Die Entstehung des Kaisertums unter Caesar und Octavian (Augustus)


Hausarbeit, 2011
15 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fragestellung und Methodik

3 Forschungsstand

4 Die Lebensläufe
4.1 Gaius Julius Caesar
4.2 Gaius Octavius

5. Einrichtung des Kaisertums

6. Fazit

7. Quellen und Literatur

1 Einleitung

„Caesar ist in seiner eigenen Stadt ein Gott, der Gott. Ihn machten weniger seine siegreichen Kriege und Triumphe, seine Werke im Frieden und sein Ruhm zum neuen Gestirn und Kometen als sein Nachkomme; denn keine von Caesars Taten war grösser als die, dessen Vater zu werden.“[1]

Der berühmte Dichter Ovid und Zeitzeuge Caesars schrieb diese Zeilen in sein Werk Metamorphosen. Caesars größtes Vermächtnis war dem zu Folge die Förderung und Adoption seines Großneffen Octavian.

Die durch Bürgerkriege und die vorrübergehende Diktatur Sullas geschwächte römische Republik erfuhr durch das erste Triumvirat unter Caesar, Pompeius und Crassus ihre letzten Atemzüge. Denn die Schwäche und Ohnmacht des Senats und die Forderung des Volkes nach Veränderung legte den Grundstein für die Errichtung des römischen Prinzipats.

Einen maßgeblichen Anteil daran hatte Caesar, der zu den bekanntesten antiken Persönlichkeiten gehört und der schon in Shakespeares[2] Drama The Tragedy of Julius Caesar literarisch verewigt wurde.

Der ihm nachgesagte Ehrgeiz beflügelte Caesar die Position des Ersten in Rom, nach dem Tot des Pompeius, einzunehmen und seine Macht weiter auszubauen.

Nach nur wenigen Jahren der Alleinherrschaft wurde er ermordet, doch sollte dies nicht das Ende für die Julische Herrschaft sein. Denn kurz darauf begann Octavian das Ziel seines Ziehvaters zu vollenden.

2 Fragestellung und Methodik

Der Fall der römischen Republik und die Errichtung des Kaisertums stellt einen historisch wichtigen und folgenreichen Schnitt in der Geschichte des Römischen Imperiums dar. Die seit 509 v. Chr. Bis 133 v. Chr. bestehende Republik versank in einem langanhaltendem Bürgerkrieg, welcher nach Meinung der meisten Historiker erst mit der Ernennung des Octavians zum Augustus 27 v. Chr. endete.

Die zentrale Frage dieser Arbeit wird sich um die Errichtung des Prinzipats unter Caesar und seinem Großneffen und Adoptivsohn Octavian drehen. In wie fern Caesar den Weg für Augustus ebnete und welche Umstände dies noch begünstigten.

Um ein nachvollziehbares Gerüst zu schaffen werde ich zunächst auf die Lebensläufe eingehen und an Hand dieser zusammenfassend versuchen die Eckpunkte für die Durchsetzung des Kaisertums erläutern und auf die Aussage des Ovidius zurückkommen.

3 Forschungsstand

Im Allgemeinen kann man zu der Überlieferungssituation sagen, dass eine Fülle von literarischen Werken und Sachquellen dieser Zeit erhalten ist, die uns Informationen und Angaben über die Errichtung des Prinzipats unter Octavian liefern.

Allen voran sind die Werke Caesars „ Commentarii de Bello Gallico “ und „ Commentarii de bello civili “ zu nennen, wobei das Erst genannte in acht Bänden einen Tatenbericht über die Gallischen Kriege und das Zweite in drei Büchern seine Gedanken üben den Bürgerkrieg ab 48 v. Chr. schildert.

Augustus verfasste selbst mehrere Berichte von denen heute aber nur noch sein Werk „ Res gestae divi Augusti “ erhalten ist. Es ist wie bei Caesar ein Tatenbericht, in denen Octavian seine Gedanken und sein Handeln.

Viele antike Autoren, unter anderem der Verwaltungsbeamte Gaius Suetonius Tranquillus, der Historiker Nikolaos von Damaskus, der Politiker Cassius Dio und der Geschichtsschreiber Tacitus, beschäftigten sich ausführlich mit dem Leben und Wirken des ersten Prinzeps und seines Vorgängers.

Historiker in jüngerer Zeit urteilen teils sehr unterschiedlich über den ersten Kaiser und den vorangegangenen Diktator Caesar. Der Althistoriker Theodor Mommsen hat im 19. Jahrhundert die These vertreten, dass Augustus Prinzipatsordnung nicht als Allein-, sonder als Doppelherrschaft gedeutet werden kann, in der sich Senat und Princeps die Macht geteilt hätten[3]. Historiker des 20. Jh., wie Klaus Bringmann[4], urteilen überwiegend positiv über die Herrschaft Octavians und Dietmar Kienast sieht Ihn sogar als einen selbstlosen Herrscher, wie kein anderer in der Geschichte[5].

Eine der wenigen Abhandlungen zu Augustus in denen durchaus Kritik geäußert wird ist die Augustus Biographie von Jochen Bleicken, obwohl auch er in der Figur des Octavians eher den „Baumeister des Römischen Kaiserreichs“ und „Erzieher“ der neuen Eliten des Prinzipats sehen möchten, als den Zerstörer der Republik[6], wie es Caesar vor ihm gewesen sein soll.

4 Die Lebensläufe

4.1 Gaius Julius Caesar

Caesar Wurde am 13. Juli 100 v. Chr. (Quinctilis- 5. Monat entspricht dem etruskischen Monat Traneus), als Sohn des Praetors Gaius Iulius Caesar in Rom geboren.

Er entstammte dem Geschlecht, der Julier, die ihre Anfänge auf Iulus alias Ascanius, den Sohn des Aeneas zurückführten, der in direkter Linie zur Göttin Aphrodite stand.

Sein Onkel war der bedeutende Feldherr und Populären-Führer Gaius Marius, durch den er mit Lucius Cornelius Cinna bekannt wurde, der ein erbitterter Gegner des Optimaten-Führers Lucius Cornelius Sulla war. 84 v. Chr. heiratete er Cinnas Tochter Cornelia, mit der er eine Tochter, Julia, hatte, und wurde im gleichen Jahr zum Flamen dialis ernannt, ein Priesteramt, das Patriziern vorbehalten war. Nach der Ernennung Sullas zum Diktator (82 v. Chr.) verlangte dieser von Caesar die Scheidung von seiner Frau. Es gelang Caesar jedoch, sich dieser Forderung zu entziehen. Später wurde er durch Fürsprache einflussreicher Freunde von Sulla begnadigt (nach Sueton mit den Worten Caesari multos Marios inese – Denn in Caesar steckt mehr als nur ein Marius). Caesar genoss eine gute Ausbildung in Rom, Athen und da es ihm nicht möglich war ein politisches Amt zu erwerben, verließ er Rom noch einmal und ging nach Rhodos, wo er Rhetorik studierte. Nach dem Tod Sullas 78 v. Chr. kehrte er wieder nach Rom zurück und erregte hier Aufmerksamkeit als Ankläger erregte Caesar durch einen Prozess wegen Erpressung gegen Gnaeus Cornelius Dolabella, einen Anhänger Sullas und bewies damit erneut seine Opposition zum Lager der Sullaner. Trotz seiner Niederlage in diesem Fall war Caesars Ruf nicht geschädig

[...]


[1] Ovid, Publius. « Metamorphosen » (15, 745-851) in: P. Ovidius Naso Metamorphosen, Stuttgart 1980, S.68.

[2] Willliam Shakespeare: Julius Caesar. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Deutsche Prosafassung, Anmerkungen, Einleitung und Kommentar von Thomas Pughe. Stuffenburg, Tübingen 1987.

[3] Mommsen, Theodore: Römisches Staatsrecht, Bd. 2, 1887, S.748

[4] Bringmann, Klaus: Augustus, Darmstadt 2007, S. 214-244

[5] Kienast, Dietmar: Augustus. Prinzeps und Monarch, 3. Durchgesehene und erweitere Auflage, Darmstadt 1999, S. 571.

[6] Bleicken, Jochen: Augustus. Eine Biographie, Berlin 1998, S.684 f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung des Kaisertums unter Caesar und Octavian (Augustus)
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V200473
ISBN (eBook)
9783656266495
ISBN (Buch)
9783656267560
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung, kaisertums, caesar, octavian, augustus
Arbeit zitieren
Julian Rene (Autor), 2011, Die Entstehung des Kaisertums unter Caesar und Octavian (Augustus), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200473

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