Was bedeutet der derzeitig hohe Fleischkonsum für die Umwelt und mit welchen politischen Maßnahmen könnte man ihn senken?


Seminararbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Entwicklung des Fleischkonsums: Hintergründe, Daten und Fakten
2.1. Konsequenzen des hohen Fleischkonsums
2.2. Politische Maßnahmen um den Fleischkonsum zu senken

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.

Liest man dieses Zitat, so kann man sich kaum vorstellen, dass es von Albert Einstein, einem der genialsten Physiker der Menschheit, stammt. Trotzdem weist es auf eine sehr bedeutende Problematik hin, die in unserer heutigen Zeit medial und politisch zu wenig Beachtung erhält. Auch diese Arbeit wird sich mit dem Problemfeld des hohen Fleischkonsums auseinandersetzen und die damit zusammenhängenden ökologischen Konsequenzen aufzeigen. Außerdem werden politische Maßnahmen zur Senkung des Fleischkonsums diskutiert, um letztendlich einen systemverträglichen Lösungsansatz zu finden.

Als Grundlagen für die hier präsentierten Ausführungen dienten hauptsächlich verschiedene Aufsätze und Dissertationen, die sich mit dem Fleischverzehr in Deutschland und dem spezifischen Verbraucherverhalten beschäftigen. Des Weiteren wurde bewusst versucht möglichst neutrale Literatur zu verwenden, weil nur so ein unbefangenes Bild zu dieser Thematik skizziert werden kann.

Laut Fleischbeschaugesetz spricht man von Fleisch, wenn es sich um alle frischen und zubereiteten TeilewarmblütigerTiere, die sich für den menschlichen Verzehr eignen, handelt.[1]Trotz dieser Eingrenzung muss man natürlich festhalten, dass auch Meerestiere und andere nicht-warmblütige Individuen durchaus als Fleischquellen anzusehen sind. Für die folgenden Betrachtungen genügt diese Definition jedoch völlig, da größtenteils auf die Produktion von Großvieh eingegangen wird. Hierbei werden insbesondere Fleischprodukte behandelt, die in Deutschland verzehrt und auch produziert werden.

Spätestens seit der letzten BSE-Krise hat Fleisch in der Bundesrepublik ein skandalbelastetes Image. Aber auch die Geflügelpest, die Maul- und Klauenseuche und diverse Verpackungsskandale haben dazu beigetragen, dass deutsche Verbraucher stark verunsichert sind, welche Fleischprodukte bedenkenlos konsumiert werden können. Das Vertrauen der Verbraucher wurde so erschüttert und der Ruf nach tiergerechter und umweltfreundlicher Fleischerzeugung kam vermehrt auf. Trotz des gestiegenen öffentlichen Interesses und der medialen Berichterstattung, die immer wieder über neue Skandale informiert, ist die Diskrepanz der Wünsche des Verbrauchers mit dem tatsächlichen Konsumverhalten offensichtlich.[2]Denn die deutsche Bevölkerung ist aus wissenschaftlicher Sicht mit Energie im Allgemeinen und einzelnen Nährstoffen im Besonderen überversorgt. Laut Expertenmeinungen müsste man den Fleischverzehr auf 20 kg pro Person und Jahr senken, um eine Überversorgung und damit einhergehendegesundheitliche Risikenzu vermeiden.[3]

Heute nimmt der Fleischkonsum in den Industrienationen zwar jährlich minimal ab, aber der globale Verzehr steigt kontinuierlich weiter an. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Fleisch erzeugt wird underhebliche Umweltschädenverursacht werden, die verheerende globale Auswirkungen mit sich führen. Der Fleischanteil in der Ernährung bei europäischen Staaten beträgt ca. 30-35% und in Deutschland essen 90% der Menschen mindestens einmal pro Woche und ca. 50% sogar täglich tierische Lebensmittel. Es stellt sich also die Frage, warum trotz dieser immensen Nachteile einer fleischorientierten Gesellschaft der Fleischkonsum weltweit ansteigt? Wahrscheinlich ist dies der Fall, weil der überwiegende Teil der Menschen sich nicht bewusst ist, wie umweltschädlich die Produktionsmethoden von Fleisch in Wirklichkeit sind.

Im folgenden Abschnitt wird ein historischer Abriss des Fleischkonsums beschrieben, um zu verdeutlichen, warum Fleisch einen so bedeutenden Stellenwert besitzt. Des Weiteren werden mittels statistischer Belege gegenwärtige und zukünftige Szenarien veranschaulicht, damit das Problem des hohen Fleischkonsums anschließend anhand der weitreichenden Konsequenzen umfassend verdeutlicht werden kann.

2. Entwicklung des Fleischkonsums: Hintergründe, Daten und Fakten

Schon unsere Vorfahren, die Urmenschen, waren als „Allesfresser“ bekannt, denn als Jäger und Sammler töteten sie wilde Tiere, um sich von deren Fleisch zu ernähren. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Mensch zu einem sesshaften Wesen und begann Tiere zu züchten und zu halten. Trotz der Knappheit von Fleisch wurden in Europa Pferde, Hunde, Katzen, Ratten und Mäuse aus den verschiedensten Gründen als Nahrungsmittel frühzeitig tabuisiert. Einerseits waren religiöse Belange von Bedeutung, aber auch hygienische, finanzielle und mystische Aspekte spielten andererseits entscheidende Rollen. Der Verzehr von Fleisch war anfangs in der Regel der Oberschicht vorbehalten, weil der einfachen Bevölkerung die Mittel fehlten, regelmäßig Fleisch zu konsumieren und bereits in der Antike galten Festmähler als Demonstration des Reichtums.[4]

Ab dem 16. Jahrhundert kam es zu einem starken Anwachsen der Bevölkerungsanzahl, was zu einer „Entfleischlichung“ der Kost führte und starke Preisanstiege mit sich brachte. Die Gesamtnachfrage blieb aber relativ konstant, was zeigt, dass das Angebot auf die veränderte Situation nicht reagierte. Daher ging man im 18. Jahrhundert bei der Viehmast zur regelmäßigen Stallfütterung über, um Fleisch bekömmlicher zu machen und die Produktion zu vergrößern

[...]


[1]Vgl. Hellich, Max/ Schroeter, Arthur: Das Fleischbeschaugesetz, Berlin 1930, S. 3.

[2] Vgl. Bendel, Ralf/ Herzog, Dorothea/ Hutterer, Erwin/ Thomas-Martin, Karin: Fleischkonsum. Geschichte
Hintergründe Konsequenzen, Ulm 1994, S. 7.

[3]Vgl. Woitowitz, Axel: Auswirkungen einer Einschränkung des Verzehrs von Lebensmitteln tierischer Herkunft

auf ausgewählte Nachhaltigkeitsindikatoren – dargestellt am Beispiel konventioneller und ökologischer

Wirtschaftsweise, München 2007, S. 1.

[4]Vgl. Bendel, Ralf/ Herzog, Dorothea/ Hutterer, Erwin/ Thomas-Martin, Karin: Fleischkonsum. Geschichte

Hintergründe Konsequenzen, S. 28.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Was bedeutet der derzeitig hohe Fleischkonsum für die Umwelt und mit welchen politischen Maßnahmen könnte man ihn senken?
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Veranstaltung
Umweltpolitik – ein zentrales Politikfeld in Deutschland
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V200509
ISBN (eBook)
9783656265399
ISBN (Buch)
9783656265757
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fleischkonsum, Umwelt
Arbeit zitieren
Master of Arts Alexander Eichler (Autor), 2010, Was bedeutet der derzeitig hohe Fleischkonsum für die Umwelt und mit welchen politischen Maßnahmen könnte man ihn senken?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200509

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