der Perspektiven von Leiharbeitnehmern, Entleihbetrieben und Verleihfirmen
  • Diskussion kontraproduktiver Effekte wie Sabotage und Kollusion

Auszug aus dem Buch

4 Die Turniertheorie in Leiharbeitnehmerturnieren

Grundvoraussetzung für die Einführung von Leiharbeitnehmerturnieren um eine Festanstellung ist der Bedarf zusätzlicher Arbeitnehmer im Entleihbetrieb. Mit anderen Worten, muss der Entleiher vakante Stellen in seinem Unternehmen haben, für die kurzfristig zwar Leiharbeitnehmer eingesetzt werden, die langfristig aber mit Festangestellten besetzt werden sollen.

Zur Ausgestaltung eines Turniers hat der Arbeitgeber verschiedene Designoptionen, die den Turnierverlauf und das Verhalten der Turnierteilnehmer beeinflussen können (Harbing/Irlenbusch 2003: 20). Im vorliegenden Fall übernimmt nicht der eigentliche Arbeitgeber des Leiharbeiters, nämlich die Zeitarbeitsfirma, diese Aufgabe, sondern das Entleihunternehmen tritt an deren Stelle. Dies ist auch insofern plausibel, da es nach Beendigung des Turniers alle sich daraus ergebenden Konsequenzen, wie etwa den Abschluss eines Arbeitsvertrags mit dem Leiharbeitnehmer oder die Zahlung der Vermittlungsprämie an den Verleiher, trägt.

Zum einen kann der Entleiher den Gewinnerpreis bestimmen, der hier als Übernahme in die Stammbelegschaft definiert ist. Zum anderen kann er die Turniergröße, also die Anzahl der Turnierteilnehmer festlegen. Zur Vereinfachung soll sich das Leiharbeitnehmerturnier im Folgenden auf lediglich zwei Arbeitnehmer beschränken. Turniere mit mehr als zwei Teilnehmern werden nur am Rande erwähnt. Des Weiteren spielen der Abstand zwischen Gewinner- und Verliererpreis eine wichtige Rolle. Wurde eben festgesetzt, dass der Gewinner eine Festanstellung im Entleihbetrieb erhält, so scheidet der Verlierer aus dem Wettbewerb aus und wird entweder vom Entleiher als Zeitarbeiter weiterbeschäftigt, oder aber er wird vom Verleiher in einem anderen Betrieb eingesetzt (Harbing/Irlenbusch 2003: 20). Die Turnierpreisdifferenz (Spreizung) kann an dieser Stelle nicht ausschließlich monetär gemessen werden, da neben einem Gehaltssprung durch die Festanstellung, auch andere Faktoren wie Beschäftigungssicherheit und Aufstiegschancen (Chance auf weitere Beförderungsturniere) diese Differenz beeinflussen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland ein und verortet den Einsatz der Turniertheorie als Analyseinstrument zur Untersuchung von Übernahmeprozessen.

2 Arbeitnehmerüberlassung im Überblick: Dieses Kapitel erläutert den rechtlichen Rahmen und das charakteristische Dreiecksverhältnis zwischen Verleiher, Entleiher und Leiharbeitnehmer im Kontext der flexiblen Personalplanung.

3 Leiharbeitnehmerübernahme in Stammbelegschaften: Hier wird die empirische Bedeutung der Zeitarbeit als "Sprungbrett" in ein Normalarbeitsverhältnis sowie die Motivation der Unternehmen zur Übernahme von Leiharbeitnehmern belegt.

4 Die Turniertheorie in Leiharbeitnehmerturnieren: In diesem zentralen Teil werden die theoretischen Grundlagen von Leistungsturnieren sowie deren konkrete Ausgestaltung als Selektions- und Anreizinstrumente unter Einbeziehung subjektiver Bewertungsmechanismen analysiert.

5 Resultierende Effekte aus Leiharbeitnehmerturnieren: Dieses Kapitel beleuchtet die Auswirkungen von Turnieren aus der spezifischen Sicht der drei beteiligten Akteure: der Leiharbeitnehmer, der Entleihbetriebe und der Verleihbetriebe.

6 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bestätigt den Nutzen von Leiharbeitnehmerturnieren als effizientes Instrument der Personalpolitik bei gleichzeitiger Notwendigkeit, kontraproduktive Anreize zu vermeiden.

Schlüsselwörter

Arbeitnehmerüberlassung, Zeitarbeit, Turniertheorie, Festanstellung, Stammbelegschaft, Personalselektion, Anreizinstrument, Leiharbeitnehmerturnier, Entleihbetrieb, Personalrekrutierung, Arbeitsplatz-Matching, Leistungsbeurteilung, Klebeeffekt, Arbeitseinsatz, Karrierepolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem Einsatz der Turniertheorie im Rahmen der Zeitarbeit, um Prozesse der Übernahme von Leiharbeitnehmern in eine feste Stammbelegschaft zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Arbeitnehmerüberlassung, die Anwendung der ökonomischen Turniertheorie, Instrumente der Personalselektion, Anreizstrukturen für Mitarbeiter sowie das Verhalten der Akteure im Dreiecksverhältnis zwischen Verleiher, Entleiher und Leiharbeitnehmer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Bedeutung der Zeitarbeit als alternatives Rekrutierungsinstrument für Entleihbetriebe hervorzuheben und zu untersuchen, wie durch Wettbewerbe ("Turniere") zwischen Leiharbeitnehmern eine effiziente Auswahl für Festanstellungen getroffen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse unter Anwendung der ökonomischen Turniertheorie sowie der Einbeziehung bestehender empirischer Daten und Studien zur Zeitarbeitsbranche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Design von Turnieren, die Bedeutung subjektiver Leistungsbeurteilungen unter Einbeziehung der Stammbelegschaft sowie die Vor- und Nachteile dieses Modells für die verschiedenen beteiligten Parteien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zeitarbeit, Turniertheorie, Personalselektion, Klebeeffekt, Anreizinstrument und Arbeitnehmerüberlassung charakterisiert.

Warum spielen Stammarbeitskräfte bei der Leistungsbeurteilung eine wichtige Rolle?

Stammarbeitskräfte fungieren als "Monitoring-Instrument" des Arbeitgebers. Ihre Einbeziehung reduziert Informationsasymmetrien, verbessert die soziale Integration der Leiharbeiter und erhöht die Akzeptanz des Auswahlprozesses innerhalb der bestehenden Belegschaft.

Welche Gefahren können bei einem solchen Turnier auftreten?

Es können kontraproduktive Effekte auftreten, wie beispielsweise Sabotageaktivitäten der Turnierteilnehmer untereinander, horizontale Kollusionen (Absprachen zur Leistungsminimierung) oder ein Reputationsverlust, wenn das Turnierverfahren als unfair wahrgenommen wird.

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Details

Title
Leiharbeit als Sprungbrett zur Festanstellung: Eine ökonomische Analyse
College
University of Paderborn  (Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,3
Author
Andre Kolle (Author)
Publication Year
2008
Pages
37
Catalog Number
V200412
ISBN (eBook)
9783656275589
ISBN (Book)
9783656276241
Language
German
Tags
Turniertheorie Leiharbeit Zeitarbeit Arbeitnehmerüberlassung Klebeeffekt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andre Kolle (Author), 2008, Leiharbeit als Sprungbrett zur Festanstellung: Eine ökonomische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200412
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